Nur 12 Zentimeter tief
Samduo Nex E6000 ausprobiert: Viel Strom auf wenig Raum
Mit dem Samduo Nex E6000 will ein noch recht junger Anbieter zeigen, dass ein Heimspeicher nicht zwangsläufig wie ein großer Werkzeugschrank aussehen muss. Hinter der glänzenden Front stecken gut sechs Kilowattstunden Akkukapazität – bei gerade einmal 11,9 Zentimetern Bautiefe. Vorgestellt hatten wir die Nex-Serie bereits im Sommer. Inzwischen konnten wir den ungewöhnlich flachen Speicher selbst ausprobieren.
Schickes Design mit einem Haken
Mit rund 84 Zentimetern Höhe und 50 Zentimetern Breite erinnert der Nex E6000 eher an einen überdimensionalen Bilderrahmen als an einen Akku. Die schlichte Front passt durchaus in Wohnbereiche. Allerdings bringt das Gerät satte 59 Kilogramm auf die Waage. Wegen der hohen, schmalen Bauform würden wir es keinesfalls ungesichert aufstellen. Eine Befestigung an einer ausreichend tragfähigen Wand ist für uns praktisch Pflicht. Entsprechendes Montagematerial gehört zum Lieferumfang.
Eine Kleinigkeit trübt das ansonsten stimmige Design: Das mitgelieferte Stromkabel steht am Geräteanschluss unnötig weit ab. Ein abgewinkelter Stecker würde deutlich besser zum flachen Gehäuse passen und die Platzierung erleichtern. Gerade bei einem Produkt, dessen größte Verkaufsargumente die geringe Tiefe und Design sind, fällt so etwas auf.
Sechs Kilowattstunden ohne Solarkabel
Der Nex E6000 ist ein AC-Speicher. Anders als etwa der EcoFlow Stream Ultra X besitzt er keinen direkten Eingang für Solarmodule. Stattdessen wird er an das bestehende Hausnetz angeschlossen und kann mit bereits installierten Balkon- oder Dachanlagen zusammenarbeiten. Ein kompatibles Smart Meter liefert die Messdaten, damit überschüssiger Solarstrom im Akku landet und später wieder ins Haus fließt.
Der Lithium-Eisenphosphat-Akku fasst 6.028 Wattstunden. Laden kann das System mit bis zu 2.600 Watt, ins Hausnetz gibt es maximal 800 Watt ab. Das reicht für einen erheblichen Teil der abendlichen Grundlast, nicht aber für jeden kurzfristigen Spitzenverbrauch. Bei Bedarf lassen sich bis zu 15 Geräte zu einem größeren Speichersystem zusammenschalten.
Mit nur 12 Zentimeter Tiefe lässt es sich flexibel einsetzen.
Die App macht vieles richtig
Besonders positiv überrascht hat uns die Samduo-App fürs iPhone. Auf der Startseite sind Ladezustand, Energiefluss, Hausverbrauch sowie Lade- und Entladeleistung übersichtlich aufbereitet. Man versteht schnell, wo der Strom gerade herkommt und wohin er fließt. Auch die grundlegende Steuerung ist erfreulich unkompliziert.
Bei den erweiterten Einstellungen kippt dieser gute Eindruck allerdings etwas. Wer beispielsweise Ladeverhalten, Zeitpläne oder Prioritäten gezielt verändern möchte, muss sich teilweise erst durch mehrere Menüs arbeiten. Die Funktionen fehlen nicht – sie sind für häufige Anpassungen einfach zu gut versteckt. Gerade bei dynamischen Stromtarifen, wenn man unterschiedliche Strategien ausprobieren möchte, würden wir uns direktere Zugriffe wünschen.
Zur Wahl stehen unter anderem ein Eigenverbrauchsmodus, benutzerdefinierte Zeitpläne und eine intelligente Steuerung. Letztere berücksichtigt laut Samduo auch Wetterprognosen und variable Strompreise. Wer den Speicher einmal konfiguriert und anschließend weitgehend automatisch arbeiten lässt, dürfte mit der Oberfläche sehr zufrieden sein. Technikbegeisterte müssen sich dagegen zunächst etwas tiefer durch die App arbeiten.
LAN-Anbindung als großer Vorteil
Ein echtes Plus ist die kabelgebundene Netzwerkanbindung. Neben WLAN und Bluetooth verfügt der Nex E6000 über LAN und eine RS485-Schnittstelle. Gerade bei einem dauerhaft installierten Speicher finden wir die Möglichkeit einer kabelgebundenen Ansteuerung ausgesprochen sinnvoll. Eine stabile WLAN-Verbindung muss dadurch nicht zur Voraussetzung werden.
Samduo stellt zudem eine offene API bereit, über die sich Energiedaten abfragen und Steuerbefehle lokal umsetzen lassen. Das macht den Speicher auch für Home-Assistant-Nutzer interessant. Eine native HomeKit-Unterstützung gibt es allerdings nicht.
Zwei Steckdosen für den Notfall
Ungewöhnlich praktisch sind die beiden integrierten Steckdosen. Bei einem Stromausfall lassen sich darüber weiterhin Verbraucher betreiben, etwa ein Kühlschrank und der heimische Router. Gemeinsam stehen im Inselbetrieb bis zu 2.600 VA zur Verfügung, kurzzeitig nennt Samduo sogar 3.640 VA.
Die Steckdosen machen den Nex E6000 allerdings nicht zur Notstromversorgung für das gesamte Haus. Bei einem Netzausfall wird die Einspeisung ins Hausnetz beendet. Versorgt werden dann nur die direkt angeschlossenen Verbraucher.
Beim Wirkungsgrad gibt es noch Luft nach oben. Wir haben einen Wert im mittleren 80er-Bereich für einen vollständigen Lade- und Entladevorgang gemessen. Die tatsächlich nutzbare Kapazität lag bei etwa 90 Prozent. Unter hoher Last ist eine deutliche Gehäuseerwärmung möglich, sodass man unbedingt die vorgeschriebenen Belüftungsabstände einhalten sollte.
Fazit: Ungewöhnlich und durchdacht
Der Samduo Nex E6000 gefällt uns mit seinem ungewöhnlich flachen Design, den beiden leistungsfähigen Notstromsteckdosen und der LAN-Anbindung. Die App gehört auf den ersten Blick ebenfalls zu den angenehmeren Lösungen dieser Produktklasse, sollte ihre erweiterten Funktionen aber besser zugänglich machen.
Dass ausgerechnet der gerade Netzstecker die elegante Optik stört und die Wandmontage bei 59 Kilogramm einiges an Vorbereitung verlangt, ist schade. Mit seiner großen Kapazität eignet sich der Speicher zudem eher für Haushalte mit entsprechendem Solarüberschuss als für ein kleines Balkonkraftwerk mit nur zwei Modulen.
Wer bereits eine PV-Anlage besitzt und ohne größere Änderungen einen AC-Speicher nachrüsten möchte, bekommt dennoch ein interessantes Gesamtpaket. Samduo verlangt derzeit 1.799 Euro und gibt zehn Jahre Garantie. Aktuell gewährt der Aktionscode SAMDUODEAL91524 noch 200 Euro Rabatt und auch ein kostenloser Smart Meter liegt dann bei.






Mit EverHome Ecotracker kompatibel?
Wow… 1800 EUR für 6kw Speicher sind schon heftig.
Würde ich meinen SolarEdge Speicher um das Modul für 4,6kw aufrüsten wollen wäre ich mit Einbau bei rund 2.000 EUR.
Als Plug&Play Geräte in dem Speicherumfang also kein schlechter Deal!
Ich hab zwei Marstek B2500 an die beiden Balkonkraftwerke dran geklemmt. Überschuss wird damit nicht mehr verschenkt. Hat mich insgesamt knapp 450€ für ca. 5kwh Speicher gekostet. Ja, ist nicht so bequem wie dieser Speicher hier, aber dan Home Assistant wird jeglicher Überschuss in die Akkus geleitet und bei Bedarf abgerufen. Platz dafür hab ich ebenfalls gehabt. Daher war das für mich die bessere Lösung.
800 Watt sind ein Witz für einen ACcSpeicher, da steht der Marstek VenusE anders da.
Und die Kapazität von 6000 Wh relativiert sich, wenn man die Ladeverluste (mind. 15% roundtrip) und die Tatsache, dass man nur bis 10% entladen kann – also eher 4kwh
Der ist halt für die Balkonkraftwerksanlagen gedacht und die sind halt bei 800W begrenzt
Für 1680€ bekomme ich 16 kWh Speicher für meine Victron Anlage