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“a level playing field”

Nach Beschwerde von Spotify: Kippt die EU Apples 30%-Regel?

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iPhone- und iPad-Nutzer, die im App Store die mobilen Anwendungen der Musik-Streaming-Dienste Spotify und Deezer laden und sich hier anschließend für die Nutzung der kostenpflichtigen Premium-Konten entscheiden, sorgen nicht nur für steigende Umsätze bei den Musik-Streamern: Jeder Neukunde, der sein Abo in der App abschließt, lässt auch Apple einen Teil seiner monatlichen Subscription-Gebühren zukommen.

Wie bei allen Drittanbieter-Anwendungen verlangt Apple auch von Streaming-Anbietern 30 Prozent der im App Store generierten Einnahmen. Zudem setzt Cupertino voraus: Wer einen kostenpflichtigen Premium-Dienst außerhalb des App Stores anbietet, muss auch in seiner App die Möglichkeit zum Kauf der Mitgliedschaft bereitstellen.

Ein Umstand gegen den die Musik-Streaming-Anbieter Deezer und Spotify jetzt zu Felde ziehen (Link hinter die Paywall) und in einem Brief an den Präsidenten der Europäischen Kommission nun fordern, dass sich die EU hier für faire Wettbewerbsbedingungen einsetzen muss.

Gerade im Sonderfall der Streamin-Dienste nutze Apple seine App Store-Monopol zum eigenen Vorteil aus. Während man von Drittanbietern die 30% verlangen würde, könne Apple das eigene Streaming-Angebot, Apple Music, gänzlich ohne Zusatzabgaben offerieren.

Nach Angaben der Financial Times sei der Brief an Juncker sowohl vom Spotify-CEO Daniel Ek als auch vom Deezer-Chef Hans-Holger Albrecht unterschreiben. Eine Reaktion auf das Schreiben wird im Frühjahr 2018 erwartet. Apple selbst wollte den Vorgang auf Nachfrage nicht kommentieren.

In a letter to Jean-Claude Juncker, president to the European Commission, Spotify co-founder Daniel Ek and Deezer chief executive Hans-Holger Albrecht called on Brussels to ensure “a level playing field” by reining in platforms that are “regularly abusing their advantaged position”. The streaming services, as well as a group of European games developers and publishers, complain they are at a disadvantage when customers purchase their services via Apple’s app store as the iPhone maker has its own rival music offering.

Erst im Sommer hatte die EU einen Wettbewerbsverstoß Googles festgestellt und den Suchmaschinen-Anbieter mit einer Milliardenstrafe überzogen.

Donnerstag, 14. Dez 2017, 10:18 Uhr — Nicolas
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  • „…Wer einen kostenpflichtigen Premium-Dienst außerhalb des App Stores anbietet, muss auch in seiner App die Möglichkeit zum Kauf der Mitgliedschaft bereitstellen…“

    Wie macht das Amazon Prime Video? Da kann man das Abo ja nicht in der App selber abschließen. Ist das eher eine „Grauzone“, da der Video Dienst ja nicht einzeln gebucht werden kann, sondern nur mit dem Prime Versand praktisch „gratis“ dazukommt?

    • Apple behandelt in diversen Aspekten nicht alle Anbieter gleich. Es gibt natürlich Absprachen mit den Großen, welche denen Sonderrechte einräumen. Das betrifft nicht nur den in-App-Purchase, sondern auch technische Aspekte. So hat man Facebook bspw. gestattet mit einem Trick dauerhaft im Hintergrund laufen zu können, auch wenn iOS das eigentlich unterbindet und Apple solche Praktiken normalerweise strikt verbietet.

      • Gilt das auch für WhatsApp? Ich habe mich nämlich schon immer gewundert, warum in den Einstellungen unter Batterie bei WhatsApp eine beträchtliche Zeit angezeigt wird, die WhatsApp im Hintergrund aktiv gewesen sein soll, obwohl ich die Hintergrundaktualisierung ausgeschaltet habe.

      • ich meine das mit „im hintergrund aktiv“ die tatsache gemeint ist, das die app nicht komplett geschlossen, also aus dem multitasking „entfernt“ wurde, sondern eben einfach im hintergrund noch läuft und irgendwann dazwischen mal aktiv ist. mit der hintergrundaktualisierung hat das so nichts zu tun.

      • Kai, räum mal deinen Chatverlauf ein wenig auf… Das wirkt auch schon Wunder bei WhatsApp, da dann weniger Daten geladen werden müssen

    • Die „Logik“ ist wohl, dass man einen WebDienst nur dann in der App zum Kauf anbieten darf, wenn man gleichzeitig auch die Möglichkeit hat dies per In-App Kauf zu tun.

      OK: In der App findet sich ein Link zum Kauf auf der Webseite, UND es gibt einen In-App Kauf
      Nicht OK: In der App findet sich nur ein Link zum Web-Kauf

      Da man in der Amazon Prime App also nur auf das Prime-Angebot zugreifen kann, dort aber keine Möglichkeit hat ein Prime-Abo abzuschließen, ist das ganze OK.

      Shopping-Apps wie z.B. von Zalando müssen ihre Artikel nicht per In-App Kauf anbieten, weil das Ganze immer nur für „Dienste“ und nicht für „echte Waren“ gilt. Echte Artikel dürfen gar nicht per (In-)App Kauf angeboten werden.

  • Klingt cool. Schade dass für sowas erst wieder der Gesetzgeber tätig werden muss.

    • Ist leider nicht ganz so einfach, das ganze – bin gespannt, wie hier entschieden wird. Das Apple hier vieles ungleich behandelt steht ausser Frage. Da ist Apple aber nicht alleine damit. Siehe Alexa und Google. Hier sieht man immer wieder, das die Regierungen mit dem digitalen Zeitalter nicht Schritt halten können. Klar, man kann und soll nicht alles regulieren. Nur wo fängt man an, und wo glättet man, wo hört man auf?

  • Das ist doch Quatsch mit dem Zwang.
    Sky Ticket, TV Now Plus, Amazon Prime und weitere bieten auch nicht die Möglichkeit an, ein In-App Abo abzuschließen. Wo soll da der Zwang sein?

    • es geht um Musik-Streaming-Dienste

      • „Wer einen kostenpflichtigen Premium-Dienst außerhalb des App Stores anbietet, muss auch in seiner App die Möglichkeit zum Kauf der Mitgliedschaft bereitstellen.“

        Kann das Wort „Musik“ leider nicht erkennen…

      • Und da steht Apple mit Apple Music ja in direkter Konkurrenz zu Deezer, Spotify etc.

    • Das sind alles reine „Viewer Apps“ bei denen man zwar auf Online Dienste zugreifen kann, die aber in der App keine Möglichkeit bieten den Online-Dienst zu abonieren. Man kan die Apps nur mit einem Abo nutzen, dass man vorher schon außerhalb des Store abgeschlossen hat.

      Gäbe es in den Apps einen Button „Jetzt Abo abschließen“ der auf die Webseiten weiterleitet, wäre das nur erlaubt, wenn es gleichzeitig auch eine In-App Kauf Option für das Abo gäbe…

      • Nein das ist nicht richtig.
        Ein Button in einer App der einen zu einer Website bringt um dort das Abo abzuschließen ist grundsätzlich von Apple nicht erlaubt.

    • bei Android muß Spotify aber dasselbe bezahlen ! die Konditionen sind quasi identisch.

  • Klar kann Apple das Verlangen, das ist ja auch schließlich deren App Store?

    Wenn Spotify & Co. das nicht möchten, dann sollen sie einfach keine Apps bei Apple einreichen.

    Schließlich profitieren Sie ebenfalls durch die Reichweite die damit lediglich bezahlt wird. Aber geschenkt ist natürlich besser…

    • Absolut richtig, extrem teuer von Apple aber völlig legitim.

      Das lustige ist ja immer noch, dass iOS Kunden eher bereit sind für Apps und Premium Dienste viel Geld auszugeben und Spotify deswegen nicht auf die iOS Kunden verzichten will. Wenn die 30% Abgaben dem Unternehmen so stark Schaden würden, dann könnte man ja den Dienst nur für Android & Websiten anbieten.

      • Gebe euch auch absolut recht. Finde es auch interessant, dass die Klage erst so spät komm. Ist ja nicht so, dass die Abgaben erst seit gestern abgegeben werden müssen. Gab wahrscheinlich ein Meeting bei Spotify, Deezer & Co ,wie man den Gewinn maximieren kann. Aber mal schauen wie entschieden wird.

    • Naja da der App Store alternativlos ist, ist es die einzige Möglichkeit, seine Kunden auf iOS Geräten zu erreichen. Nur durch die Platzierung im App Store profitiert man im Übrigen noch lange nicht von dessen Reichweite.

  • Das ganze ist doch lächerlich. Apple übernimmt das Hosting der Apps, kümmert sich um Updates, die Abrechnung erfolgt über die Apple-ID worum sich auch Apple kümmert und nicht zuletzt hat Apple mit dem iPhone dafür gesorgt das Smartphones das sind was wir heute kennen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit hätte Spotify dann nicht die Möglichkeiten die sie heute haben. Im 2. Jahr, also bei Langzeitkunden senkt Apple den Share sogar auf 15%, man ist Spotify also schon entgegengekommen. Zudem verlangt Spotify in der App die 30% einfach zusätzlich zu seinen Abogebühren, Verlust machen sie dadurch also nicht, sie verlieren höchstens ihre Kampfpreise.

    Es ist auch lustig wie Deezer und Spotify immer am lautesten schreien wenn es um das geht. Von Netflix oder Amazon, die beide mit ihren Apps auch in Konkurenz zu Apple und iTunes stehen, Abos anbieten und somit die gleiche „Problematik“ haben hör ich hingegen nie dieses gejammer. Könnt das was damit zu tun haben das Spotify schlicht kein GEld abwirft und das auch kaum je wirklcih getan hat? Wenn Apple so unfair und mies ist, wieso läufts auf Android dann auch nicht besser? Für mich wirkt das eher wie ein VErsuch die Regierung dazu zu bringen für sie bessere Bedingungen durchzuboxen.Ich seh nicht ganz ein wieso sich eine Regierung in den freien Markt einmischen sollte, nur weil einer brüllt er habe keine Kunden weil andere bessere Konditionen bieten.

    Apple könnte auch noch aggresiver sein und die Apps einfach rauswerfen. Amazon beispielsweise weigert sich bis heute Apple TVs anzubieten, da sie in direkter Konkurenz zum Fire TV stehen. Ist Apple da am rumheulen?

    Das ganze ist lächerlich und beschämend für Spotify und Deezer.

    • Absolut richtig. Das beste Beispiel ist eBay oder auch sowas wie Kleiderkreisel. Dafür dass ich meine Dienste/Waren auf der Plattform anbieten darf und in den Genuss der von eben diesen beiden aufgebauten Communitys kommen darf, muss ich prozentual etwas abgeben von meinen Einnahmen.

  • Wenn ich Spotify wäre, würde ich den „In-App-Kauf“ einfach um ein paar Euro höher ansetzen und gut ist. Dann kann der Kunde letztlich entscheiden, über welche Plattform er das Abo abschhließt.
    Ich meine sogar, dass das schon irgendein Anbieter so macht: Sein Abo-Abschluss ist über die App teurer als über dessen Webseite (weiß jetzt grad nur nicht, welcher Anbieter das ist).

    • Der In-App-Kauf darf laut Apple nicht teuerer sein, also der auf dem verlinkten Angebot.

      Ich finde die Regelung im übrigen nicht verkehrt, denn ich möchte nicht tausende Abos mit unzähligen Accounts inkl. Kreditkartenhinterlegung oder Lastschriftermächtigung und zudem noch unterschiedlichen Kündigungsbedingungen haben. So sind alle Abos auf einem Blick sichtbar und jederzeit monatlich kündbar.

      Es mag vielleicht nicht im Sinne der Anbieter sein, aber aus Verbrauchersicht finde ich es gut.

  • Dann eben Hausrecht walten lassen und die Apps der anderen nicht mehr im App Store behalten. Wer Spotify möchte soll zu Android wechseln und gut ist.

    • Von seinem „Hausrecht“ gebrauch zu machen, ist in dem Fall jedoch klarer Missbrauch der Marktmacht – zumindest dürfte das eine spannende Prüfung beim Bundeskartellamt nach sich ziehen.

  • Wie besessen muss man eigentlich von diesem Unternehmen sein, um ein solches quasi Monopol derart zu befürworten?
    „Dann gibt’s im App Store halt nur noch Apple Music“ – kann man als erwachsener Mensch wirklich so wenig volkswirtschaftliches Grundverständnis haben, um DAS als praktikable Lösung zu nennen?!

    • Ich will auf meinen iOS Geräten aber nicht das Sch…ss Apple Music haben, weil sie einfach nicht die passende Musik für mich haben.
      Wirklich faire Vermarktung wäre es, wenn Apple die reinen Infrastruktur/Verwaltungskosten an die anderen Anbieter weitergibt und nicht eine pauschale, wie es jetzt der Fall ist.

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