Unternehmen sieht bislang keine belastbaren Belege
Apple-Klage: OpenAI weist Vorwürfe erstmals öffentlich zurück
OpenAI hat erstmals ausführlicher auf Apples Klage wegen des mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen reagiert. Das Unternehmen erklärte, die Anschuldigungen ernst zu nehmen. Bislang seien ihm jedoch keine Belege bekannt, die Apples Darstellung stützten.
Zugleich verwies OpenAI auf einen fairen Wettbewerb und die Freiheit von Beschäftigten, ihren Arbeitgeber selbst zu wählen. Man konzentriere sich darauf, eigene Technik zu entwickeln. Auf die einzelnen Vorwürfe aus der Klageschrift ging das Unternehmen nicht ein.
- PDF-Download: Klageschrift Apple vs. OpenAI
Die Stellungnahme erweitert eine kurze Reaktion vom vergangenen Freitag. Damals hatte OpenAI lediglich erklärt, kein Interesse an vertraulichem Wissen anderer Unternehmen zu haben. Die nun veröffentlichte Erklärung ist damit die erste öffentliche Antwort, in der der ChatGPT-Anbieter die Grundlage der Klage ausdrücklich infrage stellt.
Apple wirft OpenAI vor, den Aufbau seiner Hardwareabteilung mithilfe vertraulicher Informationen beschleunigt zu haben. Bewerber sollen bei Vorstellungsgesprächen nach Einzelheiten zu unveröffentlichten Produkten gefragt und zum Mitbringen von Bauteilen aufgefordert worden sein. Zudem beschuldigt Apple frühere Beschäftigte, interne Unterlagen heruntergeladen und Sicherheitskontrollen umgangen zu haben. Die Klageschrift nennt konkrete Chatverläufe und Dateizugriffe.
Hardwareentwicklung bleibt vom Rechtsstreit belastet
Apples Klage richtet sich auch gegen OpenAIs Hardwarechef Tang Tan. Der frühere Apple-Manager soll Beschäftigte dazu bewegt haben, Informationen und Komponenten aus laufenden Apple-Projekten zu Vorstellungsgesprächen mitzubringen. Apple behauptet außerdem, OpenAI habe ein Vorgehen entwickelt, mit dem wechselwillige Mitarbeiter interne Prüfungen umgehen konnten.
Arbeiten an einem iPhone-Nachfolger: Jony Ive und Sam Altman
Besonders schwer wiegt der Vorwurf gegen einen ehemaligen iPhone-Ingenieur. Er soll nach seinem Wechsel zu OpenAI wegen eines Softwarefehlers weiterhin Zugang zu Apples Systemen gehabt und technische Präsentationen sowie weitere Entwicklungsunterlagen abgerufen haben.
Der Rechtsstreit trifft OpenAI während des Aufbaus einer eigenen Gerätefamilie. Apple verlangt neben Schadenersatz auch die Vernichtung vertraulicher Unterlagen und ein Verbot ihrer weiteren Verwendung. Sollten Gerichte entsprechende Anordnungen erlassen, könnten technische Prüfungen und Änderungen den bisherigen Zeitplan belasten.
- KI-Hardware von OpenAI: Es wird ein Lautsprecher ohne Bildschirm
Erst heute früh haben wir über OpenAIs aktuelle Hardwarepläne berichtet. Demnach arbeitet das Unternehmen zunächst wohl nicht an einem direkten iPhone-Konkurrenten, sondern an einem tragbaren Smart-Home-Lautsprecher mit Kamera, Sensoren und ChatGPT-Anbindung.

