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Der Fluch der Glücksspiel-Applikationen

In-App-Käufe für 7000 Euro: Apple entschädigt 11-jährigen

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32 Kommentare 32

Die eklatante Diskrepanz zwischen dem Lotto-Laden ums Eck und der Spiele-Kategorie des App Stores haben wir noch nie verstanden. Während vor dem Ausfüllen der nur 99 Cent teuren 6aus49-Tipps – die sich ohnehin erst ab 18 kaufen lassen – mehrere Warnhinweise der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung abgeschritten werden und Hinweise, dass „Glücksspiel süchtig machen kann“ zur Kenntnis genommen werden müssen, regiert im virtuellen Pendant der pure Anarchismus.

Sucht

Im App Store lassen sich 10.000 einarmige Banditen laden, die den Gang ins Spielautomaten-Kasino auf einen Griff in die Hosentasche verkürzen und mit In-App-Käufen nur so um sich werfen. High-Roller Packs für 49€ werden hier ebenso häufig angeboten wie der „große Sack Goldmünzen“ für 99 Euro.

Eine miese App Store-Kategorie, die wahrscheinlich schon zahlreichen Anwendern zum Verhängnis geworden ist, sich vor Apple selbst jedoch nicht zu fürchten braucht. Cupertino nennt die Glücksspiel-Anwendungen zwar im letzten Punkt seiner Entwickler-Richtlinien beim Namen – 5.3 Gaming, Gambling, and Lotteries – merkt hier aber lediglich an, dass beim Spielen mit In-App-Münzen keine echten Geldpreise ausgezahlt werden dürfen. Ansonsten haben die einarmigen Banditen weitgehend freie Hand und müssen sich, anders als dänische Dokumentarfilmer, nicht um ein mögliches Einschreiten Apples sorgen.

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Im Gegenteil: Sollten die im App Store angebotenen In-App-Käufe für Negativ-Schlagzeilen sorgen, dürfen die verantwortlichen Entwickler sogar auf Apples Rückendeckung hoffen.

Wie die englische BBC jetzt berichtet, hat sich Apple im Fall eines 11-jährigen iPad-Anwenders, der binnen weniger Stunden 7000 Euro in je 99 Euro teure In-App-Käufe investierte, nun dazu entschieden die angefallene Rechnung zu begleichen.

Sicher: Objektiv betrachtet trifft Apple hier erstmal keine Schuld. Passwort-Nachfragen, Familien-Konten und optionale In-App-Sperren bieten Eltern eigentlich ein ausreichendes Maß an Sicherheit. Dennoch darf Apples moralischer Kompass in Frage gestellt werden.

In Zeiten, in denen Cupertino nackte Brüste und iOS-Anwendungen, die über Drohnen-Einsätze der US-Streitkräfte informieren, ohne zu Zögern aus dem App Store wirft, könnte auch das massive Angebot von Glücksspiel-Anwendungen, die verwundbare Opfer zum Kauf virtueller Münzen überreden, zumindest noch mal überdacht werden.

Mittwoch, 05. Apr 2017, 12:34 Uhr — Nicolas
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  • warum seh ich gerade Lisa Simpson vor mir, als sie vorm Mapple-Store im myPod-Kostüm ihre myTunes-Rechnung abstottert?

  • 7000 Euro sind aber für Apple auch erstmal 2.100 Euro Einnahmen. Da kann ich Apple verstehen.

    • Sorry, aber als 11jähirger sollte man schon so viel Verstand haben, um zu wissen dass man mit In-App Käufen reales Geld raushaut.
      Die Eltern sind aber scheinbar genau so schuld: wieso sind In-App Käufe nicht von vornherein gesperrt?
      Das sind – wieviel – 5 mal auf den Screen tippen? (Ohne Codeeingabe)

  • Ist so ähnlich wie mit Youtube. Die Regeln was product placement und Warnhinweise angeht, sind dort nicht so stark zu finden wie beim TV. Rocketbeans kann man hier loben. Heuer müssen die gleichen Regeln offline und online gelten, zumindest was diese Bereiche angeht.
    Da steht auch Apple, Google und Co im Fokus.
    Natürlich fällt auch viel auf die Eltern zurück.

  • da sieht man die geldgier von apple

    warum gibts da keine limits – ich mein wer tätig in-app käufe in summer über max. 100 euro pro tag

    • Was? Du WILLST Bevormundung?
      Ich will so viel ausgeben können wie ich will.
      Punkt.

      Die Eltern haben hier versagt

      • Das Limit kann könnte man sich auch selber setzten, so wie es bei diversen Banken ist das man sich ein Limit für Online Überweisungen setzten kann.

        Im Übrigen wirst du oft genug bevormundet oder kannst du dir gemütlich eine Yacht mit der Kreditkarte kaufen oder sagt dein Kreditkarten Rahmen nicht vorher schon Stopp?

      • Oder einfach nur Guthaben auf das Konto laden und keine anderen Zahlungsmittel im Account hinterlegen.
        Geht nur leider nicht mehr nachträglich, oder ist das mittlerweile möglich?

    • Stimmt…die Eltern haben ihr Balg nicht unter Kontrolle und lassen nen 11-jährigen mit allem allein und Apple ist schuld und geldgierig. Wie bei Trump – auch immer Obama an allem schuld…

      • Klar sind die Eltern schuld.

        Trotzdem sehr schlechter Vergleich.
        Obama hat in 8 Jahren Amtszeit die Schulden aus über 200 Jahren Exisitenz dieses Verbrecherstaats verdoppelt.
        Obama hat aus rassistischen Gründen einen Nobelpreis bekommen, nur weil er schwarz ist. Dann auch noch einen Friedensnobelpreis, dabei hat Obama die ganze Amtszeit durch Kriege geführt (die er oder sein Vorgänger anfingen, kein einziges Land hat den USA den Krieg erklärt, obwohl das verständlich wäre), u.a. einen illegalen Krieg in Syrien begonnen, weil Syrien (wie Irak, Iran, Nordkorea) keine Lust auf das Spielgeld US-Dollar hat.
        Obama hat dem Syndikat aus Pharma- und Krankheitsindustrie Milliarden Dollar zukommen lassen.
        Obama hat gemeinsam mit Hillary den Giftpantschern von Monsanto und co. Gesetze zu deren Nutzen hingedreht, sich gegen Kennzeichnung von genmanipulierter Nahrung ausgesprochen, etc.
        Obama hätte als nicht in den USA geborener überhaupt nicht Präsident sein dürfen, …

        Im Vergleich dazu ist Trump, der lediglich ein schmieriger alter Geldsack ist, natürlich viel viel schlimmer, das hat das Fernsehen dir gesagt, also stimmt es;
        Und ja, ich höre jetzt auf, ist eh sinnlos mit Menschen zu diskutieren, die kein Interesse an der Wahrheit haben und ihr sogenanntes Wissen aus der Schule oder von ARD, ZDF, Spiegel, etc. haben.

      • nur mal nebenbei jim…

        zitat1: „Am 21. August 1959 wurde Hawaii zum 50. Staat […] erklärt.“
        zitat2: „Barack Hussein Obama (* 4. August 1961 in Honolulu, Hawaii)“

        soviel dazu, das obama kein in den usa geborener sein soll… ;-)

      • @ AppleRola:
        Der User @Jim gehört zu den rechtsradikalen Reichsbürgern und hat so seine Schwierigkeiten mit historischen Wahrheiten.

        @ Redaktion:
        Könnt ihr den *zensiert* nicht bitte endlich sperren? Zum Thema trägt er selten bei, statt dessen glänzt er mit Lügen, historischen Falschdarstellungen und rechtsextremer Hetze. Immer und immer wieder! Dafür mag im Forum des Kopp-Verlages oder auf irgendwelchen Runen-Seiten Platz sein, aber doch bitte nicht hier!

      • Immer die böse Pharma… Weil die ja so unglaublich viel Geld machen. Ist dir eigentlich klar, dass es DURCHSCHNITTLICH 25 Jahre dauert, bis ein Medikament zugelassen wird? Hast du überhaupt eine Vorstellung davon, was eine einzige Kontrollstudie (Maus/Hund/Affe) kostet? Mal ganz von den Forschungskosten abgesehen… Aber nee is klar die Pharma kassiert ab wie sie will. Genau wie Ärzte, die sind auch alle Reich und bekommen viel zu viel Geld… Weißt du eigentlich was „Verantwortung“ bedeutet oder hast du das auch noch nicht gelernt? Tue uns allen einen Gefallen und schaff dich aus der Welt, dein Selbstmitleid braucht hier keiner.

        Mal davon abgesehen: was hat dein Kommentar überhaupt mit dem Artikel zu tun?…

    • Falsch, es gibt Lücken im System! Habe als Vater beim iPad alles abgesichert, was nur irgend geht. Dann hat mein Sohn herausgefunden, dass er In-App-Käufe mit seinem nachträglich hinzugefügten Fingerabdruck authentifizieren kann! Ohne Bemutzerkonten gibt es bei Apple nur eine absolute Sicherheitsmaßnahme: Nicht dem Kind geben.

    • Gehau dafür gibt es den Kinderaccount. Ich muss JEDE Transaktion von meinem Gerät bestätigen!

    • Eltern wollen Ihre Kinder aber auch erziehen, erleben, Geld verdienen, am Haus bauen, im Garten Arbeiten und kein Abend Studium für iOS absolvieren was alle 12 Monate von Grund auf neu gemacht werden muss.

      Wenn man 10 Einstellungen zum Kinderschutz findet dann kommt Ihr Schlaumeier und sagt es gab ja noch die 11 Einstellung zum Kinderschutz. Und wer versichert Euch das Euer Kind nicht die 12.te Lücke findet nur weil Schlaumeier denken ich hab alles im Griff.

      Und wenn man das iPad dann doch mal verriegelt und verrammelt hat dann findet das Kind irgendwann den Autoschlüssel,… weil man muss sich heutzutage nur noch um Schwachsinn kümmern muss und am Ende passiert ein ganz läppischer Unfall der nie passiert wäre wenn man in dieser Zeit auch mal nützliche Dinge mit dem Kind hätte machen können anstatt immer irgendwelche Kindersicherungen in irgendwelchen Dingen zu finden. Das würde aber bedeuten das man sein Kind gar keine Digitale Technik geben darf… Ich sehe dem Hersteller da auch mit in der Verantwortung der zumindest ein sehr einfach zu sperrendes System anbietet wo Fehler und Missverständnisse ausgeschlossen sind. Die Zeiten sind aber auch vorbei. Wenn alles so einfach wäre würde es 90% der Artikel iFun nicht geben (müssen).

  • Es dürfen keine Gewinne ausgezahlt werden? Um was spielt man denn dann dabei?

  • Dass Glücksspiel von Apple als veritable Einnahmequelle einerseits und Geldwäsche-Station andererseits derart protegiert wird, fällt mir schon lange sehr negativ auf. M.E. sollten diese Apps hochkant rausfliegen, _mindestens_ aber User-seitig auszublenden sein und hinter einer „ab 18“-Wand mit deutlicher Warnung auf Suchtgefahren abgelegt werden – inkl. Perso-Kontrolle via Postident, o.ä.

    Auffällig ist übrigens (und das war vor ein paar Jahren m.W. nur äußerst selten der Fall), dass in den Suchanfragen im AppStore inzwischen regelmäßig „Casino“, „Wetten“, „Trinkspiele“ (die sind App-seitig) häufiger mit Glücksspielen gekoppelt) etc. auftauchen. Ob das tatsächlich echte Nachfragen sind, oder vielleicht doch eher von der Wett- und Glücksspiel-Mafia gepushte Anfragen, um damit die Sichtbarkeit zu erhöhen und so etwas wie „Normalität“ und (angeblich hohe) Nachfrage vorzutäuschen?

    Ich gebe euch recht: Apples moralischer Kompass ist hier bedauerlicherweise ausgesprochen fragwürdig.

    • Geldwäsche ohne Auzahlungsmöglichkeit? Wohl kaum… Ansonsten hast du natürlich recht.

      • Wenn ich ne App erstelle und bei Apple anbiete … bekomme ich das Geld der in-App Käufe …
        jetzt gehe ich los und kaufe mit Geld aus illegalen Quellen iTunes Karten – damit kaufe ich in App Pakete meiner eigenen App – und bekomme nach Abzug von Apple und steuern, sauberes Geld.
        Recht simpel eigentlich

  • Zahlen die wirklich nichts aus?
    Ich hatte mal eine options-trading app installiert, bei der man an der Börse optionen kauft und damit wettet, das ein Kurs in den nächsten Minuten steigt oder fällt.
    Habe nur den Demo-Modus genutzt, bis ich bemerkte, dass das ein gut verstecktes Glücksspiel ist.
    Die App verwaltete ein virtuelles Euro Konto und versprach promte Auszahlung. Ist das eine Ausnahme?

  • Ich finde es schön wie manche hier gleich wissen dass da die Eltern schuld sind… Leute ihr müsst gar nicht sagen dass ihr keine Kinder habt und vermutlich auch keine Familie das merkt man auch so
    nun zum Thema in Deutschland wäre das wohl anders abgelaufen ein sieben bis 18-jähriger ist nur beschränkt geschäftsfähig somit sind sämtliche Geschäfte die er zu seinem Schaden abschließt von vorne rein unwirksam so sie nicht nachträglich durch die Eltern legitimiert werden. des Weiteren hätte ich persönlich in dem Fall sofort Strafanzeige gegen Tim Cook & Co. persönlich gestellt immerhin ist das das anbieten von illegalen Glücksspiel (illegal ist es in der Sekunde in der es Minderjährigen angeboten wird und ohne entsprechende Kontrollen zugänglich gemacht wird. das ist übrigens eine absolute Sauerei was Apple sich da leistet
    Was kommt als nächstes im Apple Store? Apps die Drogen und Kinderpornographie anbieten da bin ich mal sehr gespannt ob die auch drin bleiben da Apple ja so schön dran verdient oder ob da vielleicht doch mal ein paar US amerikanische Polizeibeamte dann vorstellig werden in der Firmenzentrale

  • Das Kind hat 7.000x auf den Kaufen-Button gedrückt. Das ist schon eine physische Leistung!

  • Das gabs vor ca. : Jahren schon mal.
    Ein Mädchen hat ihren iOS Pferdestall gepimpt.
    Mehrere 1.000 GBP
    Meines Wissens hat der Vater auch das Geld zurück bekommen

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