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Bilanz nach einem Jahr

Pflicht zum Kündigungsbutton: Direkt-Kündigung wird oft versteckt

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Wer in der Lage ist, Verträge online mit nur einem Mausklick abzuschließen, der soll nach Meinung des Gesetzgebers auch in der Lage sein, die so gezeichneten Verträge mit nur einem Mausklick wieder kündigen zu können.

Kuendigen

Button oft nicht auffindbar

Eine einfache Faustregel, die im vergangenen Sommer zur Einführung der so genannten „Pflicht zum Kündigungsbutton“ führte. Vorgesehen war, dass sich Mitgliedsverträge im Fitnessstudio, Laufzeit-Tarife bei Mobilfunkanbietern und online abgeschlossene Abonnements umgehend wieder kündigen lassen würde. Ohne Hotline-Anruf, ohne Fax und Briefpost und ohne persönliches Vorsprechen in Filialgeschäften.

Dass die gesetzlichen Vorgaben in der Praxis jedoch nur unzureichend umgesetzt wurden, zeigte sich bereits zur Veröffentlichung der ersten Zwischenbilanz im Januar, die der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nach einem stichprobenartigen Test von über 3000 Anbieter-Webseiten ausgab.

Die Bilanz damals: Eine wirklich gesetzeskonforme Umsetzung der „Pflicht zum Kündigungsbutton“ wurde nur bei jedem dritten Anbieter ausgemacht.

Jetzt, ein halbes Jahr nach der ersten Zwischenbilanz, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband nachgelegt und eine weitere Untersuchung durchgeführt, deren Ergebnisse nun veröffentlicht wurden.

Nur 42% verhalten sich gesetzeskonform

Die wichtigste Info vorweg: Nach der Prüfung von abermals knapp 3000 Webseiten wurde nicht mal auf der Hälfte der untersuchten Internetseiten (42 Prozent) eine gesetzeskonforme Umsetzung festgestellt.

Die Verbraucherschützer kritisieren vor allem, dass viele Anbieter das Kündigungsformular erst nach dem Login in den Kundenbereich der Webseiten zur Verfügung stellen, was allerdings nicht den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Die „Pflicht zum Kündigungsbutton“ ist jetzt seit einem Jahr in Kraft und gilt für alle Abos, Leasing- und Laufzeitverträge, die online abgeschlossen werden können. Ramona Pop, Vorständin des vzbv kommentiert:

Verbraucher:innen müssen Verträge, die online angeboten werden, mit einem Klick kündigen können. Dass auch nach einem Jahr die Mehrheit der untersuchten Anbieter dieser Verpflichtung nicht nachkommt, ist inakzeptabel. Unternehmen hatten genügend Zeit, sich mit der neuen Rechtslage auseinanderzusetzen. Es gibt keine Entschuldigung dafür, wenn der Kündigungsbutton immer noch fehlt oder mangelhaft umgesetzt wurde.

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06. Jul 2023 um 16:22 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Erzählt das mal der Rheinischen Post!
    Kein Button, eine Kündigung ist nur per Email oder auf anderem schriftlichen Weg mögöich.

  • Ich empfehle das Kündigungsverfahren von 1&1. das ist so richtig übel. Man kann zwar „relativ“ einfach kündigen, aber ohne einen Bestätigungsanruf geht da gar nichts. Und was passiert bei diesem Bestätigungsanruf? Es wird geworben, was das Zeug hält, doch nicht zu kündigen.
    Meiner Meinung nach ist das Aussprechen einer Kündigung über den Button eine eindeutige Willenserklärung und sollte keine weitere mündlichen Bestätigung benötigen. 1&1 macht das sogar bei Ausübung des gesetzlichen Widerspruchsrechts. Da muss man stur bleiben. Obwohl: manchmal bekommt man so aber auch äußerst attraktive Angebote.

  • Und wie soll das bitte sonst funktionieren, wenn man sich nicht zuvor einloggen muss?

    Klar, man könnte ein Formular anbieten bei dem seine Kundennummer angibt und alle notwendigen Daten, aber Kundenfreundlich ist anders…

    Wenn allerdings der Kündigungsbutton irgendwo tief in den Account-Einstellungen versteckt ist, ist’s natürlich auch nicht gut. Es könnte so einfach sein wenn man wollen würde…

  • Sonkonntenich zum Glück meine Bahncard noch kündigen. Sie haben keinen Kündigungsbutton, also habe ich von meinem Sonderkündigungrechr Gebrauch gemacht.

  • Wenn abgewogen wird dass ein Vergehen Summe X an Strafe kostet, aber zeitgleich durch die nicht erfolgten Kündigungen ein Vielfaches mehr Geld verdient/nicht verloren wurde, dann wird sich einfach nie etwas daran ändern und einfach die Strafe akzeptiert, weil es rentabler ist…

  • Vodafone ist auch so ein übler Markteilnehmer. Button und Email mögen die gar nicht.

  • Warum gehen hier die Abmahnanwälte nicht ab wie Schmitz Katze ?

  • Besonders skurril bei 1&1. Es gibt einen riesigen Kündigungsbutton, der aber nur zur „Vormerkung einer Kündigungsabsicht“ führt, die noch gar nicht durchgeführt wird. Der echte Kündigungsbutton ist ganz klein in der Fußzeile versteckt.

  • Wieso hagelt es da keine Abmahnungen bei den anderen 58%?
    anders scheint es ja nicht zu gehen, ich empfinde das als eine Frechheit.

  • Ich habe gerade erst wieder aufwändig bei O2 kündigen müssen, da es entweder keinen Button gibt oder der sehr versteckt ist … war allerdings auch über Sparhandy abgeschlossen, also keine Ahnung ob das dann einen Unterschied macht.

  • Vermutlich ist das mal wieder eine Vorgabe ohne rechtliche Konsequenzen. Da pfeifen dann eben einige drauf.

  • Solche Funktion sucht man grundsätzlich bei jeden Anbieter.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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