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Zeitungs-Apps sollen preiswerter werden

7% MwSt. auf Digitalmedien? Finanzminister Scholz ist dafür

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iOS-Anwender, die auf langen Zufahrten lieber zur Digital-Ausgabe der Süddeutschen greifen, anstatt sich am Bahnhofskiosk noch schnell das bedruckte Blatt zu besorgen, werfen mehr Geld in Richtung Staat. Während für Printmedien der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent gilt, wird beim Kauf des digitalen Pendants der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19% abgeführt.

Einzelausgabe

Dies könnte sich schon bald ändern. Wie das Handelsblatt bemerkte, hat sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) jetzt dafür eingesetzt, den ermäßigten Steuersatz auch für digitale Medieninhalte einzuführen.

Was progressiv klingt ist jedoch nur ein kleines Eingeständnis. So hat sich Scholz eher zurückhaltend zu den anderen Vorschlägen der EU-Kommission geäußert, die vorhat, die innereuropäische Mehrwertsteuer-Erhebung zu reformieren. Das Handelsblatt schreibt:

Zusammengefasst hatte die EU-Kommission im Oktober 2017 vorgeschlagen, dass die Mehrwertsteuer künftig dort erhoben werden soll, wo ein Produkt verkauft wird. Damit sollen Steuerschlupflöcher für Firmen wie Amazon geschlossen werden, die sich in Ländern mit niedrigen Steuersätzen wie Luxemburg ansiedeln. Scholz wies indes darauf hin, dass die Mehrwertsteuer für alle Staaten eine zentrale Finanzierungsquelle sei. „Deshalb wird jede Regierung darauf achten wollen, dass das neue System nicht zu Mindereinnahmen führt.“ Das bedeute aber nicht, dass man nicht zu guten europäischen Lösungen kommen könne.

Freitag, 21. Sep 2018, 17:31 Uhr — Nicolas
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  • Unnötig. Lieber Steuergelder einnehmen und dafür im eigenen Land Internet ausbauen, Autobahnen renovieren, Altenpfleger anständig bezahlen, Kita’s und Schulen ausstatten.

    • Ja genau, warum nicht gleich auch noch erhöhen! 21% (siehe Niederlande) wären doch klasse!

    • Gutes Wunschdenken! Das würde in diesem Staat nicht mal passieren, wenn die Mehrwertsteuer bei 30% liegen würde …. es gibt garantiert immer irgendwo etwas anderes wofür man das Geld zum Fenster herausschmeißen kann und ggf. auf Stimmenfang für die nächste anstehende Wahl gehen kann ….

      Mal im Ernst … seit Jahren fährt Deutschland einen Steuer-Einnahmen-Rekord nach dem anderen ein …. hat auch nur eines der von dir aufgezählten Projekte etwas davon gehabt????

      Es ist sehr traurig, aber so läuft es leider bei uns ….

    • Ich bin für 50% und das alle endlich freiwillig ehrenamtlich 14-16 Stunden am Tag arbeiten. 8 Stunden Schlaf reicht doch.
      Wie schön diese Interessengemeinschaft „EU“ doch ihren Rüssel überall reinhalten müssen. Das wird uns zum Glück irgendwann zum Verhängnis, dann können wir endlich neu bei 0 anfangen, in Ruhe und Frieden.

      • Ich bin auch dafür, dass dieser „Staatenverein“ sich auflöst und endlich wieder Roaminggebühren eingeführt werden…

      • Scrooge Mc Fuck

        Ja, offenbar gibt 3s tatsächlich typen, die sich lieber versklaven lassen, als Roaminggebühren zu bezahlen. Arme Welt…

    • Meinst du dein Abo wird billiger ROP?

    • Für solcherlei kleinklein ist eh keine Zeit, es muss über Flüchtlinge, Rechte, Machtmenschen und Querulanten diskutiert werden.

  • Etwas off topic: Auf Digitalmedien geht das ganz schnell, aber wenn die Apotheker darum bitten 7% auf Arzneimittel zu verlangen, da wird sich quergestellt und der Preistreiber im Markt gesucht. Dabei verdient der Staat 19% an jedem Medikament, das wir kaufen oder auf Rezept verordnet bekommen…

      • Der Dummschwätzer

        Auch so ein Thema. Warum ist Obst und Gemüse mit dem Regelsatz belegt, Milch und Fleisch aber mit dem reduzierten? Wenn ich mir unsere Lebensmittelpyramide anschaue sehe ich da eine andere Verteilung der Grundnahrungsmittel.

    • Wozu den Medikamente? Ist ja jetzt nichts des täglichen Gebrauchs – und sollte es auch nicht sein (Medikamentenmissbrauch)

      Alles andere ist doch je Rezept auf 10€ gedeckelt, und da bringen die geringeren MwSt dann auch. Nichts mehr.

    • Bei einfachen bzw. Rezeptfreien Medikamenten wie Kopfschmerztabletten etc. kann ich die 19% nachvollziehen aber für teure und rezeptpflichtige Medikamente die wichtig bei Behandlung von Krebs und anderen Krankheiten sind wären die 7% MwSt durchaus angebracht.

  • Für den Kunden hat das eh keine Auswirkungen.

  • Auf den ersten Blick scheint es ganz logisch: Warum sollte ein Erzeugnis, also z.B. ein Artikel, mal so und mal so besteuert werden nur weil er einmal gedruckt und einmal digital verbreitet wird…

    Unterm Strich wäre es aber logischer den Satz in beiden Fällen auf 19% zu setzten. Den ermäßigten Satz gibt es ja eigentlich nur für Dinge die der Staat irgendwie fördern will oder die so alltäglich sind, dass dort der volle Satz besonders ins Gewicht fällt (z.B. Lebensmittel). Warum Bücher und gedruckte Medien so besonders sind, dass man sie durch den ermäßigten Satz fördern erschließt sich mir nicht.

    Bei den Mehrwertsteuersätzen ist es aber wie im gesamten Steuerrecht: Die Ausnahmen, Regelungen und Ausnahmeregelungen muss niemand verstehen. Das ist alles nur ein gigantisches Konjunkturprogramm für die Steuerberaterzunft.

  • Also auch bei großen Häusern sind die Zufahrten nicht sooo lang, als das man sich dafür extra eine digitale Zeitschrift kaufen müsste.

    • Meine Eltern wohnen in einem kleinen Dorf, wo es für einige Zeitungen keine Austräger mehr gibt. Somit steht nur noch eine Box in Dorf, aus der man sich bedient. Das ist die einzige Chance, gewisse Zeitungen zu erhalten. Da ist eine Digitalausgabe schon wichtig.

  • Dann soll der liebe Mann mal selber auch mal korrekt überall zahlen !!!

  • Liebes ifun-Team,
    Was hat jetzt die Überlegung Scholz‘, auf Digitalmedien nur noch den ermäßigten Umsatzsteuersatz anzuwenden, mit der EU-Entscheidung zu tun?

    Gar nichts. Was in der Umsatzsteuer ermäßigt ist liegt zu 100% bei den einzelnen Mitgliedsländern – im Gegensatz dazu, wo der Ort der Lieferung oder Leistung ist. Das ist seit Ewigkeiten europäisch harmonisiert.

    Bitte auch die Sorgfalt bei solchen Themen wirken lassen, die ihr sonst bei Technikthemen habt.
    :*

  • Im Grunde nichts anderes als das nächste Lobbygeschenk an unsere zukunftsorientierten Medienverlage. Die deutsche Regierung (auch bekannt als GroKo) gibt regelmäßig nette Benefiz (Leistungsschutzrecht & Steuergeschenke) an die Presseverleger. Fragt doch mal die Zusteller wie sehr sie sich über die Kürzung ihrer Rentenbeiträge freuen. Wer also glaubt, dass dann die Preise für digitale Medienerzeugnisse sinken kennt unsere Presseverleger schlecht.

  • Da wird also von der Politik bereitwillig Geld in die Hand genommen und ihr unseliges Konglomerat aus Politik und Medien zu stützen. Mit anderen Worten: Förderung der Staatspropaganda. Widerlich!

  • Die 7% merkt man dann nicht am Preis, sondern das Steckt sich dann der Anbieter ein. Bei der allen beliebten Reduzierung der Hotelsteuer war es doch genau so, oder hat da jemand gemerkt das die Hotelpreise plötzlich günstiger waren :-)

  • Die besten Kommentare seit langem, danke und grüsse aus der Schweiz.

  • Die sollten sich lieber mal darum kümmern dass sich die Steuerlast der normalen Bürger generell etwas senkt. Was machen die Berliner mit dem ganzen Geld? Es ist unglaublich was für hohe Steuern normale Arbeitnehmer bezahlen müssen. Auf allem ist irgendeine Steuer, auf Benzin sogar doppelt, deswegen werden sich Alternative Antriebe in Autos auch eher schlecht durchsetzen, für mich alles Komödiantenstadl in Berlin. Die wollen doch garnicht das wir keine Benziner/Diesel mehr kaufen, wer sich das ausrechnet, wieviele Steuern weg fallen würden, kommt vielleicht selber drauf. Letzteres gehört zwar nicht zum Thema aber auch durchaus interessant im Sinne der Steuerlast der Deutschen.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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