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Twitterrific übernimmt

Twitters Mac-Abschied: In Zukunft nur noch Marzipan?

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Am Wochenende hat sich der Kurznachrichtendienst Twitter von seiner offiziellen Mac-Applikation verabschiedet und die Community damit zum Grübeln gebracht: Warum trennt sich Twitter, ausgerechnet jetzt, von seinen Mac-Nutzern und verweist diese auf den Einsatz der wenig komfortablen Webseite?

Twitter

Erst Anfang des Monats gab das Unternehmen doch bekannt, erstmals schwarze Zahlen zu schreiben.

Die fast noch wichtigere Frage: Was bedeutet der Abschied der Twitter-App für den Mac als Software-Plattform? Gerade mit Blick auf Skype, Slack und Co. fällt in letzter Zeit auf, dass sich immer weniger Unternehmen die Mühe machen, native Anwendungen für den Mac zu programmieren und häufig auf Web-Technologien setzen, die unter macOS lediglich in ein träges Programm-Fenster gezwängt werden.

Übernimmt das Projekt Marzipan?

Dann kursieren ja auch noch die Gerüchte über Apples Projekt Marzipan. Zukünftig, davon scheint bislang jedoch nur der Wirtschaftsnachrichten-Dienst Bloomberg überzeugt zu sein, soll Apple vorhaben Mac- und iOS-Anwendungen miteinander zu verheiraten. Die selbe Code-Basis soll sich dann sowohl auf dem Mac als auch auf iPhone und iPad einsetzen lassen und der riesigen Anzahl von Mobil-Entwicklern ermöglichen ihre iOS-Entwicklung auf dem Mac zu recyclen.

Ein Konzept, dass Twitter auf den Leib geschneidert ist – doch hätte der Kurznachrichten-Dienst seine Mac-App nicht einfach noch bis zur Vorstellung der neuen Universal-App mitlaufen lassen können? Richtig gekümmert hat sich das Unternehmen ohnehin nicht um seinen Mac-Download, warum zieht man also ausgerechnet jetzt den Stecker?

Fragen, die vielen Anwendern wahrscheinlich auch egal sind. Mit Drittanbieter-Anwendungen wie Twitterrific, bietet der Mac App Store ja umfangreiche Alternativen an, die sich auf Apples Desktop-System einsetzen lassen.

Doch auch Twitterrific-Nutzer blicken in eine ungewisse Zukunft. Davon abgesehen, dass Twitter sich schon einmal mit der Drittentwickler-Community zerworfen hat und die Entwicklung brauchbarer Dritt-Applikationen 2012 nicht nur restriktiv sondern auch fast unmöglich machte, hat das Unternehmen nun gar keine Motivation mehr, die Programmierschnittstellen, die zum Bau einer brauchbaren Mac-Anwendung vorausgesetzt werden, langfristig zu pflegen. Daran ändert auch das jetzt ausgegebenen, große Update der Twitterrific-App nur wenig.

Großes Twitterrific-Update

Drei Tage nachdem Twitter seinen Mac-Download aufs Abstellgleis gestellt hat, führt Twitterrific jetzt die bessere Verwaltung von Nutzer-Profilen ein, integriert das schnelle Wechseln des aktiven Accounts und zeigt Auszeichnungen für verifizierte und geschützte Accounts an. Die Preisreduzierung der App von 20 Euro auf 9 Euro gilt zudem noch immer.

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Doch wie lange wird sich Twitterrific noch in vollem uUmfang nutzen lassen? Schon jetzt fehlen der Alternative wichtige Twitter-Funktionen wie zum Beispiel die Anzeige von Umfragen oder der Versand von Direktnachrichten an Gruppen.

Aktuell bietet Twitterrific zwar eine gute Alternative zur offiziellen Twitter-App, unsere Empfehlung für eine Drittanbieter-Anwendung unterstreicht jedoch, dass es um den Mac eher schlecht als recht bestellt ist.

Selbst Apple hat seine Desktop-Anstrengungen massiv zurückgefahren und zuletzt mit den Neuauflagen der Fotos.app und der iWork-Familie (Pages, Numbers und Keynote) gezeigt, dass die Priorität des Konzerns auf iPhone und iPad und erst nachrangig beim Mac liegt.

Apple News, die in den USA angebotene Nachrichten-App Apples, besitzt überhaupt kein Pendant für den Desktop. Der mobile App Store wurde unter iOS 11 runderneuert, auf dem Mac entfernte Cupertino den App Store aus iTunes.

Der Mac App Store wurde seit seinem Debüt überhaupt nicht angefasst und verzichtet mit der offiziellen Twitter-App jetzt auf noch auf einen einen bislang durchaus populären Download.

Dienstag, 20. Feb 2018, 16:35 Uhr — Nicolas
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  • Marzipan mag ich schon immer gerne ;-)
    Im Ernst, grundsätzlich fände ich ein solches Projekt sehr gut, wenn denn die Performance der Apps auf den Mac stimmt. Der Wermutstropfen ist allerdings die Befürchtung, dass sich dann die Abo-Fälle auch auf dem Mac wiederfindet und gerade dort nutze ich Anwendungen, die ich nur selten aber dann gerne benutze, für die ich aber definitiv keine monatlichen / jährlichen Gebühren bezahlen möchte

    • Jepp. Und vor allem befürchte ich, dass nicht die (relative) Offenheit des Macs aufs iPhone, sondern die Restriktionen des iPhones auf den Mac übertragen werden. Inklusive Werbung, Abo-Dreck und dem Verdrängen auch der letzten Shareware-Entwickler mit enger Kundenbindung.

      Es ist bedauerlich, sich mit Apple nicht mehr auf die Neuerungen zu freuen, sondern zuallererst (weitere) Verschlechterungen zu befürchten. Aber wurscht, die Aktionäre werden sicher jubeln… :(

  • Warum Twitter den Client jetzt abdreht, kann vielleicht damit zusammenhängen dass sie eine Änderung am backend planen, die mit alten Clients nicht kompatibel ist.
    Aber Achtung! Das ist nur eine Spekulation

  • Da müsste dann die Masse mal Twitter den Rücken kehren und Twitter auch vom iPhone und IPad löschen.
    Das alles natürlich über Twitter anschieben, dann könnten die es sich vielleicht noch mal überlegen….

  • twitteriffick :-) is eh der bessere client

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