Vorbereitungen laufen
macOS 28: Apple streicht verschlüsselte HFS+-Laufwerke
Apple bereitet den nächsten Schnitt bei alter Mac-Technik vor. Ab macOS 28 sollen verschlüsselte Volumes im Format „Mac OS Extended“ nicht mehr unterstützt werden. Das Dateisystem ist auch als HFS+ bekannt und war über viele Jahre der Mac-Standard, bevor Apple mit macOS High Sierra auf APFS umgestellt hat.
Betroffen sind nicht alle alten Laufwerke. Apple spricht ausdrücklich von verschlüsselten Mac-OS-Extended-Volumes. Unverschlüsselte Datenträger in diesem Format sollen auch unter macOS 28 weiterhin funktionieren. Wer allerdings noch ältere externe Festplatten, USB-Sticks oder Archivlaufwerke mit HFS+-Verschlüsselung nutzt, muss vor dem Update aktiv werden.
Apple warnt vorab
In einem neuen Support-Dokument erklärt Apple, dass betroffene Laufwerke künftig entweder entschlüsselt oder neu formatiert werden müssen. Bereits seit macOS 26 kann das System offenbar Warnungen einblenden, wenn ein inkompatibles Volume erkannt wird. Die Meldung soll den Namen des betroffenen Datenträgers nennen.
Prüfen lässt sich das auch manuell im Festplattendienstprogramm. Dort wählt ihr in der Seitenleiste das entsprechende Volume aus und achtet auf die Angaben direkt unter dem Namen. Stehen dort sowohl „Mac OS Extended“ als auch „Encrypted“ beziehungsweise „verschlüsselt“, ist das Volume von der Änderung betroffen.
APFS statt altem HFS+
Apple empfiehlt als langfristige Lösung die Neuformatierung mit APFS oder APFS (verschlüsselt). Dabei werden allerdings alle Daten auf dem Laufwerk gelöscht, eine vorherige Sicherung ist also Pflicht. Alternativ kann ein betroffenes Volume zunächst entschlüsselt und danach optional in APFS konvertiert werden. Apple weist jedoch darauf hin, dass diese Entschlüsselungslösung nicht für verschlüsselte Time-Machine-Backup-Laufwerke gilt.
Für viele Nutzer dürfte die Umstellung vor allem alte Backup- und Archivplatten betreffen. Wir hatten bereits vor einiger Zeit darüber geschrieben, dass verschlüsselte HFS+-Laufwerke auf T2-Macs Probleme machen können. Auch in unserer Anleitung zum Verschlüsseln externer Speichermedien am Mac spielte APFS schon die zentrale Rolle.
Die Änderung passt in Apples aktuelle Aufräumarbeiten bei macOS. Zuletzt hatte sich bereits gezeigt, dass mit macOS 27 weitere alte Systembestandteile verschwinden. Wer alte Datenträger im Schrank liegen hat, sollte die Gelegenheit nutzen und diese vor dem nächsten großen Systemwechsel prüfen. Besonders bei verschlüsselten Laufwerken gilt: Ohne funktionierende Entsperrung und aktuelle Sicherung kann der Zugriff später schnell zum Problem werden.


HFS+ gibt es nur bis heute, da APFS nicht für Festplatten geeignet ist, weil es total fragmentiert. SSDs wiederum sind als Archivmedium schlecht geeignet, da sie irgendwann ihre Daten verlieren, je länger sie vom Stromnetz getrennt sind. Ich habe vor einigen Jahren alle Festplatten von APFS auf HFS+ zurückgestellt, da sie mit APFS immer träger wurden. Die externen sind natürlich alle verschlüsselt. Durch Features wie Snapshots, etc von APFS wird man das Fragmentierungsproblem vermutlich auch nicht lösen können.
Das mit den SSDs wusste ich nicht, aber gerade nachrecherchiert. Vielen Dank für diesen nützlichen Hinweis.
Ich habe bei meinem iMac late 2012 auch bemerkt, daß nach der Umstellung von HFS+ auf APFS meine interne 1 TB Festplatte sehr sehr langsam wurde. Der iMac war fast nicht mehr zu gebrauchen. Eine externe USB-SSD hat es dann wieder beschleunigt. Jetzt läuft er sogar mit Sequoia dank OpenCore Patcher.
Zu Dateisystemen, hier zeigt sich mal wieder, daß man auf Unabhängigkeit setzen sollte. Da ich neben macOS auch Linux nutze, laufen die Sicherungen alle auf extended Dateisystemen von Linux. Da ist man flexibel und kann schnell mal ein Linux booten um an die Daten zu kommen.
Zur Verschlüsselung: Ich nutze Cryptomator, das kann man auch lokal nutzen. Da das sogar am iPhone läuft kann man auch dort auf die verschlüsselten Daten zugreifen (iCloud Drive, Samba-Laufwerk…) und ist nicht auf einen Hersteller angewiesen, der Funktionen schnell mal entfernt, weil sie unbequem geworden sind.
Wenns ums Archivieren geht, man könnte auch verschlüsselte DMG-Dateien verwenden.
HFS+ sollte man wohl zukünftig meiden. Wenn demnächst die verschlüsselte Variante weg fällt, vielleicht fällt kurz drauf der komplette Support weg? So wie afp und damit die Möglichkeit der Nutzung der TimeCapsule.
Allzu lange wird man sowieso nicht mehr Spaß an HFS+ haben, denn dort werden 32bit für die Uhrzeiten genutzt. Damit wird es am 19.1.2038 ein Problem geben, weil die 32bit überlaufen (Y2K38-Bug). Die Zeiten fangen dann wieder mit 1970 an.
Das Support-Dokument spricht nur von physischen Datenträgern, aber kein Wort zu verschlüsselten Disk Images. Ich nehme aber an, dass die dann genauso betroffen sind, oder ist dazu etwas bekannt?
Ebenfalls genau mein Punkt.
Ich spekuliere mal, daß das Problem bei der Verschlüsselung an sich liegt. Dann würden Disk Images (dmg) auch betroffen sein.
Wenn das Ende von HFS+ schon so eingeläutet wird, wieso schwenkt man dann nicht auch die Verschlüsselung um? In z. B. Cryptomator. Dann ist man unabhängig vom zugrundeliegenden Dateisystem. Und kann das sogar transparent mit z. B. dem iCloud Drive nutzen. Oder auf dem NAS, USB-Datenträgern oder direkt auf der lokalen Platte (Festplatte oder SSD). Egal welches Dateisystem.
Jedenfalls bleibt jetzt noch genug Zeit zum Handeln. Also auf auf..