Dual-Panel für Dropbox, iCloud und Co.
Geheimtipp FileFluss: Neuer Cloud-Dateimanager für den Mac
Der in Leipzig ansässige Entwickler der Mac-Anwendung Netfluss hat ein weiteres Open-Source-Projekt vorgestellt. Nach dem empfehlenswerten Netzwerkwerkzeug für die Menüleiste folgt mit FileFluss nun ein Dateimanager, der den Zugriff auf unterschiedliche Cloud-Speicher in einer einzigen Anwendung bündeln soll.
Während sich Netfluss auf die Überwachung von Netzwerkaktivitäten konzentriert, richtet sich FileFluss an Nutzer, die Dateien über mehrere Cloud-Dienste hinweg verwalten. Die Anwendung ist kostenlos, quelloffen und wurde speziell für macOS entwickelt.
Viele Cloud-Dienste unter einer Oberfläche
Im Mittelpunkt steht eine klassische Zwei-Fenster-Ansicht. Links und rechts können unterschiedliche Ordner, Laufwerke oder Cloud-Konten geöffnet werden. Dateien lassen sich per Drag-and-Drop zwischen den beiden Bereichen verschieben, kopieren oder synchronisieren.
Unterstützt werden zahlreiche bekannte Anbieter. Dazu zählen unter anderem Google Drive, Dropbox, OneDrive, iCloud Drive, Nextcloud, Synology Drive, Mega, Filen und pCloud. Darüber hinaus lassen sich auch WebDAV-Speicher, SFTP-Server, WordPress-Mediatheken sowie S3-kompatible Objektspeicher einbinden.
Die Anwendung soll damit eine zentrale Anlaufstelle für Nutzer schaffen, die ihre Daten auf mehrere Dienste verteilt haben. Statt verschiedene Weboberflächen oder separate Anwendungen zu öffnen, können alle verbundenen Speicher innerhalb einer Oberfläche durchsucht und verwaltet werden.
Praktisch ist dabei die integrierte Suche. Diese durchsucht auf Wunsch alle verbundenen Speicherdienste gleichzeitig und liefert Ergebnisse unabhängig davon, wo die gesuchte Datei abgelegt wurde.
Sync, Offline-Modus und Finder-Anbindung
Neben dem reinen Dateizugriff integriert FileFluss zusätzliche Verwaltungsfunktionen. So lassen sich Ordner miteinander vergleichen oder synchronisieren. Dabei können Anwender entscheiden, ob nur neue Dateien übernommen, fehlende Inhalte ergänzt oder Zielordner vollständig gespiegelt werden sollen.
Interessant ist zudem ein Offline-Modus. Nach einer einmaligen Indexierung bleiben Ordnerstrukturen und Dateinamen lokal verfügbar. Dadurch können Nutzer auch ohne aktive Internetverbindung in ihren Cloud-Beständen suchen und navigieren.
Eine weitere Besonderheit ist die Möglichkeit, Cloud-Speicher direkt im Finder einzubinden. Dokumente lassen sich dadurch aus anderen Anwendungen heraus öffnen oder speichern, ohne zuvor manuell heruntergeladen werden zu müssen.
FileFluss setzt macOS Sonoma oder neuer voraus und kann über GitHub installiert werden. Der vollständige Quellcode ist öffentlich zugänglich und kann von interessierten Entwicklern eingesehen oder erweitert werden.





Nicht schlecht, muss ich definitiv als Cyberduck-Replacement testen.
Schade, die o2-Cloud wird offenbar (noch) nicht unterstützt…
Hallo,
die o2-Cloud müsste ich mir anschauen. Anscheinend ist es eine von einem Drittanbieter namens Funambol betriebene Cloud und es gibt keine öffentliche API-Dokumentation, die ich bisher gefunden habe. Vor ein paar Jahren gab es anscheinend schon einen Versuch, die o2-Cloud in rclone zu integrieren (https://hilfe.o2online.de/digitales-leben-o2-tv-priority-o2-music-o2-cloud-o2-protect-38/o2-cloud-api-542405). Ich muss mal nachvollziehen, welche Möglichkeiten es da gibt.
Ich nutze nur iCloud Drive, hab 2 TB im Abo. Deshalb brauche ich eigentlich sowas nicht, ist aber trotzdem interessant für Leute, die sich etwas „mehr“ damit auseinandersetzen.
Ich hätte gerne eine solche Möglichkeit unter Linux. Also genauer gesagt, der Zugriff aufs iCloud Drive. Einzelne Dateien kann man zwar via Browser laden, und auch das restliche iCloud (E-Mail, Kontakte, Kalender..) funktionieren gut über Browser. Nur der Zugriff auf meine Cryptomator-Laufwerke klappt natürlich nicht via Browser…
Interessant wäre die Unterstützung von Verschlüsselung bzw. native Integration von Cryptomator.
Wird Proton Drive unterstützt?
Proton habe ich mir bereits angeschaut. Deren API ist derzeit noch in der Entwicklung und erforderte zum damaligen Zeitpunkt noch eine zusätzliche Dependency (quasi ein Softwarepaket, was man integrieren muss). Ich versuche FileFluss möglichst schlank und nativ (100% Swift) zu halten, aber ich schaue mal, ob es da eine Weiterentwicklung gab.
Habe das Programm trotzdem mal ausprobiert, gefällt mir soweit echt gut! Sehr schlank und übersichtlich. Wünschenswert wäre für mich noch Sync-Vorlagen speichern zu können, damit man nicht jedes mal zu den Ordnern naviegieren muss.
Sync-Vorlagen sind eine gute Idee. Wandert gleich auf meine Liste. Vielen Dank!
Richtig gut, endlich ein vernünftiger 2-Fenster Datei-Explorer. Das erinnert mich an die magischen Zeiten des Norton Commander ;-)
Vielen Dank für die Mühe und Umsetzung „Daumen hoch“
Schöne Idee, funktioniert aber bei mir nicht. Probleme mit dem Anmeldeprozess, weder Dropbox, Google Drive oder OneDrive lässt eine Anmeldung zu!Schade, die Idee hätte mir gefallen!
Hallo Max09,
bei Google Drive ist leider die maximale Benutzeranzahl erreicht. Für weitere Nutzer müsste ich ein Security Audit durch Drittanbieter machen, dass um die 3000 Euro pro Jahr kostet. Das ist für ein Open Source Projekt wie FileFluss derzeit nicht zu stemmen. Die kommende Version 1.4 wird allerdings eine weitere Integration von Google Drive enthalten, die unbeschränkt ist, aber leider auch weniger Funktionen bietet.
Dropbox und OneDrive sollten eigentlich problemlos funktionieren. Bei OneDrive ist es bei Businesskunden aber so, dass der Admin FileFluss als Programm für einen Zugriff freigeben muss. OneDrive Personal verlangt das nicht.
Schreib mir gerne oder eröffne ein „Issue“ auf GitHub, dann kann ich mir das näher für Dich anschauen.
Box Unterstützung und Synology Drive an Bord?- dann teste ich definitiv.
Hallo Manfred,
Box und Synology Drive werden unterstützt.
Ich finde auch, dass das eine sehr gute Idee ist. Leider funktioniert bei mir nur die icloud-Einbindung. Web-Dav, Google, Dropbox funktinieren alle nicht.
Hallo Hohu,
bei Google liegt es am erreichten Nutzerlimit, in der nächsten Version (heute oder morgen) wird dafür eine neue, zusätzliche Google Drive-Implementierung dabei sein. Bei Dropbox bin ich gerade in einer Freigabeschleife, da ich dort mein Icon gemäß deren Vorgaben anpassen musste. Das müsste dann aber in den nächsten Tagen wieder freigegeben werden. Bei WebDAV melde Dich gerne bei GitHub oder per Email, das funktioniert bei mir problemlos.
Hab’s gerade ausprobiert, ein wirklich hervorragender Ersteindruck! Alle meine FTP-Zugänge zusätzlich zu iCloud und OneDrive unter einem Dach! Ganz vielen Dank, Robert Rudolph.
Warum kann ich trotzdem im Moment nicht auf Cyberduck verzichten? Cyberduck hat eine für mich als Webentwickler unschätzbare Funktion im Kontextmenü einer Datei: „Bearbeiten mit…“ (die dann alle lokal installierten Apps auflistetet, die diese Datei editieren können). So kann ich dann direkt eine .html oder .js-Datei quasi „in place“ editieren, ohne sie erst lokal kopieren, dann editieren und schließlich wieder zurückkopieren zu müssen. Das wäre für mich das fehlende Killer-Feature in FileFluss.
Hallo MacManux,
vielen Dank für Deine positive Rückmeldung.
„Bearbeiten mit…“ klingt sehr gut. Ich will in zukünftigen Versionen die Verknüpfung mit lokalen Apps hinzufügen, ebenso auch eine Anbindung an Shortcuts und eine Gallerieansicht für Bilddateien hinzufügen. Da hat FileFluss noch Luft nach oben.
<3