ifun.de — Apple News seit 2001. 38 326 Artikel

Händler und Verbraucher im Nachteil

Monopolklage gegen Amazon: USA eröffnen Mammutprozess

Artikel auf Mastodon teilen.
43 Kommentare 43

Die amerikanische Handelsaufsicht, die unter dem Dach der „Federal Trade Commission“ (FTC) als unabhängige Bundesbehörde aufgebaut ist, hat eine Monopolklage gegen den Online-Händler Amazon initiiert und dürfte damit einen mehrjährigen, juristischen Schlagabtausch zwischen der E-Commerce-Plattform und den Wettbewerbshütern ins Rollen gebracht haben.

Amazon Einzelhandel Pakete

Wettbewerbsfeindliches Verhalten

In der von 17 Generalstaatsanwälten eingereichten Klageschrift wirft die FTC dem Unternehmen ein wettbewerbsfeindliches Verhalten vor und kritisiert, dass Amazon seine Monopolstellung zum Nachteil der Verbraucher ausnutzen würde, um Preise in die Höhe zu treiben während die angebotene Qualität gleichzeitig stark nachlässt.

Unter anderem würde Amazon den fairen Wettbewerb behindern, indem der Konzern auf der Plattform aktiven Verkäufern untersagen würde, die eigene Ware woanders günstiger anzubieten.

Die knapp 180 Seiten starke Klageschrift (PDF-Download) wirft dem Konzern zudem vor, sich einer ganzen Reihe unrechtmäßiger Strategien bedient zu haben um vorhandene Monopolstellungen aufrecht zu halten.

Händler und Verbraucher sollen geschützt werden

Und die FTC nimmt hier kein Blatt vor den Mund: Während Amazon seine Monopolmacht dafür ausnutzen würde sich selbst zu bereichern, so die Marktwächter, würde der Konzern zeitgleich seine Preise für Millionen amerikanischer Familien anheben, die auf der Plattform einkaufen würden. Der aktuelle Fall habe wie fast kein anderer in der Geschichte des amerikanischen Kartellrechts das Zeug dazu, „sehr viel Gutes für sehr viele Menschen zu bewirken“.

Amazon wird vorgeworfen Händler, die ihre Produkte auf anderen Webseiten günstiger angeboten zu haben, auf der eigenen Plattform nahezu unsichtbar gemacht zu haben. Zudem würde Amazon Druck auf Händler ausüben, um deren Waren als Prime-Produkte anzubieten und horrende Gebühren verlangen, damit deren Produkte als Prime-Ware zugelassen wird.

Verbrauchern würde man Werbeanzeigen statt Suchergebnisse vorsetzen und die eigenen Marken den Produkten von Drittanbietern vorziehen.

27. Sep 2023 um 07:55 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    Zum Absenden des Formulars muss Google reCAPTCHA geladen werden.
    Google reCAPTCHA Datenschutzerklärung

    Google reCAPTCHA laden

    43 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
      • Intergalactic_T

        Nein, eine klare subjektive Äußerung.

      • Einer der Punkte der Klage ist, dass Amazon den Verkäufern verbietet die Ware woanders günstiger anzubieten. Das schadet dem Verbraucher. Dementsprechend ist dieses Vorgehen zu begrüßen und ich frage mich wo das ein pauschales bashing sein soll, es sein denn du meintest deinen eigenen Kommentar damit.

        Die o.g. Praxis wurde auch in der EU und in China verboten, weil es eben den Verbraucher am Ende des Tages schädigt. Aber die USA sind da ja eh ein wenig rückständig. Siehe Preisangaben ohne MwSt, Gebühren oder Trinkgeldern.

      • @Ben

        Liegt dort aber an den verschieden MwSt Sätzen.

        Und bei Gebühren ist Deutschland auch nicht so toll, z.b. bei den Kur-Taxen. Diese müssen Hotels nicht ausweisen. obwohl sie diese sogar eintreiben.

      • Du hast keine Ahnung.

        Es gibt mehrere Hebelpunkte, an denen die Klage ansetzen kann.

        Bei der Durchsetzung von höheren Endpreisen für den Konsumenten und der Verhinderung von Wettbewerb verstehen die meisten Kartellbehörden nunmal keinen Spaß.

        Wenn das stimmt, was Amazon vorgeworfen wird, dann wird Amazon ein paar Milliarden Strafe blechen und bestimmte wettbewerbsverzerrende Praktiken wieder zurücknehmen müssen.

  • kann ich nicht nach voll ziehen.
    Bin mit den Angeboten auf Amazon sehr zufrieden.
    Ich seh keine Nachteile für den Käufer, eher für die Verkäufer.
    Aber bitte wo kommen wir da hin, wenn eine Firma einer anderen Plattform die Ware billiger verkauft als an Amazon ? Gleiches recht für Alle, egal in welche Richtung. Wenn ein Käufer woanders teurer kaufen will, bleibt es ja ihm überlassen, glaube aber kaum, solche Käufer zu finden.

    • Hast du den Artikel überhaupt verstanden?
      Ich finde es manchmal wirklich bemerkenswert, dass man sich von irgendjemanden verappeln lässt und diesen dann auch noch verteidigt. Das du hier dann auch noch keinen Nachteil für Käufer erkennst lässt tief blicken. Oder stehst du in Lohn und Brot dieses Unternehmens? Dann könnte ich es verstehen. Aber dann weise auch darauf hin.

    • Du hast keine Ahnung.

      Wenn der Verkäufer Nachteile hat, dann wirkt sich häufig negativ auch auf den Kunden aus.

      Und das ist hier der Fall.

      Amazon fordert von den Händlern verständlicherweise Gebühren beim Verkauf über ihre Plattform, aber verlangen zudem (und das ist nunmal der Knackpunkt) dass man außerhalb ihrer Plattform die Waren ebenfalls zum selben Preis anbieten muss wie über Amazon, obwohl man woanders (z.B. im eigenen Shop) die Ware auch günstiger anbieten könnte.

      Der kleine Händler wird also dazu gezwungen höhere Preis vom Kunden zu verlangen.

      Das ist künstliches Anheben von Preisen und gehört verboten.

      Du kannst die höheren Preise ja gerne zahlen, wenn du Geld zu verschenken hast. Normale Menschen wollen das aber nicht.

  • und bitte was soll bedeuten, dass man Amazon vorwirft, sich selbst zu bereichern? Gehts noch ? Na wen sonst ? Verschenken sollen sie die Ware ? Oder zum Einkaufspreis hergeben? Entschuldige, manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr.
    Es wird doch keiner gezwungen, bei Amazon zu kaufen oder zu verkaufen ?

  • Und was ist mit dem Mediamarkt?
    Ich kann diese Artikel überhaupt nicht mehr wo anders kaufen, außer im Internet vielleicht.

  • Und wo bitte war die Handelskammer all die vergangenen Jahre ? Wer hat die kleinen, mittleren Betriebe mit Gesetzen geschützt ?
    Im Gegenteil, mit Hilfe der Baupolizei wurde in Städten in den Kleinen Straßen die Geschäfte mittels so genannter Wohnzonen verboten, das aus für die Nahversorger. Das wissen aber wahrscheinlich die Wenigsten unter uns.
    Also schön weiter Shoppingcenter bauen und sich dann wundern das alles zubetoniert wird.
    Und in ländlichen Gebieten ist man gezwungen mit dem Auto einzukaufen, da läuft so einiges verkehrt.

    Aber versteht mich bitte nicht falsch, jeder soll hier seine eigene Meinung haben.
    Eine Meinung bildet sich ja nur aus den verschiedenen Erfahrungen, die jeder gemacht hat.

  • Mir geht am meisten auf die Nerven, dass stets Werbung für Artikel erscheinen, die ich überhaupt nicht gesucht habe! Warum, zum Teufel, bekomme ich irgendeinen China-Kram präsentiert, obwohl ich direkt nach einer Marke gesucht habe?

  • Jeden der hier Amazon toll findet und diesen Saftladen in Schutz nimmt wünsche ich das er auch mal bei Amazon auf der Blacklist landet! Das geht sehr schnell und kann auch nach ein paar Retouren passieren! Amazon ist der unseriöseste Laden überhaupt! Da werden Pakete einfach vor die Tür gelegt und zählen als zugestellt, sind diese weg hat man das Nachsehen, besteht man auf Ersatz landet man auch schnell auf der Blacklist, obwohl man nachweislich nichts falsch gemacht hat! Die halten sich eine keine EU-Gesetze oder BGB unfassbar das die solange agieren durften! Und Prime Lieferung am nächsten Tag ist ja mittlerweile auch nur noch ein Witz, man kann ja froh sein wenn es innerhalb 1 Woche mal da ist.

  • Sicher ist es unbestritten, dass Amazon eine große Marktmacht erlangt hat und in vielen Bereichen auf ein Monopol zusteuert, was man kritisch beleuchten und ggf. regulieren muss. Dass Amazon durch seine Stellung quasi die Preise diktieren kann, sollte natürlich nicht sein. Um alles genau zu verstehen, müsste man sich wohl die 180-seitige Klageschrift vollständig durchlesen, aber das herausgepickte Beispiel zeigt doch gerade, wie schwierig so eine Regulation ist.

    Wenn andere Händler ihre Ware bei Amazon anbieten, profitieren sie letztendlich von dieser Monopolstellung, sie erhöhen ihre Reichweite, weil eben mehr Kunden das Angebot finden. Es kann auch nicht sein, dass sie den Amazon Marketplace quasi als Werbung für ihren eigenen Onlineshop benutzen und die Waren in letzterem günstiger anbieten, die von Amazon kassierte Provision also lediglich eine Werbeausgabe ist, die man im eigenen Shop nicht draufschlagen muss.

    Es liegt in der Hand des Kunden, Preise zu vergleichen, Bewertungen zu lesen und bei den ihnen bevorzugten Händlern zu bestellen. Ein Preis kommt immer durch Angebot und Nachfrage zusammen, und wenn alle so bequem sind, nur bei Amazon zu ordern, leisten sie diesem Monopol natürlich Vorschub. Aber auch Amazon ist ein wirtschaftendes Unternehmen und wird sicher nicht tatenlos zusehen, dass die eigene Plattform nur als Vehikel genutzt wird, um die Bekanntheit der Marketplace-Händler zu steigern.

    • „Wenn andere Händler ihre Ware bei Amazon anbieten, profitieren sie
      letztendlich von dieser Monopolstellung, sie erhöhen ihre Reichweite,
      weil eben mehr Kunden das Angebot finden.“

      Ja, sie profitieren für die Reichweite, aber nicht wegen der Monopolstellung. Es gibt einfach mehr Aufwand, die Ware bei 3-4 gleichgrossen Konkurrenten auch noch einzustellen. Was sie ja machen, sonst könnten sie die Ware nicht günstiger geben.

      „Es kann auch nicht sein, dass sie den Amazon Marketplace quasi als Werbung für ihren eigenen
      Onlineshop benutzen und die Waren in letzterem günstiger anbieten, „

      Doch, das ist freie Marktwirtschaft. Warum sollte das falsch sein? Das geht überall, und das findest du in jedem Geschäft – sogar im Internet, dass das gleiche Produkt unterschiedlich kostet.

      „die von Amazon kassierte Provision also lediglich eine Werbeausgabe ist, die man im eigenen Shop nicht draufschlagen muss.“
      Hmm, Werbung wofür genau, wenn Amazon dich in der Suche verschwinden lässt, eigene Produkte priorisiert oder dich abstraft? Zahlen wofür?$

      „… und wenn alle so bequem sind, nur …“
      Ab hier wieder nix verstanden du.

      • Ja, es ist mehr Aufwand, die Ware bei verschiedenen Händlern einzustellen, aber warum soll die dann anderswo billiger sein, wenn der Aufwand größer ist? Wenn die Ware bei Amazon teurer angeboten wird, müsste man ja annehmen, dass dort der Aufwand höher ist. Oder erhofft man sich durch die höhere Reichweite mehr Umsatz?

        Klar, jeder kann seine Preise festlegen, wie er will, das ist freie Marktwirtschaft, aber Amazon kann als Betreiber des Marketplace eben auch seine Regeln so definieren, wie es am besten zum eigenen Geschäft passt. Und wenn ein Anbieter, der sich nicht an die Regeln hält, dann aus der Suche verschwindet, darf er sich nicht wundern.

        Bei Handelsmarken im Discounter beschwert sich auch niemand, dass diese den Markenherstellern den Umsatz abgraben und vom Anbieter besonders hervorgehoben werden. Im Gegenteil, alle buhlen darum, bei ALDI & Co. ins Sortiment aufgenommen zu werden, aber dann ist das Gejammer groß, wenn die Discounter die Preise drücken.

    • Wieso sollte es rechtens sein, dass ein Marketplace-Händler bei ebay.de und auf anderen Market-Plattformen oder am besten in seinem privaten Shop dieselben Preise haben muss wie auf Amazon.de?

      Wenn ein Händler auf seiner Seite mit ordentlich Gewinn Schuhe für 100€ verkaufen kann, bei ebay durch Gebühren/Provision aber 110€ und auf Amazon beispielsweise gleich 120€ – wie kann Amazon dann verlangen, dass man dem Kunden überall die gleiche Summe abschöpfen muss, obwohl man abseits der Amazon-Plattform gar nicht deren Dienstleistungen in Anspruch nimmt?

      Welchen Vorteil hat ein Kunde davon, dass Amazon quasi eine Preisgrenze im Markt festsetzt?

      Das hat nichts mehr mit Angebot und Nachfrage zu tun. Das ist Wegelagerei und Abzocke.

  • Mir fällt es als Prime Kunde auf, dass Amazon den gleichen Artikel als nicht Prime Kunde günstiger anbietet. Was soll denn das. Einziger Vorteil, dass ich meine Bestellung um Regelfall schneller erhalte. Beides zugestellt durch Amazon eigene Zustellung.
    Da ist schon einiges nicht so ganz astrein.

  • würde mich wundern wenn die FTC da nicht wieder so kläglich scheitert wie bei Microsoft und den Activision Deals, Intern bereitet man sich wohl schon drauf vor, Geschäftsfelder wie Prime Video, Music, Amazon Hardware usw abzuspalten, Gut gemeinte Aktion von Lisa Kahn aber ob die Wirkich diesmal Substanz haben glaube ich nicht, da wird denen Amazon mit Befriedungsaktionen zuvor kommen

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

    ifun.de ist das dienstälteste europäische Onlineportal rund um Apples Lifestyle-Produkte.
    Wir informieren täglich über Aktuelles und Interessantes aus der Welt rund um iPad, iPod, Mac und sonstige Dinge, die uns gefallen.
    Insgesamt haben wir 38326 Artikel in den vergangenen 8273 Tagen veröffentlicht. Und es werden täglich mehr.
    ifun.de — Love it or leave it   ·   Copyright © 2024 aketo GmbH   ·   Impressum   ·   Cookie Einstellungen   ·   Datenschutz   ·   Safari-Push aketo GmbH Powered by SysEleven