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"überragende marktübergreifende Bedeutung"

Bundeskartellamt: Amazon jetzt unter besonderer Missbrauchsaufsicht

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Das Bundeskartellamt ist seit mehreren Monaten damit beschäftigt die großen, zumeist amerikanischen Digitalkonzerne genauer unter die Lupe zu nehmen. Grund dafür ist eine Gesetzesnovelle, die Anfang 2021 in Kraft getreten ist.

Andreas Mund Bundeskartellamt

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes

Seitdem kann das Bundeskartellamt strengere Regeln für Unternehmen festlegen, die eine „überragende marktübergreifenden Bedeutung für den Wettbewerb“ haben. Um den neuen Werkzeugkasten jedoch anwenden zu können, muss diese überragende Bedeutung in einem ersten Schritt formal festgestellt werden.

Während dies beim Suchmaschinen-Anbieter Google schon Anfang des Jahres geschehen ist und erst im Mai auch der Facebook-Mutterkonzern Meta entsprechend eingestuft wurde, warteten Amazon und Apple noch auf die Ergebnisse der Prüfung durch das Bundeskartellamt. Für Amazon steht das Ergebnis nun fest.

Nach Google und Meta jetzt auch Amazon

Wie die Bundesbehörde mitteilt, zählt nun auch der Online-Händler offiziell zu einem Unternehmen mit überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb und soll fortan strenger als andere Onlinehändler beaufsichtigt werden.

Nach Einschätzung das Bundeskartellamtes würde Amazon allein schon deshalb eine zentrale strategische Position im deutschen Online-Einzelhandel besetzen, da der US-Konzern 70 Prozent der hierzulande erzielten Branchen-Umsätze auf sich vereinen würde.

Die Einstufung des Bundeskartellamtes ist vorerst auf fünf Jahre befristet. In dieser Zeit wird die Behörde Amazon mit einer besonderen Missbrauchsaufsicht belegen. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, kommentiert:

Amazon ist der zentrale Schlüsselspieler im Bereich des E-Commerce. Die Angebote des Konzerns u.a. als Händler, Marktplatz, Streaming- und Cloud-Anbieter sind zu einem digitalen Ökosystem verbunden. Wir haben entschieden, dass der Konzern auch im kartellrechtlichen Sinne ein Unternehmen von überragender marktübergreifender Bedeutung für den Wettbewerb ist. Konkret bedeutet diese Entscheidung, dass wir bei Amazon mögliche wettbewerbsgefährdende Verhaltensweisen gezielt aufgreifen und unterbinden können, und zwar effektiver als das bisher der Fall war. Bei seinen Marktplatzdienstleistungen für Dritthändler halten wir Amazon für marktbeherrschend. Damit greift hier zusätzlich die parallel anwendbare klassische Missbrauchsaufsicht, auf deren Grundlage wir derzeit schon Verfahren gegen Amazon führen.

Spannend bleibt, ob das Bundeskartellamt auch Apple entsprechend einstufen wird. Hier wird eine Entscheidung noch im zweiten Halbjahr 2022 erwartet.

07. Jul 2022 um 16:47 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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    • Wie du selbst schon sagst, sind es mehrere Konzerne, und keiner davon ist einzeln marktbeherrschend.

      Ob bei der Preisgestaltung da gewisse „Angleichungen“ erfolgen, ist ein anderes Thema und nicht Gegenstand dieser Einstufung.

  • Es hat selbstverständlich seine positiven Seiten und ist im Sinne „der Gesellschaft“, dass genauer drauf geschaut wird. Aber ich kann mir nicht helfen, es ist zugleich schade, dass nur wenige einzelne (Riesen-) Konzerne es derart massiv und schier uneinholbar an die Spitze schaffen. Gäbe es mehr „tolle Geschäftsideen“ wäre eine breitere Vielfalt gegeben.

    • Kaum ein Newcomer erreicht ohne weiteres den Bekanntheitsgrad genannter Branchenriesen, um signifikant „mitzuspielen“!

    • Es liegt nicht an den Ideen. Gute Ideen schaffen es oft trotzdem nicht, da es am Marketing oder anderen weiteren Gründen scheitert.
      Auf der anderen Seite gibts genug Beispiel wie schlechte Ideen mit dem richtigen „drum herum“ erfolgreich sind.

    • Ich glaube ebenfalls nicht, dass es an mangelnden Ideen liegt. Es ist vorrangig das Verhalten der Konsumenten. Die lieben es nämlich simpel und schnell. Die wenigen Ausnahmen, die bereit sind, länger zu suchen und/oder mehr Geld zu investieren, haben global null Auswirkung.

      • Ich liebe es unkompliziert. Und das ist Amazon im Vergleich zur gesamten Konkurrenz. Geht ein Produkt kaputt, ersetzt Amazon es anstandslos, ohne große Nachfragen, während man bei vielen anderen Onlineshops noch nicht einmal seine Rechte als Verbraucher durchgesetzt bekommt. Vom lokalen Einzelhandel mal ganz abgesehen. Das ist der Grund warum Amazon so erfolgreich ist. Und kein anderer. Ich bezahle sogar lieber etwas mehr, wenn ich es dafür von Amazon bekomme. Aus den o.g. Gründen.

      • Nicht nur. Gründe mal als Newcomer in diesem Land ein Geschäft.

      • Kai die Einstellung ist relativ kurzsichtig . Das geht nämlich auf Kosten von vielen anderen Faktoren wie Mitarbeiter, Umwelt usw.
        Schau dir mal eine Doku über Amazons Aufstieg an, da gibt es sehr viele gute Inhalte.

        Und ich hab bis jetzt bei fast keinem Unternehmen vor Ort Schwierigkeiten gehabt. Es kommt oft auch darauf an wie man den Leuten begegnet

    • Amazon war auch mal ein kleiner Haufen mit ein paar Ideen… als ob da keiner mit einer besseren Struktur besser und größer werden kann…

  • Spätestens seit der Aufsplittung der Bundesligarechte sehe ich die Bemühungen des Bundeskartellamts kritisch. Hauptziel ist ein größerer und fairerer Wettbewerb, der am Ende dem Verbraucher zu Gute kommen soll. Nur leider ist der Schuss, zumindest bei den Bundesligarechten, nach hinten losgegangen.

  • Ist eigentlich ganz einfach:

    – amazon – gehört zerstört.

  • Neulich bei Amazon:

    „Alle stillgestanden!!!
    Wir sind von der Missbrauchs-Aufsicht!
    Alle vorbeugen, zack-zack….!! :)

  • Recht haben sie. Ich würde auch gerne bei Otto bestellen, aber dann müsste ich 4 Wochen auf meine Lieferung warten und bei Retouren muss ich einen ewigen Prozess durchlaufen.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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