Fotosammlungen lokal mit Metadaten versehen
VisionTagger: KI erstellt Bildbeschreibungen und Tags auf dem Mac
Mit VisionTagger steht seit wenigen Wochen eine neue Mac-Anwendung bereit, die Bildarchive mithilfe lokaler KI automatisch mit Metadaten ergänzt. Die Software richtet sich an Fotografen, Agenturen und überhaupt Nutzer mit großen Bildbeständen.
Sie erstellt für einzelne Fotos oder ganze Sammlungen Titel, Beschreibungen, Schlagwörter und auf Wunsch weitere Informationen, ohne dass die Bilder auf externe Server hochgeladen werden müssen.
Die gesamte Verarbeitung erfolgt auf Macs mit Apple-Prozessoren und setzt macOS Tahoe 26 voraus. Nach Angaben des Entwicklers werden mehrere KI-Modelle direkt auf dem Rechner ausgeführt. Diese lassen sich innerhalb der Anwendung herunterladen und je nach gewünschter Geschwindigkeit oder Detailtiefe auswählen. Für den Betrieb werden mindestens 16 GB Arbeitsspeicher empfohlen.
Export für Fotos, Finder und Bildverwaltung
Die erzeugten Metadaten können in unterschiedlichen Formaten ausgegeben werden. Unterstützt werden unter anderem JSON, CSV und TXT sowie Finder-Tags. Wer mit professioneller Bildverwaltung arbeitet, kann die Daten auch als XMP-Metadaten exportieren oder direkt in Bilddateien schreiben. Dafür nutzt VisionTagger das separat zu installierende Werkzeug ExifTool. Die erzeugten Informationen lassen sich anschließend beispielsweise in Lightroom, Capture One oder Photo Mechanic weiterverwenden.
Neben Titeln, Beschreibungen und Stichwörtern können auch eigene Metadatenfelder definiert werden. Darüber hinaus unterstützt die Anwendung Übersetzungen in zahlreiche Sprachen. Optional fließen zusätzliche Informationen wie GPS-Daten oder vorhandene Kamerainformationen in die Analyse ein, um genauere Ergebnisse zu erzielen.
Automatisierung per Kurzbefehle
VisionTagger lässt sich in Apples Kurzbefehle-App integrieren und dadurch automatisieren. So können neu abgelegte Bilder in einem Ordner oder Fotos aus der Mediathek automatisch verarbeitet werden. Die Anwendung arbeitet dabei im Hintergrund und verwendet auf Wunsch gespeicherte Voreinstellungen, damit wiederkehrende Aufgaben ohne manuelle Eingriffe ablaufen.
Eine Vorschau informiert vor dem Schreiben der Metadaten darüber, welche Änderungen vorgenommen werden. Bestehende Informationen werden dabei nur nach ausdrücklicher Bestätigung überschrieben.
VisionTagger wird als Einmalkauf angeboten. Regulär kostet die Anwendung 29,99 Euro. Zum Start gilt ein Einführungspreis von 19,99 Euro. Eine zeitlich unbegrenzte Testversion steht ebenfalls bereit und erlaubt die Verarbeitung von bis zu 100 Bildern.




Klingt sehr praktisch. Eine Frage: viele Bilder haben bei mir zwar einen Zeitstempel, aber keine GPS Daten. Kann diese App diese der vorhandenen Bilder (Zeitstempel davor/danach) erkennen und ergänzen? Wohlwissend, dass das natürlich nur Annahmen wären ;)