ifun.de — Apple News seit 2001. 46 830 Artikel

Partnerschaft gerät weiter unter Druck

Apple verklagt OpenAI: Diebstahl von Geschäftsgeheimnissen

Artikel auf Mastodon teilen.
15 Kommentare 15

Apple hat OpenAI vor einem Bundesgericht in Kalifornien verklagt. Der iPhone-Hersteller wirft dem KI-Unternehmen vor, vertrauliche Informationen über noch nicht angekündigte Produkte beschafft und für den Aufbau der eigenen Hardwareabteilung genutzt zu haben.

Sam Altmann

OpenAI-CEO Sam Altman dürfte nicht gut auf Apple zu sprechen sein

Die Klage verschärft den Konflikt zwischen zwei Unternehmen, die seit der Integration von ChatGPT in Apples Betriebssysteme im Sommer 2024 eigentlich zusammenarbeiten.

Vorwürfe gegen frühere Apple-Mitarbeiter

Nach Darstellung von Apple soll OpenAI Bewerber dazu aufgefordert haben, Einzelheiten über interne Projekte offenzulegen und Bauteile oder Prototypen zu Vorstellungsgesprächen mitzubringen. Zudem soll ein inzwischen für OpenAI tätiger ehemaliger Apple-Mitarbeiter technische Dokumente von einem Apple-Laptop heruntergeladen haben.

Als Beklagte werden neben OpenAI auch zwei frühere Apple-Beschäftigte genannt. Dazu gehört Tang Tan, der viele Jahre an der Entwicklung von iPhone und Apple Watch beteiligt war und inzwischen die Hardwareaktivitäten von OpenAI leitet. Nach Angaben der New York Times wirft Apple diesem vor, neue Mitarbeiter darüber informiert zu haben, wie sie interne Kontrollen beim Ausscheiden aus dem Unternehmen umgehen könnten.

Chatgpt Apple

Zur WWDC 2024 kündigten beide Unternehmen eine umfangreichePartnerschaft an

Die beschafften Informationen sollen OpenAI auch dabei geholfen haben, Kontakt zu Apples Fertigungspartnern aufzunehmen. Dabei sei unter anderem nach einem Verfahren gefragt worden, mit dem Apple Metalloberflächen seiner Geräte bearbeitet. Apple fordert eine gerichtliche Anordnung, die OpenAI die Nutzung und Weitergabe der fraglichen Informationen untersagt.

Partnerschaft gerät weiter unter Druck

OpenAI seinerseits weist die Anschuldigungen zurück und erklärt, kein Interesse an Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen zu haben. Apple zufolge hatte der Konzern bereits im Februar auf mögliche Verstöße hingewiesen, darauf jedoch keine Antwort erhalten.

Die Klage folgt auf eine zunehmend angespannte Zusammenarbeit. Apple hatte ChatGPT 2024 als zusätzliche KI-Funktion in Siri und weitere Systembereiche eingebunden. OpenAI zeigte sich später unzufrieden mit der geringen Sichtbarkeit der Integration und erwog seinerseits rechtliche Schritte.
Macos Einstellungen Apple Intelligence Chatgpt

ChatGPT ist sogar in den macOS-Systemeinstellungen vertreten

Parallel baut OpenAI gemeinsam mit Jony Ive eine eigene Hardwarefamilie auf. Das Unternehmen hat dafür zahlreiche frühere Apple-Mitarbeiter angeworben. Laut der Klageschrift arbeiten inzwischen mehr als 400 ehemalige Apple-Beschäftigte für OpenAI. Zuletzt wechselte auch ein führender Vision-Pro-Manager zu dem KI-Anbieter.

Welche Geräte OpenAI vorbereitet, ist weiterhin unklar. Frühere Berichte beschrieben einen kompakten, dauerhaft aktiven KI-Assistenten ohne klassischen Bildschirm. Die aktuelle Auseinandersetzung dürfte nun auch die weitere Zusammenarbeit bei Siri und Apple Intelligence belasten.

11. Juli 2026 um 07:50 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    15 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • War ja nicht zu erwarten. Wenn Apple den KI Zug nicht verpasst hätte und die Plattform für GOT nicht geöffnet hätte sähe es ggf. Anders aus.

  • Fairness wird leider immer mehr in Frage gestellt. Nicht nur bei Firmen . Schlimm wie sich das alles entwickelt. GameChanger beziehungsweise den absoluten Mehrwert zu finden, wird immer schwieriger.

  • Vielleicht sollte Apple einfach mal wieder mehr Aufwand in Forschung&Entwicklung stecken, als in die Rechtsabteilungen. Innovationen sind seit der ARM Transition komplette Fehlanzeige, Vision Pro ein einziger Fail, Software können die irgendwie auch nicht mehr (Liquid Glass) und den KI Zug haben sie sowieso verpasst.
    Leider insgesamt eine sehr unsympathische Entwicklung.

    • Sie haben jedenfalls derzeit ihren Marktanteil entgegen dem Branchentrend vergrößert. In dem sie ein iPhone-Prozessor in einen Laptop eingebaut haben. Und damit haben sie einen Laptop zu einem Kampfpreis, der sich massiv verkauft. Rechnen wird er sich dann vermutlich so richtig über Abo und Services. Vielleicht haben sie auch einfach keine Lust, massiv in etwas zu investieren, dass zumindest auf absehbare Zeit kein gewinnträchtiges Geschäftsmodell hat. Verdient in der Branche außer dem Schaufelverkäufer NVIDIA überhaupt jemand. Und NVIDIA willl künftig Umsatzbeteiligung, nicht Gewinnbeteiligung – weil: Es soll sich ja für NVIDIA lohnen …

  • Sollte doch alles kein Problem sein. Auf gewisse Sachen wird es Patente geben. Alles andere ist offen.

  • Etwas von Apples „Erfindungen“ stehlen…was für ein brüller :-)

  • Das Gute ist – selbst wenn OpenAI es stehlen will, sie werden es verhauen – man muss sich nur die neue Mac App anschauen, selten so einen Mist gesehen. Seit Tesla hat keine Vorreiterfirma mehr seinen Vorsprung so schnell und konsequent verspielt.

  • Tja, als Apple würde ich mich dann mal fragen, weswegen sich so viele Apple-Mitarbeiter abwerben lassen. Vielleicht weil bei Apple das Arbeitsklima schlecht ist, weil bei den Produkten einfach nichts vorangeht, seit Cook im Unternehmen ist ? Vielleicht sind auch ganz einfach die Arbeitsbedingungen schlecht. Die beiden sollen sich vertragen und gute Produkte raus bringen. Das dämliche Säbelrasseln bringt niemand etwas.

    • Oder weil einfach jeder seinen Preis hat? Ja, auch dich könnte man mit einem unverschämt großen Scheck von dort wegholen, wo du gerade bist. Egal, wie wohl du dich fühlst.

      Und immer dieses Bashing von Cook. Was haben Leute wie du denn bisher so geleistet?

    • OpenAI und Konsorten verbrennen gerade hemmungslos hunderte Milliarden mit „AI“ und zahlen entsprechend wahnwitzige Gehälter. Wenn wir mal Nvidia aus der Gleichung rausnehmen, akkumuliert sich der Verlust der Unternehmen mittlerweile auf zusammengenommen fast eine Billionen US$.
      Wenn Unternehmen bereitwillig ein vielfaches dessen zahlen, was die Arbeitsleistung eines Mitarbeiters eigentlich „wert“ ist, dann fällt es ihnen natürlich leicht Leute abzuwerben. Egal wie toll dein Arbeitgeber ist, du wirst wohl sicherlich auch einen Jobwechsel in Erwägung ziehen, wenn dir ein Konkurrent das fünffache Gehalt zahlt. Und wenn selbst einem „einfachen Ingenieur“ statt der bisherigen 300.000 US$ im Jahr plötzlich bis zu eineinhalb Millionen US$ im Jahr angeboten werden, wird irgendwie der ein oder andere schwach.

      • Exakt so ist es.

        Ich persönlich denke, dass Ki nicht mehr weggehen wird. Das ist die Zukunft. Aber diese unkontrollierte Blase sollte lieber schneller als später platzen.

    Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 46830 Artikel in den vergangenen 9056 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2026 aketo GmbH   ·   Impressum   ·      ·   Datenschutz   ·   Safari-Push aketo GmbH Powered by SysEleven