Lokale Diktate ohne Cloud-Dienste
Apple lehnt Diktier-App ab: Vollversion darf nicht in den App Store
Eine eigentlich unscheinbare Diktier-App sorgt derzeit (mal wieder) für Diskussionen über die Grenzen von Apples App-Store-Regeln. Der Entwickler Rene Zelaya berichtet, dass Apple ein Update seiner Mac-Anwendung WhisperPad abgelehnt habe, obwohl frühere Versionen mit derselben Technik bereits zugelassen worden waren. Die Folge: Die Anwendung erscheint nun in zwei unterschiedlichen Ausführungen.
Lokale Diktate ohne Cloud-Dienste
WhisperPad entstand aus einem persönlichen Bedarf. Nach eigenen Angaben entwickelte Zelaya die Anwendung, nachdem anhaltende Schmerzen in Händen und Fingern längere Schreibarbeiten erschwerten.
Die App sitzt in der Menüleiste und wandelt gesprochene Sprache lokal auf dem Mac in Text um. Anders als viele vergleichbare Angebote werden die Audiodaten nicht an externe Server übertragen. Der erkannte Text wird anschließend direkt in das aktuell aktive Eingabefeld eingefügt.
Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der lokale Spracherkennung auf dem Mac zunehmend an Bedeutung gewinnt. In den vergangenen Monaten haben mehrere Anwendungen gezeigt, wie leistungsfähig lokale Transkriptionen inzwischen direkt auf Apples Rechnern ausgeführt werden können. Dazu zählen die kostenfreie Schnelldiktat-App Handy, deren erweiterte Neuauflage Ghost Pepper, die Transkriptions-App Petal sowie unser klarer Favorit MacWhisper, der funktional am umfangreichsten ausfällt.
WhisperPad verfolgt einen sehr abgespeckten Ansatz und konzentriert sich vor allem auf die direkte Texteingabe in beliebige Anwendungen. Gerade diese Basisfunktion steht nun im Mittelpunkt des Konflikts mit Apple. Um Text automatisch in andere Anwendungen einzusetzen, nutzt WhisperPad die Bedienungshilfen-Schnittstelle von macOS, die eigentlich für Barrierefreiheitsfunktionen vorgesehen ist.
Apple verlangt Änderungen
Apple lehnte ein Update der Anwendung unter Verweis auf die App-Store-Richtlinie 2.4.5 ab. Nach Auffassung des Unternehmens werde die Accessibility-Schnittstelle nicht im vorgesehenen Rahmen genutzt.
Aus Sicht des Entwicklers ist die Entscheidung überraschend, da frühere Versionen mit identischem Funktionsumfang bereits freigegeben worden waren. Auch ein Einspruch blieb erfolglos. Zelaya argumentierte, dass die App gerade Menschen mit Handverletzungen oder ähnlichen Einschränkungen unterstützen solle.
Die genaue Auslegung der Richtlinie bleibt unklar. Der Entwickler vermutet, dass Apple Anwendungen kritisch bewertet, die automatisch mit anderen Programmen auf dem System interagieren.
Zwei Versionen statt einer
Als Reaktion hat Zelaya seine WhisperPad-App nun aufgeteilt. Die Version im Mac App Store erstellt weiterhin Transkriptionen, legt diese jedoch nur noch in der Zwischenablage ab. Nutzer müssen den Text anschließend selbst einfügen.
Parallel dazu bietet der Entwickler eine eigenständige Version außerhalb des App Stores an. Diese kann den erkannten Text weiterhin direkt an der Cursorposition einsetzen.
Für Entwickler und Anwender ist die Situation gleichermaßen unbefriedigend. Statt eine einzige Anwendung weiterzuentwickeln, muss Zelaya nun zwei getrennte Versionen pflegen, die sich funktional unterscheiden und über unterschiedliche Vertriebswege angeboten werden. Nutzer des App Stores erhalten dagegen nur die eingeschränkte Variante, obwohl die ursprünglich vorgesehene Funktion bereits in früheren Versionen verfügbar war.

Da gibt es doch auch die WhisperBar außerhalb des AppStores.
früher ist nicht heute. Und oft hatte. die Entwickler mit sideload echt viel Dreck am stecken.
Woher kommst du diese Information? Klingt erstmal weit hergeholt, aber vielleicht hast du ja ein spannendes Paper oder eine Dokumentation darüber als Empfehlung.
Ich dachte die Diktierfunktion ist in iOS lokal?! Ist das auf dem Mac nicht so?
Dank euch nutze ich handy mit dem integrierten Parakeet V3 Modell. Es läuft bei mir lokal offline so schnell und braucht keine Bezahlung. Bin gespannt wie sich der Fall auflöst, als Prüfer/in übersieht man sicherlich mal was. Deswegen die Ablehnung?
Ich habe WhisperPad auf dem Mac gerade Mal ausprobiert und von der Webseite geladen: funktioniert wirklich gar nicht für mich trotz gegebener Zugriffe und dem Medium Modell, welches 700 MB groß ist. Auch ein Neustart hat nichts gebracht.
Seltsam, aber bin da zum Glück auch nicht auf dem Dampfer, dass mich die ganze Welt ausspionieren möchte. Wenn man Mal in die 7-stelligen Kontosummen kommt, sollte man vielleicht irgendwann skeptischer/vorsichtiger werden.
ChatGPT funktioniert weiterhin am besten im Speech-to-Text. Perplexity ist auch sehr gute inzwischen. Claude ist ungenügend, kann nicht mehrere Sprachen erkennen.