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Bundesnetzagentur fordert 100.000 Euro

Unerlaubte Telefonwerbung: Vodafone soll Bußgeld zahlen

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Vodafone soll wegen unerlaubter Telefonwerbung ein Bußgeld in Höhe von 100.000 Euro bezahlen. Den Betrag wird die Vodafone Kabel Deutschland GmbH zwar verkraften, doch die Bundesnetzagentur zeigt mit der Anordnung immerhin, dass sie gewillt ist, die teils unseriösen Werbemethoden der Telekommunikationsanbieter nicht tatenlos hinzunehmen.

Vodafone 500

Vodafone sowie im Auftrag des Unternehmens handelnde Call-Center haben der Bundesnetzagentur zufolge Telefonwerbung für Kabelfernseh-, Internet- und Telekommunikationsverträge gemacht, ohne das entsprechende Einverständnis zu haben. In vielen Fällen hätten die Betroffenen solchen Werbeanrufen im Vorfeld sogar ausdrücklich widersprochen. Auch die Penetranz, mit der die Anrufenden die Nutzer belästigt haben, ist erschreckend. In Einzelfällen seien dies trotz Anrufuntersagung bis zu 30 weitere Anrufe oder Anrufversuche gewesen.

Der Präsident der Bundesnetzagentur will nicht länger hinnehmen, dass Vodafone ignoriert, wenn Kunden Werbeanrufe ausdrücklich untersagen. Allerdings ist das von seiner Behörde verhängte Bußgeld noch nicht rechtskräftig.

Unitymedia streitet unrechtmäßige Werbeanrufe an

Der Sachverhalt erinnert an die Vorgehensweise von Unitymedia-Provisionsjägern, die Kunden des Anbieters unter Vorspiegelung falscher Tatsachen zu Vertragserweiterungen drängen wollen. Wir haben im Februar ausführlich über die seit Jahren praktizierte Masche berichtet. Seither laufen hier regelmäßig Hilferufe von ebenfalls betroffenen Kunden ein.

Im Falle Unitymedia verfügen die Anrufenden über detaillierte persönliche sowie Vertrags-Informationen, die eigentlich nur von Unitymedia selbst stammen können. Das Unternehmen hat unsere Anfragen diesbezüglich allerdings komplett ignoriert und sah sich erst auf ein durch uns initiiertes Nachhaken des Bundesbeauftragten für Datenschutz überhaupt dazu genötigt, Stellung zu nehmen. In der so erzwungenen Antwort wurde bestritten, dass persönliche Daten weitergegeben werden, zudem sei die bei den uns bekannten Anrufen angezeigte Nummer weder Unitymedia selbst noch einem Kooperationspartner zuzuordnen. Die Bundesdatenschützer sahen auf diese Auskunft hin zunächst keinen weiteren Handlungsbedarf.

Der aktuelle Vodafone-Fall zeigt, dass eine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur wohl wirkungsvoller ist, als der Weg über die bundesdeutschen Datenschützer. Daher empfehlen wir betroffenen Nutzern, eine solche wie hier beschrieben einzureichen.

Titelbild: depositphotos.com
Dienstag, 02. Jul 2019, 18:54 Uhr — Chris
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  • 100’000€

    Bei Vodafone sind’se grad reihenweise vom Stuhl gekippt.

  • Richtig so. Wegen den blöden Anrufen bin ich zur Telekom gewechselt. Jetzt ist es besser

    • Der Katastrophen-Kundenservice von Vodafone sollte vielleicht mal besser darin werden Kundenanfragen zu beantworten!
      Bei dem WhatsApp Service von denen werden nicht mal die letzten 3 Nachrichten gelesen damit die Betreuer wissen worum es geht…
      Die Klärung eines Problem kann über diesem Chat dann auch schon mal gute 4 Tage dauern! Das ist einfach nur lächerlich

  • Allerdings wären 10 Millionen Strafgeld besser gewesen

    • Prozentual am Umsatz wäre da besser. Sagen wir mal so 25% vom Umsatz als Strafe.

    • Eben, wenn kleine Firmen, die weit weg von den Umsatzzahlen von Vodafone liegen schon 20.000 Euro zahlen müssen, ist das Bußgeld geradezu lächerlich.

      Aber zum Glück gibt es ja Sperrlisten, die man schon in die FritzBox einspielen kann und die einem solche Anrufe vom Hals halten.

  • Ich bekomme seit 5 Jahren, genau wie alle anderen in meiner Familie und ehemalige Au Pairs, Werbung von Vodafone per Post.
    Eine Abbestellung via Telefon war erfolglos und keiner von uns ist Kunde bei Vodafone. Anscheinend erhalten Sie die Daten vom Einwohnermeldeamt. Denn gerade die Au Pairs sind immer nur ein Jahr hier und jede ist bei einem anderen Anbieter oder hat keinen Vertrag. Dennoch bekommen alle Post von Vodafone und das auch Jahre nach dem Auszug.

    Jemand eine Idee, was man machen kann?
    (Keine Rechtsschutzversicherung vorhanden)

    • Einfach Empfänger durchstreichen, dick „Zurück an Absender / unverlangte Werbesendung“ drauf schreiben und in den nächsten Briefkasten damit. Das zeigt relativ schnell Wirkung, da der Absender hier Nachgebühr zahlen muss.

    • Hier genauso, teilweise kommt der Werbekram getarnt als behördliche Post in nem gelben oder braunen Umschlag. Ich lasse es auch immer zurückgehen, hilft bisher nix

      • Ich schreibe immer „Empfänger verstorben “ drauf und ab in den nächsten Briefkasten. Hat bisher funktioniert.

  • Das schöne am digitalen Telefonzeitalter, du kannst Problemlos alle Nummer in eine Blacklist setzen, damit diese nicht mehr durchkommen! Jede unbekannte Nummer bei der es nicht so wichtig war mir auf die Mailbox zu sprechen, kommt ungeprüft auf die Blacklist, inzwischen ist die Liste zwar voll bis zum Anschlag, kriege aber kaum noch Werbeanrufe! ;-)

  • Immerhin. Vodafone ist schon öfter wegen unseriöser Werbung aufgefallen. Ich erinnere mich noch an Werbepost, die so aufgemacht war, wie ein amtliches Schreiben (inkl. Umschlag im Behördenlook).

  • Sehr gut!
    Hoffentlich nimmt der Telefonterror von denen bald ab. Bin seit bestimmt 8 Jahren kein Kunde mehr bei denen, habe aber die Rufnr. mit genommen.
    Ständig kommen Anrufe ob ich denn noch mit meinem Vertrag zufrieden sei…?!
    Auf meine Aufforderung die Nummer aus dem System zu löschen wird aufgelegt!
    Die haben doch irgend einen Subunternehmer beauftragt die Nummer abzutelefonieren. Und die checken es nicht.
    Richtig so. Strafe kann nicht hoch genug sein. Vodafone -> Never again!

    • Diese Art der Anrufe sind nicht von Vodafone – aktuell Telefonieren Betrüger alle möglichen Telefonnummern durch um das Kundenpasswort zu erhaschen (um dann in Folge damit ein handy abzurufen). Dabei werden einfach wild Rufnummern durchprobiert. Das verhalten aufzulegen ist dabei Typisch

      • Ach, sieh an. Daran hab ich ja noch gar nicht gedacht. Das erklärt auch weshalb die Rufnummer immer eine andere war.
        Okay, gut zu wissen. Danke für diesen wertvollen Tipp!

  • Seit fast einem Jahrzehnt kein Kunde mehr. Jedes Jahr bekomm ich einen Anruf wie es denn mit meiner Vertragsverlängerung aussieht. Mein Mobilfunkvertrag würde ja auslaufen. Bla bla blupp. Die sollen mal ordentlich Blechen für den Mist.

    • Diese Art der Anrufe sind nicht von Vodafone – aktuell Telefonieren Betrüger alle möglichen Telefonnummern durch um das Kundenpasswort zu erhaschen (um dann in Folge damit ein handy abzurufen). Dabei werden einfach wild Rufnummern durchprobiert. Das verhalten aufzulegen ist dabei typisch

  • Jepp, trotz Untersagung von Werbeanrufen, kamen dennoch die Nachfragen!
    Ein Hoch auf die Blacklist!

    Wenn wenigstens die Bestandskunden gute Angebote erhalten würden. Aber nein Kündigung und Vertrag neu abschließen ist ja leider effektiver.
    Aber da nimmt sich der Magenta Riese auch nicht viel.

  • Können Sie bei Pyür auch tun, seit mehr als 6 Wochen Minimum zweimal am Tag bei meinen Eltern. Um ihr Internet an den Mann zu bekommen.

    Beschwerte bei der BNA ist eingereicht.

  • Leider hat dieses Werbeverbot mehrere Seiten – mehr verkaufen ist das eine – aber Vodafone hat in den letzten Jahren immer mal diverse Tarifupdates ihren Kunden angeboten. Heißt gleicher Preis aber mehr Leistung – Vodafone hätte dabei nicht mehr Geld verdient… ich kenne einige Leute die hätten sich sehr über mehr Daten, mehr Bandbreite etc. gefreut. Dummerweise haben diese solche Angebote aber nie bekommen – keine Werbung bekommen oder nicht angerufen werden wollen heißt leider auch, dass das auch gilt wenn der Kunde dabei Geld sparen oder mehr Leistung bekommen kann zum gleichen Preis …

    • Diese Angebote haben praktisch immer Haken. Wenn die den Kunden was schenken wollten, würden sie es einfach so tun können. Müssten nicht anrufen.

      • Ein Haken muss nicht unbedingt ein Nachteil für den Kunden sein. Wie gesagt das Werbeverbot gilt leider für beide Seiten der Medaille

  • Unitymedia interessiert es auch nicht ob man in seine Kündigung mit reinschreibt, dass man zwecks Kundenrückgewinnung nicht kontaktiert werden möchte, die rufen trotzdem an, sogar mehrfach. Weil die ganz genau wissen das wohl kaum jemand deswegen einen Unterlassungsanspruch erwirken wird und von Seiten der BNA auch keine Folgen zu erwarten sind.

  • Ich habe im laufe der Zeit eine ganze Reihe von Rufumleitungen zusammengestellt so das am Ende Spamanruf X an Spamanruf Y weitergeleitet wird. Das funktioniert natürlich nur wenn die Rufnummer lesbar ist. Aber es deutlich ruhiger geworden.

  • Ich gebe bei solchen Anrufen das Telefon immer den Kindern oder Oppa, der redet dann von Krieg, Sahnebonbons und Stuhlproblemen:)

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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