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Piraten-Partei stellt Anfrage

EU muss Rechtmäßigkeit der Anti-Werbeblocker-Maßnahmen von YouTube prüfen

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27 Kommentare 27

Die von YouTube gegen Werbeblocker eingeleiteten Maßnahmen verstoßen möglicherweise gegen europäisches Recht. Der Europa-Abgeordnete der Piraten-Partei Patrick Breyer hat diesbezüglich nun eine Prüfung durch die EU-Kommission eingefordert. Die von YouTube ergriffenen technischen Maßnahmen seien ein Eingriff in die Privatsphäre der Nutzer.

Eu Anfrage Breyer

Verstoß gegen EU-Datenschutzrichtlinie

Breyer greift mit seiner Anfrage eine Beschwerde auf, die der auch für die EU tätige Sicherheitsberater Alexander Hanff im vergangenen Monat an die irische Datenschutzkommission DPC gerichtet hat. Dem zufolge verstoßen die von YouTube für das Erkennen von Werbeblockern genutzten, auf JavaScript basierenden Techniken gegen die Richtlinie 2002/58/EG des Europäischen Parlaments, in der die Verarbeitung personenbezogener Daten unter Einhaltung der Privatsphäre der Nutzer geregelt ist.

Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die Benutzung elektronischer Kommunikationsnetze für die Speicherung von Informationen oder den Zugriff auf Informationen, die im Endgerät eines Teilnehmers oder Nutzers gespeichert sind, nur unter der Bedingung gestattet ist, dass der betreffende Teilnehmer oder Nutzer gemäß der Richtlinie 95/46/EG klare und umfassende Informationen insbesondere über die Zwecke der Verarbeitung erhält und durch den für diese Verarbeitung Verantwortlichen auf das Recht hingewiesen wird, diese Verarbeitung zu verweigern.

Die Datenschützer entnehmen dieser EU-Richtlinie, dass YouTube nicht ohne die ausdrückliche Genehmigung des Nutzers auf die auf dessen Endgerät gespeicherten Daten zugreifen, darf um das Vorhandensein von Werbeblockern zu überprüfen. Zudem dürfe diese Zustimmung nicht im Rahmen der allgemeine Nutzungsbedingungen eingeholt werden, sondern müsse ähnlich prominent wie die Einwilligungsbanner für die Nutzung von Cookies separat abgefragt werden.

YouTube könnte sich empfindliche Geldbußen einhandeln

Die EU-Kommission muss nun entscheiden, ob der Schutz der im Endgerät gespeicherten Informationen auch die Information abdeckt, ob das Endgerät bestimmte Seitenelemente versteckt oder blockiert, oder ob Adblocker-Software verwendet wird. Zudem muss die Kommission Stellung dazu beziehen, ob solche Kontrollen erforderlich sind, um einen Dienst wie YouTube zur Verfügung zu stellen. Dies wäre nämlich der einzige Grund, eventuelle Ausnahmen zu tolerieren. Sollte die EU die YouTube-Maßnahmen für nicht rechtens halten, könnte dies empfindliche Geldbußen nach sich ziehen.

YouTube hat seine Maßnahmen gegen die Nutzung von Werbeblockern über die vergangenen Monate hinweg intensiviert. Gleichzeitig wurden die Preise für die Premium-Mitgliedschaft bei YouTube erhöht, aber in Deutschland auch – zunächst testweise – die Möglichkeit eingeführt, mit „YouTube Premium Lite“ ein vergünstigtes Werbefrei-Abo abzuschließen.

09. Nov 2023 um 07:01 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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    • Nicht richtig. Weil es alle redlichen Premiumaccounts dann mitbezahlen was an Werbung nicht abgesetzt werden kann. Geiz ist geil, ich bin für die Antiblocker

      • Du glaubst auch, dass Google so selbstlos ist und nicht das maximale raus holt?
        Google wird jeden Preis verlangen, den die Menschen bereit sind zu zahlen, das wirst du noch früh genug merken

  • Hach, wäre schön wenn das ärger für Google gibt. Denke aber wie die Vorredner schon schreiben, dass es nicht weh tun wird falls überhaupt etwas zu beanstanden ist.

    In Konsequenz kommt dann ein Hinweis, dass man javascript und den Zugriff aufs System zulassen muss um die Plattform zu nutzen.

    Dann ist wieder alles beim alten.

    • Warum wäre das schön wenn es Ärger für Google gibt?
      Hast du etwas davon?
      Im Endeffekt werden wir alle die Deppen sei, weil es dann neben den ohnehin schon extrem nervigen Cookiebanner eine weitere wegzuklickende Meldung gibt!

  • Es soll also politisch erstritten werden, dass weiterhin ein werbefinanziertes Angebot ohne Werbung gesehen werden kann um den Preis für das Produkt zu umgehen. Bravo! Das passt perfekt in den Zeitgeist.

    • ne, es geht erst mal um die technische vorgehensweise von google wie daten abgegriffen und verwendet werden. das was du beschreibst ist eine konsequenz daraus.

      • Wie schützenswert sind denn deiner Meinung nach die Informationen bzgl. Adblocker-Einsatz für den User?

      • Uninteressant. Der Kern ist genau das was im Ursprungspost steht. Und ich finde es verwerflich wenn EU für das blocken kämpft

      • Du findest es verwerflich, dass die EU für korrektes Verhalten von großen Unternehmen kämpft? Es geht hier um das wie das blocken erkannt wird, nicht um das blocken an sich. Mal davon abgesehen, das Werbung blocken in der EU legal ist.

  • Und es kommt der zweite Button neben der Cookies… Diese Überprüfung läuft fast aus jeder Webseite. Weiß nur kaum einer …….
    Muss man dann halt zustimmen, wenn man drauf will. …
    Das Internet geht einfach immer mehr kaputt…. Firmen, Politik und die dumme Masse …..

  • Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass Google für YouTube eine kostendeckende Gebühr verlangt, völlig klar. Denn nicht nur der Betrieb der Server kostet Geld, auch die YouTuber werden für erfolgreiche Clips entlohnt und der Nutzer profitiert.
    Was ich aber nicht toleriere ist die Zwangskoppelung mit YouTube Music, denn ich bevorzuge einen anderen Musik-Streamingdienst und sehe nicht ein, für etwas gleich mit zu bezahlen, was ich nicht nutze! Was ich auch nicht einsehe ist, dass YouTube Premium in anderen Ländern teilweise nur 1/10 des Preises kostet, den wir hier in Deutschland bezahlen sollen.
    Sobald es Premium Lite für einen vernünftig reduzierten Preis gibt, zahle ich, sonst nicht. Ganz einfach. Ich kaufe nichts, was ich nicht haben will.

    • Wenn du das nicht kaufst weil du es nicht haben willst dann guck es auch nicht mit geblockter Werbung

      • Anscheinend hast du seinen Beitrag nicht verstanden: er will (wie viiiiele andere) nicht einen hohen Betrag für ein unnötiges Gimmick wie YT Music bezahlen. YT werbefrei wäre ihm schon eine Gebühr wert. Natürlich im sinnvollen Rahmen.

      • Angebot und Nachfrage wenn keine premium nimmt wird sich YouTube schon was einfallen lassen. Lite gibt es ja schonmal und ob das jetzt „angemessen“ ist, ist eine müßige Diskussion. Manche meinen ja auch ein iPhone kostet in der Herstellung ja unter 200€ ….

  • YT Lite leider nur eine Testblase. Für mich gar nicht buchbar, weder mit bestehenden noch mit neuen Account.

  • YT ist auch so ein Verein… wäre Lite breiter verfügbar hätte selbst ich mittlerweile in den sauren Apfel gebissen.
    So halt nicht, uBlock Caches leeren und Filterliste aktualisieren hilft wenn die Meldungen wieder kommen.

  • Wir füttern die Tech-Multis mit unseren Daten.
    Wir machen Sie abartig reich.
    Wir sollen zusätzlich noch die grausige Werbung ertragen oder bezahlen.
    Wir sollten aufwachen.

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