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Kurzes Intermezzo nach 5 Jahren

Metadata fliegt raus: Apple will keine Drohnen-Opfer im App Store

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Der Entwickler Josh Begley meldete sich auf dem Nachrichtenportal des Snowden-Journalisten Glenn Greenwald, „The Intercept“, in der Nacht zum Mittwoche triumphierend zu Wort.

Metadata

Fünf Jahre nach dem Bau seiner iOS-Anwendung „Metadata“ hatte Apple die Applikation, die ihre Anwender per Push-Mitteilung über neue Drohnen-Opfer der amerikanischen Streitkräfte informieren sollte, nun doch in den App Store aufgenommen.

Der Zulassung waren 12 Ablehnungen vorausgegangen, in denen Apples Prüf-Team stets damit argumentierte, dass die Inhalte der App „grausam und abstoßend“ seien und nichts im jugendfreien Angebot der App Store-Auslage zu suchen hätten.

Today, after 12 attempts, the Metadata app is back in the App Store. At its core was a question: do we want to be as connected to our foreign policy as we are to our smartphones? My hypothesis was no. Americans don’t care about the drone war because it is largely hidden from view.

Doch die Freude über Apples Einsicht blieb nur von kurzer Dauer. Wenige Stunden nach dem sich Begley in den App Store schmuggeln konnte, entfernte Cupertino den Download wieder. Immerhin, ein Etappensieg, der Begley bei seinem politisches Statement unter die Arme greifen dürfte.

Déjà vu

Solltet ihr beim Lesen dieser Zeilen ein leichtes Déjà vu erfahrne haben, können wir euch beruhigen. Bereits Im Februar 2014 gelang dem Metadata-Macher der kurzfristige Einzug in den App Store. Die damals verfügbare Ausgabe des Drohnen-Trackers schaffte es jedoch nur deshalb in den App Store, da Begley die Anwendung frei von Informationen einreichte und die Kenndaten der amerikanischen Drohnen-Angriffe erst nach der App Store-Freigabe einspeiste.

Vor knapp drei Jahren sprach Josh Begley über seinen Kampf mit Apples Zulassungs-Team in der Politsendung „Democracy Now“. Den relevanten Ausschnitt haben wir eingebettet. Wir zitieren aus der Interview-Mitschrift, die über Begleys Hintergründe informiert:

The first thing that I did was make an iPhone app. You know, it was called Drones+. And the idea for it was really simple: It would send you a push notification or just ping your phone every time there was a U.S. drone strike. Right? So, even if we have access to the data about drone strikes, do we really want to be interrupted by it, right? Do we really want to be as connected to our foreign policy as we are to our smartphones?

Our phones, which are these increasingly intimate devices, right, the places that we share pictures of our loved ones and communicate with our friends, the things that we pull out of our pocket when we’re lost, which automagically put us at the center of the map and tell us where we’re going—do we really want these things to also be the site of how we experience remote war? Right?

In an age when it’s possible to sit in an air-conditioned room in New Mexico and control an airplane as it hovers over a village in what used to be India, is there a way to close that feedback loop a little bit and actually feel something, even if it’s just my pocket vibrating when the missile hits the ceiling? Luckily, Apple helped answer the question for me. They loved the app, right? They loved it so much that they rejected it three times just to make sure more people would hear about it. Right? They said that it was excessively crude or objectionable content.

Mittwoch, 29. Mrz 2017, 18:49 Uhr — Nicolas
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  • In Memory of OPIE!

    Dann müsste das hier aber erst recht rausfliegen

    „Liveuamap“ von Altwork LLC
    https://appsto.re/de/4Bo17.i

    Obwohl ich diese App sehr oft nutze (Beruflich) da ich in manchen Regionen unterwegs bin.

    Klar sollte mit opfern kein Geld durch Apps gemacht werden aber dann müsste ja alle News Apps aus dem Store entfernt werden. BILD usw.

  • „Drohnenopfer“, ein Begriff, den man stundenlang ergebnisoffen diskutieren könnte.

  • Too bad.
    Fand ich immer ne gute Idee und hätte ich auch gestern direkt runtergeladen. Schade, dass Apple so unentspannt agiert.

  • Vor allem „grausam und abstoßend“… dann müsste ja jede Nachrichten-App aus dem Store fliegen…

    • Oder auch Spiele bei wie „Drone: Shadow Strike“ bei denen man laut Beschreibung „Feuer vom Himmel regnen“ lassen kann. Aber als Spiel Dronenangriffe zu simulieren und dabei virtuelle Menschen in die Luft zu sprengen ist für Apple wohl nicht „grausam und abstoßen“ genug…

  • Hab sie seit 2014, als sie kurz verfügbar war. Zugegeben, 2015 hab ich sie nicht mehr arg genutzt. Aber seit Trump im Oval Office ist. Puh, ihr glaubt nicht was im Jemen abgeht.

      • Also mir ist schon klar, dass der Westen Mitschuld hat, an den Idioten da, aber jetzt ist die Kacke halt am dampfen. Sollen wir lieber unsere Jungs persönlich hinschicken, damit sie wieder Sterben für die scheisse die einzelne verbrochen haben? Mach mir das mal klar. Zivile Opfer gibt es ja. Die gab es aber in jedem Krieg zu Hauf. Da hat aber kein Hahn nach gekräht. Ach ja, da gabs kein Internet.

  • Jeder, der sich mit dem Thema befasst, weiß, wie sehr die Menschen unter der Gewalt der Islamisten leiden. Solcherlei Vorfälle zu tracken…
    Oh wait, darüber erfährt man mit dieser App leider nichts.
    Okay, aber die Fassbomben und Vergasungen durch den Syrischen Diktator und die Bombardements von Krankenhäusern durch die Russische Armee…
    Oh wait, auch davon erfährt man mit dieser App nichts.
    Aber vielleicht die Massenhinrichtungen…?
    Nein, nein, nein: Der Ami, der ist pöse und der Westen ja im Allgemeinen sowieso! Und jetzt wird diese App zensiert, was diesen Tatbestand doch wohl eindeutig belegt! :o)
    (Wer den Sarkasmus nicht selbstständig herauszulesen in der Lage ist, hat selber Schuld.)

  • Warum muss es denn eine App sein? Nur um zu zeigen, wie sich Apple dazu positioniert? Was spricht denn gegen eine responsive Webseite, auf der er die Daten präsentieren kann?

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