Mit Mac-Drucktreiber und offener API
OpenPaper: Offene E-Ink-Bilderrahmen aus Deutschland
Digitale Bilderrahmen mit farbigen E-Ink-Displays haben ihren Reiz. Sie benötigen keine dauerhafte Hintergrundbeleuchtung, verbrauchen nur beim Bildwechsel Strom und lassen Fotos eher wie gedruckte Bilder als wie Bildschirminhalte erscheinen. Mit OpenPaper bietet das deutsche Projekt paperlesspaper jetzt zwei solcher Rahmen an, die sich vor allem durch ihre offene Architektur von der Konkurrenz unterscheiden.
Die Entwickler setzen nicht nur auf frei zugängliche Software. Auch Schaltpläne, Platinenlayouts und Konstruktionsdateien werden veröffentlicht. Entwicklung und Fertigung erfolgen nach Angaben des Teams in Deutschland, die Endmontage in Dresden.
Zwei Größen ab 189 Euro
Das kleinere Modell OpenPaper 7 kostet 189 Euro und besitzt ein 7,3 Zoll großes Spectra-6-Farbdisplay mit 800 × 480 Pixeln. Der Rahmen misst 26 × 20 Zentimeter und besteht aus Eschenholz mit weißem Passepartout. Zur Auswahl stehen die Farben Weiß, Natur und Schwarz. Museumsglas soll störende Reflexionen reduzieren.
Die Stromversorgung übernehmen vier AAA-Batterien oder ein USB-C-Anschluss. Bei täglicher Aktualisierung nennt der Hersteller eine Batterielaufzeit von etwa sechs Monaten. Zur drahtlosen Kommunikation stehen WLAN 6 und Bluetooth Low Energy bereit.
Neu hinzugekommen ist der OpenPaper L für 339 Euro. Er bietet eine Bilddiagonale von 13,3 Zoll, löst mit 1600 × 1200 Pixeln auf und misst 34 × 41 Zentimeter.
Einen vergleichbar großen E-Ink-Rahmen von SwitchBot haben wir bereits ausprobiert. Dessen papierähnliche Darstellung gefiel uns, allerdings waren die geschlossene Anbindung und das kostenpflichtige KI-Angebot weniger überzeugend.
Bilder direkt vom Mac aus drucken
Bei OpenPaper lassen sich Fotos über eine kostenlose iPhone-App oder direkt im Browser übertragen. Zusätzlich gibt es einen Mac-Drucktreiber, mit dem Inhalte unmittelbar an den Bilderrahmen geschickt werden können. Neben Fotografien lassen sich auch Texte, Kalender, Wetterinformationen und andere dynamische Inhalte darstellen.
Interessant ist vor allem die technische Offenheit. Über eine dokumentierte API können Entwickler eigene Anwendungen anbinden. Auch alternative Firmware lässt sich installieren. Damit bleibt die Hardware grundsätzlich unabhängig davon nutzbar, ob der Hersteller seine Server langfristig weiterbetreibt.
Das unterscheidet OpenPaper auch vom SwitchBot Home Dashboard, das wir kürzlich als Informationsanzeige für Kalender und Wetter getestet haben. Während SwitchBot stärker auf sein bestehendes Ökosystem setzt, erlaubt OpenPaper eigene Integrationen und Änderungen an der Software.
Auf ein Abonnement verzichtet das Projekt vollständig. Die Entwickler betonen zudem die Reparierbarkeit ihrer Geräte. Einzelne Komponenten sollen zugänglich und austauschbar bleiben. Wer möchte, kann sich über GitHub sogar an der Weiterentwicklung beteiligen.


