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Cupertino fällt zurück

Alexa überall: Lockert Apple die HomeKit-Zügel?

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Wenn wir die diesjährige Consumer Messe CES auf einen Trend reduzieren müssten, dann lässt sich dieser sogar mit einem Namen beschreiben: Alexa.

Amazons kluge Sprach-Assistentin, die uns in Deutschland bislang nur in den Echo-Geräte zu Hand geht, wird bald in jedem zweiten Produkt mit eigener Stromversorgung integriert sein.

Amazon Echo

Entweder haben die in Las Vegas anwesenden Hersteller neue Kühlschränke, Hausroboter, Smartphones und Docking-Stationen mit eingebauter Alexa-Funktionalität angekündigt und werden die von Amazon angebotenen Echo Speaker zukünftig um eigene Geräte mit integrierten Mikrofonen ersetzen – oder, man ist zumindest kompatibel mit der Alexa-Infrastruktur und wird sich schon bald von der intelligenten Assistentin (bzw. ihrem sprechenden Besitzer) bedienen und ansteuern lassen.

Bereits im vergangenen Jahr kündigte Sonos seinen Sprung auf den Alexa-Zug an – als Amazon seine Echo-Lautsprecher dann Mitte September in Deutschland auf den Markt brachte, standen Philips, die Telekom, die Deutsche Bahn, Tado und Spotify sofort auf der Matte.

Hersteller stehen bei Amazon Schlange

Ein Run, den wir auch Apple gewünscht hätten. Doch Cupertino hat sich seit dem Start seiner HomeKit-Offensive zur iOS 8-Vorstellung in 2014 vor allem selber gebremst. Scharfe Security-Vorkehrungen und strenge Lizenz-Programme sorgten nicht nur dafür, dass das Feld der kompatiblen Markt-Teilnehmer erschreckend langsam wuchs und wächst, die Hersteller die mitmachen wollen, sind zudem auch auf die Produktion neuer Hardware angewiesen, die Apples Voraussetzungen erfüllt, einen HomeKit-Code integriert und sich auf Apples Software-Beschränkungen einlässt.

Der iPhone-Fertiger hat sich – wohl, weil man gerade in Sachen System-Sicherheit alles richtig machen wollte – selber ausgebremst und muss sich nun mit einem unangenehmen Ist-Zustand auseinandersetzen: Amazon reißt die Sprach-Hoheit über Küchen, Wohn- und Schlafzimmer an sich, beantwortet Wetterfragen auf Zuruf, kann bald mit fast allen Hardware-Neuvorstellungen sprechen und ermöglicht interessierten Drittanbietern die einfache Integration ihrer Dienste. Ganz plakativ: Alexa mausert sich zum Betriebssystem des „Internets der Dinge“.

homekit-header

Apple hingegen hat derzeit nicht mal einen Siri-kompatiblen Lautsprecher im Angebot, der sich zur Beantwortung gesprochener Fragen, zur Musik-Wiedergabe und zur Steuerung der Heitzung nutzen lassen könnte. Und Alexa-Besitzer wissen: Die „Hey Siri“-Funktion des iPhone ersetzt die Bierdeckelgroßen Echo-Gerät nicht ansatzweise.

HomeKit-Support per Software-Update

Zurück zu Apple. Cupertino scheint die (sich abzeichnende) klaffende Lücke zwischen Siri und Alexa jetzt mit einem Eingeständnis an die Community der Hardware-Hersteller angehen zu wollen. Darauf lassen mehrere FAQ-Einträge schließen, die in den vergangenen Tagen von Anbietern wie Withings, LIFX und Co. veröffentlicht wurden.

Unter Verweis auf eine „enge Zusammenarbeit mit Apple“ berichten diese über mögliche Firmware-Aktualisierungen, die ihre schon im Markt verfügbaren Produkte nachträglich mit einer entsprechenden HomeKit-Funktionalität ausstatten könnten. Die Frage „Werde ich meine Lampen mit einem Firmware-Update HomeKit-kompatibel machen können?“ beantwortet der Hersteller LIFX seit wenigen Stunden mit folgendem Hinweis:

Wir arbeiten eng mit Apple zusammen um eine Lösung zu entwickeln, die auch unsere Produkte, die sich bereits in der Auslieferung befinden, HomeKit-kompatibel machen wird.

Ein ähnlich verklausulierter Hinweis findet sich auch bei Withings:

We are working on a conversion program to make HomeKit compatibility available to first-generation Withings Home owners in exchange for a small fee.

Apple könnte, so deuten wir die zurückhaltenden Ankündigungen, seine Hersteller aus der Pflicht zu entlassen, mit ihren Produkte bestimmte Hardware-Anforderungen erfüllen zu müssen, um sich mit dem HomeKit-Zertifikat schmücken zu können. Gebühren werden offenbar zwar fällig, auf die Einführung neuer Netzwerk-Bridges (wir erinnern an Philips Hue) können die Apple-Partner zukünftig jedoch vielleicht verzichten.

Ob die späte Einsicht dabei helfen wird, den Abstand zu Amazon wieder wett zu machen, müssen die kommenden Monate zeigen. Aktuell jedenfalls hängt Apple dem Online-Händler sowohl in Sachen Sprach- als auch in Sachen Heimsteuerung deutlich hinterher. Nicht mal die neuen Macs können Siri auf Zuruf aktivieren…

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06. Jan 2017 um 17:32 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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