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Kritiker sehen Privatsphäre in Gefahr

China: iCloud-Daten werden bei staatlichem Anbieter gespeichert

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Zu Jahresbeginn wurde angekündigt, dass die iCloud-Daten chinesischer Nutzer fortan nicht mehr in den USA, sondern auf Servern in China gespeichert werden. Apple war zu diesem Eingeständnis gezwungen, um mit den lokalen Richtlinien konform zu gehen und das Angebot in China weiterhin aufrecht erhalten zu können. Nun wurde ein pikantes Detail der Umstellung bekannt. Die Daten werden künftig direkt beim Staatsanbieter China Telekom gespeichert, ein Unternehmen, auf der schwarzen Liste der aktuellen US-Regierung weit oben rangieren dürfte.

Apple sieht sich in dieser Angelegenheit ohne Frage in einer Zwickmühle, lässt aber wohl aufgrund von wirtschaftlichen Interessen klare Statements vermissen. Man müsse mit den lokalen Richtlinien konform gehen, verwende aber leistungsfähige Verschlüsselungs- und Sicherheitssysteme und es werde auch keinerlei Hintertüren geben.

Mit der Übertragung der Daten auf mehr oder weniger eigene Server fallen dennoch erhebliche Barrieren für den von Zensur geprägten asiatischen Staat. So haben in den letzten Monaten auch Regimekritiker und Organisationen chinesische Nutzer vor möglichen Folgen des Umzugs gewarnt. Im Zweifel sei es sogar sinnvoll, den persönlichen iCloud-Account komplett aufzugeben und sich ein neues Benutzerkonto direkt in den USA zu erstellen.

Mittwoch, 18. Jul 2018, 12:39 Uhr — Chris
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  • Sind die Daten denn weiterhin verschlüsselt? An sich macht es ja absolut keinen Unterschied, wo die Daten liegen, solange sie garantiert verfügbar (in China ein Problem!) und sicher verschlüsselt sind.

    • Melvin, die sichere Verschlüsselung entspricht der Quadratur des Kreises! Bislang ist noch jede ach so sichere Verschlüsselung geknackt worden, und ich bin zuversichtlich, daß es die unknackbare Verschlüsselung nicht geben wird, und auch nicht geben kann. Die einzig sicheren Daten sind diejenigen, welche der Userkontrolle nicht entzogen sind – also die Offline-Daten.

  • Generell finde ich diesen Cloudspeicher Trend eher pessimistisch. Für die Anbieter mit Sicherheit ein lukratives Geschäft, für den Nutzer birgt es hohe Risiken. Ein Banking Screenshot unachtsam in der Cloud gespeichert, ein Hacker erlangt Zugriff und schon sind die Probleme da. Jeder kann machen was er will aber ich speichere nur Sachen die unbedingt sein müssen und nur die Dinge die ich auf allen Geräten brauche, dennoch wäre mir eine lokale Lösung deutlich lieber, leider gibt es nichts gescheites, mit Apple iCloud vergleichbares für zuhause. Falls jemand denkt ich sei zu paranoid, ich wurde mehrfach beschissen, mit EC und Visa, trotz höchster Sorgfalt und immer alle Sicherheitsratschläge befolgt, weis ich bis heute nicht wie die an meine Daten gekommen sind.

    • „…, leider gibt es nichts G escheites, mit Apple iCloud V ergleichbares für zuhause. …“: Blub, hier irrst Du leider. Die von Dir vermißte Alternative habe ich bereits: (m)ein iPad Pro 10.5 mit 512 GB LOKALEM Flash-Speicher. … … …

  • Nachtigall, ick hör dir trapsen

    ^^

  • Wie heißt es so schön, Geld stinkt nicht!

  • Hahaha… natürlich werden die Daten dort so gespeichert, dass der Zweck, die Daten überhaupt auf „Regierungsservern“ ablegen zu müssen, auch erfüllt werden kann: Die Regierung hat Zugang.

  • Wenn Apple sich derart compliant den chinesischen Behörden und Gesetzen gegenüber zeigt, was durchaus nachvollziehbar ist, dann dürfte das aber wohl für alle Behörden gelten. Vor allem auch den US-Behörden gegenüber. Und da die meisten von uns als europäische Staatsbürger in Europa lebend vor den US-Behörden keinerlei (!) Schutzrechte genießen, kann man davon ausgehen, dass Apple unsere Daten auch nicht schützt. Dass wir das immer meinen, ist der Sympathie für das Unternehmen geschuldet und dürfte mit der Realität nichts zu tun haben. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei den berühmt gewordenen Fällen, bei denen sich Apple heroisch schützend vor den Kunden geschmissen hat, um in Amerika lebende (oder verstorbene) amerikanische Staatsbürger handelte. Wie Apple solche Anfragen in Bezug auf Nicht-Amerikaner beantwortet oder beantworten wird ist völlig ungeklärt. Der Umgang mit China lässt aber einiges erahnen. Vielleicht sind sie in Cupertino doch nicht die Guten.

  • „Kritiker sehen Privatsphäre in Gefahr“
    Ernsthaft? Es sollte doch jedem klar sein, dass Apple die iPhones Gläsern gemacht hat, um weiterhin im wichtigen chinesischen Markt verkaufen zu dürfen.
    Totale Kontrolle durch Algorithmischen… die Chinesen schaffen es halt nicht aus eigener Kraft. Da sind amerikanische Behörden etwas weiter.

  • Firmen, sei es Apple, Google, Microsoft oder andere, halten sich an die Gesetzgebungen der Länder, in denen sie ihr Geschäft betreiben. Zu erwarten, sie sollten eine eigene Rechtsauffassung höherwertig erachten als die des sie umgebenden Rechtsraumes, ist nicht wünschenswert. Während wir einerseits fordern, Facebook möge sich gefälligst an deutsche Gesetze halten, verlangen wir andererseits, Apple möge die der Chinesen brechen. Verfolgte man diesen Gedanken bis zum Ende, bekäme man entweder eine Welt, in der Gesetze nicht von Staaten sondern von multinationalen Firmen formuliert würden oder eine, in der Firmen als quasi wirtschaftsmilitärische Einheit am lagen Arm ihrer jeweiligen Regierungen in die Hoheitsgebiete von Drittstaaten hinein agieren.
    Beides wäre fundamentalistischer Neoliberalismus, dessen Konsequenzen man anhand von aberdutzenden dytopischen Romanen beunruhigend genau einschätzen lernen kann.

    • Im Gegensatz zu Apple hat sich Google aber aus dem chinesischen Markt zurück gezogen, eben weil es die Bedingungen nicht akzeptieren wollte.

      • Für Goggle gab es da aber sowieso nichts zu hohlen. Also zu verdienen.
        Da war es für Goggle eher eine finanzielle Entlastung sich aus China zurück zu ziehen.

      • Eben! Das geht also auch! Aber Apple wohl nicht zuzumuten. Schließlich sind Google ja die Bösen, die uns alle verkaufen.

      • Also wenn’s was zu holen gibt, dann sind ganzen die Keynote Sprüche von wegen „wir sind die Guten“ vergessen.

    • Jos, so Du „1984“ von George Orwell liest, wirst Du vielleicht nachvollziehen können, weshalb (Leute wie) ich sich chinesische Gesetze ganz bestimmt nicht wünschen. Auch, wenn jedes Volk letztlich das Gesetz bekommen dürfte, welches es verdient. …

  • hm, hätte es apple schon 193X gegeben, gäbe es auch ein Iphone SS…
    ekelhaft wie man sich so anbiedert…

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