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350 Milliarden Dollar sollen in die USA

Apples Steuerpolitik: Dickes Lob von Trump, Kritik aus Europa

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Es war absehbar: Donald Trump nimmt die Ankündigung Apples, insgesamt 350 Milliarden Dollar im Ausland gebunkertes Kapital in die USA zu überführen zum Anlass, die eigene Steuerpolitik zu loben. Und dies wohl zurecht, denn ohne die von der Trump-Regierung gewährten Steuererleichterungen wäre es wohl nicht zu der Ankündigung Tim Cooks diesbezüglich gekommen. Damit verbunden rechnet Apple mit einer Steuernachzahlung in Höhe von 38 Milliarden Dollar.

Dass man bei derlei Zahlenspielen ohnehin stets den jeweiligen Blickwinkel im Auge behalten muss, merkt das Magazin Spiegel in einem kritischen Kommentar an. Wenngleich es sich bei den 38 Milliarden Dollar um einer der größten Steuernachzahlungen überhaupt handle, komme Apple dabei unterm Strich durchaus gut weg:

Apple verkauft seine geplante Steuernachzahlung in den USA als Akt gesellschaftlicher Verantwortung. Dabei wird der Konzern von der US-Regierung schlicht dazu gezwungen, endlich Abgaben auf Gewinne abzuführen, die er seit Jahren im Ausland parkt. Die angekündigte Rückzahlung des Konzerns ist zudem ein Symptom für die Nationalisierung der US-Wirtschaftspolitik.

Nachzahlung für Irland lässt weiter auf sich warten

Die 13 Milliarden Euro, die Apple laut Ansicht der EU-Kommission Irland schuldig ist und auf ein Treuhandkonto überweisen soll, müsste das Unternehmen mit Blick auf die oben genannten Beträge ja quasi aus der Portokasse begleichen können. Doch gestaltet sich dies keineswegs so einfach wie man es sich wünschen würde. Ursprünglich wollte Apple schon Anfang des Monats mit den Zahlungen beginnen, nun verzögert sich das Ganze aber offenbar mindestens bis März. Nachdem zunächst Berichte die Runde gemacht haben, dass die Zahlungen frühestens im zweiten Quartal anlaufen, sagen optimistische Quellen nun einen Zahlungsbeginn im März voraus.

Freitag, 19. Jan 2018, 13:59 Uhr — Chris
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  • Eine solche Unverschämtheit, das ich es kaum fassen kann. Erst macht Tim Cook den unsäglichen Trump zum Helden der amerikanischen Wirtschaft und dann kriegen die Amis jetzt die Kohle, die Apple wegen Irlands Finanzpolitik über die letzten Jahre sparen konnte, quasi von den EU-Bürgern geschenkt bekam. Wenn nicht mein ganzer Haushalt mit Apple-Hardware bestückt wäre, wäre dies der Zeitpunkt dieser Firma den Stinkefinger zu zeigen. Tim Cook ist so eine armselige Figur.

    • Ist daran nun Apple oder Irland schuld? Hätte es die lasche Steuerpolitik nicht gegeben, wäre das Geld ebenfalls nicht in der EU gelandet. Vielleicht ist also eher die EU schuld, weil sie derart lasche Steuerpolitik zulässt und im Nachhinein das verursachende Land nichtmal zur Verantwortung zieht.

    • Sorry mathias, aber das ist künstliches Aufregen Deinerseits.
      Die Steuerpraktiken Apples und vieler anderer Schwergewichte – Amazon, Google, Microsoft – um nur ein paar zu nennen, sind seit Jahren bekannt. Zumindest schon bevor Du mit der Bestückung Deines Haushaltes begonnen hast.
      Da bin ich ziemlich sicher.
      Als mündiger Bürger und Konsument hat man durchaus die Möglichkeit Einfluss zu nehmen. Und sei es auch nur mit der eigenen Wählerstimme alle vier Jahre.
      Hier ist aber gerade der Deutsche fast nicht in der Lage sich vorher zu informieren.
      Das beste Beispiel hierfür war Stuttgart21 (https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_Stuttgart_21)
      Die am Ende gewählten Parteien in Baden-W. wollten seit 20 Jahren, dass das Projekt kommt und hatten dies auch in den Wahlprogrammen angekündigt.
      Als die Planungen dann beendet und die Bauphase begonnen werden sollte kam der Protest.
      Klassische Doppelmoral.
      CDU/SPD/FDP wählen, weil schon immer so gemacht, aber die Konsequenzen (z.B. Wahlprogramm) ignorieren.

      Selbst ich als Gutverdiener plädiere für eine Umverteilung von Reich zu Arm, da die Wirtschaft nicht mehr die gleichen Interessen wie noch vor 20 Jahren hat.
      Vor 20 Jahren war die Interesse Vollbeschäftigung, soziale Gerechtigkeit und Wohlstand für alle.
      Heute herrscht Hyperkapitalismus mit der Ausbeutung von Natur und Mensch (ja, Reihenfolge absichtlich so gesetzt) ohne Rücksicht und nur zum Zweck der Gewinnmaximierung weniger.

      Apple geht mittlerweile zumindest was Nachhaltigkeit angeht mit, sagen wir mal gutem Beispiel voran. Dies geschieht leider aber auch immer erst, wenn man es sich (finanziell) erlauben kann.
      Ok, gut jetzt! Damit wären auch meine 5 Minuten täglicher Gesellschafts- und Politikkritik vorbei! Danke fürs Lesen ;-)

      • @jalo:
        Schön, dass sich hier auch mal (leider viel zu selten) eine Stimme der Vernunft zu Wort meldet. In den letzten zwölf Jahren ist die Bundesrepublik stetig den Weg in wachsende Armut und Umverteilung von unten nach oben marschiert. Anscheinend stört das aber nur wenige, denn uns drohen vermutlich weitere Jahre GroKo und damit weitere Jahre Hyper-Kapitalismus.

      • Egal was du hier schreibst. Eines ist klar. Apple ist längst nicht so sozial wie hier gedacht wird. Vielmehr sind es die Dollarzeichen welche im Vordergrund stehen. Blind sind die, die nicht sehen wollen

      • @jalo

        Ein super Artikel schönen Dank.

        Ich habe jedoch 2 Anmerkungen

        1. Ich denke das die Unternehmensführungen schon immer die Gewinnmaximierung im Vordergrund stand und nie die Vollbeschäftigung. Der Unterschied von “Damals” zu “ Heute” liegt in der Unternehmensplanung. “Damals” wurde langfristig für das Unternehmen geplant, “Heute” steht bei den meisten Unternehmen der jährliche Erfolg im Mittelpunkt.

        2. Ich höre häufig in Diskussionkreisen, das die Parteien ein Steuergesetz erlassen sollen das die “Armen” besser gestellt sind. Unabhängig von diesen Forderungen besteht immer die Möglichkeit selbst aktiv zu werden ( als Vorbild & Motivator ) und sein Kapital den “Armen” zu schenken. Es müssen bei solchen Initiativen keine Gesetze erlassen werden, sondern hier gibts die Möglichkeit zur Eigenverantwortung

      • Es mag war sein, dass du Gutverdiener bist, aber von Arbeit hast du wenig Ahnung.

        1. die ganze Welt wartet nur auf Deutschland. Wir sind eine Großmacht. Ohne uns steht die ganze Erde still. (Ironie off)

        2. Es gibt in Deutschland schon heute einen Arbeitskräftemangel. Insoweit kann es sich kein Arbeitgeber leisten, seine Angestellten auszubeuten

        3. man muss akzeptieren, dass es Menschen gibt, die – warum auch immer – nicht arbeiten wollen.

        4. und was das Projekt Stuttgart 21 angeht: es wurde in einer von den Grünen initiierten Volksbefragung im Nachhinein legitimiert. Und zwar mit einer eindeutigen Mehrheit. Und was viele übersehen: selbst in Stuttgart bekam das Projekt mehr Stimmen für den Bau als gegen den Bau! Also verschon uns mit deinen Beispielen über angeblich schlechte Politik!

      • Endlich ein Kommentar und nicht das übliche bla, bla. Die Deutschen schon ein Merkwürdiges Volk, ohne Souveränität seit 70 Jahren und trotzdem wird fleissig gewählt obwohl sowieso nichts bringt. Aber das wissen nur die wenige……, Rest muss Steuer und Abgaben zahlen damit weiter die Kriege und Diäten und Pensionen finanzieren werden.

      • Kann nur zustimmen !

      • Das stimmt nicht das sie mehr stimmen für den Bau bekamen!
        Nur jeder Nichtwähler wurde als stimme dafür gezählt. Da die Beteiligung sehr klein war hatten die gegebner nie eine Chance.

    • Ja das ist halt die konsequente Umsetzung von „America first“. Hätten unsere Regierungen solche Eier in der Hose würde es hierzulande auch anders aussehen :-)

    • Apple hat, wie alle großen Konzerne, lt. KPMG eine globale Steuerquote von ca 25 %. Ist also nicht besser und nicht schlechter als alle anderen. Alles andere wäre auch verwunderlich. Wie so kommst Du darauf das der Gewinne in der EU generiert wurden? Die könnten doch genauso gut in China oder USA generiert sein. Schließlich wird dort produziert und entwickelt. Wo wird der Mehrwert erzeugt, in der Produktion oder im Verkauf? Nicht so leicht zu beantworten auch wenn unsere EU glaubt alles einsacken zu können.

    • Sehr gut, Mathias.
      Sehe ich genauso. Das war für mich auch der Tropfen, der das Fass überlaufen lies. Neue Ware von Apple mag ich nicht mehr kaufen. Zwei Anmerkungen:
      “ zweimal falsch macht nicht richtig“ – ich kann Apples Handeln nicht damit verteidigen, dass andere genauso verantwortungslos sind. Steuern bezahlen ist eine gute Sache. Mit Steuern finanzieren wir Schulen, Krankenhäuser, Feuerwehr, Telekommunikation, Straßenbau und so weiter. Gewinne kann Apple nur machen, wenn diese Infrastruktur besteht. entsprechend finde ich es gut und richtig, dass der gesellschaftliche Deal besteht, dass man sich mit Steuern daran beteiligen sollte.
      zum anderen frage ich mich: was sollen dann die roten Telefone ? hier will Apple doch offensichtlich vermitteln: wir übernehmen Verantwortung und sind auch politisch. in dem Klima, dass gerade in der USA herrscht, das Geld zurücktransferieren und Trump zum Helden zu machen, ist für mich aber alles andere als das richtige Signal.

    • Hat mit Jämmerlichkeit nichts zu tun. Das ist Unternehmertum. Ich würde exakt desgleichen tun. Jeder andere Unternehmer auch. Auch Sie, also tun Sie hier nicht so unschuldig. Ich hasse solche Kommentare.

  • Trump hält was er verspricht. Als Europäer ist das ein abnormales Verhalten.

    • Trump-Fanboy? Ich denke nicht, dass er bisher auch nur annähernd erreicht hat, was er zuvor angekündigt hat. Und das ist auch gut so.

    • Das muss man ihm wirklich lassen: bei allem Unsinn den er sonst so treibt – er hält sich an seine Wahlversprechen.

    • Trump hat hier gehalten was er im Wahlkampf angedroht/versprochen hat. Das hat aber nichts mit kluger Steuerpolitik zu tun. Dieser kleine Erfolg ist teuer erkauft. Denn den hier genannten 38 Mrd. einmaligen Steuereinnahmen stehen wohl mehr als 2000 Mrd. Steuermindereinnahmen durch die Senkung des Steuersatzes von 35% auf 15,5% gegenüber. Profitieren von diesem Griff in die Staatskasse wird wohl nur die wohlhabende Oberschicht, während für Infrastrukturmaßnahmen, Bildung, Gesundheitswesen kein Geld mehr da sein wird, was wiederum hauptsächlich die mittlere und untere Schicht der Gesellschaft trifft (die übrigens auch nicht bzw. kaum von den Steuersenkungen profitiert). Dass sich die Steuersenkungen durch eine dann florierende Wirtschaft selbst bezahlen wird hat sich unter der Reagan-Aera in den 80-jahren übrigens auch nicht erfüllt.

  • Ohne deren Politik wäre es nicht dazu gekommen das sie zurück kommen oder vielmehr, ohne deren „Schlupflöcher“ Politik hätten sie nicht alles erst wo anders gebunkert.

    Aber ist halt wie überall.

  • Wie geil!! Apple ist einfach nur geil. Das muss man erstmal hinkriegen :)

  • Dieses beispiel zeigt deutlich, dass das verhalten der eu und vor allem irlands eine lose lose situation fuer ganz europa war und ist.

    Wer es jetzt noch immer nicht kapiert und sein kreuzerl mal woamders macht, dem ist echt nicht mehr zu helfen.

    Fuer die usa ist eine feine sache und wohlverdient , immerhin haben sie das ganze internet und alles drum herum gepusht und erst moeglich gemacht.

  • Ja, da müsste Irland mal nachziehen

  • Es ist richtig, dass Apple vorwiegend in den USA die Steuern bezahlt und auch bezahlen soll. Apple hat auf der anderen Seite sehr viele Arbeitsstellen in Europa geschaffen, was letztendlich auch Steuern bedeutet. Ohne Firmen gibt es auch keine Arbeitsplätze und ohne Arbeitsplätze gibt es auch keine Löhne und somit auch keine Steuern.

  • Ich bin vollkommen auf Cook’s Seite. Jeder Unternehmer, und egal, wer, würde exakt genauso handeln. Auch jeder der Kommentatoren hier. Soll nun niemand so tun und es als Ungerecht ansehen. Man sollte nie vergessen, dass Unternehmen Gewinnbringend handeln müssen und Apple seinen Aktionären verpflichtet ist.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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