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Plattformbetreiber oft im Ausland

Einkünfte bei Airbnb und Co.: Meldepflicht an Finanzbehörden kommt

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Für Einkünfte die auf digitalen Online-Plattformen erwirtschaftet werden, will die Bundesregierung eine Meldepflicht einführen. Diese soll Plattformbetreiber dazu verpflichten sowohl identifizierende Informationen der aktiven Plattform-Nutzer mit den deutschen Finanzbehörden zu teilen, als auch über Umfang, Anzahl und Ausmaß der durchgeführten Transaktionen zu informieren.

Uber Fahrer Thibault Penin A8r2KKLSntA Unsplash

Bei dem Gesetzesvorhaben, das auf Marktteilnehmer wie Airbnb und Uber abzielt, ohne die US-Unternehmen beim Namen zu nennen, handelt es sich um ein gesamteuropäisches Projekt, das dafür sorgen soll, dass sich betroffene Plattformbetreiber den oft langwierigen Auskunftsersuchen hiesiger Finanzbehörden nicht mehr entziehen können sollen – dies kommt bislang regelmäßig vor.

Morgen im Finanzausschuss

Das sogenannte (Achtung, jetzt kommt ein langer Name) „Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2021/514 des Rates vom 22. März 2021 zur Änderung der Richtlinie 2011/16/EU über die Zusammenarbeit der Verwaltungsbehörden im Bereich der Besteuerung und zur Modernisierung des Steuerverfahrensrechts“ liegt aktuell noch als Entwurf vor (PDF-Download) und wird morgen den Finanzausschuss des Bundestages durchlaufen, der sich in einer öffentlichen Anhörung den Kernpunkten der neuen Regelungen annehmen wird.

Nach Angaben des Gesetzgebers mangelt es an der steuerlichen Transparenz unter anderem auf Portalen, die eine Kurzzeitvermietung privaten Wohnraums ermöglichten, auf solchen, die Fahrdienstvermittlung durchführen würden und jenen die zum Verkauf von Waren genutzt würden. Hier fallen uns Spontan Airbnb, Uber, eBay, Etsy und Shopify ein.

Airbnb, Uber, eBay, Etsy und Shopify

Viele deutsche Anwender würden auf den Plattformen der oft im Ausland ansässigen Marktteilnehmer regelmäßig Einkünfte erzielen, diese auch zu besteuern stelle die Finanzbehörden jedoch vor große Herausforderungen.

Im Rahmen der öffentlichen Anhörung sollen morgen mehrere Sachverständige zum Themenbereich befragt werden. Geplant ist die Umsetzung des Gesetzesvorhabens bis zum 31. Dezember.

11. Okt 2022 um 19:33 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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    66 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
    • Seh ich auch so. Erst diesen Sommer wieder erlebt, dass man über Airbnb ein Haus buchen wollte bzw. gebucht hat & dann von dem Anbieter kontaktiert wird man solle doch stornieren & das Geld dann privat schwarz bezahlen. Natürlich nochmal ne Ecke schlimmer aber warum sollten Einnahmen aus Airbnb & Co. nicht ordnungsgemäß versteuert werden.

      • Weil dann die billigen Preise nicht mehr aufgehen.

      • Das Prinzip eines Staates noch nicht ganz verstanden oder? Die billigen Preise zahlt die Allgemeinheit, wenn es schwarz ist.

      • Dann sollen sie die Preise angeben & die Kunden entscheiden ob sie es dennoch wollen oder ob das Haus leer steht. Der Preis fällt dann schneller als Neymar auf dem Platz.

        Bei anderen Produkten oder Dienstleistungen kann ich auch nicht als Begründung für Schwarzgeld sagen: tja mache ich mal schwarz, sonst muss ich die Preise massiv anheben.

      • *anheben

      • Am besten, weg damit
        Der Mittelstand wird dann aufatmen und es wird wieder ordentlich Gewerbesteuer eingenommen und letzten Endes uns allen zu Gute kommen.

      • @Jake, du kennst das nicht? Schon einmal Handwerker für irgendetwas beauftragt? Da kommt in der Regel die Frage, ob man eine Rechnung brauche. Der Mehrpreis für die Rechnung kommt übrigens nicht daher, dass diese erstellt und gedruckt wird…

      • @Cartman
        Natürlich kenne ich das, ich frage mich aber gerade was eure Argumente dafür sind oder worauf ihr hinaus wollt? Dass das gut ist? Sicher nicht. Dass Airbnb Anbieter weiterhin schwarz Geld verdienen sollen können?

    • Egal wie lange das Gesetz ist, es ist lange überfällig.

  • „Viele deutsche Anwender würden auf den Plattformen der oft im Ausland ansässigen Marktteilnehmer regelmäßig Einkünfte erzielen, diese auch zu besteuern stelle die Finanzbehörden jedoch vor große Herausforderungen.“

    Wer Einkünfte erzielt muss diese selbst erklären und versteuern. Da gibt es kein Handlungsbedarf.

    Die Herausforderung ist zu kontrollieren, wer nicht erklärt hat. Und das fällt dem FA schwer. Die wollen Steuerhinterziehung ahnden. Das ist der Grund für den Gesetzesvorstoß.

    • Das Geld für bspw. 800 Mio. Masken die verbrannt werden sollen, muss ja irgendwo herkommen! Wenn’s denn sinnvoll eingesetzt werden würde, könnte man es ja noch gut heißen, aber so ….

      • Frikadellenkapitän

        Ach…und weil es korrupte und unfähige Politiker gibt soll man Steuerhinterziehung nicht verfolgen? Lüfte mal durch…

      • Die 800 Millionen Masken nach denen so viele geschrien haben, weil die ja unbedingt gratis sein sollten? Weil die 50 Cent hatte man ja nicht übrig. Du profitierst sicher überhaupt nirgends von Steuergeldern was?

  • Hmm, ich würde mir dann aber auch eine Vereinfachung des Steuerrechts für nebengewerbliche Tätigkeiten wünschen. Ich denke, dass grundsätzlich viel mehr Menschen diese Einnahmen offenlegen würden, wenn diese z.B. pauschal mit 3 Prozent auf den Gewinn versteuert würden. Wenn ich aber für 10 verkaufte Handys bei Ebay einen Steuerberater brauchte läuft etwas falsch.

  • Verstehe ich das richtig, wenn ich zb etwas gebrauchtes(Hose/Schuhe etc) über eBay Kleinanzeigen verkaufe werden diese Einnahmen ans Finanzamt gemeldet?
    Was ist mit cashback Portale?

    • Hier geht es um gewerblichen Handel, nicht deinen privaten Verkauf von deiner getragenen Wäsche und deinen Stinkeschuhen zweimal im Jahr.

      • Waren ja nur Beispiele :D aber danke für die Rückmeldung ;)

      • Glaubst Du wirklich es bleibt dabei?
        Ich glaube das nicht!
        Schließlich geht es um die vollständige Überwachung aller Finanzströme. Weiter werde ich nicht ausholen. Selber mal nachprüfen, z.B. beim WEF. Sie sagen es Dir ganz unverblümt was kommen soll!

      • @Darkmusik Wenn ich Kommentare wie deinen lese, dann zweifle ich an unserer Gesellschaft. Gibt ja noch eBay Kleinanzeigen, diverse Boards in Supermärkten oder Flohmärkte. Diese psycho Verschwörungstheorien sind schon irgendwo traurig.

      • Frikadellenkapitän

        Erst wenn er gewerbsmäßig seine gebrauchten Unterhosen an Fetischisten verkauft betrifft es ihn.

      • @darkmusic: Du hast viel Vertrauen in unsere Finanzbehörde! Die schaffen es ja nicht einmal jedem Bürger Geld zu überweisen, weil die IBAN nicht bekannt sind bzw. mit den Namen verknüpft werden dürfen.
        -> Gewerbliche Einnahmen sind zu versteuern, wie einfach und ob mit Freigrenzen oder sonst welchen Modellen ist egal.

    • Das ist im gewissen Rahmen immer ok.
      Es gibt aber auch Leute, die zum Beispiel von einem Angebot 50 Stück kaufen und diese dann gewinnbringend auf EBay weiter verkaufen. Das ist dann sehr nahe an einem gewerblichen Handel ohne Anmeldung und es soll auch da schon Strafverfolgungen gegeben haben.

    • Kommt aus dem Umfang an:
      Wenn es nur um „mal so was zu verkaufen“ geht, muss nix gemeldet werden.
      Was anderes ist es , wenn beispielsweise der gesamte Hausrat einschließlich dachbodenfunde etc. bei eBay und Co angeboten werden, ( ist einem Freund von mir so ergangen nach einer Erbschaft der Großeltern- das war ein ziemlicher Aufwand mit dem Finanzamt….

  • Na toll, soll man dann die Verkäufe seiner alten Sachen auf eBay versteuern oder was? Mir hat vor 2 Jahren bei einer Steuerprüfung das Finanzamt meine privaten Payback Punkte schon mit eingerechnet. Voll die Frechheit.

  • Denn Beihilfe zur Steuerhinterziehung steht in Deutschland schließlich nur dem Bundeskanzler Olaf Scholz zu!!! Wenn das sonst jeder machen würde…

  • Was ist mit TikTok Einnahmen, müssen die auch versteuert werden?

  • Influencer zahlen sicher auch keine Steuern. Jeder Vollhonk ma deswegen nen Werbefinazierten Youtube Kanal auf. Voll die Seuche.

  • Wenn man in Bezug auf Besteuerung den gleichen Ehrgeiz bei den Großkonzernen hätte…

  • Wenn Sie doch unser Steuergeld wenigstens sinnvoll ausgeben würden…

    Aber nein, alle im Ausland (1 MRD für Indien, Ölkonzerne, etc.) kriegen unser Geld während wir durch den Winter frieren sollen. Super!

    • Frikadellenkapitän

      Achso…und weil Steuergelder deiner Meinung nicht richtig verwendet werden soll man Steuerhinterziehung und Geldwäsche akzeptieren? Was kommt als nächstes? Die Polizei fährt bei rot über die Ampel, dann darf ich das auch?

  • ich sage, je Chance zur Steuer und sonstigen Optimierung muss unterbunden werden – egal ob Private Vermietung – Weg zur Arbeit (obwohl man im Homeoffice sitzt oder mit geschickten Überstünden sich viele freie Tage im Sommer ergaunert – bis hin zum Hobby mit eindeutiger Gewinnerzielungsabsicht) schliesslich könnte meine Steuerlast am Ende geringer ausfallen, wenn alle korrekt abführen würden …

    • Frikadellenkapitän

      Auch wenn Du recht hast wenn Du sagst dass die Optimiererei ein Ende haben muss, so glaube ich nicht dass die Steuerlast geringer ausfallen würde wenn mehr Steuergerechtigkeit herrschen würde. Es gibt immer Gründe mehr Einnahmen zu generieren, weil wir ein Problem auf der Ausgabeseite haben. Jahrzehntelang wurde Geld in die Bundeswehr gepumpt mit dem Ergebnis dass wir jetzt ein 100 Mrd. Sondervermögen brauchen um die Truppe einigermaßen auszustatten. 16,4 Mrd. hat Deutschland für einen völlig sinnlosen Krieg in Afghanistan ausgegeben. Steuergeschenke für sinnlose Hybridfahrzeuge…und und und.

    • sorry aber wer steuern zu zahlen hat, hat auch das recht steuern zu sparen. Würde auch am liebsten eine vermögensverwaltente GmbH oder UG gründen um weniger Steuern auf Kapitalerträge zu zahlen.

  • Ich hoffe nur es trifft nicht die falschen. Wer sich jeden Monat eine Jeans für €100 kauft und sie nach 1 Monat für €60 verkauft, soll er diese je €60 „Einnahmen“ dann etwa versteuern?

  • Ja ja, den Kleinen presst man jeden Cent ab während die Reichen mit unzähligen Vermeidungsmodellen verschont werden.

    • Was ein Bullshit, gerade da wird abgesahnt. Ich könnte kotzen wenn ich sehe, was ich jährlich zahlen muss. Das ist sechsstellig und da heult ihr rum?
      Ich habe immer das Gefühl ich bezahle alle Kindergartenplätze im Stadtteil und das Schwimmbad gleich mit dazu.
      Heult nicht wegen der paar Kröten. Ihr könnt ein Haus kaufen und das absetzen – Ich verdiene zuviel.. für mich nicht. Im Kindergarten zahle ich noch mal extra, weil ich mehr verdiene 450€ und die Frau von nebenan arbeitet nicht und muss nur 30€ zahlen. Doppelbesteuerung nenne ich das.

      So könnte ich ewig weitermachen. Den kleinen presst man jeden Cent ab. Bullshit, die kriegen es in den Allerwertesten gepustet. Bis 18.000€ NULL Steuern.
      Mache ich Gewinne bei Aktien, hauen die meinen Steuersatz nochmal obenauf und kassieren fett was 50% der Gewinne. Wenn ich so ein „Kleiner“ wäre, würde das Brutto wie netto laufen. Alles in die Tasche.. So sieht die Welt aus.. Die Großen zahlen die Zeche der kleinen Leute.

  • Dann müssen die Abgeordneten auch ihre Einkünfte aus Lobbyismus (Korruption) melden!

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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