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Wenn Provider einzelne Domains sperren

macOS-Basics: DNS-Server auf dem Mac schnell ändern

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24 Kommentare 24

Wer eine Internetadresse in den Browser eingibt, nutzt im Hintergrund automatisch das sogenannte Domain Name System, kurz DNS. Dieses lässt sich vereinfacht mit einem Telefonbuch vergleichen. Statt Telefonnummern werden hier die numerischen IP-Adressen von Webseiten hinter den eingegebenen Domainnamen hinterlegt.

Gibt man etwa „ifun.de“ ein, sorgt der DNS-Dienst dafür, dass die Serveradresse 37.49.159.144 gefunden wird.

In den meisten Fällen verwenden Mac-Nutzer automatisch die DNS-Server ihres Internetanbieters. Das funktioniert meist problemlos, kann aber auch Nachteile haben. So greifen deutsche Provider inzwischen verstärkt zu DNS-Sperren, um den Zugriff auf bestimmte Webseiten zu erschweren. Ein bekanntes Beispiel ist das Projekt Annas-Archive.

Server Nicht Gefunden

Mehrere Domains des Projektes werden nach den jüngsten rechtlichen Auseinandersetzungen von einigen Providern nicht mehr aufgelöst. Die Webseiten sind technisch weiterhin erreichbar, lassen sich über die voreingestellten DNS-Server jedoch oft nicht mehr finden. Hier kann man selbst aktiv werden.

DNS-Server in macOS ändern

Apple bietet die Möglichkeit, alternative DNS-Server direkt in den Systemeinstellungen zu hinterlegen. Die Änderung ist in wenigen Schritten erledigt:

  • 1. Die Systemeinstellungen öffnen.
  • 2. In der Seitenleiste Netzwerk auswählen.
  • 3. Die aktive Netzwerkverbindung anklicken, etwa WLAN oder Ethernet.
  • 4. Auf „Details …“ klicken.
  • 5. Den Bereich DNS öffnen.

Hier erscheint die Liste der aktuell verwendeten DNS-Server. Über die Plus-Schaltfläche lassen sich zusätzliche DNS-Adressen eintragen. Vorhandene Einträge können markiert und entfernt werden.

Dns Server Mac

Alternativen zu den Provider-DNS-Servern

Wer Wert auf Datenschutz legt oder mögliche Sperren umgehen möchte, kann auf alternative DNS-Anbieter ausweichen. Eine europäische Option ist etwa Mullvad DNS, über das wir bereits ausführlich berichtet haben. Der Anbieter stellt verschiedene DNS-Server mit unterschiedlichen Voreinstellungen bereit, so lassen sich auf Wunsch auch Werbung, Tracking oder Malware-Domains filtern.

Dns Einstellungen

Daneben existieren zahlreiche weitere öffentliche DNS-Dienste. Besonders verbreitet sind die Server von Google mit den Adressen 8.8.8.8 und 8.8.4.4 sowie das Angebot von Cloudflare unter 1.1.1.1 und 1.0.0.1. Viele Nutzer setzen diese Dienste nicht nur wegen möglicher Sperrumgehungen ein, sondern auch aufgrund der oft schnellen Reaktionszeiten und der hohen Verfügbarkeit.

Komfort-Tipp NetFluss

Ein Komfort-Tipp: In dem kostenlosen Netzwerk-Tool NetFluss lassen sich mehrere DNS-Dienste konfigurieren, zwischen denen sich anschließend mit einem Mausklick in der Menüleiste hin und her wechseln lässt.

Netfluss Dns Dienst

Wer lediglich die Leistung seines Internetzugangs optimieren oder die Abhängigkeit vom eigenen Provider reduzieren möchte, kann daher problemlos einen alternativen DNS-Dienst testen. Die Umstellung ist jederzeit rückgängig zu machen und dauert auf dem Mac nur wenige Sekunden.

05. Juni 2026 um 08:28 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


    24 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • PiHole mit Unbound Upstream dns und lokale Kopie der Root DNS Zonen. Dann umgehe ich zumindest mal den Einstiegspunkt der DNS Anfrage über den Provider

    • Mein Provider sperrt die Nutzung anderer DNS. Mit VPN kann ich das umgehen. Klappt das mit Unbound in dem Fall auch?

      PiHole ist vorhanden. Würde das ggf. dann mal testen

      • Ist das rechtens, dass dein Provider das sperrt?!
        Im Router kannst das nicht ändern?
        Sollte man überlegen, ob der Provider eine gute Wahl ist bei solcher Zensur.

      • Aufm Land hast du leider nicht all zu viele Optionen.

      • Gehen wir davon aus, du bist zu Hause (kein VPN) und hast PiHole am laufen. Dann verteilst du diesen sicherlich schon per dhcp als DNS Server. Jetzt kann man zu PiHole noch nen Unbound dazu packen und diesen als Upstream DNS nutzen. Läuft auf dem PiHole mit. Der Unbound legt die root zones lokal ab de. usw. Somit kann dir unbound den Einstieg in die hierarchische Abfrage vom Provider wegnehmen und selber beantworten. Das hilft zumindest ein wenig um nicht völlig transparent beim Provider zu sein.

  • Geht das auch auf der FRITZ!Box? Immerhin nutzt man ja auch sein Handy :)

    • Ja!

      Entweder gibst du den Clients über die FRITZ!Box via DHCP einen anderen DNS-Server vor (irgendwo unter Heimnetz) oder du lässt die DNS-Anfragen über die FRITZ!Box an einen anderen DNS-Server weiterleiten (irgendwo unter Internet).

      Kommt beides auf das gleiche hinaus.

  • Schlauer ist es doch, den „richtigen“ DNS gleich im Router einzutragen. Dann hat man das Problem gleich für alle Geräte gelöst. Oder noch besser gleich einen eigenen DNS betreiben. ;-)

    • Stimmt natürlich. Aber hier geht es ja wohl vor allem um die Situation, wo du keinen Zugriff auf den Router hast, etwa in einem Café oder in der Uni.

    • Ist bei den Geräten nicht automatisch der Router eingetragen und der hat DNS-Eintrag?

      • als Default meist ja, aber mit der expliziten Angabe eines DNS Servers, wie beschrieben, oder auch mit entsprechenden Netzwerktools kannst du dieses Standardverhalten überschreiben, was empfehlenswert ist, wenn du unterwegs in öffentlichen oder fremden WLANs unterwegs bist. Noch sicherer sind Secure DNS Einstellungen, also verschlüsselte DNS Abfragen zu konfigurieren, z.B. DoH oder DoT, um zu verhindern, dass der WLAN Betreiber oder Internet-Provider mitloggen könnte, welche Seiten du besuchst. Das wiederum geht im MAC / Iphone nur per Profildatei (kann man sich aber selbst erzeugen), oder auch mit Networking Tools bzw. VPN Diensten.

    • Ich versuch die doh und dot zu unterbinden um mehr Kontrolle zu haben. Deaktiviere das Festure auch in den Browser um möglichst alles zu zwingen meinen PiHole zu verwenden. Ist umstritten, was hier der sinnvollere Weg ist…

  • DNSForge nicht zu vergessen, wenn man seinen Provider daran hindern will, die fremd aufgelösten Anfragen mitzulesen (das kann er, da ja jeglicher Traffic über ihn geht). Stichwort DNS-Verschlüsselung.

    • Mullvad DNS ist kostenlos, NextDNS jenseits von 300.000 Abfragen pro Monat – die man mit ein paar Geräten problemlos überschreitet – nicht.
      Beides Anycast DNS-Dienste mit div. physischen Standorten. Hier am Standort antwortet Mullvad etwas schneller.
      Mullvad hat je nach Filter-Profil feste Listen (einsehbar auf Github), bei NextDNS kann man sich aus einem Angebot an Listen seine eigene Filter-Liste zusammenklicken.
      Mullvad ist schwedisch, NextDNS eine US-Firma.

  • Quad 9
    DNSForge
    AdGuard öffentlicher DNS
    jeweils mit DNS over TLS im Router für eine Verschlüsselung und gut ist.
    Am iPhone ist Wipr 2 inkl. dem neuen Filtr + Apple PrivatRelay zu empfehlen.

  • Für die Shell-fähigen: geht auch mit der Konsole
    sudo networksetup -setdnsservers NETZWERKSERVICE DNS
    also z.B.
    sudo networksetup -setdnsservers „Wi-Fi“ „1.1.1.1“
    Hab mir mit Swiftbar einen eigenen Umschalter gebaut

  • Kurios, dass Apple OSe DoT/DoH direkt im System (ohne Drittanbieter-Tools) nach wie vor nur über Konfigurationsprofile können.
    Vorteil ist hier allerdings, dass man Automatismen über On-Demand-Regeln (WLAN-SSID etc.) haben kann.
    Z.B. zu Hause den „lokalen“ DNS per DHCP vom Router/PiHole/AGH, unterwegs (quasi wenn NICHT zu Hause) Mullvad DoT.

    • +1
      … wenn man schon den DNS ändert sollte man gleich auf verschlüsselte DNS Kommunikation setzen. Der Königsweg ist direkt im Router (FB kann das). Wenn man keine FB hat sollte man zumindest entsprechende Profile auf den Apple Geräten installieren.
      Wäre schön wenn die ifun Jungs darauf hinweisen würden.

      • Sinnvollerweise im Router gleich mehrere DoT-/DoH-Resolver hinterlegen.
        Z.B. Mullvad Base, dnsforge und DNSBunker, die haben ziemlich ähnliche Block-Listen.

      • Was mich bei dieser doh und dot Geschichte stört, ja, ist verschlüsselt, trotzdem hab wieder den Single Point of Trust beim jeweiligen DNS Anbieter. Auch stört mich die Integration in Browsers , weil sie damit einfach meine Konfiguration umgehen wollen, was mir auch nicht passt. Da Google fast gleichbedeutend mit Internet ist, sie auch noch den Zugangsbrowser kontrollieren können sie damit auch noch das umgehen, was mich ein wenig schützen soll.

    Redet mit. Seid nett zueinander!

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