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Proteste gegen Rohstoffabbau im Kongo

Prozess um Farbattacke auf Berliner Apple Store beginnt

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21 Kommentare 21

Vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte beginnt am Donnerstag ein Verfahren gegen einen 34 Jahre alten Mann, der an einer Protestaktion gegen Apple beteiligt gewesen sein soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, am 17. Mai 2024 gemeinsam mit einem Komplizen die Glasfront des Apple Stores in der Rosenthaler Straße mit politischen Plakaten beklebt und die Fassade mit roter Farbe beschmiert zu haben.

Farbanschlag Apple

Bilder: Extinction Rebellion

Der Schaden für Reinigung und Instandsetzung soll sich auf rund 7000 Euro belaufen haben. Die Verhandlung startet um 11.30 Uhr im Saal 1101 des Amtsgerichts in der Kirchstraße. Angeklagt ist gemeinschaftliche Sachbeschädigung.

Proteste gegen Rohstoffabbau im Kongo

Die Aktion stand im Zusammenhang mit Protesten gegen den Abbau von Rohstoffen im Kongo und deren Verwendung in der Elektronikindustrie. Bereits im vergangenen Jahr hatten Aktivisten mehrerer Gruppen Filialen von Apple in Deutschland mit Plakaten versehen und dem Unternehmen vorgeworfen, von problematischen Lieferketten zu profitieren. ifun.de hatte damals über die Proteste berichtet. Dabei ging es insbesondere um den Einsatz von Kobalt in Akkus sowie um Arbeitsbedingungen in Minenregionen des zentralafrikanischen Landes.

Farbanschlag Apple 2

Bilder: Extinction Rebellion

Die Demonstrationen richteten sich nicht nur gegen Apple, sondern allgemein gegen die Nachfrage westlicher Technologieunternehmen nach Rohstoffen für Smartphones, Elektroautos und Batteriespeicher. Aktivisten hatten unter anderem gefordert, Lieferketten transparenter offenzulegen und Umwelt- sowie Sozialstandards stärker zu kontrollieren.

Apple Stores wiederholt Ziel von Aktionen

Apple-Filialen dienen bei Protesten regelmäßig als öffentlichkeitswirksame Bühne. Durch die zentrale Lage vieler Stores und die große Markenbekanntheit erzielen Aktionen dort oft hohe Aufmerksamkeit. In der Vergangenheit kam es wiederholt zu Demonstrationen, etwa zu Umweltfragen, Datenschutzthemen oder politischen Konflikten. Zuletzt hatten Aktivisten international auch auf den hohen Energiebedarf von KI-Rechenzentren und Elektronikproduktion aufmerksam gemacht.

Für die Berliner Filiale bedeutete die Aktion im Mai 2024 vor allem einen erheblichen Reinigungsaufwand. Bei modernen Glasfassaden müssen Farben und Klebstoffe häufig mit Spezialmitteln entfernt werden, damit Beschichtungen und Oberflächen nicht beschädigt werden.

Ob der Angeklagte die Vorwürfe einräumt oder bestreitet, dürfte sich erst im Verlauf der Hauptverhandlung zeigen. Angaben zum mutmaßlichen Komplizen liegen bislang nicht vor.

Mit Dank an Ehssan!

18. Mai 2026 um 07:56 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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    • Benjamin Blümchen

      +1
      Finde erschreckend, wie viele hier auf harte Strafen geifern, anstatt zu reflektieren, dass Apple und die Produkte, die wir selbst kaufen, das Problem sind.

    • Die Mienenarbeiter haben es garantiert schwer, die Arbeitsbedingungen werden sich dort aber nicht verbessern.
      Das haben Untersuchungen von unzähligen Kaffeplantagen bewiesen, wir zahlen einen Aufschlag für bessere Arbeitsbedingungen und am Ende bleibt alles beim alten.
      Und wenn die Industrie stattdessen wo anders kauft, haben die Leute halt keinen Job mehr.
      Die Leute, die du „befreien“ wolltest, mögen dich dann bestimmt sehr.
      Willkommen im Kapitalismus und Korruption der dritten Welt.

      • CO2 Fußabdruck zählt. Naja, CO2 schön und gut – aber wie produziert wird, schaut keiner hin. U. A: macht dieser Widerspruch Apple für mich immer unsympathischer.

        Und die Preise? Völlig losgelöst von der Leistung. Andere Hersteller liefern längst gleiche oder bessere Hardware günstiger.

        Die aktuellen Preise zahlt man eher für das iOS und das Ökosystem. Apple lebt aktuell fast nur noch vom eigenen Ökosystem – aber andere holen massiv auf.

      • Und wieso werben dann westliche Firmen so gerne mit solchen Siegeln usw. ?
        Dann soll man das mit den Kaffeeplantagen vertraglich vereinbaren, das die Mitarbeiter Summe x pro Monat mehr bekommen.

        Aber es gibt einen Unterschied:
        Kaffee kann ich leicht mit Kaffee aus anderen Ecken der Welt ersetzen.

        Bei solchen Rohstoffen wie Cobalt wird es schwieriger, oder?

        Die westlichen Länder könnten da mehr machen.

        Ich erinnere mal das Frankreich einer seiner afrikanischen Kolonien in die Freiheit entließ, aber sich vorher zusichern ließ Rohstoffe 30% unter dem Marktpreis zu erhalten.

  • Ich hoffe, dass der Angeklagte nicht auf Bewährung frei kommt und für längere Zeit ins Gefängnis muss! Die Sachbeschädigungen und das Zerstören fremden Eigentums hat in den letzten Jahren massiv zugenommen und das muss unterbunden werden! Wie oft musste ich schon Graffitis, auch ohne Sinn, von Häuserwänden entfernen lassen, was tausende Euro kostet!

  • Warum machen die es nicht vor Ort, im Kongo. Oder wo die iPhones gebaut werden, in China. Mal gespannt was sich hier wieder strafmildernd auswirkt!

    • Weil die erzielte Reichweite in Berlin höher ist, als im Kongo.

      • Ein, die wäre dort höher. Weil er oder die Gruppe es nicht so leicht hätte und sich hier das Pack um die Rechte der Terroristen kümmern würde.

        In Berlin wird „Du Du Du“ gesagt und dann darf der Täter wieder raus. Wahrscheinlich eh ein Kunde eines Amtes, da ist also nicht zu holen und Straflager haben wir leider nicht mehr: würde einigen gut tun.

    • Was sollen die Arbeiter machen? Streiken? Dann fliegen die alle raus und der nächste Trupp freut sich über diesen dreckigen und ungesunden Job. Die Not der Menschen wird gnadenlos ausgenutzt.

  • Vielleicht wird es in Zukunft möglich sein, seine Meinung zu einem Thema zu äußern, ohne Beleidigungen und Unterstellungen ausgesetzt zu sein. Derzeit geht das ja nicht mehr, daher denke ich mir meinen Teil.

    • %freeSülze! Ich träume von einer Welt, in der man seine Meinung sagen kann, ohne dafür ausgelacht zu werden!
      Ich finde den Umgang vom Postillion recht gut. Die veröffentlichen dann einfach die Antworten auf sowas.
      Ansonsten kannst du am besten in deiner Bubble bleiben. Extreme Meinungen werden da akzeptiert und bestärkt.

  • In Hamburg bin ich mal in eine riesen Demo zum Rathaus geraten. Dort hat der wütende Mob (von Impfgegnern, Grundeinkommen, Antifa über Feministinnen bis Tierschützer war kurioserweise alles dabei) die Amtsträger aufgefordert sich Rede und Antwort zu stellen. Der damalige Bürgermeister und Co. kamen wirklich sogar raus. Aber statt die Chance zu nutzen, hat die Menge mit Flaschen und allem möglichen Zeug geworfen. Dann kamen die Wasserwerfer und die Show war gelaufen.

    Soll heißen, hier gibt’s meiner Meinung nach häufig nichtmal ne Agenda. Es geht auch viel um einfach rumzustänkern. Das entwertet dann leider jede echte Auflehnung, von der es in unserer Gesellschaft mehr braucht.

    Sachbeschädigung bleibt einfach Sachbeschädigung. Ernst nimmt einen damit jedenfalls niemand.

    • In einer direkten Demokratie bräuchte man solche Auflehnung nicht mehr:
      Es gäbe das Ventil der Abstimmung.

      Aber sowas wird ja immer schlecht geredet: von Politikern sowieso und von vielen Journalisten.

      Das Problem unser Zeit:
      JEDER glaubt das er mit seiner politischen Meinung die Mehrheit stellt.

  • In Hamburg bin ich mal in eine riesen Demo zum Rathaus geraten. Dort hat der wütende Mob (von Impfgegnern, Grundeinkommen, Anti fa über Feministinnen bis Tierschützer war kurioserweise alles dabei) die Amtsträger aufgefordert sich Rede und Antwort zu stellen. Der damalige Bürgermeister und Co. kamen wirklich sogar raus. Aber statt die Chance zu nutzen, hat die Menge mit Flaschen und allem möglichen Zeug geworfen. Dann kamen die Wasserwerfer und die Show war gelaufen.

    Soll heißen, hier gibt’s meiner Meinung nach häufig nichtmal ne Agenda. Es geht auch viel um einfach rumzustänkern. Das entwertet dann leider jede echte Auflehnung, von der es in unserer Gesellschaft mehr braucht.

    Sachbeschädigung bleibt einfach Sachbeschädigung. Ernst nimmt einen damit jedenfalls niemand.

  • In Berlin ist eben bequem demonstrieren und beschädigen!

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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