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Zahlen zum deutschen Onlinehandel

Temu, Shein und Ali vor neuen Zollregeln auf Rekordhoch

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Noch bevor die neuen EU Zollregeln ihre Wirkung entfalten konnten, haben asiatische Onlineplattformen einen neuen Höchststand im deutschen E-Commerce erreicht. Nach aktuellen Zahlen des Handelsverbandes bevh entfällt inzwischen jeder zwanzigste Euro im Onlinehandel auf Anbieter wie Temu, Shein oder AliExpress.

Neue Zollabgaben seit 1. Juli

Ob die seit Monatsbeginn geltenden Einfuhrgebühren von 3 Euro pro Billigbestellung diesen Trend bremsen können, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen.

Insgesamt hat sich die Kaufbereitschaft der Verbraucher im zweiten Quartal weiter verbessert. Der deutsche Onlinehandel legte zwischen April und Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,1 Prozent zu. Für das gesamte erste Halbjahr ergibt sich damit ein Umsatzplus von 4,3 Prozent. Besonders stark wuchsen die Bereiche Drogerie, Medikamente, Lebensmittel sowie Heimwerkerbedarf und Gartenartikel. Auch der Online-Modehandel konnte seine gute Entwicklung fortsetzen. Weniger gefragt waren dagegen Möbel und Dekorationsartikel.

Von der gestiegenen Nachfrage profitierten vor allem große Online-Marktplätze. Sie steigerten ihre Umsätze um 6,4 Prozent und entwickelten sich damit deutlich besser als klassische Onlineshops oder Händler mit stationären Filialen.

Onlinehandel Top10 Wachstum Q2 2026

Jede 6. Modebestellung aus China

Die größten asiatischen Plattformen vereinen inzwischen 5,3 Prozent des gesamten deutschen Onlinehandels auf sich. Im Modebereich fällt ihr Einfluss noch deutlicher aus. Dort stammt bereits mehr als jede sechste Bestellung von Temu, Shein, AliExpress oder vergleichbaren Anbietern. Gegenüber dem Vorjahr legten diese Plattformen um mehr als 20 Prozent zu und wuchsen damit deutlich schneller als der Gesamtmarkt.

Shein Im Web

Seit Anfang Juli gelten jedoch neue Einfuhrregeln der Europäischen Union. Für viele Warensendungen aus Drittstaaten unterhalb der bisherigen Zollgrenze von 150 Euro wird nun eine pauschale Zollgebühr erhoben. Spätestens ab November sollen weitere Importgebühren folgen.

Ob die Maßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen, ist allerdings offen. Der Handelsverband geht davon aus, dass viele Anbieter ihre Logistik bereits angepasst haben. Statt einzelne Pakete direkt aus China zu verschicken, werden Waren zunehmend zunächst in europäische Lager transportiert und anschließend innerhalb der EU an Kunden ausgeliefert. Die kommenden Quartalszahlen dürften deshalb zeigen, ob die neuen Einfuhrregeln den Wachstumskurs der Billigplattformen tatsächlich bremsen.

06. Juli 2026 um 18:32 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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