Screenrecording mit Auto-Zoom
Capptivo: Freie Screen-Studio-Alternative für Bildschirmaufnahmen
Mit Capptivo steht eine weitere kostenlose Open-Source-Anwendung für professionell aufbereitete Bildschirmaufnahmen bereit. Die Software kombiniert Aufnahme und Editor und setzt dabei unter anderem auf automatisch vorgeschlagene Zooms, eine dem Mauszeiger folgende Vergrößerung sowie lokal erzeugte Untertitel.
Damit zielt das Projekt auf einen Bereich, in dem inzwischen mehrere Alternativen um Aufmerksamkeit konkurrieren. Das kostenpflichtige Screen Studio hat automatische Zooms und eine nachträgliche Aufbereitung von Mausbewegungen früh zu zentralen Funktionen gemacht. Mit Recordly ist bereits eine kostenlose Open-Source-Alternative verfügbar. Capptivo geht nun noch einen Schritt weiter und unterstützt neben macOS auch Windows und Linux.
Zooms, Anmerkungen und lokale Untertitel
Aufgenommen werden können der komplette Bildschirm, einzelne Fenster oder ausgewählte Bereiche. Webcam, Mikrofon und Systemton lassen sich ebenfalls einbeziehen. Während der Aufnahme stehen Zeichenwerkzeuge, Text, Pfeile und einfache Formen für Anmerkungen zur Verfügung.
Im anschließenden Editor speichert Capptivo Mausbewegungen und Klicks separat. Daraus lassen sich Zoomabschnitte vorschlagen, die anschließend auf einer Zeitleiste angepasst werden können. Vergrößerungen können entweder einem festen Bereich oder dem Mauszeiger folgen. Hintergründe, Abstände, Schatten, Cursor-Stil und Kameraeinblendung lassen sich ebenfalls verändern. Untertitel entstehen auf dem Gerät mit Whisper über whisper.cpp. Eine Cloud-Anbindung ist dafür nicht erforderlich.
Native Aufnahmewege je nach Betriebssystem
Technisch greift Capptivo auf die jeweiligen Systemschnittstellen zurück. Unter macOS kommt ScreenCaptureKit zum Einsatz, unter Windows Windows.Graphics.Capture. Linux nutzt xdg-desktop-portal und PipeWire. Dort hängt die Cursor-Nachverfolgung teilweise von der jeweiligen Desktop-Umgebung ab. Eine direkte Bereichsauswahl steht unter Linux derzeit noch nicht zur Verfügung.
Exportiert werden Videos als MP4, WebM oder GIF mit 24, 30 oder 60 Bildern pro Sekunde. Projekte bleiben lokal im jeweiligen App-Datenverzeichnis und benötigen kein Benutzerkonto. Die Entwickler weisen auf GitHub zudem darauf hin, dass die aktuellen macOS-Versionen noch nicht signiert sind. Beim ersten Start kann deshalb eine manuelle Freigabe über macOS erforderlich sein.
