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Vorerst keine Neuaufträge mehr

Ausschreitungen in Indien: Apple zeigt auf Zulieferer

28 Kommentare 28

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen unter der Belegschaft des Apple-Zulieferers Wistron in Indien – ifun.de berichtete – hat Apple nun erste Konsequenzen gezogen und stellt dem Werk keine neuen Lieferaufträge mehr aus.

Erste Untersuchungen hätten ergeben, so Apple, dass der in Taiwan ansässige Fertiger bei seinen Werken in Indien nicht beziehungsweise nur unzureichend auf die Einhaltung der Arbeitszeiten geachtet hätte. Zudem hätten verzögerte Mitarbeiter-Zahlungen dazu geführt, dass Löhne für Oktober und November nicht rechtzeitig gezahlt worden seien.

Wistron von Megawachstum überfordert

Mit der Fertigung seiner iPhones in Indien wollte Apple die Abhängigkeit von den Werken in China reduzieren. Hier jedoch soll sich Wistron massiv übernommen haben. So habe sich die Anzahl der Beschäftigten in den zurückliegenden acht Monaten auf über 9000 vervierfacht. Diese seien jedoch vielfach über Zeitarbeitsfirmen zur Verfügung gestellt worden.

Im indischen Wistron-Werk selbst wurde inzwischen die Unternehmensführung ausgewechselt, zudem steht Mitarbeitern eine neue Telefon-Hotline zur Verfügung, die diese nutzen können, um anonym auf Missstände aufmerksam zu machen.

Lohnzahlungen von $200/Monat blieben aus

Vor den Ausschreitungen bei Wistron hatte Apple erst Anfang November mit die Neuvergabe von Aufträgen an den chinesischen Zulieferer Pegatron ausgesetzt, da es auch hier wiederholt zu Verstößen gegen Arbeitsschutzvorgaben gekommen war.

In den indischen Wistron-Werken war es zu Ausschreitungen und Plünderungen gekommen, nachdem es dem mit nur drei Personen besetzten Mitarbeiter-Büro nicht gelungen sei, den in Aussicht gestellten Arbeitslohn von umgerechnet $200 pro Monat pünktlich zu zahlen. Mehrere hundert Mitarbeiter verwüsteten die Werke und verursachten dabei einen Schaden in Höhe von rund 7 Millionen US-Dollar.

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21. Dez 2020 um 07:15 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • ob die Mitarbeiter durch diese Aktion nun ihren Lohn bekommen bezweifle ich…auch wenn der Frust nachvollziehbar ist – ausrasten in diesem Maße ist einfach mehr als übertrieben…

      • Alles kaputt zu schlagen kann aber auch keine Lösung sein, selbst für politisch korrekte Rote. Im Endeffekt haben sich die Leute da selbst geschadet nachdem sie in der Fabrik wie die Vandalen gehaust haben. Und nachdem Apple den Auftrag zurückgezogen hat haben sie nun noch weniger Arbeit.

      • Ich geb dir recht, dass Gewalt nicht die Lösung sein kann und sie wahrscheinlich eine bessere Lösung hätten finde können. Allerdings werden sich die verantwortlichen in Zukunft zwei mal überlegen, ob sie Gehälter nicht auszahlen und mir ist lieber Leute wehren sich als sich Situationen ergeben die im Endeffekt sklaverei sind.

    • Das Verhalten anderer Menschen von oben herab zu beurteilen ist nicht die beste Art und Weise. Ich denke in der Region hat der Lohn einen deutlich höheren Stelle wert als in unserer Gesellschaft wo es ein verhältnismäßig gutes soziales Netz gibt das einen Auffängt.
      Gewalt ist selten angebracht, auf der anderen Seite hätten wir und vermutlich auch viele Apple Entscheidet nichts von dem Missständen mitbekommen.
      Das wichtigste ist das keine Personen zu schaden kommen!

    • Was denkt ihr Knaller denn, wie wir in Deutschland zu unserem Wohlstand gekommen sind?!
      Meint ihr, vor über 100 Jahren haben die Firmeneigner einfach so gesagt, „och, ich geb den Jungens einfach mal was von meinem Gewinn weil die voll toll arbeiten und ich reduziere mal die Arbeitszeit wegen work/Life Balance.“?

      • Was denkst du Knaller denn, wie das vor (weit über 100 Jahren) hier in Deutschland gewesen ist? Noch wie was von den Weber-Aufständen gehört? Der Entstehung des Sozialstaates durch Bismarck? Oder auch die Ursprüngliche Bedeutung des Wortes Sabotage in Frankreich?
        Die waren jedenfalls allemal so schlau, zwar Schaden anzurichten, aber nicht gleich die gesamte Fabrik und damit ihre Arbeitsstätten zu zerstören.
        Naja, ist vermutlich einfach eine völlig andere Mentalität, wie jeweils mit Zorn umgegangen wird, Produktiv oder eher Destruktiv.

    • Mehr als übertrieben? Für dich sind 400€ vielleicht nicht viel Geld, aber wenn dir der Lohn für 2 Monate Arbeit nicht ausgezahlt wird, dann halte ich Gewalt als letztes Mittel für ganz und gar nicht übertrieben. Ganz im Gegenteil, nur durch den so entstanden öffentlichen Druck kommt es doch überhaupt erst zur Veränderung. Auch unser Wohlstand wurde gegen ausbeuterische Raubkapitalisten erkämpft, es ist nur deutlich länger her!

      • Ja, nur mit dem Unterschied, daß nicht gleich der gesamte Arbeitsplatz zerstört wurde.
        Was hier doch befremdlich ist, ist die völlig sinnfreie Anwendung von Gewalt, wo auch ein Streik vermutlich ähnliches bewirkt hätte. Oder die Beschädigung einiger wichtiger Steuerungsanlagen.

    • moin moin,

      ich weiß ja nicht wie die Gesetzeslage in Indien ist, aber bei uns hier wäre auch erst einmal der Entleiher in der Pflicht die Löhne zu zahlen. Der entleihende Betrieb zahlt hier nämlich an den Entleiher.

      Grundsätzlich kann ich die Haltung der Mitarbeiter bei Wistron verstehen. Die Mentalität spielt da auch eine große Rolle. Allerdings bin ich der Meinung, das Apple als Auftraggeber eine besondere Rolle bei der Einhaltung der Arbeitsbedingungen bei angeheuerten Produktionsstätten einnehmen muss.

      Wem will man nun also letztendlich den „schwarzen Peter“ in die Schuhe schieben.

    • Na dich möchte ich mal erleben, wenn du Zuhause eine Familie hast die nix zu futtern aufm Teller haben und deine Firma dir deine Löhne vorenthält bei den dort vorherrschenden hilfen die dir zur verfügung stehen…..keine.

      • Richtig, vernünftigerweise erstmal alles zerstören, vermutlich auch noch mit den Konsequenzen, dafür ins Gefängnis zu gehen.
        Klar, schlimme und traurige Zustände sind das, aber die Arbeiter haben doch bewiesen, daß sie an einem Strang ziehen. Hätten doch eigentlich mehr bewirken können, denke ich.
        So geht die Produktion eben an den nächsten günstigen Produzenten, der wieder wo anders sitzt.

  • Wie kann man in Indien nicht einfach ein Gefängnis neben ein Werk bauen und dadurch die Löhne auslassen?? War vielleicht den armen Chefs von winstron nicht klar…Löhne an die Werksarbeiter zu zahlen ist ja ist doch sowas von gestern ;) auf jeden Fall echt übel- der Lohn an sich, dass er nicht gezahlt wurde, der Vandalismus etc.

  • Frank Frankfurt

    Deswegen brauchen wir das Lieferkettengesetz.

    Apple sollte hier in die Verantwortung genommen werden. Und was macht Apple? Die zeigen mit dem erhobenen Zeigefinger auf den Auftragsfertiger.

    Globale Welt. Lokale Probleme. Vor allem die Probleme „Anderer“…

    • Genau!
      Und wer sich mal intensiv damit beschäftigt wird feststellen, dass über 90% der elektrischen und elektronischen Geräte davon betroffen sind.
      Da würde ich bei diesem Risiko als Hersteller einfach mal den Markt nicht mehr beliefern da gerade in D irgendwelche Organisationen klagen werden. Und es ist dann immer gut – wie auch in diesem Fall – direkt durchzugreifen und die Leute mit Arbeitslosigkeit doppelt zu bestrafen.

      • Gerade WEIL über 90% betroffen sind und gerade weil die meisten Kunden kein Gewissen haben, und einfach kaufen ohne nachzudenken, wäre es erforderlich dass Firmen wie Apple in die Verantwortung genommen werden. Immerhin stehen sie als Hersteller drauf!

      • Naja, wenn der Markt aber ganz Europa ist dann wird sich ein Hersteller zweimal überlegen ob es ihm das wert ist, der europäische Markt ist zwar nicht der größte, aber auch nicht unerheblich. Und nur zu sagen „es machen ja 90% der unternehmen so“ ist in meinen Augen heuchlerisch und heißt noch nicht dass man daran deswegen nicht versuchen sollte etwas zu ändern.

    • Dann erkläre uns doch mal, wie man ohne gewaltsame Lösung kontrollieren möchte, dass zum Beispiel die Rohstoffversorgung zu 100% garantiert sauber abläuft? [Zur Erinnerungen, viele Minenbetreiber stehen unter dem Protektorat der jeweiligen Regierung]
      Es wäre schön, wenn die Welt so einfach wäre. Ist sie aber leider nicht.

  • Der Mindestabstand wurde nicht eingehalten…

  • Aber Hauptsache Masken auf in dem Getümmel, was lächerlich einfach

  • Einst waren es in der USA dunkelhäutige die als Sklaven und billige Arbeitskräfte gehalten wurden.
    Wenn heute Apple-Produkte in der
    östlichen Welt produziert werden, ist die Gewinnmarge für Apple enorm.
    Die Unzufriedenheit der dortigen Menschen ist verständlich, von den Schäden die von ihnen angerichtet wurden einmal abgesehen.
    Wenn die westliche Welt weiterhin die Fertigung von Stoffen ,Elektronik
    usw. nach Fernost verlagert, werden wir alle eines Tages dafür die Quittung bekommen.

    China ist vom Kommunismus zu. einer kapitalistischen Macht emporgestiegen.

  • Welch großes Problem die indische Zivilisation hat, kann man in derartigen Videos immer wieder beobachten. Die Inder sind – neben den Chinesen – absolut überbevölkert. Zu viele Menschen, zu wenig Raum, zu wenig Arbeit, zu wenig Geld, Frust über alles und jeden. Die Inder sind derart verzweifelt über ihre Leben und die Aussichtslosigkeit, dass sie ihre Aggressionen immer in Form von Brutalität – Jagd und Mord an Muslime, Zerstörung von Moscheen – und in diesem Fall wird einfach mal die Firma komplett auseinandergenommen und fremdes Eigentum ohne Rücksicht beschädigt. Ich arbeite im pädagogischen Dienst und habe sehr viel mit Menschen aus anderen Ländern zutun. Mein Job ist es, ihnen wieder auf die Füße zu helfen. Das was ich eingangs geschrieben habe, ist original von einem indischen Herren, den ich betreue, gesagt worden. Er ist seinerzeit über Belgien nach Deutschland geflohen, weil es in Indien für ihn überhaupt keine Chancen auf ein halbwegs akzeptables Leben gab. Viele kennen Indien bloß aus Bollywood-Filmen und glauben, das Land sei wirklich so schön bunt und es gäbe eine „Magie“ dort. Aber wer schon mal in Indien war, wird außer Dreck, Gestank, verdreckte Flüsse und Bettler und unhygienisches Essen nicht viel finden.

    • Hm ja, mag sein, aber mein SW Entwickler in Indien verlangt für jeden kleinen Support immer ein paar hundert US $. Der hat anscheinend nicht bekommen, dass es in seinem Land nur arme Bettler gibt, so wie das in D jeder zu wissen meint.

    • Dann ist die beschriebene Person nicht geflohen sondern schlicht ein Wirtschaftsmigrant. Das sollte man klar von Flüchtlingen unterscheiden.

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