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Nach OpenAI

Testumgebung falsch konfiguriert: Claude hackt drei Firmen

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Wenige Tage nach OpenAI muss auch Anthropic einräumen, dass ein Sicherheitstest etwas zu realistisch geraten ist. Claude griff im Rahmen vermeintlich abgeschotteter Übungen drei echte Unternehmen an – offenbar nach dem Motto: Wenn der Server erreichbar ist, wird er schon zum Test gehören.

Claude Cowork Arrow

Entdeckt wurden die Vorfälle erst, nachdem Anthropic als Reaktion auf den OpenAI-Angriff auf Hugging Face mehr als 141.000 frühere Testläufe überprüft hatte. Die ältesten Zwischenfälle reichen bis in den April zurück.

Das Internet war versehentlich eingeschaltet

Die Modelle sollten bei sogenannten Capture-the-Flag-Aufgaben in simulierte Computersysteme eindringen. Laut Anweisung gab es dabei keinen Internetzugang. Durch eine Fehlkonfiguration beim externen Testpartner Irregular stimmte das allerdings nicht.

Claude hielt erreichbare Webseiten und Server daher zunächst für Bestandteile der Übung. Die Modelle nutzten schwache Passwörter, offene Schnittstellen und bekannte Angriffsmethoden. Neue Superhacker-Techniken waren laut Anthropic nicht nötig – die Realität war bereits unsicher genug.

Im schwersten Fall erbeutete Claude Opus 4.7 Zugangsdaten und griff auf eine Datenbank mit mehreren Hundert Einträgen zu. Hinweise darauf, dass es sich um ein echtes Unternehmen handelte, bemerkte das Modell offenbar, machte aber trotzdem weiter.

Schadcode landete im echten Internet

Claude Mythos 5 veröffentlichte bei einem weiteren Test ein manipuliertes Softwarepaket im öffentlichen Python-Verzeichnis PyPI. Eigentlich sollte damit eine fiktive Firma angegriffen werden. Stattdessen stand der Schadcode rund eine Stunde lang für alle bereit und wurde auf 15 realen Systemen ausgeführt.

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Ein neueres Forschungsmodell zeigte immerhin mehr Zurückhaltung. Es scannte rund 9.000 Ziele und kompromittierte eine Anwendung, brach den Angriff aber ab, nachdem es den Irrtum erkannt hatte. Fortschritt sieht in diesem Fall so aus, dass die KI nach dem Einbruch selbst merkt, dass sie hinter der falschen Tür steht.

Anthropic zieht den Stecker

Anthropic stoppte die betreffenden Cybertests am 23. Juli und informierte die drei Unternehmen vier Tage später. Zwei davon hatten den Angriff bis dahin nicht bemerkt. Künftig sollen Internetzugänge besser abgeschottet, Testläufe live überwacht und externe Partner genauer kontrolliert werden.

Der Vorfall liefert neuen Stoff für die Forderung nach gemeinsamen Bremsmechanismen für leistungsfähige KI. Sicherheitstests sollen eigentlich zeigen, was schiefgehen könnte. Bei OpenAI und Anthropic demonstrieren sie inzwischen lieber direkt, was schiefgeht.

31. Juli 2026 um 18:13 Uhr von Ben Fehler gefunden?


    50 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Ich würde sagen, dass ein Marketing Stunt dem anderen folgt.

    • Aber im Ernst: Solche Schlagzeilen klingen schnell nach dem Beginn eines Sci-Fi-Films. Tatsächlich war das eher ein Fall von:

      Mensch: „Das ist nur die Testumgebung.“

      KI: „Alles klar, ich teste jetzt.“

      Netzwerk: „Übrigens… das ist das echte Internet.“

      KI: „Verstanden. Test läuft.“

      In der IT passieren viele der größten Sicherheitsvorfälle nicht wegen “böser KI”, sondern wegen:

      * falsch gesetzter Berechtigungen,
      * offener Cloud-Speicher,
      * Testsystemen mit Produktivzugriff,
      * Standardpasswörtern,
      * oder eben einer falsch konfigurierten Testumgebung.

      Aus Fehlern lernt man hoffentlich.

      • Dennoch ist es so, dass die KI anscheinend in der Lage ist, solche Angriffe auszuführen. Dann kommen die braven Admins und Staaten, die das begrenzen und die Anderen machen fröhlich weiter und lachen die Anderen aus.

      • So ist es. Ich kann doch nickt versehentlich das Internet unrestriktiv erreichbar lassen in so einem Testsetup. Wie machen regelmäßig vom Kunden beauftragte Lasttests. Da wird doppelt und dreifach geprüft, dass produktive Netze technisch und physisch nicht erreichbar sind…

      • Mag sein, ich habe Artikel dazu gelesen, dass der Hack an sich nichts besonderes war, nun kommt das Aber: Beeindruckend war die Geschwindigkeit. Ein „talentierter Mensch“, hätte wohl Wochen gebraucht.
        Zaubern kann die KI nun auch nicht, aber die Zeit, in der etwas entdeckt werden und reagiert werden kann wird einfach extrem viel kleiner. Was bedeutet gegen KI hilft nur… richtig KI. And so on…

  • @ifun: Ich liebe Euren Sarkasmus im letzten Absatz :-)))!

    Abgesehen davon: Wenn man beobachtet, welchen Mist KI-Systeme heute schon zu verzapfen in der Lage sind, wird’s einem mulmig bei der Überlegung, zu was sie möglicherweise in einigen Monaten im Stande sein könnten…

  • Und genau deshalb ist KI so gefährlich, 2029 ist nicht mehr weit entfernt, mal schauen ob Terminator teilweise Wirklichkeit wird.

  • Jetzt ist scheinbar auch der Berufszweig „Hacker“ obsolet …. :)))

  • 2017 hat OpenAI auch gesagt, dass GPT 2 extrem gefährlich sein sollte…

  • „Fortschritt sieht in diesem Fall so aus, dass die KI nach dem Einbruch selbst merkt, dass sie hinter der falschen Tür steht“ … made my Day

  • HutchinsonHatch

    Warum muss so ein KI-Modell denn überhaupt auf das Hacken von Firmen trainiert bzw. getestet werden???

    Gibt es da keine sinnvolleren Szenarien, wie z. B. ein Medikament gegen Krebs zu finden oder sowas?

  • Der Mensch lernt nur durch Schmerz.
    Es gibt genug Filme zum Weltuntergang, aber es wird weiter mit Atomwaffen rumgespielt.
    Auch zum Scenario der durchdrehenden KI gibt’s genug.
    Aber es geht um Money Money und somit immer weiter.
    Warten wir mal ab…

  • Wie sieht es da mit Haftung aus?
    Wenn KI Klitschen ihren Mist nicht im Griff haben und aus welchen Gründen auch immer, die egal sind, weil es dafür keinerlei Rechtfertigung gibt, Firmen und alle die im Netz unterwegs sind Schaden nehmen können, dann muss doch an irgend einer Stelle mal sanktioniert werden?

    Kann doch nicht sein, dass die ihre bissigen Hunde ohne Leine und Maulkorb von sachunkundigen Tierhaltern Gassi führen, während man für echte Tiere Genehmigungen usw. braucht…

    Diese KI Butzen müssen gesetzlich in harte Schranken gewiesen werden, damit die Welt nicht zum Freiwild dieser unkalkulierbaren Systeme wird.

  • Das ist ja alles schön und gut dass solche Unternehmen versuchen korrekt zu arbeiten. Aber meint ihr wirklich dass Länder wie Russland oder China oder Nordkorea das juckt? Es ist nur eine Frage der Zeit bis das ausartet.

  • Will gar nicht mehr wissen was militärische KI Systeme gerade Testweise anstellen.

  • … und was wäre, wenn wir einfach alles abschalten? :)

    • Ist natürlich ein ironischer Beitrag mit Augenzwinkern, aber habe gerade mal darüber nachgedacht und frage mich ernsthaft, ob das überhaupt noch möglich wäre. Ähnlich wie bei Avengers Age Of Ultron, wo ein Abschalten nicht mehr ging, weil das System bereits die Kontrolle hatte.

  • Hungriger Löwe bricht aus seinem Gehege aus und greift Menschen an, weil der Pfleger das Tor aufließ. What a surprise

  • Die Vorfälle zeigen aus meiner Sicht nur die Spitze des Eisbergs. Zu viele Entwickler zimmern sich Software zusammen mithilfe von Baukästen. Wenn früher ein Entwickler mit Basic oder C plus Plus noch einigermaßen verstanden hat was er dort entwickelt, ist es heute also meiner Sicht nahezu unmöglich. Hinzukommt Hardware, die ebenfalls von Computern designt und entwickelt wird und kein Mensch kann mir erzählen, dass irgendein menschliches Wesen, dass alles noch vollständig überblickt, anzunehmen. Man könnte so etwas mächtiges wie eine KI oder AI kontrollieren das ist mehr als naiv. Das schlimme daran ist allerdings, dass diese Einsicht auch wenn sie nun bei allen entstehen würde schon zu spät kommt. Ich erinnere an Josef Weizenbaum der vom Computer Professor zum größten Gegner der IT wurde. In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass uns Szenarien wie bei Terminator Smart bleiben.

    • Das dacht ich mir auch schon. Möchte nicht wissen, wie oft die Ingenieure bei nvidia, apple & co dasitzen, nachdem sie mit Hilfe von Rechenmodelle mal wieder einen neuen Superchip entwickelt haben und sagen: „Wow, überragende Werte und das Ding funktioniert. Keine Ahnung wieso, aber kann so in Produktion gehen!“

  • was ich mich bei solchen Dingen oft frage, ist: wenn es offensichtlich so einfach ist, in die Netzwerke fremder Firmen einzudringen und diese zu hacken, wie wenig Sicherheit halten diese vor? Okay eine 100-prozentige Sicherheit gibt es offensichtlich ja nicht. Wenn ich dem Ganzen etwas Gutes abgewinnen kann, dann scheinen diese KI-Systeme gut darin zu sein, Sicherheitslücken aufzuspüren beziehungsweise aufzudecken. Na, wie auch immer. Ich glaube, ich verstehe davon zu wenig.

  • Man oh man… Eine Testumgebung vergessen vom Internet zu trennen. :D Sicherlich… Diese fadenscheinigen Erklärungen sind doch lächerlich oder die Betreiber*innen waren deutsche Behörden, wo das Internet Neuland ist. Die versuchen wirklich die Leute für dumm zu verkaufen. Vielleicht ist da jemand mausgerutscht. :D Mich beschleicht immer mehr der Gedanke, dass es bei „KI“ Bude wie in der Union ist. Entweder sie sind inkompetent oder sie lügen…

  • Ein Test lies ein Atomkraftwerk hochgehen…
    Irgendwann sabotiert ein Test eine Regierung für wenige Sekunden … oder die Börse…

  • Welche drei Unternehmen waren denn zufälligerweise betroffen?

  • Das Internet war versehentlich an… aha. Wo ist denn da der Schalter – für „das Internet“ :-)

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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