Hörhilfe gegen Bezahlung
Smart Glasses: Meta zeigt Apple, was man besser lassen sollte
Meta zeigt gerade sehr anschaulich, warum Vertrauen bei smarter Hardware mindestens so wichtig ist wie ein günstiger Einstiegspreis. Der Konzern setzt die Funktion „Conversation Focus“ seiner AI Glasses künftig unter ein monatliches Nutzungslimit. Ohne Abo sind laut Meta-Hilfeseite drei Stunden pro Monat frei, mit Meta One Premium steigt das Kontingent auf 15 Stunden.
Conversation Focus ist eine der praktischeren Funktionen der Ray-Ban- und Oakley-Brillen von Meta. Die Brille nutzt Mikrofone und Lautsprecher, um die Stimme des Gegenübers in lauten Umgebungen besser hervorzuheben. Meta selbst beschreibt die Funktion als Hilfe für Restaurants, Bahnfahrten oder Konzerte. Gerade für Menschen, die in Gesprächen Unterstützung brauchen, ist das mehr als ein nettes Gimmick.
Umso schräger wirkt das neue Limit. Laut Meta ist keine kostenpflichtige Mitgliedschaft nötig, um die Brillen grundsätzlich zu verwenden. Wer Conversation Focus länger nutzen möchte, soll aber ein Premium-Abo buchen oder bis zum nächsten Monat warten. Sean Hollister von The Verge weist zudem darauf hin, dass die Funktion lokal auf der Brille arbeitet und auch ohne Internetverbindung nutzbar sein soll.
Drei Stunden ohne Abo
Damit bekommt die Diskussion um smarte Brillen eine neue Richtung. Bislang ging es vor allem um Kameras im Gesicht, Datenschutz, Akkulaufzeit und die Frage, ob normale Menschen wirklich mit einer KI-Brille herumlaufen wollen. Jetzt kommt ein weiterer Punkt hinzu: Welche Funktionen bleiben dauerhaft Teil der gekauften Hardware, und welche wandern später hinter ein Abo?
Meta betont, dass Conversation Focus nur ein Beispiel für erweiterten Zugriff im Rahmen von Meta One Premium sei. Gleichzeitig lässt die Formulierung Spielraum. Wer heute eine Brille wegen einer bestimmten Funktion kauft, möchte morgen nicht nachrechnen müssen, wie viele Minuten davon noch übrig sind.
Gute Vorlage für Apple
Für Apple könnte genau das zur Steilvorlage werden. Über eine Apple-Brille wird seit Jahren spekuliert, während Meta mit seinen Smart Glasses, der Ray-Ban Display und dem Orion-Konzept bereits verschiedene Ansätze zeigt.
Apple positioniert Bedienungshilfen traditionell als fest integrierten Bestandteil seiner Systeme. Zuletzt kündigte der Konzern weitere KI-Funktionen für VoiceOver, Lupe, Sprachsteuerung und Untertitel an. Sollte Apple irgendwann tatsächlich eine alltagstaugliche Brille vorstellen, wäre ein klares Versprechen hilfreich: Assistenzfunktionen gehören zum Gerät und nicht hinter eine Schranke.
Meta liefert damit unbeabsichtigt ein gutes Argument für die Konkurrenz. Eine smarte Brille muss nicht nur erkennen, übersetzen, fotografieren und Musik abspielen. Sie muss auch verlässlich bleiben. Gerade bei Funktionen, die im Alltag helfen sollen, ist ein Abo-Limit schwer zu vermitteln.


Tja, Meta muss ins verdienen gebracht werden.
Da lobe ich mir meine Nuance Audio. Die kann nur Konversation verstärken und das wird einmalig, zugeben fürstlich, bezahlt.
So wird meta kaum Umsatz mit den Brillen generieren. Der Abozwang wird viele vom Kauf abhalten, denke ich mal….
Oje, wir rennen in eine Zukunft, in der man bald nur noch mit einem Abo den vollen Funktionsumfang nutzen kann. Es wird nur noch Gewinn um des Gewinns willen generiert – und dabei eine gewisse Abhängigkeit erzeugt.
Herzlich willkommen im Kapitalismus
Zukunft? Ist in allen neuen Autos der Standard. Überall Sitzheizung und Lenkradheizung drin, aber wird nur bei bestehendem Abo freigeschaltet. Hardware aber überall vorhanden. VW baut im neuen ID Polo sogar in allen Modellen die gleichen (großen) Batterien ein, schaltet aber einen Teil der Zellen softwareseitig ab, wenn der Kunde auf dem Papier nur die „kleine“ Batterie bestellt. Geisteskrank. Ressourcenverschwendung ohne Ende.
„Tja, tut mir leid, aber ich kann mich erst nächsten Monat wieder mit dir unterhalten, meine drei Stunden Conversation Focus sind aufgebraucht“. Fände ich als introvertierte Person eigentlich noch nützlich ;-)
You made my day! :-)
Bei Apple dann ohne Abo, aber die Brille kostet 6.000 € ;)
ohne gläser und das etui kommt für 600 euro
vielleicht bekommt das putztuch ein revival
Das ist ja mal ein ganz neuer Gag -Respekt!!
Sehr unsympathisch, eine Notwendigkeit für ein Hilfsmittel hinter eine Bezahlschranke zu setzen und nicht Gimmicks und Luxus.
Wie hat die Menschheit bisher nur ohne diesen Firlefanz überleben können?!
Ich finde, für Verbraucher muss transparenter werden, welche Dienste, Apps und Funktionen lokal auf dem Gerät laufen und wo Daten in den Äther fließen. Verstecken in AGB reicht nicht.
Und was lokal läuft, darf nach dem Gerätekauf nichts extra kosten.
Schräg ist, sich freiwillig so ein Überwachungsding auf die Nase zu setzen. Es ist gemeinhin bekannt was Meta für ein Laden ist.
Na, die Träger einer solchen Brille fühlen sich selbst ja nicht überwacht. Tatsächlich „überwachen“ Sie ja Ihre Umgebung damit. Ob die Leute es wollen oder nicht. Die popelige LED bei aktiver Kamera kann wohl recht simpel umgangen werden. Eigentlich müsste die ganze Brille leuchten, wenn gefilmt wird. Das könnte viele tatsächlich ziemlich peinlich sein. Am besten gar keine Kamera. Mein Wunsch wäre auch eher ein Mini Display in der Brille, die mir Infos vom iPhone anzeigt.
gibt es doch bereits
Wer hätte gedacht, dass da noch ein Pferdefuß kommt…
ich möchte eine Brille ohne Kameras und dergleichen . displays in der Brille um das handy stecken zu lassen wäre richtig gut. Und dazu dann 20 Std laufzeit… Muss ja. nicht immer an sein.
Für den rest habe ich Uhr und telefon
Echt super, wenn dann bald viele Personen mit Kamerabrillen rum laufen und alles und jeden filmen. Da müsste eigentlich wie bei den Webcams eine LED verbaut werden, welche zeigt, dass die Kamera aufnimmt.