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Deutschland-Chef teasert erneut

Amazon will Ladengeschäfte in Deutschland – Schon seit 2015…

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Die Berliner Morgenpost überrascht den deutschen Einzelhandel heute mit einer Schlagzeile, die uns an die Vorstellung der kassiererlosen Ladengeschäfte Amazon Go in den USA erinnert. So titelt das Berliner Blatt heute: „Amazon will in Deutschland stationäre Geschäfte eröffnen“.

Ein Paukenschlag. Nach dem Lieferdienst Amazon Now, dem Spinoff Amazon Fresh, das mit lokalen Lebensmittel-Partnern kooperiert, und ersten Anzeichen, Amazon könnte auch den Verkauf eigener Kochboxen planen, soll sich der hiesige Einzelhandel nun auch auf eine direkte Schaufenster-Konkurrenz einstellen.

Aber was ist wirklich dran an der Aussage des Amazon-Deutschland-Chefs, dass man sich langfristig nicht nur mit den stationären Geschäften in den USA begnügen will? So schreibt die Morgenpost aktuell:

Perspektivisch plant Amazon, ähnlich wie in den USA auch in Deutschland stationäre Läden zu betreiben. „Das ist keine Frage des Ob, sondern des Wann“, sagte Ralf Kleber, Deutschland-Chef des Konzerns, unserer Redaktion. „Kunden lieben Vielfalt online und im klassischen Handel. Letzterer steht in Deutschland immer noch für 90 bis 95 Prozent des Handelsumsatzes. Und wir werden uns nie dem verschließen, was der Kunde will.“ Ein genaues Datum nannte er nicht.

Eine Aussage mit viel Interpretationsspielraum und eine Statement, das uns an diesen ifun.de-Artikel vom 7. Dezember 2015 erinnert. Damals ging es um die in den USA neu eröffneten Buchläden „Amazon Books“ und Kleber deutet auch hier eine baldige Verfügbarkeit der Händler-Filialen in Deutschland an. Auf ifun.de notierten wir:

In einem Interview mit dem Berliner Tagesspiegel schließt der Deutschlandchef von Amazon Ralf Kleber nun die Eröffnung einer solchen Filiale hierzulande nicht aus. Berlin wäre seinen Worten zufolge ein Top-Kandidat für einen Amazon-Laden, in keiner weiteren deutschen Stadt habe der Konzern so umfassend investiert.

Sollten wir die Eröffnung nicht komplett verschlafen haben, gibt es auch zwei Jahre später noch keinen Amazon Books-Laden in der Hauptstadt.

Montag, 18. Dez 2017, 16:21 Uhr — Nicolas
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  • Amazon baut Buchläden auf Buchläden, welche wegen Amazon schließen mussten. Ironic

  • Den Sinn kann ich nicht ganz nachvollziehen. Klar Amazon will auch noch den letzten, alten Kunden erreichen, dem Internet für immer ein Fremdwort bleiben wird, aber alleine die Kosten eines stationären Geschäfts würden Amazons Preise kaputt machen. Wer sich schonmal in einem Media Markt/Saturn etc. beraten lassen hat, weiß das dieser „Service“ keinen Cent wert ist. Bei diesen Mitarbeitern muss man schon das Glück haben, dass dieser im privaten Bereich technikbegeistert ist um ein iPhone 4S von einem iPhone X unterscheiden zu können.

    • musste etwas schmunzeln, weil ich über MM und dessen Angestellte ähnlich denke.

      Solange sich der Service im stationären Einzelhandel nicht steigert, werde ich weiterhin die Lieferdienste von Amazon nutzen….. neulich war ich gezwungen, nach über einem Jahr, mal wieder „richtig“ einkaufen zu gehen ( Kaufland ) und ich muss wirklich sagen, es hat mich etwas angewiedert; das Verhalten des Menschen auf der gegenwärtigen„Futterjagd“ fehlt mir so gar nicht !

      • Ich musste auch Schmunzeln, da ich bei MediaMarkt arbeite. Seit 20 Jahren inzwischen, und ich kann feststellen, dass die Kunden immer dümmer werden. Da muss man mit der Glaskugel wahrsagen können um die Wünsche zu identifizieren.

        Und die meisten Kunden können ein iPad nicht von einem Galaxy Tab unterscheiden. Soviel zu iPhone 4s vs. iPhone X…

      • Da gebe ich dir recht. Die Menschen verblöden langsam und sind nur noch davon getrieben von Kaufwut und Sparwut. Das ganze Zeug liegt nur noch in der Ecke rum nach der Euphorie und wird dann irgendwann in die Tonne geschmissen.

      • @Montagu Sorry da muss ich jetzt schmunzeln :D

    • Ich muss auch schmunzeln. Der Laden soll die Preise kaputt machen.
      Um Preise kaputt zu machen müssten die erstmal richtig gut sein. Media Markt und Saturn ist bei zahlreichen Produkten preiswerter als Amazon.
      Schade, dass das heute gar nicht mehr verglichen wird. Dabei gehören auch Preisvergleiche zum Vorteil des Internets. Amazon hat sich den Ruf erarbeitet günstiger als alle anderen zu sein. Mit diesem Ruf lässt sich grad ordentlich Geld verdienen.

      • @Montagu

        Der Kunde muß nicht alles wissen, dafür sind die MM-Mitarbeiter ja da (oder auch nicht). Wenn die Kunden schon alles wüssten bräuchte man Mitarbeiter im MM oder Saturn nicht mehr.

      • Das hat er noch nicht so ganz verstanden. Gehe auch nicht in die KfZ-Werkstatt wenn ich doch eh weiß, dass ich das eh besser kann und mehr weiß als die dort beschäftigten.

  • Im Centro Oberhausen gibt es schon lange einem amazon kindle Stand.
    Alle Geräte, zwei Verkäufer.

  • So werden immer mehr Einzelhändler Platt gemacht! Man kann auf der einen Seite nicht nach Netzneutralität schreien, weil Telekom Stream On anbietet und sich dann freuen, wenn Amazon jetzt noch Ladengeschäfte eröffnen will. Im wirklichen Leben gehen dadurch unsere Läden kaputt, wie im Netz möglicherweise die Angebote eingeschränkt werden könnten. Das ist im Prinzip genau das gleiche, nur in der realen Welt.

    • Dieses ganze regulieren des freien Marktes nimmt langsam aber echt Überhand.

      Warum gehen denn die ganzen Läden in der „echten“ Welt vor die Hunde ( natürlich sehr überzogen dargestellt)? Weil das simple „verkaufen“ das Amazon bietet schon lange den Service der Einzelhandelskaufhäuser überboten hat. Kein Markt bietet guten Service oder kompetente Beratung die einen höheren Preis als bei Amazon rechtfertigen würde.
      Ich sehe das so, wenn ich ein Produkt für den Preis x von Amazon bekommen kann, muss ich mindestens einen bis eher zwei Tage darauf warten. Dazu kommen runter gerechnet natürlich noch die Kosten von Amazon Prime.
      Ich kann dieses Produkt aber auch direkt bekommen, nämlich im Einzelhandel. Das darf gerne einen „vernünftigen“ Aufpreis zu x kosten. Das sofort-bekommen-Argument zieht natürlich eher in dringenden Fällen und rechtfertigt damit nur einen sehr geringen Aufpreis.

      Als nächstes bin ich bereit mehr als x zu zahlen, wenn ich kompetent beraten werden und einen guten Service bekomme. Hat den schonmal jemand in einem Markt in Deutschland bekommen? Ich leider noch nicht. Das reicht von „ich suche Ihnen das WLAN Kabel“ (wahre Geschichte) bis hin zu völligen Unwahrheiten bezüglich Technik etc.

      Warum soll ich für sowas auch nur einen Cent extra bezahlen? Warum sollte ich Mediamarkt etc hinterher trauern wenn sie vor die Hunde gehen, wenn sich die Chefs die Taschen immer voller packen und nur ungelernte/unqualifizierte Mitarbeiter einstellen?

  • Ich fände es interessant zu verstehen warum Amazon glaubt damit erfolgreicher sein zu können als etablierte Einzelhändler.

  • Vielleicht gehören solche News zum Jahresende bei Amazon immer zum „Weihnachtsgeschäft“.

    So ala, „Ahh stimmt bei Amazon hab ich noch gar nicht nach dem Geschenk gesucht, wo ich gerade davon lese.“

  • Stationärer Handel hat mindestens zwei Nachteile:
    1) der Käufer kann nicht bequem von zuhause einkaufen, sondern muss sich zum Geschäft begeben.
    2) der Käufer muss die Ware nachhause tragen

    Der 2. Nachteil könnte durch Bringdienst ausgeglichen werden, der erste ist „systemimmanent“

    Der stationäre Handel hat aber ich (theoretisch) Vorteile

    1) Ein Verkäufer kann qualifizierte, unabhängige Beratung bieten um die oft schwierige Auswahl aus dem großen Angebot erleichtern
    2) Man kann vor Ort das Produkt sofort anfassen/ausprobieren
    3) Der Verkäufer kennt seinen Kunden nicht nur anhand von Algorithmen sondern tatsächlich

    Leider kann der Handel diese Vorteile nicht umsetzen, zumal eine Umsetzung nur über höhere Preise möglich wäre. Obwohl ich mir vorstellen kann,
    dass viele Käufer durchaus bereit wären, mehr zu bezahlen, wenn sie z.B. wirklich eine gute, unabhängige Beratung bekommen würde und z.B. der
    Handel bereit wäre, die großzügige Rückgaberegelung vieler Online-Händler anzubieten

    • Das Problem ist nicht das Personal, sondern die Chefität. Das Personal berät normalerweise gerne und nimmt sich auch gerne mal mehr Zeit zur Lösungsfindung.

      Wenn die Chefität aber einerseits immer höhere Verkaufszahlen bei immer geringerem Personalstand erwartet um die eigenen Taschen mit Provisionen für ihre Glanzleistung zu füllen, kann das nicht funktionieren.

      Erst wenn Grenzen für Provisionen/Gehälter gesetzt werden und Gewinn gesetzlich Zweckgebunden wird, werden wir aufhören uns zum asiatischen Arbeitsmarkt zu entwickeln und erhalten wieder hohe Qualität.

    Redet mit. Seid nett zueinander!

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