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DMA zwingt Apple zur Öffnung seines Systems

Streit um iPhone-Zugriff: Apple kritisiert EU scharf

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Apple sieht die europäische Regulierung digitaler Märkte weiterhin kritisch. Hintergrund ist der Digital Markets Act, mit dem die EU-Kommission große Plattformanbieter zu mehr Wettbewerb verpflichten will. In einem Interview mit dem Handelsblatt äußerte sich Apples Regulierungschef Kyle Andeer ungewöhnlich deutlich zu den Vorgaben.

Kyle Andeer

Kyle Andeer, bei Apple als Vice President Apple Legal aktiv

Nach Darstellung des Unternehmens habe die EU ihr eigenes Regelwerk zu positiv bewertet. Während die Kommission im Zwischenbericht von mehr Wahlfreiheit und besseren Chancen für Entwickler spricht, sieht Apple vor allem Risiken. Der Konzern gehört zu den sogenannten Gatekeepern, die unter dem Gesetz besonders strenge Auflagen erfüllen müssen.

Dazu zählt vor allem die Öffnung des bislang stark kontrollierten iPhone-Ökosystems. Nutzer können inzwischen alternative App-Stores installieren, Entwickler dürfen eigene Bezahlsysteme einsetzen. Zudem muss Apple Schnittstellen bereitstellen, damit Drittanbieter stärker auf Funktionen des Betriebssystems zugreifen können. Diese Interoperabilität soll den Wettbewerb fördern, greift aus Sicht des Unternehmens jedoch tief in bestehende Sicherheitskonzepte ein.

Kritik an Datenzugriffen und Jugendschutz

Besonders kritisch bewertet Apple mögliche Datenzugriffe durch externe Anbieter. Laut Andeer könnten Dritte Zugriff auf sensible Nutzungsdaten erhalten. Als Beispiel nennt er Informationen über WLAN-Verbindungen, aus denen sich Bewegungsprofile ableiten lassen.

DMA Designations 2025update

Auch beim Jugendschutz sieht Apple Probleme. Seit der Öffnung des Systems seien Inhalte wie Glücksspielangebote oder nicht jugendfreie Anwendungen leichter verfügbar. Im eigenen App Store kann Apple Vorgaben zu Altersfreigaben und Inhaltskontrollen durchsetzen. Bei externen Plattformen sei dieser Einfluss deutlich eingeschränkt.

Die EU-Kommission weist diese Kritik zurück. Sie betont, dass bei der Ausarbeitung des Gesetzes zahlreiche Interessengruppen einbezogen wurden. Ziel bleibe es, Wettbewerb zu stärken und gleichzeitig die Interessen der Nutzer zu berücksichtigen.

Verzögerungen bei neuen Funktionen in Europa

Neben Datenschutzfragen sieht Apple auch Auswirkungen auf die Entwicklung neuer Funktionen. Bestimmte Neuerungen müssten zunächst so angepasst werden, dass sie auch unter den neuen Vorgaben funktionieren. Dies könne Markteinführungen verzögern. Teilweise würden Funktionen in Europa später starten oder vorerst ganz fehlen. Stichwort: iPhone-Mirroring.

Trotz der Kritik betont das Unternehmen laut Handelsblatt, dass die Regulierung bislang keine direkten Auswirkungen auf die Umsätze habe. Im Mittelpunkt steht für Apple vielmehr die Frage, wie sich Datenschutz, Wettbewerb und technische Kontrolle künftig miteinander vereinbaren lassen.

04. Mai 2026 um 14:49 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Ach Gott, der Jugendschutz mal wieder.

    Es ist nicht zu ertragen wie dieser Tage wirklich schutzbedürftige Gruppen immer wieder als Grund für allen möglichen Murks und staatliche Eingriffe herhalten müssen.

    Jetzt bringt es unsere Kinder in Gefahr, dass Apple sich nicht mehr weiter schamlos mittels faktischem Monopol bereichern kann. Irre.

    • Na dann viel Spass in einer sozialistischen EU. In der Du dann sicher rein gar nichts mehr mitbestimmen kannst.

      • Sozialistische EU hahahahhahhahhaaaaaaa

      • Stimmt. In einer kapitalistischen EU kann ha der Normalbürger soviel mitbestimmen, v.a. wenn es gegen Interessen großer Konzerne und Lobbygruppen geht … Lass die Etiketten weg und bewerte die Politik nach ihrer Wirkung FÜR den Menschen …

      • Die Wirtschaftsform (Kapitalismus / Sozialismus) ist nicht fest an die Regierungsform (Demokratie / Autokratie / Diktatur) gebunden.

        Und die EU ist ja mal sowas von weit davon entfernt, sozialistisch zu sein. Facepalm!

      • Warum nicht gleich kommunistisch, wenn man keine Ahnung hat einfach mal Klappe halten.

      • @Scody: Dann am besten alle Wettbewerbskontrollen abschaffen! Preisabsprachen von Unternehmen erlauben und Kartelle – ansonsten sind wir ja sozialistisch.

        Beim Boxen und Fussball den Ringrichter und Schiedsrichter abschaffen. Im Straßenverkehr die Kontrollen. Wo kommen wir denn hin wenn wir uns überall von irgendwem was sagen lassen müssen…

  • Völlig nutzlos dieser überbezahlte Regulierungsaparat! Gute Nacht!

    • Stimme dir vollkommen zu. Diese EU ist komplett von der Rolle…

    • Meinungsäußerungen ohne Begründung sind nutzlos.

      Die Stärkung der Verbraucherrechte hingegen haben für jeden von uns einen großen Nutzen, auch wenn einige nicht in der Lage oder Willens sind, so weitsichtig zu sein.

      • Diese ganze Regulierung ist nicht zum Schutz der Verbraucher, sondern allein zur Rechtfertigung der Posten von irgendwelchen EU-Mitarbeitern. Keine einzige EU-Maßnahme schafft mehr Arbeitsplätze oder bringt die Preise runter, sondern bewirkt exakt das Gegenteil, während der ganze Regulierungs- und Kontrollapparat immer weiter wächst.

        Die Idee der EU ist klasse. Die Ausführung mangelhaft. Wer keine fette Lobby hat in der EU (oder Politik allgemein), fällt komplett runter. Und das sind besonders kleinere Händler und Unternehmen, welche die meisten Arbeitsplätze generieren.

    • Walter hat recht! Die EU hat 10 Jahre lang nur zu gesehen und dann kommen irgendwelche 0815 Regeln die Apple umgeht. Die EU muss mal klar durchgreifen. Offene Systeme so wie auf Laptop- und Desktopsysteme. Und die sollten auf Marktplätzen wie Amazon und auch im Apple Store die Umsatzbeteiligung deckeln! Mehr als 10% sollten die Unternehmen meiner Meinung nach nicht bekommen.

  • Verstehe Apples Sorgen da nicht. Gebt mir einen Schalter, wem ich Zugriff auf die WLan-Daten geben will und gut ist. Genauso beim Glücksspiel: Wirksame Einstellungen für Eltern für Glücksspiel, Porno usw. würden hier helfen, dass solche Apps nicht installiert werden können. Problematisch sind hier doch eher soziale Medien. Also schafft eine Sittenwächter KI, bei der ich entscheiden kann, ob ich sie einsetzen will

  • Nach dem Kommentar sollten sie sich eher „Blindschleiche“nennen

  • Apple soll endlich die Klappe halten und die Kröte schlucken. Ich will endlich ECHTES VOLLWERTIGES SIDELOADING unter iOS.
    Apple hat schließlich nach wie vor die volle Kontrolle über alle Apps, da selbst die Apps in alternativen Stores durch Apple gesigned werden müssen.

  • Welchen Wettbewerb will man denn fördern?
    Apple vs Google? Das ich nicht lache.
    Und die Apps von unabhängigen Entwicklern – die diese Öffnung ja alle wohl wollten – sind nicht besser oder günstiger geworden.

    Also einen wirklichen Vorteil sehe ich nicht, irgendwie müssen wir hier auf von Google und Apple bereitgestellte Funktionen nur länger warten.

    – Meinung, kein Hasskommentar.

    • Mich befremdet auch immer noch, dass z.B. Drittanbieter Wearables, den selben Funktionsumfang bieten können sollen wie etwa eine Apple Watch. Warum?

      • Dann wird die Apple Watch sicher günstiger…so denken die Verfasser des Gesetzes.

      • Quatsch.

        Es geht einzig alleine um folgendes:
        Wieso gönnt sich Apple Zugriffe die sie anderen verwehren?

        Ich habe eine Garmin und will auch Nachrichten auf der Uhr beantworten können.
        Es kann nicht sein das Apple hier absichtlich die Konkurrenz kastriert damit ihre Apple Watch gut dasteht.

        Apple ist schlimmer als Microsoft / IE es je waren.

        Ich versteh bis heute nicht wie man Apple als Endkunde verteidigen kann.

        PS:
        Zum AppStore:
        Auf Mac/ Linux / Windows kann ich auch Software installieren wie ICH möchte.

  • Bestimmt geht hier jetzt die X und W Diskussion direkt weiter….

  • Gibt es eine vergleichbare Diskussion und Stellungnahme von Apple gegenüber der chinesischen Regierung?
    Datenschutz?
    Persönlichkeitsrechte?

    • Der war gut. :)))
      Ich finde es super, dass sich die EU hier durchsetzt. Vielleicht gibts ja irgendwann tatsächlich mal unabhängige Stores mit Apps hoher Qualität und einer Suche, die ihren Namen verdient. Dann kann Apple weiter seine Slot machines verkaufen und auf die Europäer schimpfen, die solchen Dreck in die Ü18-Ecke schieben.

    • Immerhin kann man mit der EU demokratisch verhandeln. In China geht das nicht. Was will man machen?

  • Dann sollen die Kommissare der EU mal ihre Rechner und die Assistenzsysteme ihrer Autos offenlegen, wahrscheinlich würde das helfen ein Gefühl für Sicherheit zu entwickeln.

  • Welche Interessengemeinschaften das genau sind, würde mich ja mal interessieren.

  • Welche Nutzer habe die in der eu einegebunden und befragt ob sie einen alternativen App Store wollen? Ist das alles schön transparent nachvollziehbar?

  • Muss ehrlich sagen, dass ich in den letzten 2-3 Jahrzehnten mit Apple oft einer Meinung war und vieles (wenn nicht fast alles) verstanden und nachvollziehen konnte.

    Was mir bei dieser Thematik jedoch zunehmend schwerer fällt. Allen voran da sich mir einige Aussagen und Zusammenhänge hier absolut nicht erschließen! Hier z.B. ganz vorne mit dabei, was das iPhone Mirroring mit irgendwelchen Regularien o.ä. der EU zu tun hat?!? Kann ich einfach mal so überhaupt nicht nachvollziehen! Nicht mal im Ansatz!

    Hier gibt es einfach keinerlei plausible Erklärung oder Sinn diese (vollständig fertiggestellte!) Funktion nicht einfach mit auszurollen…. Was zur Hölle spricht denn hier bitte dagegen?!? Außer ein möglicher Pup der Apple quer sitzt gibt es hier schlichtweg auch nichts…. das ist nicht nur schade für uns alle die innerhalb der EU leben, es ist auch einfach nur traurig das das ganze nicht zwischen der EU und Apple, sondern uns als Kunden, Apple und der Eu ausgetragen wird….

    Absolut unverständlich…..

    • Ich glaube (weiß es aber nicht, daher bloße Vermutung), dass Apple hier in vorauseilendem Gehorsam einen Verstoß gegen den DMA fürchtet, wenn iPhone Mirroring nur zwischen iPhone und Mac, aber zum Beispiel nicht zwischen iPhone und Windows geht (was einer Öffnung gegenüber Dritten widerspräche).

  • iPhone Mirroring ist für mich so ein Gamechanger. Ich hasse es, das es in Europa immer noch nicht zur Verfügung steht.

    Ist mir auch komplett egal, wer jetzt schuld dran ist und warum. Ich erwarte dieses Feature auf meinen Devices als Nutzer.

  • Geht es hier darum wer die Marktregeln bestimmt? Ein Konzern oder das Volk bzw. ihre gewählten Vertreter?
    Leider wirkten in der Vergangenheit einige Entscheidung von Apple allzu willkürlich und eigennützig.

  • Bin auch gegen den Dma, er zwingt Firmen Dinge auf die ich nicht will. Ausserdem führt er zu immer gleicheren Systemen und Produkte, auch das will ich keinesfalls. Mehr Werbung und Überwachung in der EU, nein Danke. Apple hat recht, die EU überschreitet die Schwellen des freien Marktes gewaltig.

    • Und ich will keinen völlig freien Markt. Ein völlig freier Markt strebt nach Monopolen. Und Monopole ersticken Innovation und sorgen nur dafür, dass die Schere zwischen arm und reich noch größer wird.

  • Sarkasmus „an“:
    Ja … ich möchte bitte auch, dass Skoda Ersatzteile bei meinem Ferrari passen und ich die Hardware nicht immer bei Ferrari bestellen muss (zu Ferrari Preisen) ß bei gleicher Funktion. :-)

    • Und da ist der typisch deutsche Autovergleich, der immer kommt, egal, wie schlecht er gerade passt.

      Vielleicht ist es auch eher wie beim Fussball, wo Apple als Gatekeeper nur von bestimmten Spielern die Bälle ins Tor lässt und man sich mehr Chancengleichheit wünscht.

  • Ach ja, und bei Android ist dann „Sodom und Gomorra“ ? Wohl doch nicht. Eine gute Kindererziehung ist das A und O.
    Wer, als Eltern, die Verantwortung an die EU oder die Politik abschiebt, der sollte ohnehin seine Fähigkeit als Eltern in Frage stellen.

  • Alle paar Monate kommt das Apple Gejammer über die „böse EU“.
    Damit die Cupertino Fans nur nicht vergessen das Apple das „Gute“ und die EU das „Böse“ ist.
    Statt zu jammern einfach die Auflagen erfüllen – oder wie in China sollte Apple einfach die Fr….. halten, und im vorauseilenden Gehorsam die Auflagen erfüllen.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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