Kritik an ausschließlicher Excel-Nutzung
Nicht immer nur Microsoft: LibreOffice erinnert EU an eigene Digitalpolitik
Eine öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission zum Cyber Resilience Act hat kurzfristig für Kritik aus der Open-Source-Community gesorgt. Anlass war die Bereitstellung eines Feedback-Formulars ausschließlich im Excel-Format. Die Vorlage für Stellungnahmen stand zunächst nur als Datei im Format .xlsx zur Verfügung.
Stein des Anstoßes: Initial war das Dokument nur im Excel-Format verfügbar
Vertreter der Open-Source-Organisation The Document Foundation, die für das freie Bürosoftware-Paket LibreOffice verantwortlich zeichnet, sahen darin einen Widerspruch zu mehreren strategischen Leitlinien der Europäischen Union. Die EU betont seit Jahren die Bedeutung offener Standards, interoperabler Systeme und geringerer Abhängigkeiten von einzelnen Softwareanbietern.
Das Excel-Format gilt zwar als weit verbreitet. Dennoch handelt es sich um ein proprietäres Dateiformat, das von einem einzelnen Anbieter entwickelt und kontrolliert wird. Organisationen, Behörden oder Einzelpersonen, die bewusst mit offenen Formaten und Open-Source-Anwendungen arbeiten, können bei der Nutzung solcher Dateien auf Kompatibilitätsprobleme stoßen.
Inzwischen kann das Template auch im ODS-Format abgerufen werden
Aus Sicht der Kritiker entsteht dadurch eine strukturelle Hürde für die Teilnahme an öffentlichen Konsultationen. Wer kein Microsoft Office nutzt, muss zusätzliche Schritte unternehmen oder riskiert Darstellungsfehler beim Ausfüllen der Vorlage.
Offenes ODS-Format nach Hinweis ergänzt
Die Kritik richtete sich auch auf den Europäischen Interoperabilitätsrahmen sowie auf die Open Source Software Strategy der EU. Beide Dokumente empfehlen ausdrücklich den Einsatz offener Standards in der digitalen Verwaltung. Auch der Cyber Resilience Act selbst zielt darauf ab, technologische Abhängigkeiten zu reduzieren und Risiken durch schwer kontrollierbare Softwarekomponenten zu begrenzen.
Nach einem entsprechenden Hinweis reagierte die Europäische Kommission innerhalb kurzer Zeit. Seit dem Wochenende stellt sie die Vorlage zusätzlich im Open Document Format bereit. Die Datei im ODS-Format kann mit verschiedenen Anwendungen genutzt werden und gilt als offener Standard für Tabellenkalkulationen.
LibreOffice kann kostenlos beim Anbieter oder zum Unterstützerpreis in Höhe von 10 Euro im Mac App Store geladen werden.


Eigentlich sollte die EU Kommission als einziges Dateiformat .ods bereitstellen. Das können alle Tabellenkalkulationen importieren und verarbeiten, ohne dass es zu Kompatibilitätsproblemen kommt. Keep it simple. Be aware of your own rules.
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Die EU sollte endlich mal was Software angeht aufwachen.
des Weiteren sollte man bei Open Source endlich anfangen die Maintainer zu vergüten,
viele von denen BurnIn / Burnout.
Deshalb sind solche Angriffe wie die XZ Hintertür möglich gewesen.
Ist schon irre was die Big Techs für ein Geld machen bzw. alles was mit internet zusammenhängt auf Open Source basiert und was da bei den Leuten unten ankommt.
Software EU/Deutschland aufwachen?
Wir können ein paar Apps aber ansonsten bleibt alles bei Big Tech. Microsoft, Google. Auf welchem System soll unser PC laufen? Samsung Apple PayPal Kreditkarte Visa / Eurocard. Der Zug wo Europa solche Dinge entworfen hätte, ist seit Jahrzehnten abgefahren. Aufholen lässt sich das nie mehr. Auch nicht mit ein paar chice Apps.
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Und aus Deutschland kommt aus auf Open Source :
https://www.opendesk.eu/de
Auch dies wäre eine Klasse Alternative
„openDesk basiert auf Collabora Online, einer webbasierten, auf LibreOffice aufbauenden Office-Suite…eine integrierte Cloud-Lösung, die LibreOffice-Technologie nutzt, um Dokumente, Tabellen und Präsentationen in Echtzeit zu erstellen und zu bearbeiten.“
also doch wieder .ods als gemeinsamer Nenner für ein Austauschformat offener (bearbeitbare) Dokumente
openDesk ist ein deutsches Produkt – im Sinne einer staatlich gesteuerten Initiative. opendesk implementiert Collabora Online als Office Part. Aber Collabora Online ist eben kein deutsches Produkt. Collabora Productivity Ltd. hat ihren Hauptsitz in Cambridge, UK
Aber wenigstens ein Produkt aus Europa und nicht aus einem Land, dessen Regierungschef ein ungewöhnliches Verständnis von Demokratie hat – um es mal sehr zurückhaltend auszudrücken.
Haben wir bei uns in der Firma auch evaluiert. Am Ende ist es daran gescheitert, dass das ein reines Online-Tool ist. Eine lokal installierte Software ist leider immer noch einfacher zu verwenden und vor allem auch performanter. Nicht jeder will alles immer in der Cloud bearbeiten.
Was spricht gegen ein PDF Formular?
vieles. Als „Archiv“ noch ok aber nicht als „offene Datei“ geeignet. (zumal pdf ein komplexes und diffiziles Thema ist)
Dazu sind PDF Formulare meiner Erfahrung nach oft fehlerbehaftet was Plattform/Ersteller/Viewer abhängig ist. Mit winzigen Schriften im Feld angefangen über Darstellungsfehler (nicht alle eingegebenen Zeichen werden angezeigt) – bis hin zu der Tatsache, daß es oft nahezu unmöglich ist aus einer PDF Tabellen irgendwie sinnvoll heraus zu „extrahieren“ ohne diese fast komplett neu zu sortieren/ formatieren um diese in einem anderen Programm weiter zu verarbeiten…
(vielleicht wäre es sinnvoll zusätzlich ein „pdf Archiv“ Teil als nicht veränderbaren Teil im Dokument mit in die .odt Datei zu integrieren, allerding darf ein PDF-A nicht veränderbar sein also somit keine Formularfuktionalität und nicht ganz meine Gehaltsklasse
PDF ist ja nur zum weiterreichen entworfen und gedacht. Fonts werden integriert, sodass das Dokument auf jeden Computer gleich dargestellt wird. Damit die klassischen Office Lösungen das auch machen können müssten sie strukturell allesamt ziemlich „umgebaut“ werden. Aber ja, es wäre eine Überlegung wert.
Alles. Ist ein Container zum weiterreichen. Kein Rohformat.
Als „geschlossene Datei “ zur Weitergabe oder als Archiv ok, aber nicht als „offene Datei“ zum bearbeiten geeignet.
Dazu sind PDF Formulare oft fehlerbehaftet, was wohl Plattform/Tool/Ersteller/Viewer abhängig ist. Winzige Schriften im Eingabefeld, Darstellungsfehler (z.B. nicht alle eingegebenen Zeichen werden angezeigt). Zudem ist es oft diffizil aus einem PDF die Daten aus einer Tabelle sinnvoll heraus zu „extrahieren“. Diese müssen fast komplett neu zu sortiert/ formatiert werden, wenn diese in einem anderen Programm weiter zu verarbeitet werden sollen… Hängt massiv vom Tool ab mit dem das PDF Angelegt bzw. erstellt wurde.
Vielleicht wäre es sinnvoll zusätzlich ein „PDF Datensatz“ als nicht veränderbaren Teil mit in die .odt Datei zu integrieren. Damit würde sich die Notwendigkeit mit zwei Dokumenten zu hantieren erübrigen.
Collabora Office gibt es mittlerweile auch als lokale Anwendung. Kostenlos im Mac App Store:
https://apps.apple.com/us/app/collabora-office-desktop/id6754639856?mt=12
Hat etwa den Funktionsumfang von Collabora Online, also etwas weniger als das originale LibreOffice. Ist aber trotzdem zu 100% kompatibel und hat eine übersichtlichere und modernere GUI.
Es gibt durchaus europäische Alternativen zu Microsoft Office.
Der Funktionsumfang speziell in Excel mit X Verweis beziehungsweise X Vergleich ist fraglich ob dies tatsächlich bereits zur Verfügung steht. Außerdem gibt’s einige Neuerungen in Excel 2026.
Das Problem sehe ich in der Handhabung und im Austausch von Dateien.
Auch ist es teilweise kompliziert ein deutsches Sprachpaket zu installieren dieses und andere stellt nach wie vor Hürden da die eigentlich unnötig wären.
Eine Alternative zu Microsoft ist grundsätzlich empfehlenswert da diese bekanntlich nicht davor zurückschrecken gegebenfalls etwas abzuschalten.
Europäische Alternativen gibt es schon lange. Aber wenn der Standard seit Jahrzehnten von Microsoft kommt, ist ein Wechsel im Alltag schwer – vor allem beim Dateiaustausch.
schön wäre jetzt libre office fürs handy
Naja, vielleicht geht ja OnlyOffice für Dich.
ups, zu schnell auf ENTER gewesen. Wollte noch schreiben, dass die dahinterstehende Firma wohl in Riga sitzt, allerdings ursprünglich aus Russland kommt.
Collabora Office ist dafür da
LibreOffice? Das fühlt man sich leider zurückversetzt in die 90er. Wenn ihr mehr Verbreitung wollt, dann doch bitte auch durch moderne UIs und einfache Handhabung. Sprachpakete sollten in administrierten Umgebungen auch vom User auswählbar sein.
Danke, werde ich morgen testen.
Es gibt auch noch SoftMaker Office aus Nürnberg. Es super flott und sieht, wenn man das will, fast aus wie das aktuelle Office. Funktioniert super auf dem Mac.
danke für den tip!
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Zu schnell gedrückt. Wollte eigentlich nur jelmke unterstützen…