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Von GitHub gelöscht

youtube-dl: Musikindustrie versenkt Ausnahme-Downloader

41 Kommentare 41

Dem Namen nach zu urteilen könnte man davon ausgehen, dass das Download-Werkzeug youtube-dl ausschließlich dafür gedacht war, Videoinhalte der Google-Tochter YouTube aus dem Netz zu laden. Dem ist jedoch nicht so. youtube-dl verdankte seine Popularität vor allem dem modularen Aufbau, der den Einsatz des Video-Downloaders auf nahezu allen relevanten Plattformen ermöglichte.

Vidl Download Mac

Setzte auch auf youtube-dl: Die Mac-App ViDL

Von Vimeo bis hin zur ARD Mediathek gab es fast keine Video-Webseiten, deren Inhalte sich nicht mithilfe der Community-gepflegten Freeware sicher ließen.

Jetzt hat sich youtube-dl bis auf Weiteres aus dem Netz verabschiedet und wurde von dem Code-Portal GitHub entfernt. Ausschlaggebend dafür war eine Löschanfrage der Musikindustrie auf Grundlage des Digital Millennium Copyright Act (DMCA).

Diese verweist in ihrem Schreiben an Microsoft, den Betreiber der Code-Plattform GitHub, auf den youtube-dl beigelegten Hilfetext und die Tatsache, dass dieser mehrere urheberrechtlich geschützte Werke als Beispiele anführt, die mit youtube-dl aus dem Netz geladen werden könnten, darunter auch:

  • Icona Pop – I Love It
  • Justin Timberlake – Tunnel Vision
  • Taylor Swift – Shake it Off

Auswirkungen auf viele Mac-Apps

Als freies Tool, dessen Community stets schnell auf Änderungen an den unterstützten Webseiten reagierte, wurde youtube-dl auch in vielen Mac-Anwendungen wie etwa ViDL oder Downie eingesetzt – Werkzeuge die nun über kurz oder lang ihren Geist aufgeben werden, da ihr funktionaler Kern nicht mehr aktualisiert werden kann.

Ob das Vorgehen der Lobby-Vereinigung RIAA gegen die Open-Source-Anwendung rechtens ist, ist aktuell noch unklar. Grundsätzlich verletzte youtube-dl keine Urheberrechte, sondern hätte lediglich dafür eingesetzt werden können, diese zu missachten. Eine Beschreibung die allerdings auch für Apple Keynote, Microsoft Word, Adobe Photoshop oder das Bittorrent-Protokoll gilt.

Immerhin: Die Webseite des Projektes ist unter yt-dl.org noch immer zu erreichen – sollte der Ausnahme-Downloader fortbestehen, dürften hier Informationen zum zukünftigen Zuhause der Anwendung kommuniziert werden.

Montag, 26. Okt 2020, 7:26 Uhr — Nicolas
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  • Mit der Aufmerksamkeit die die App jetzt bekommt, wir sich sicher schnell ein anderer Ort für das Hosting der Sourcen finden und sicher auch noch neue Mitstreiter. Am Ende wir das Tool dann noch populärer als vorher.

  • Ich nutze jDownloader dafür. Klappt auf jeden Fall bei YouTube super.

  • Nach hiesiger Rechtsauffassung ist eine Software dann unzulässig, wenn sie einen wirksamen Kopierschutz umgeht oder entfernt. In diesem Fall darf sie in Deutschland nicht mehr angeboten werden. Das scheint mir hier nicht der Fall zu sein, denn YouTube setzt keinerlei Kopierschutz Maßnahmen ein. Im Gegensatz zu den Websites der deutschen Privatsender beispielsweise. Für diese sind solche Tools daher auch nicht zu gebrauchen. Hier wurde aber die amerikanische Keule geschwungen, daher spielt das keine Rolle. Interessant dass ausgerechnet in diesem Punkt das doch so sehr gepflegte Recht auf freie Meinungsäußerung in den USA keine Rolle spielt.

    • Abgesehen davon dass ich auch nicht cool finde was die RIAA da gemacht hat, frage ich mich was das Downloaden von Videos mit Meinungsfreiheit zu tun hat. Zumal es in den USA Freedom of Speech (also eine Redefreiheit) gibt. Dies ist nicht das gleiche wie unsere Vorstellung von Meinungsfreiheit. Kannst du dein Argument etwas näher erläutern?

      • Meinungen lassen sich leichter kontrollieren, wenn sie nur an einer Stelle gesperrt werden müssen. Wenn jetzt etliche Menschen auf die Idee kommen würden, Videos herunterzuladen und neu hochzuladen, ist das schon schwieriger.

      • War mir klar dass die Argumentation in die Richtung recht dünn ist. Es wurde ein Tool gesperrt, es gibt weiterhin Tools die es ermöglichen Videos runterzuladen. Wenn YouTube möchte dann können unliebsame Videos auch gegen ein wiederhochladen gesperrt werden. Dann gibt es noch zig andere Plattformen auf denen ein erneutes Hochladen möglich ist. Die Meinungsfreiheit wird aus meiner Sicht durch das sperren dieses Tools weder eingeschränkt noch ist sie dadurch betroffen. Übrigens lassen sich Meinungen generell nicht kontrollieren sondern nur deren öffentliche Verbreitung.

    • Das schöne an der Regelung ist ja, dass Kopierschutz genau dann nicht mehr wirksam ist, wenn er so leicht umgangen werden kann (Stichwort DVD- oder Blu Ray-Kopierschutz).

  • Ob das auch so passiert wäre, als Git noch nicht Microsoft gehörte…?

    Im übrigen stimme ich eurer Meinung bzgl. der rechtlichen Fragwürdigkeit zu. Auch wenn es natürlich sehr unglücklich ist, mit illegalen Verwendungsmöglichkeiten zu werben. Das könnte ggf. als „Anstiftung zu einer Straftat“ gewertet worden sein.

    • Da ist NICHTS gewertet worden – GELD regiert die Welt! Oder: Ober sticht Unter…

      • Schonmal was vom Digital Millennium Copyright Rights Act (DMCA) gehört? Klassischer Fall von viel Meinung aber wenig Ahnung. Nicht alles auf was auf der Welt passiert ist eine Verschwörung.

    • Zum einen gehört git nicht zu Microsoft, sondern GitHub und zum anderen hat auch GitHub vorher schon auf DMCA Takedown Requests auf die selbe Art und Weise reagiert.

  • Ist halt schon provokant mit eben solchen Beispielen zu werben. Das hat nichts mit Microsoft als Eigentümer von GitHub gemein. Ich bin dennoch für das Projekt. Sehr wahrscheinlich wird das aber zeitnah angepasst und dann wieder verfügbar sein.

  • Mit der gleichen Argumentation könnte man in den USA dann auch Waffen verbieten oder? SCNR

    • Wieso, werden die auch verwendet, um Videos und Musik herunter zu laden? ;-)

      • Ja, sogar auf orginal Datenträgern

      • Nein aber hier wird argumentiert dass diese Software dazu verwendet werden kann Urheberrechte zu verletzen.
        Analog dazu kann ich auch argumentieren das Waffen dazu verwendet werden können Menschen zu töten.
        Die USA sollte sich also mit der „das könnte man dafür verwenden“ Argumentation besser zurückhalten.

      • Nein kannst du leider nicht so argumentieren.

      • @Sebo Doch, eigentlich schon.

  • Am Wochenende wurden in dem US&A alle Waffen verboten: es wurde festgestellt, dass damit kann auch Unrecht begangen werden kann.

  • … und ich hab mich schon gewundert warum „brew“ mir schon (gefühlt) seit Wochen keine Updates mehr anbietet!

  • > Werkzeuge die nun über kurz oder lang ihren Geist aufgeben werden, da ihr funktionaler Kern nicht mehr aktualisiert werden kann.

    Die Software war doch Open Source. Den Source Code hat man, den kann man problemlos erweitern.

  • Was für ein Bullsh*t. Was kann das Tool dafür, dass YouTube es nicht schafft, den Zugang zu sperren oder andere Verträge auszuhandeln. Wir verbieten doch auch keine Küchenmesser, nur weil schon mal jemand mit einem Messer umgebracht wurde.

  • Die DMCA Takedown Notice bezieht sich auf EU- bzw. deutsches Recht in Sachen „wirksamem Kopierschutz“. Wenn besagter Kopierschutz bereits seit Jahren mittels youtube-dl und co. umgangen werden kann, ist er garantiert nicht wirksam.

  • Nutze seit Jahren jdownloader. Wieso sollte man ein anderes Tool brauchen? (Ernst gemeinte frage)

  • Hat ClipGrab, technisch gesehen, damit etwas zu tun?

  • Na ja, der Code ist in anderen Repositories (z.B. Homebrew und Pypi) sowie unter Github als neuer Fork mit angepasster Readme weiterhin verfügbar, so dass die Funktionalität wohl nicht verschwinden wird.
    Es hat wohl eher damit zu tun, dass Github von Microsoft übernommen wurde und die bei derartigen Anfragen halt sehr schnell und im Zweifel gegen den „Angeklagten“ reagieren.

  • Grundsätzlich verletzt auch Windows oder macOS keine Urheberrechte, aber kann dafür eingesetzt werden, diese zu missachten. ;)

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