Markdown für Mensch und KI
Tolaria: Frei Mac-Anwendung organisiert Wissen
Mit Tolaria hat Entwickler Luca Rossi eine Desktop-Anwendung für macOS veröffentlicht, die sich auf die Verwaltung von Wissenssammlungen in Markdown-Dateien konzentriert. Die Zettelkasten-Software ist kostenlos verfügbar.
Ziel der quelloffenen Anwendung ist es, persönliche und berufliche Inhalte so zu strukturieren, dass sie sowohl von Nutzern als auch von KI-Systemen effizient genutzt werden können.
Die Anwendung entstand innerhalb von drei Monaten Entwicklungszeit und wird vom Entwickler selbst bereits im Alltag eingesetzt. Grundlage ist eine umfangreiche Sammlung von mehr als 10.000 Notizen, die über mehrere Jahre hinweg aufgebaut wurde. Tolaria dient dabei als zentrale Oberfläche, in der auch KI-gestützte Werkzeuge Inhalte erstellen, verknüpfen und bearbeiten.
Markdown-Dateien als zentrale Datenbasis
Im Kern setzt Tolaria vollständig auf lokale Dateien im Markdown-Format. Jede Notiz wird als eigenständige Datei gespeichert und kann durch zusätzliche Metadaten strukturiert werden. Dieses Prinzip soll die langfristige Kontrolle über die eigenen Inhalte sichern und Abhängigkeiten von bestimmten Plattformen vermeiden.
Ein wichtiger Bestandteil ist die Integration von Versionskontrolle über Git. Änderungen lassen sich direkt in der Anwendung nachverfolgen, sichern und synchronisieren. Optional übernimmt ein automatischer Modus diese Aufgaben im Hintergrund. Durch diese Herangehensweise bleibt die Historie der Inhalte nachvollziehbar, auch wenn mehrere Nutzer oder KI-Systeme daran arbeiten.
Neben klassischen Ordnerstrukturen setzt Tolaria auf zusätzliche Organisationsmechanismen wie Notiztypen, Favoriten und frei definierbare Filteransichten. Diese ermöglichen es, große Mengen an Informationen gezielt einzugrenzen und darzustellen.
Zusammenarbeit mit KI im Fokus
Ein zentrales Konzept der Anwendung ist die Zusammenarbeit mit KI-Systemen. Tolaria versteht sich als gemeinsame Arbeitsumgebung, in der unterschiedliche Tools parallel auf denselben Datenbestand zugreifen können. Dabei bleibt das zugrunde liegende Format bewusst einfach gehalten, um die Verarbeitung durch verschiedene Systeme zu erleichtern.
Die Bearbeitung der eigenen Inhalte erfolgt im Markdown-Format
Die Bedienung orientiert sich stark an Tastaturbefehlen. Viele Funktionen lassen sich über eine zentrale Befehlsübersicht steuern, ohne auf grafische Menüs angewiesen zu sein. Der Editor unterstützt sowohl eine formatierte Darstellung als auch die direkte Bearbeitung des zugrunde liegenden Codes.
Der Download wartet hier auf euch.



Ich nutze dafür seit Jahren Wikijs- finde ich sinnvoller als eine lokale App
Ja, haben wir auch im Einsatz. Sehr gute Software
Das Design sieht gut aus, aber ich benutze schon seit Jahren BookStack auf dem NAS. Das einzige was mir fehlt ist ne App, aber ich kann drüber weg sehen.
Hm, ja da gibt es inzwischen so einige interessante Apps.
Ich nutze Obsidian, weil sehr gut erweiterbar und auch weil es ein iOS App gibt. Das ist für mich genial weil ich unterwegs viele Notizen festhalte, aber auch Änderungen (Überarbeitung) mache. Sync ganz einfach und automatisch über iCloud.
+1, dto.
Bei Obsidian finde ich einzig und allein die Tabelleneigenschaft nicht ok. Ganz plötzlich wird in einer Zelle ein Wort am letzten Buchstaben umgebrochen, obwohl noch platz wäre. Evtl. kannst Du mir eine Erweiterung empfehlen.
Ganz genau, Obsidian hat die Apps und man kann die Informationen überall bearbeiten. Sogar mit Bildern.
Zumindest auf den flüchtigen Blick sehe ich nichts, was man nicht auch Obsidian machen kann … nur, dass es bei Obsidian auch noch Extensions ohne Ende gibt und eine riesige Community
Einerseits begrüßenswert, dass es stetig neue Markdown-Anwendungen gibt.
Andererseits überraschend, dass es immer wieder neue Anläufe gibt so eine Software neu zu etablieren. Meiner (subjektiven) Meinung nach reicht nichts auch nur im Ansatz an Obsidian heran. Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass die hier vorgestellte App den erwähnten Funktionen nach wie ein schneller Abklatsch von Obsidian wirkt. Mir würde es jedenfalls nie in den Sinn kommen meine Zeit in eine 3 Monate alte App zu investieren, wenn es bereits wirklich etablierte und bewährte Apps wie Obsidian gibt. Klingt jetzt böser als ich es meine. Just my 50 cents…
Habe auch gerade damit angefangen und bin bei Obsidian und Zotero gelandet. Über Nextcloud hab ich einen Onlinezugang quasi. Jetzt fehlt zwar noch was für das iPhone, aber das geht über Notizen und späteres übertragen.
gibt doch Obsidian für iOS – sync zu Nextcloud geht über die Extension „Remotely Save“ via WebDAV
Okay, frage:
Was macht diese App oder auch Obsidian besser als die Apple Notizen oder als Bear? Oder als Ulysees? Ich sehe kein Mehrwert aber dennoch wird Obsidian oft hier genannt
Offenes Format, das man jederzeit mit jedem Editor bearbeiten kann. Es gibt absurd viele Plugins, mit denen du ganze Workflows automatisieren, Templates erzeugen, Abfragen bauen, Aufgaben managen, KI integrieren, whatever machen kannst. Kalender? Kannst du integrieren. Backup? Klar, wie du willst. Sync mit welchem Dienst auch immer. Integrieren von LaTeX? Oder Typst? Kein Problem. Kanban Board? Jo. Verkoppeln mit Literaturdatenbank? Zotero-Plugins. Präsentation machen? Warum nicht. Codesnippets archivieren? Klar.
Für mich ist es kein Notizenprogramm mehr, sondern meine Workbench. Die Lernkurve ist u.U. steil, weil man das alles nicht sofort sieht oder nutzen kann.
Dieses ganze Gefasel von „Second Brain“ usw. halte ich für Unfug. Aber es ist ein unglaublich flexibles Ding, mit dem ich meine Arbeit super unterstützen kann.
Bei Obsidian kannst Du selbst bestimmen, wo Deine Daten gespeichert werden sollen. Es gibt Apps für Mac, iPad und iPhone und es ist kostenlos. Wenn Du in einem Ordner in der iCloud speicherst, kannst Du direkt mit allen Apps auf Deine Daten zugreifen. Es wird in lesbaren Textdateien gespeichert. Sollte Obsidian irgendwann nicht mehr funktionieren, hast Du vollen Zugriff auf all Deine Daten. Ulysses kostet im Abo. Apple Notizen kann kein wirkliches Markdown. Wenn Du Daten importierst aus bsp. KI-Apps, wird die Formatierung bei Apple oft zerschossen. Bei Obsidian geht das klasse. Für Obsidian gibt es eine Zusatz-App, um eine Website zu importieren. Was will man mehr?
Wenn Apple Notes irgendwann eingestellt würde, wären deine Notizen im schlimmsten Fall plötzlich nicht mehr zugänglich. Zugegeben, das ist ein hypothetisches Szenario – aber genau hier liegt der entscheidende Unterschied.
Obsidian arbeitet mit Markdown, einem offenen und weit verbreiteten Format. Das bedeutet: Selbst wenn Obsidian nicht mehr existieren sollte, kannst du deine Notizen jederzeit problemlos in andere Programme übertragen – ohne Datenverlust.
Ein weiterer Punkt ist die Struktur: In Apple Notes kannst du hauptsächlich mit Tags arbeiten. Tiefere Verknüpfungen oder echte Beziehungen zwischen Inhalten sind nur eingeschränkt möglich. Obsidian hingegen verknüpft deine Notizen automatisch sinnvoll miteinander und schafft so ein zusammenhängendes Wissenssystem.
Das Ergebnis ist kein einfacher Notizspeicher, sondern ein dynamisches Netzwerk – fast wie ein persönliches Wiki, das mit dir mitwächst.
Und das sind nur zwei von vielen Unterschieden. Unterm Strich: Obsidian ist nicht einfach eine weitere Notiz-App – es ist eher ein zweites Gehirn.
Obsidian ist durch seine tausenden Plugins allem überlegen, was ich bisher gesehen habe und es wächst stetig. Es ist enorm flexibel und plattformübergreifend kostenlos nutzbar. Einziger Nachteil: Kein OpenSource, aber die Entwickler sind m.E. sehr vertrauenswürdig. Security Audits wurden auch durchgeführt.
Obsidian <3
Obsidian hat leider immer noch kein (vernünftiges) 3-Pane-Layout, wie wir es von Notizen, Ulysses usw. kennen. Steht bei denen zwar auf mehrfach der Wishlist, aber die Entwickler scheinen sich leider extrem dagegen zu sträuben. Gut, dafür ist es Multi-Plattform.
Das ist zumindest ein Punkt, der mir spontan bei Tolaria positiv aufgefallen ist.
Verstehe die Obsidian-Anhänger, bin aber selbst über die Jahre immer wieder davon abgekommen. Für mich passten die Features und Abläufe einfach nicht, bei anderen mag es aber genau das Richtige sein.
Meine genutzte Alternative ist Logseq . Open Source, kostenlos, anpassbar bis hintengegen, etliche Addons verfügbar.
Zwar ist die Synchronisation zwischen Geräten laut Publisher hakelig, liegen die Daten aber in iCloud/OneDrive klappt das bei mir hervorragend. Soll heißen, andere Software wird mit „fantastischen“ Sync-Funktionen beworben, die nicht halb so gut funktionieren ;-P …
Die Diskussion verzerrt ein wenig den größten konzeptionellen Unterschied zwischen Obsidian und Tolaria:
– Obsidian ist als „zweites Gehirn“ für Menschen konzipiert, sprich eine Zettelwirtschaft/ KB/ etc.
– Tolaria ist als gemeinsamer Arbeitsbereich für Menschen und KI-Agenten konzipiert