Maßgeschneiderte Videokompression
Claude Code im Einsatz: Eigene Mac-Anwendung in Minuten erstellt
Auf ifun.de betten wir kurze MP4-Videos regelmäßig direkt in unsere Artikel ein (hier zum Beispiel) und versuchen dabei stets auch auf die Größe der Clips zu achten. Die Dateien müssen klein genug sein, um auch mobil schnell zu laden, sollen aber gleichzeitig ansehnlich bleiben. Bisher haben wir dafür meist auf die Mac-Applikation Compresto gesetzt, die zuverlässig gute Ergebnisse liefert.
Gestern jedoch waren wir mit einem frisch eingerichteten Mac ohne die App unterwegs und haben uns für einen anderen Ansatz entschieden.
Maßgeschneiderte Lösung statt fertiger Anwendung
Ausgangspunkt war die Überlegung, dass viele Video-Tools im Kern lediglich eine Oberfläche für das Open-Source-Werkzeug FFmpeg darstellen. Dieses ist auf vielen Macs bereits vorhanden oder lässt sich schnell nachinstallieren. Warum also nicht direkt eine eigene Anwendung erstellen lassen, die genau die Funktionen abdeckt, die wir im Alltag benötigen?
Mit dieser Idee im Hinterkopf haben wir Claude Code geöffnet und die Anforderungen formuliert. Gewünscht waren unter anderem eine sinnvolle Standard-Kompression für MP4-Dateien, eine Anzeige der eingesparten Dateigröße sowie Optionen zur Anpassung von Auflösung und Seitenverhältnis. Zusätzlich sollte es möglich sein, Tonspuren zu entfernen und Hochkantvideos in ein quadratisches Format mit wahlweise schwarzem oder weißem Hintergrund zu überführen. Ebenfalls wichtig war uns eine sichtbare Rückmeldung, ob FFmpeg auf dem System gefunden wurde.
In 15 Minuten zur fertigen Swift-App
Die Umsetzung erfolgte überraschend schnell. Nach wenigen Rückfragen und mit einem bereitgestellten Icon entstand innerhalb von gerade mal 15 Minuten eine vollständige macOS-Anwendung. Voraussetzung waren lediglich die Xcode-Kommandozeilen-Werkzeuge, eine vollständige Installation von Xcode war nicht notwendig.
Das Ergebnis ist eine native Swift-Applikation mit deutscher Benutzeroberfläche, die exakt die gewünschten Aufgaben erfüllt. Videos lassen sich per Drag-and-drop verarbeiten, die Dateigröße wird nachvollziehbar reduziert und alle definierten Optionen stehen direkt zur Verfügung. Die Anwendung zeigt zudem transparent an, ob und wo FFmpeg eingebunden ist.
Der Test hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie weit entsprechende Werkzeuge inzwischen sind. Was früher mit erheblichem Entwicklungsaufwand verbunden war, lässt sich heute mit klar formulierten Anforderungen und einem Claud-Abo innerhalb kürzester Zeit umsetzen. Für rund 20 Euro (so viel kostet der einmonatige Zugriff auf Claude Code aktuell) entsteht so eine individuell zugeschnittene Lösung, die sich nahtlos in den eigenen Workflow einfügt. Gerade für kleinere Aufgaben, die immer wieder anfallen, kann sich dieser Ansatz schnell auszahlen.
Wer unsere „Videoquetsche“ ausprobieren möchte, kann die zwei Megabyte kleine, nicht beurkundete Mac-App hier laden.



Top.
Cool, danke für den Selbstversuch…bin gespannt :)
Ich nutze Gemini und Cursor und bin immer wieder beeindruckt, was alles geht inzwischen. Vielleicht probiere ich Claude mal aus – ist es viel besser als Gemini Codex?
Claude ist in Coden, allen überlegen auch gegen ChatGPT.
Ja, vor allem bei den Gebühren und Verteilung von falschen Informationen
Das ist ein stetiges auf und ab. Gemini 3 ist ziemlich gut und macht einen guten Job. Claude Opus 4.6 ist grandios, aber teuer. Am besten ausprobieren. Generell ist Claude aber immer in der Spitze dabei.
Beeindruckend was heute auch ohne fundierte Programmier Kenntnisse machbar ist. Ja, bevor die Diskussion anfängt ;-) es ist mit Vorsicht für Enterprise Anwendungen zu sehen, aber wie hier, quasi für den Hausgebrauch – TOP – Chapeau!
So sehe ich es auch. Kleine Tools kann man endlich selbst bauen anstatt Stunden lang zu suchen :)
Danke für den Bericht. Was die Entwickler von Claude geschaffen haben wird die Welt verändern. Wir haben uns eine Plattform für Prozessautomatisierung aufgebaut. Viele Jahre. Ohne Claud. Mit camunda. Bei aller Freude an der Automatisierung, ein paar Aufgaben bleiben immer für Menschen übrig. Mit einer Web-App haben wir die bisher abgearbeitet. Am 16.03. hab ich Claude die Anforderungen beschrieben, gestern war schon das zweite Release der iOS-App fertig. Mit Funktionen, die ich kaum erklären konnte. Wie zeige ich die menschlichen Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit an? Das Erlebnis der „Diskussionen “ mit Claud, die Synergien, Einsichten und das pragmatische Ergebnis waren eine Freude.
Der Entry level Coder ist Geschichte. In den USA gehen tausende nach Hause. Die KI verbessert sich selbst. 24 Stunden am Tag. Hier Lachen sie noch über die E in Erdbeere. Das Kind wächst aber wie ein Elefant.
Quatsch, das ist zu den aktuellen Preisen vielleicht noch machbar, verkennt aber die massive Subventionierung der Hyperscaler.
Wenn man meine Token Usage als Developer mal zusammenrechnet, sind das locker 1.500-3.000€ an Kosten, abrechnen tue ich die aber nicht per API sonder für 200€ flatrate.
Dazu kommt dass auch die API Kosten massiv subventioniert sind. Die realen Kosten kommen damit locker auf 3-6k pro Monat, 72k pro Jahr nur an API-Calls!! Das ist konservativ gerechnet zeigt aber ja das Problem. Da ist irgendwann die Frage ob ein Junior-Dev nicht billiger ist ;)
Ist wohl eher ein Problem der Wahl des Modells, als der Kosten generell.
Natürlich werden die Hyperscaler teuer bezahlt werden müssen. Die investieren nicht umsonst Hunderte Milliarden. Aber das Ganze arbeitet halt 24/7 in Höchsttempo und dein Junior Developer? Ich arbeite mit Claude Max an Verträgen und Dokumenten für Klienten. Dafür müsste ich auch jemanden einstellen alternativ. So zahle ich 90€ statt 4-5000€. Ich würde auch 500€ bezahlen. Die Zeit der billigen Token geht zu Ende. Die haben genug Content eingesammelt und gelernt. Beta isch over.
Klar, schick alle Junior-Devs nach Hause, wir brauchen nur noch die Seniors… wo dann aber wohl in ein paar Jahren die Seniors hernehmen? Ach die brauchen wir dann nicht mehr… ist das genau die gleiche Prognose wie mit der Kernfusion, die seit den 1950ern jedesmal in 30 Jahren unsere Energieprobleme lösen wird, wenn man fragt? Oder auf dem Niveau von Elon Musks Ankündigungen, was seine Unternehmen alles noch in diesem Jahr machen?
Das ist der feuchte Traum von CEOs, das kein Nachwuchs nachkommt ist denen egal, weil AI wird ja besser oder so?!
Ist eine Wette. Geht diese nicht auf ist das Geheule der Unternehmensführer in ein paar Jahren wieder groß.
Ich kann keinen Code erstellen oder beurteilen. Da klingt so ein automatisiertes Erstellen mit der Hilfe von KI natürlich fantastisch,
Aber wer garantiert mir, dass die App, die von der KI erstellt wurde auch sicher ist? Wie sicher kann ich sein, dass die KI sich da nicht Hintertüren einbaut, die mein System für einen potentiellen Angriff öffnet. Ja, das klingt natürlich nach Alu-Hut, aber ist es das wirklich nur?
Eine andere KI kann den Code verifizieren und Menschen, die Code lesen können, können zertifizieren: ist eines der neuen Berufsbilder. Superintelligente Menschen sind für solche Arbeiten in den nächsten Monaten gefragt. In sehr naher Zukunft braucht man die auch dafür nicht mehr.
Das Ding baut dir ne App und legt kein Repo an. Du kannst weder den Code einsehen noch die Dependencies.
Selbstverständlich kannst du den Code einsehen, das ist es was das „Ding“ macht. Es schreibt Code.
Wer tut das bei einem potentiellen Arbeitnehmer/Freelancer der Dinge für dich baut, die du ebenfalls nicht verstehst? Da kannst du es ja auch nicht kontrollieren.
Naja, das Risiko musst du halt eingehen, oder du suchst dir jemand, der sich damit auskennt und alles prüft. Ob das dann billiger und den Geschwindigkeitsvorteil wieder wett macht, ist natürlich die Frage.
Zusätzlich hast du ja noch das Problem, wenn du die App veröffentlichst, dass du ggfs. noch Verantwortung für Fehler bekommst. Und ggfs. handelst du dir noch dicke Lizenzprobleme ein, weil die KI einfach Code kopiert/geklaut hat, deren Lizenz deine Nutzung aber gar nicht erlaubt. Ein Großteil des von der KI gelerntem und generierten Codes wird aus Github stammen. Da finden sich die meisten OpenSource (und auch weniger “Open“ Projekte) und die werden zwar von der KI fleißig genutzt, aber eben ohne dass die KI auch nur ansatzweise deren jeweilige Lizenz beachtet.
khh: Wer garantiert mir (dir), dass die Kalender-, Notizen- oder Kontakte-App des Entwicklers XY, die ich nutze (du nutzt), nicht Daten „absaugt“ und jemand da draussen mitliest?
Ich denke, dass da eine KI App „sicherer“ ist und keine Hintertür einbaut – bzw. je nachdem wie diese programmiert wurde. Aber dass eine KI ala Claude eine böse Absicht verfolgt und eine Hintertür einbaut halte ich für sehr unwahrscheinlich. Eher „Bugs“ (aufgrund Unwissenheit der KI) und andere könnten diese Lücke nutzen, um Zugriff auf meine Daten zu bekommen.
Das ist beeindruckend. Ich nutze das ja selbst viel. Doch ohne fundierte Struktur und Hintergrundwissen, ist ab gewisser Komplexität Schluß.
Macht euch mal den Spaß, erstellt „vibecoded“ irgendeine Webapp in Claude oder LLM eurer Wahl idealerweise mit kleinem Backend und lasst dann eine andere KI oder auch die gleiche, ein Sicherheitsaudit machen. Happy gruseling.
Ich liebe das gerade! Wirklich! Ich habe die „time of my life“ da ich Softwarearchitektur verstehe, die Pattern und Anforderungen und auch die meisten Librarys kenne, aber programmiere wie ein Dreijähriger.
Nur gerade deswegen die Warnung: Bitte bitte macht Audits. KI ist nur so gut wie ihr Kontext, sprich alles in Häppchen, alles kritisieren lassen, alles nach vorgegebenen Kriterien auditieren lassen.
Und dann richtig Spaß damit haben! :D
Interessantes Timing: hab mir gestern als Test mal mit der Claude Code App (18€ Version) eine (Web)App erstellt, welche das Problem der ‚fairen‘ Verteilung von Ausgaben regelt, wenn in wechselnder Konstellation mehrere Personen zum essen gehen (z. B. Mittagstisch) und alle statt „Deutsch“ getrennt zu zahlen, lieber „einer zahlt alles“ machen wollen.
Ca. 10 Prompts (Installation auf Google Firebase inkludiert) und 1h später ist das Ergebnis für jemanden, der noch nie eine Zeile Code geschrieben hat, ziemlich beeindruckend.
Spannend (und ein bisschen scary) wo das alles hingeht…
Dafür gibt es doch bereits einige Apps im AppStore. Haben die dir nicht ausgereicht oder wolltest du das einfach nur nehmen zum testen einer eigenen KI-generierten App?
War ein Test für den Freundeskreis und als Grundlage für noch weitere Ideen die ich im AppStore vermisse. Außerdem macht die App dann genau das was ich will und wie ich will. …
Vibe Coding :-)
Aufwand verschiebt sich ins Testing und BugFixing. Kosten steigen je weiter sich finden und fixen sich nach hinten verschiebt
Zu welchem Beruf soll man seinen Kindern noch raten? Wenn man die Fortschritte sieht, sind ja nicht mal Berufe im Handwerk „sicher“ vor KI bzw. Robotern:-/
Tapezieren würd ich lieber (noch) keinem Roboter überlassen. :)
Dafür geht „malern“ mit einem Böller im Farbeimer.
Das kann keine KI…
Bin auch erst vor ein paar Tagen von ChatGPT auf Claude umgestiegen und bin begeistert wie einfach kleine, hilfreiche Tools erstellbar sind.
Der Haken an der Sache ist , das man sich so weniger mit dem Programmieren selbst beschäftigt und es im Detail verlernt, weil wenn die KI sowas binnen weniger Minuten zaubern kann, wozu damit auseinandersetzen? (von Informatikern mal abgesehen)…
Das kann durchaus sein.
Ich sehe da aber auch Parallelen zu dem alten Handwerk als dann Schritt für Schritt die Automatisierung Einzug hielt.
Viele der handwerklichen Fähigkeiten gingen und gehen auch noch verloren: siehe auf youtube die Serie „Der Letzte seiner Art“, die das anschaulich dokumentiert.
Fazit: wenn man weiß, wie man eine Maschine baut und programmiert, die handwerkliche Fähigkeiten ersetzt, kann das ein Fortschritt sein. Wenn ich nicht mehr weiß, wie ich eine Maschine baue und programmiere, dann habe ich ein Problem.
Ganz so ist es nicht. Die Maschine erzeugt immer das gleiche Produkt und macht immer exakt den gleichen Vorgang. Ein ML Model erzeugt quasi „jedes“ Mal ein anderes Ergebnis, weil es auf Wahrscheinlichkeiten beruht. D.h. im Fall der App bekommst du mit jedem Prompt eine andere. Das Konzept ist ein anderes.
Kleiner Spaß am Rande. Ich habe mal eben ein erstes Musikstück mit Producer AI erstellt, So im Neunzigerjahre Stil Euro Dance. https://www.producer.ai/song/089f40db-ef18-457b-9a96-cff3741594d4
Aber von 1 bis 100 zählen kann ChatGPT nicht und die e’s in Erdbeeren oder r in Strawberry auch nicht zählen richtig. Perplexity lernt dazu immerhin. Die Erklärung ist technisch, aber heftig.
Der Versuch, das Programm zu starten, verusracht diese Meldung:
„Videoquetsche.app“ ist beschädigt und kann nicht geöffnet werden. Es empfiehlt sich, das Objekt in den Papierkorb zu bewegen.
Gatekeeper beruhigen mit Terminal Befehl. Ki oder Google fragen.
Hier ist eine signierte Version: https://images.ifun.de/wp-content/uploads/2026/03/Videoquetsche-notarize.zip
Ich erhalte die Meldung in der Video quatsche, dass FFMPEG nicht gefunden wurde. Den Link im Beitrag zu FFMPEG finde ich als Anfänger überfordernd. Was muss ich tun, damit die SAP läuft? Ich dachte, da ich VLC Player auf dem Mac habe wird das schon gehen – aber leider nicht… hat jemand n Tipp für mich?