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Maßgeschneiderte Helfer für den Mac

Claude hat uns für 18 Euro zehn Mac-Apps programmiert

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28 Kommentare 28

Dass sich mit KI inzwischen erstaunlich gut Software entwickeln lässt, dürfte sich herumgesprochen haben. Wir wollten mit diesem Artikel auch gar nicht die große Debatte darüber führen, ob KI Programmierer ersetzt oder wie die Zukunft der Softwareentwicklung aussieht. Stattdessen wollen wir einfach kurz zeigen, was bei uns in den vergangenen Wochen passiert ist.

Claude Mac App Dmg

Wir haben nämlich festgestellt, dass wir für viele kleine Probleme inzwischen gar nicht mehr im App Store oder auf GitHub nach Lösungen suchen. Stattdessen lassen wir uns die benötigten Werkzeuge einfach selbst erstellen.

Natürlich reden wir hier nicht von komplexen Anwendungen wie Photoshop oder Final Cut. Aber wenn es um kleine Werkzeuge geht, die exakt auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten sein sollen, ist es mittlerweile oft schneller geworden, diese selbst bauen zu lassen, als stundenlang nach einer passenden Lösung zu suchen.

In den vergangenen Wochen haben wir dafür ein Claude-Pro-Abo genutzt, das rund 18 Euro gekostet hat. Entstanden sind mehrere kleine Mac-Anwendungen, die inzwischen täglich auf unseren Rechnern laufen. Laufende Kosten verursachen sie nicht. Das Abo könnten wir jederzeit kündigen, die Anwendungen funktionieren trotzdem weiter.

Claude Mac App

Bemerkenswert fanden wir dabei vor allem, wie unkompliziert die Entwicklung geworden ist. Auf dem Mac, auf dem die Programme entstanden sind, war nicht einmal Xcode installiert. Die Xcode-Kommandozeilenwerkzeuge haben völlig ausgereicht.

Vielleicht inspiriert der folgende Überblick den einen oder anderen Mitleser ja. Uns jedenfalls hat die Erfahrung nachhaltig verändert. Wir denken heute völlig anders über kleine Mac-Apps und älltägliche Software-Helfer nach, als noch vor einem Jahr.

RadioBar: Das Radio so, wie wir es haben wollten

Über RadioBar haben wir bereits mehrfach berichtet. Die Anwendung gehört inzwischen zu den Werkzeugen, die wir täglich nutzen.

Radiobar 2500

Die App verwaltet selbst ausgewählte Radiosender, kann Sender aus einem Verzeichnis übernehmen und bietet Schnellzugriffe per Tastenkombination. Vor allem enthält sie genau die Funktionen, die uns bei anderen Radio-Anwendungen immer gefehlt haben.

Ein besserer Controller für den Ulanzi-Controller

Ausgangspunkt für die RadioBar war dieser Controller von Ulanzi. Die Hardware fanden wir ausgesprochen gelungen, mit der mitgelieferten Software wurden wir allerdings nie richtig warm.

Dialcontroller

Also haben wir Claude genutzt, um eine eigene Konfigurationssoftware zu erstellen. Mit unserem DialController können wir die Tasten nun auch ohne Ulanzis App frei belegen und den Controller exakt an unsere Arbeitsweise anpassen.

Mac TV streamt die Öffis am Mac

Nachdem die Radio-App fertig war, entstand schnell die Idee für eine kleine Fernseh-Anwendung. Mac TV bleibt als dauerhaft sichtbares Fenster im Vordergrund und ermöglicht den schnellen Zugriff auf Streams der öffentlich-rechtlichen Sender.

MacTV

Praktisch, wenn neben der Arbeit eine Pressekonferenz auf Phoenix läuft oder man während der Kaffeepause eine Folge der Küchenschlacht verfolgen möchte.

Flussbad Berlin in der Menüleiste

Als wir auf das Berliner Projekt Flussbad aufmerksam wurden, wollten wir die veröffentlichten Messwerte zur Wasserqualität möglichst unkompliziert im Blick behalten.

Flussbad Berlin 2500

Die Lösung war eine kleine Menüleisten-Anwendung, die die aktuellen Daten direkt anzeigt. Ein Klick genügt, um zu sehen, ob die Wasserqualität aktuell zum Baden geeignet wäre.

Die bessere Bibliotheks-App

Wer die Online-Angebote der Berliner Bibliotheken nutzt, kennt vermutlich die teils schwerfällige VÖBB-Webseite.

Bibo App

Unsere (von Claude) selbst gebaute Menüleisten-App zeigt aktuelle Ausleihen, anstehende Rückgabetermine und mögliche Gebühren direkt an. Zusätzlich gibt es einen Knopf, mit dem sich alle verlängerbaren Medien auf einmal verlängern lassen.

Das Balkonkraftwerk immer im Blick

Mit den ersten warmen Tagen entstand auch der Wunsch, die Daten unseres Balkonkraftwerks schneller abrufen zu können.

Balkonkraftwerk

Die entsprechende Menüleisten-App zeigt die aktuelle Leistung in Watt, den Ladezustand der Akkus sowie Verbrauchsdaten aus dem Smart Meter an. Alle relevanten Werte sind auf einen Blick sichtbar, ohne dass mehrere Anwendungen geöffnet werden müssen.

Die Videoquetsche

Auch unsere Videoquetsche haben wir bereits vorgestellt.

Die Anwendung übernimmt einfache Konvertierungsaufgaben. Videos können per Drag-and-Drop verkleinert werden. Hochkantaufnahmen lassen sich außerdem automatisch in ein klassisches Querformat einpassen, indem links und rechts passende Ränder ergänzt werden.

Videoquetsche

Die Patschehändchen-App

Nicht jede Anwendung muss produktiv sein. Für kleine Kinder haben wir eine Anwendung gebaut, die auf Tastatureingaben reagiert. Jeder gedrückte Buchstabe wird groß dargestellt, farblich hervorgehoben und zusätzlich von der Systemstimme ausgesprochen.Buchstaben App

Drückt man ein A, erscheint ein A. Drückt man ein Y, wird ein Y angezeigt und vorgelesen. Mehr macht die Anwendung nicht. Mehr soll sie aber auch gar nicht machen.

Unsichtbare Helfer im Hintergrund

Zusätzlich sind noch zwei kleine Werkzeuge entstanden, die gar keine grafische Oberfläche besitzen.

Das eine läuft als Hintergrunddienst und erledigt eine sehr spezielle Aufgabe, die an dieser Stelle etwas zu weit führen würde.

Das andere überwacht ausgewählte PDF-Angebote aus unserer Online-Bibliothek, lädt und verkleinert neue Dateien bei Bedarf automatisch und verschickt sie anschließend direkt an unseren Kindle-Account. Die komplette Automatisierung läuft im Hintergrund und wird ausschließlich über die Kommandozeile gesteuert.

Kleine Probleme einfach verschwinden lassen

Die Anwendungen sind über mehrere Wochen und Monate hinweg entstanden. Hätten wir sie jedoch am Stück entwickelt, wäre das problemlos innerhalb eines einzigen Claude-Pro-Abonnements für 18 Euro möglich gewesen. Einige der Anwendungen haben wir bereits als Open Source veröffentlicht. Andere sind noch so speziell auf unsere Arbeitsweise zugeschnitten, dass sie außerhalb unseres Schreibtisches vermutlich kaum jemanden interessieren würden.

Genau darin liegt aber vielleicht die spannendste Erkenntnis.

Früher mussten wir uns an vorhandene Software anpassen. Heute passen wir die Software an unsere Bedürfnisse an. Nicht immer, nicht für jede Aufgabe und sicherlich nicht für große Projekte. Aber für viele kleine Probleme des Alltags reicht es inzwischen aus, die gewünschte Funktion zu beschreiben und ein paar Minuten später eine funktionierende Anwendung in den Händen zu halten.

Für uns hat das den Blick auf kleine Mac-Apps grundlegend verändert. Wir suchen heute deutlich seltener nach dem perfekten Werkzeug. Stattdessen überlegen wir immer häufiger, ob wir es nicht einfach selbst bauen lassen.

02. Juni 2026 um 17:59 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    28 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Mir hat Claude die brutalste Excel gebaut und meine Home Assistent auf Level 100 gehoben

    • Das klingt gut. Hast du ein paar Beispiele was HA angeht?

      • Claude kann hier fast alles selbst. Wenn du eine Automationsidee hast und sei sie noch so verzwickt, baut Claude sie dir. Hilft dir auch mit Ideen diese auszubauen. Wenn diese nicht so funktioniert, sagst du dies und Claude wird selbst debuggen.
        Oder du gibst Claude eine GitHub Adresse und sagst, installier mir das so und so…
        keine lästige Suche mehr nach YouTube Tutorials, was am Ende wegen irgendeiner Kleinigkeit nicht funktioniert, sei es weil ein neues Update kam oder sonst was

      • Connection Observer
        Und
        HA Battery Manager
        Die beiden hab ich gemacht, weil mir alle bestehenden Lösungen nicht ausreichten bzw. zusagten oder zu kompliziert von der Einrichtung her waren.
        Findest du beide auf GitHub und kannst du über Hacs hinzufügen. Connection Observer wird nach der Prüfung (was offensichtlich aber Monate dauert, weil die Warteschlange ewig lang ist) auch im offiziellen Hacs Katalog landen. Mit dem battery Manager warte ich noch bis das erste Tool aufgenommen ist.

        Zusätzlich, und nicht öffentlich weil das keinen Sinn machen würde, habe ich mit Claude eine sehr detaillierte dauerhaft aktuelle Auswertung für meine PV Anlage samt e Auto laufen, sowie eine Klimaanlagensteuerung, die sich vollständig automatisch steuert und dabei nur in Extremsituationen (nachts noch sehr heiß und Akku leer) mehr als PV Strom zieht.

        Außerdem hab ich mit Claude noch ein Win&Mac Tool, mit dem man per Drag&drop sowie maximal zwei Klicks Dateien innerhalb des selben Netzwerks oder übers Internet freigeben kann mit begrenzbarer Anzahl an möglichen Downloads. Im Netzwerk völlig lokal und übers Internet kostenlos mit nem Cloudflaredienst. Die Dateien verbleiben aber sich dabei lokal. Cloudflare kümmert sich nur um die verschlüsselte Verbindung.

        Nichts davon hätte ich selbst hinbekommen.

    • Bei mir auch so. Ich habe den größten Impact mit dem MCP in Home Assistant. Ich konnte damit eine unglaublich dynamische Automatisierung für meine Rasenbewässerungen erstellen die alle Parameter und Sensoren in Betracht zieht die ich will. Das Ergebnisse ist wirklich wild aber funktioniert 1A. Zudem habe ich mir diese komplette Logik als dynamische html ausgeben lassen mit der ich einfach nachvollziehen kann, welcher Fall wann greift und welche Schwellen genutzt werden.

  • Cool und ohne Xcode? D.h. Claude erzeugt direkt das binary? Nice

  • Sehr cool
    Danke fürs Teilen des Erkenntnisgewinns

    Muss mich da auch endlich mal dransetzen

    Interessant fände ich noch, ob das für iOS auch so easy umsetzbar wäre

  • Danke für euren Erfahrungsbericht.
    Ich hab mir von Claude einfach die eine Timetracker App (Tyme) nachbauen lassen. Hat mich sonst 60€/Jahr gekostet. Jetzt sind es 0€.

  • Das klingt super spannend.
    Könntet ihr mal eine Anleitung erstellen (lassen ;-) ), wie man sowas macht?
    Also als Laie würde ich einen Prompt erwarten, a la „programmiere mir für das Betriebssystem XY ein Programm mit folgenden Funktionen. Blabla “
    Ist das wirklich so simpel? Wir waren eure Herangehensweisen und welche Tipps & Tricks könntet ihr sharen?

  • Ich habe auch vor einer knappen Woche angefangen mit Claude mein über die Jahre gewachsenes Home Assistent glatt zu ziehen und (für mich) kompliziertere Dashboards zu erstellen.

    Funktioniert erstaunlich gut und spart mir stundenlanges Rumtesten.

  • Privat und lokal ist das eine feine Sache. Aber öffentlich darf es doch menschliche Intelligenz. Die berichte von Firmen die aufgrund Vibe Coding und co. Hacking oder Datenverlust bekommen ist extrem angestiegen. Selbst Amazon hatte Ausfälle durch Vibe Coding. Gibt auch schon Statistiken wie schnell und einfach das geworden ist jemanden zu hacken der KI Coding gemacht hat. Das ist nochmal eine ganz andere Hausnummer. Irgendenwann wird das sicherlich auch gut werden. Aber wenn man mal sich mit den Thema beschäftigt weiß man das man mindest ein Experte der den Code verstehen (Eher Agentic Coding) kann oder lieber lokal betreiben sollte. Hat auch schon deutsche Firmen erwischt. Gern da mal googeln.

  • Welchen Plan nutzt ihr der 18 Euro kostet? Bei mir ist der kleinste Pro und kostet 22 Euro?!

  • Sebastian Reiprich

    Ich habe ein bisschen mehr investiert und mehrere Claude Accounts mit cswap parallel genutzt, weil ich mich mit den Gepflogenheiten nicht so auskenne und schnell an Sessionlimits gestoßen bin.
    Entstanden ist am Ende aber eine wie ich finde schöne GUI für die Druckerprofilierung mit dem Kommandozeilenprogramm Argyll, die ich in dieser Form schon lange gern gehabt hätte.
    Hätte nicht gedacht, dass das wirklich klappt und bin positiv überrascht.

    https://github.com/itsab1989/ChromIQ

  • Ja, läuft hier ähnlich. Bei mir sind es Web-Anwendungen für meinen Webshop. Angefangen hat alles mit Kennzahlen und Statistik. Inzwischen schiebt er Buchungen von A nach B, bucht im Buchhaltungstool automatisch anhand des Landes aus dem Shop auf das richtige Konto und kauft Versandlabels ein. Zum letzten Kommentar über mich: Richtig, das ist eine Gefahr. Wenn man aber gezielt Bugtracker draufsetzt, wird schon viel gefunden.

  • Könnt ihr mal eure Open Source Apps verlinken bitte? ;)

  • Und genau damit habe ich aktuell mit der Art und Weise wie „KI“ trainiert/vermarktet/konsumiert wird und wer am Ende damit Geld verdient ein Problem. KI wiederholt nur und kann nur deswegen programmieren, weil es mit einer Menge an Open Source gefüttert wurde. Der richtige Schritt wäre also: KI auch der Allgemeinheit kostenfrei zur Verfügung zu stellen…

  • Intern ist sowas für Laien eine feine Sache, aber so etwas veröffentlichen würde ich im Leben nie. Zu gross das Risiko, zu gering das Verständnis. Dem produzierten Code fehlt anschliessend meist auch Struktur und Eleganz.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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