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Mehrkosten auch für Nutzer?

Im Zweifel gut für Apple: Gebührenentscheidung erhöht Streaming-Abgaben

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Der Entscheidung wurde in San Francisco getroffen und klingt erst mal wenig spektakulär: Das für die Künstler-Abgaben in den USA zuständige „Copyright Royalty Board“ hat beschlossen, dass Musik-Streaming-Anbieter fortan 15,1% statt den bisherigen 10,5% ihrer Umsätze an Songwriter und Verleger ausschütten müssen.

Zwar ist das Gefälle zwischen den großen Major Labels und den kleineren Songwritern immer noch massiv – für jeden Dollar den unabhängige Musikproduzenten verdienen, stecken sich Warner, Sony und Co. knapp $4 ein – die Entscheidung selbst wurde vom Verband der Musikproduzenten jedoch zumindest positiv aufgenommen.

Spannend wird nun, wie Apple, Google, Spotify, Deezer und Co. auf die neuen Rahmenbedingungen reagieren werden. Abgesehen von möglichen Preiserhöhungen an den Monatsgebühren der Anbieter, dürften vor allem die reinen Streaming-Anbieter wie Spotify, Deezer und Pandora stärker mit der Entscheidung zu kämpfen haben als die gut diversifizierten Internet-Giganten Apple, Google und Amazon.

Hinzu kommt, dass Apple sich schon längere Zeit dafür stark macht nur noch kostenpflichtige Streaming-Angebote zuzulassen und aktive Lobbyarbeit gegen Spotifys Gratis-Angebot macht. Apple freut sich über höhere Abgaben, Spotify schluckt.

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Dienstag, 30. Jan 2018, 9:01 Uhr — Nicolas
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  • Der Entscheidung – i bims 1 Tippfehler

  • Und wenn Spotify 20Euro pro Monat kostet, ich werde niemals zu Apple Music wechseln. Da kann Apple noch so viel Lobby Arbeit leisten :P

    • Wenn die aktuelle Klage gegen Spotify Erfolg hat, dann ist Spotify eh bald Insolvent.

      • …auch hier etwas Aufklärung:

        Apple, Amazon, Spotify und andere Anbieter streamen eigentlich nur Musik, für die sie bei Universal, Warner, Sony, Merlin und Sonstigen Anbietern Verträge haben. Sicher dürfen wir davon ausgehen, das Neil Young, The Doors, Tom Petty oder Santana sich darüber freuen, bei allen Diensten (insbesondere bei Spotify) gestreamt werden dürfen und Spotify denkt auch sie hätten mit dem Rechteinhaber einen Vertrag, bis ein Anderer (hier der Verlag Wixen Music Publishing) um die Ecke kommt und behauptet, die alleinigen oder anteiligen Rechte zu haben. Dann gibt es Klärungsbedarf zwischen den Anbietern und manchmal eben auch mit Apple, Spotify & Co. weil die sich nun nicht mehr sicher sein können, den Richtigen bezahlt zu haben. Aber sie haben bezahlt und sogar einen großen Millionenfonds für ungeklärte Rechtsfälle augelegt!

        Nur für den Fall, dass versehentlich der Falsche bezahlt worden ist, kann der Richtige nachträglich auf Vergütung hoffen. Eigentlich gibt dann auch nur Label A Kohle an Label B weiter. Apple oder Spotify haben ja schon bezahlt, nur eben an den Falschen. In Zweifelsfällen wäre da noch ein zweistelliger Millionenfonds.

        So wie es hier mal eine Abmahnindustrie gab, die von Gesetzgeber ausgehebelt wurde, hat auch der Gesetzgeber in den USA solchen unseriösen Klagen einen Riegel vorgeschoben. Ab 2018 geht das so gesetzlich nicht mehr. Wixen soll ja bekanntlich nicht teuer sein, aber die Wixer versuchen nun noch nach der alten Masche bis 2017 „Schadensersatz“ in Höhe von 1,6 Milliarden Euro zu ergattern, weil sie ja gar keine Lizenzen erteilt haben (wenn die denn tatsächlich dort lagen und nicht sowieso zwangsweise per Gesetz erteilt waren). Sie haben sogar das Millionenangebot ausgeschlagen und glauben nun mit allen juristischen Winkelzügen Milliarden für ein paar Songs zu bekommen. Einfach nur lächerlich diese Klage!

    • Dafür müsste sich aber die Streaming Qualität und Redaktionelle Aufarbeitung der Künstlerseiten/Vita etc. auch verdoppeln.

    • Sehe ich genauso. Apple Musik ist Schrottsoftware wie alle Apps von Apple.

  • Für Künstler ausserhalb der USA gilt das dann nicht?

  • Höhere Kosten für Streaming wird Filesharing zurück bringen. Streaming ist gerade deshalb so interessant weil und das vermute ich jetzt mal, auch Einkommensschwache sich die 10€ im Monat leisten können und wollen. Alles darüber würgt Streaming wieder ab. Die Labels schaffen es, alles kaputt zu machen, war irgendwie schon immer so… Wann verstehen die „Künstler“ endlich mal, dass nicht die Nutzer die Bösen sind, sondern die Labels die den Grossteil der Erlöse einsteckt..?!

  • Habe ich den Text richtig verstanden, bekommen die größten Labels mit den meisten Klicks mehr pro Klick als Indies? Wieso ist das so und ist das bei allen so?

    • Nein.
      Die schiere Masse an Songs, welche bei den großen Anbietern zuhause sind, macht einfach diesen Unterschied aus.
      Es geht um absolute Zahlen ($) und nicht um Prozente (%)

    • Nein, die Verleger bzw. die sich selbst vermarktenden Künstler bekommen alle das gleiche.
      Die großen Labels verdienen nur im Schnitt 4mal mehr als kleinere, weil sie ja mehr und bekannte Künstler unter Vertrag haben.

  • über kurz oder lang wäre es denkbar das spotify sein free-streaming-angebot einstampft und dann nur noch kostenpflichtig anbietet. was ich jetzt auch eigentlich gar nicht so schlimm finde. wer musik konsumiert, soll auch dafür zur kasse gebeten werden.

    • Na ja, irgendwie „zahlen“ ja auch die Free-Nutzer (wie auch die Privat-TV Seher) durch das konsumieren von Werbung. Umsonst ist im Kapitalismus gar nichts.
      Ich habe aber die 10€/Monat durchaus übrig für den Service. Übrigens sind Künstler nicht auch gleichzeitig die Rechteinhaber – aber das ist ein anderes Thema

    • Das ist doch lächerlich. Willst du private Radiosender verbieten, weil die kostenlos sind?

  • Ich bin von Anfang an bei Spotify und werde es wohl auch bis zu meinen ableben bleiben. Hab auch Apple und Amazon Musik probiert, haben mir beide nicht gefallen. Ich bin auch der Meinung das Spotify nur noch auf das bezahlen Konzept gehen sollte, oder richtige Werbung einblenden sollte. Und nicht nur eigen Werbung.

  • Bin gespannt. Habe noch einen alten Tarif bei T-Mobile, in dem für 10€ zusätzlich im Monat Spotify Premium Mitgliedschaft mit unbegrenztem mobilen Datenvolumen enthalten ist. Möglicherweise kündigt die Telekom dann den Vertrag… Was ihnen dann vielleicht im Endeffekt aber weniger Umsatz bringen wird weil ich dann mit einem günstigeren neu beginnen würde und Spotify direkt zahlen.

  • @Stefan das ist nicht ganz richtig dargestellt:

    Firmen wie Google, Spotify, Apple und Amazon haben sich sogar für die Songwriter eingesetzt, damit diese per Urteil eine signifikante Erhöhung des Gesamtprozentsatzes der an Songwriter gezahlten Einnahmen von 10,5 % auf 15,1 % in den nächsten fünf Jahren erreichen konnten.

    Die mechanische (Zwangs)Lizenzierung führt in den USA so zu einer größten Ausgewogenheit zwischen Plattenlabel- und Verlagsraten. Nur zwischen diesen verändert sich die Verteilung. Endkunden wie wir und auch Spotify & Co. bezahlen im 1. Schritt wie bisher die mit den Diensten bzw. Labels ausgehandelten Lizenzgebühren, die danach nur im 2. Schritt mehr in Richtung Songwriter gehen. Es wird nicht mehr Geld erhoben, nur zwischen Plattenlabel und Verlagen (Songschreibern) gerechter verteilt.

  • Auf lange Sicht können die Labels ihre Lizenz-Gebüren eher weiter senken, denn das was die an Produktions- und Vertriebskosten durch Streaming einsparen macht fast 80% des gesamten zu verteilenden Kuchens aus. Die Margen der Labels explodieren zur Zeit geradezu und wer heute als Investor einen Katalog mit Songs kaufen will, legt ein Vielfaches hin, um diesen auch zu bekommen. So verwundert es auch nicht, dass die größten Streaminganbieter bessere Konditionen verhandeln konnten. Wer sich heute als Künstler neu auf den Weg macht, verhandelt auch lieber gleich direkt mit Apple, Amazon oder Spotify oder bekommt Zusagen von den Labels, die es früher so nicht gab. Nachdem Downloads und physische Verkäufe zur kleinen Nische geworden sind, wird das Geschäft für alle Marktteilnehmer extrem profitabel. Allerdings sind auch hier wieder die Künstler die letzten in der Kette, die nach zähem Ringen Ihren verbesserten Teil von jetzt wieder größer werdenden Kuchen abbekommen und bei den Künstlern gilt auch die Regel, dass die großen und bekannten Namen eher Direktgeschäfte bekommen, als aufstrebende Künstler, die vom guten automatischen Empfehlungssystem bei Spotify überproportional profitieren.

    Bei allem Klagen über die Raten pro Song sollten laut protestierende Künstler aber auch nicht übersehen, dass der Millionenseller heute ein Milliardenseller ist, also der alte Verkaufspreis gut und gern durch 1000 geteilt werden könnte, um vergleichbar zum Mengenvolumen Streaming zu sein. Billboard rechnet sogar mit 1:1500.

    Vieles ist auch reines Marketinggetöse. Wenn ich an Taylor Swift denke, ist die Frau einfach nur clever und geschäftstüchtig und zieht Apple vorab um ein paar Millionen ab. Apple wiederum hat gar keine andere Wahl, denn die verlieren gerade den Musikmarkt an Spotify und den Videomarkt an Netflix. Da heißt es mit großen Namen kämpfen. Die größer werdende Kluft in den Abo-Zahlen kennt wohl jeder, aber die tatsächliche wöchentliche Nutzung geht im Zeittrend noch viel weiter zugunsten von Spotify auseinander.

    • Wusste garnicht dass Apple den Markt verliert, wann waren die bei Musik und Video bitte stärker als Spotify und Netflix?

      • …schon mal was von iTunes gehört ;-)

        …da waren laut Apple-Aussage mal 800 Millionen Kunden unterwegs und haben Musik, Filme, Spiele und Programme heruntergeladen

        …aber jetzt haben die ja Shazam, da sind wieder 150 Millionen Menschen unterwegs und erkennen welchen Song sie gerade hören

        …im der Tat alles alte Kamellen, die heute keiner mehr wissen muss ;-)

      • Der Markt für Musik (nicht Musik-Streaming) ist gemeint. Und wenn man jetzt in Betracht zieht, dass Apple offenbar darüber nachdenkt, das Musik-Download Geschäft komplett einzustellen, vermutlich weil die Downloads massiv gegenüber Streams verlieren, dann kann man schon davon sprechen, dass die den Markt verlieren. Da waren Spotify et al. gar nie drin. Analog gilt das für Videokäufe im Download.

      • Wie viel Gerüchteblabla als Fakten hier verkauft werden grenzt an Realitätsverlust.

  • Bin auch kein besonderer Freund der Apple-Music-App, wobei man fairerweise sagen muss, dass das Angebot der großen Anbieter nur marginal auseinanderliegt (Deezer hatte zumindest früher deutlich mehr an Hörbüchern als die anderen).
    ABER: Ich hatte aus Pre-Streaming-Zeiten eine Menge eigener Musik bei ITunes von CD gerippt.
    Ich kenne keine andere Plattform als die von Apple, mit der sich meine alte Sammlung und neue Musik mit einer Oberfläche streamen lassen.

    • Was die Apps oder Oberflächen angeht, komme ich eigentlich auch mit allen gleich intuitiv zurecht, Amazon und Apple bilden in der Einfachheit aber eher die Schlusslichter. Hörbücher und das Gesamtangebot ist bei Deezer auch nach meiner Erfahrung absolut top. Bei Napster gefällt die tiefe Genre-Einteilung und die waren auch mit Hörbüchern als erster Anbieter präsent. Heute finden wir überall ein nahezu vergleichbares Angebot. Da spielen diese Nuancen kaum noch eine Rolle für oder gegen einen Anbieter. Bei vergleichbarem Angebot wird die Entscheidung danach getroffen, wer lernt meinen Musikgeschmack am schnellsten und macht die meisten Songtreffer. Hier ist Spotify dank geschickter KI-Zukäufe (Echo-Nest, Niland…) unübertroffen und schlägt Deezer, Google, Apple um Längen. Spiele eine Woche nur Deine eigene Musik bei Spotify und Du ertrinkst in dazu passenden Musikvorschlägen, Songsradios etc. Wer einen sehr breiten Musikgeschmack z.B. von New Age bis Heavy Metal hat, ist noch cleverer, wenn er mehrere „Genre“-Konten einrichtet. So entsteht eine wahre New-Age-Fundgrube, die nicht mit Speedguitar vermischt wird. Wahre Musikexperten nutzen sowieso das Familienkonto, um für jede Situation (Party, Chillen, Focus…) mit einer Anmeldung vom Fleck weg perfekt gerüstet zu sein.

      Bei einigen iTunes Käufern oder CD-Rippern gibt es aber noch die Wissenslücke, dass die eigene Mediathek nur mit iTunes in einer Oberfläche gespielt oder verwaltet werden könnte. In der Tat gibt es auf allen Betriebssystemplattformen und bei fast jedem Streaminganbieter eine Möglichkeit, dies sehr zufriedenstellend zu meistern. Als iTunes-Nutzer oder Amazonkunde würde ich in Erwägung ziehen, das alte Down- und Uploadzöpfe in naher Zukunft überall abgeschnitten werden könnten. Das Streaminggeschäft boomt so sehr, dass alle anderen Vertriebsformen zur Nische werden.

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      Amazon hat deshalb schon angekündigt, diese Nische nicht komplett weiter zu bedienen. Eine CD rippen und hochladen geht da schon heute nicht mehr. Gekaufte Musik wird weiter in einer App verwaltet. Bei Apple gibt es auch schon verschiedene Fakten, Gerüchte und Dementi.

      Ganz einfach gesprochen muss man als iTunes-Nutzer aber schon sehr blauäugig sein, um nicht zu verstehen, dass der Kaufweg von ehemals 15 auf jetzt nur noch 3 Milliarden Dollar praktisch am Boden liegt. Auch Apple wird dort trotz aller Dementi keinen langfristigen Wachstumsmarkt mehr haben. Also werden Programme aus iTunes ausgelagert und eigene plattformübergreifende Streaminglösungen für Spiele, Musik und Videos geschaffen. Jeder kann sich selbst seine Zukunft malen und ob Google den Upload von heute 50.000 Musikstücken (eigene Sammlung) länger als Apple in die Zukunft trägt wage ich auch anzuzweifeln.

      Der zukünftige Wege heißt damit nicht mehr Down- und Upload (da war gestern so), sondern schlicht automatischer Abgleich. Dieser kann auf den Servern der Streaminganbieter oder am eigenen Heim-PC z.B. mit dem Clementine-Player (für alle Plattformen zugänglich) erfolgen.

      Es ist kein Hexenwerk mehr 10.000 Musikstücke automatisch in andere Dienste zu übernehmen. Nach meiner Erfahrung werden davon 9.500 sofort ohne manuellen Eingriff richtig erkannt und 500 sind manuell nachzubearbeiten. Dafür empfehle ich auch die Seite https://song.link/

      Songlink kennt die vielen Millionen Songs von Spotify, Apple, YouTube, Soundcloud, Tidal, Amazon, Google, Deezer, Napster…und verlinkt gleich auf den Anbieter, das Album oder den Song. Wer z.B. viel Musik von Soundcloud in seiner eigenen Sammlung hat, sollte nicht erwarten diese komplett überall zu finden, denn Soundcloud ist schon etwas anders und exotischer als die anderen Dienste. Der Markterfolg ist dort zwar sehr klein, das exotische Songangebot aber sehr groß. Nach der manuellen Nachbearbeitung sollten kaum mehr als 20 bis 50 Exoten nicht abgeglichen werden könnten. Wer 99,8% beim Streaminganbieter hat, kann die 20 letzten Songs dann ruhig physisch vom PC auf das Handy kopieren und diese in der App des Streaminganbieters mit abspielen.

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