Speicherchip und Firmware umgebaut
iPod Nano 3G: Sechs Jahre Arbeit für 16 GB Speicher
Der iPod Nano der dritten Generation lässt sich auf 16 GB Speicher erweitern. Dies hat Tucker Osman ausprobiert und dokumentiert. Was zunächst nach einem vergleichsweise überschaubaren Tausch des fest verlöteten NAND-Speichers klingt, entwickelte sich allerdings zu einem sechs Jahre dauernden Reverse-Engineering-Projekt. Erst jetzt funktioniert der umgebaute Musikplayer stabil, lässt sich mit Musik und Videos füllen und startet auch nach vollständiger Belegung zuverlässig.
Der Ansatz unterscheidet sich deutlich von Speicher-Upgrades beim iPod classic. Dort lässt sich die Festplatte vergleichsweise einfach durch Flash-Speicher ersetzen. Beim Nano sitzt der NAND-Chip direkt auf der Platine. Noch komplizierter wird es durch Apples Firmware, die nur bestimmte Speicherbausteine und deren Eigenschaften erwartet.
8-KB-Seiten treffen auf eine 4-KB-Welt
Für den Umbau kam schließlich ein 16-GB-SLC-Chip zum Einsatz. Der neue Speicher arbeitet jedoch mit 8192 Byte großen Speicherseiten. Die ursprüngliche Software des iPod rechnet dagegen mit maximal 4096 Byte. Ein einfaches Anpassen der Werte half nicht, da auch das über USB angesprochene Laufwerk mit 8192 Byte großen Sektoren nicht sinnvoll genutzt werden konnte.
Die Lösung besteht deshalb aus einer Übersetzungsschicht. Gegenüber USB, SCSI und dem restlichen Betriebssystem verhält sich der iPod weiterhin so, als arbeite er mit 4-KB-Blöcken. Erst unmittelbar vor dem Zugriff auf den NAND-Speicher werden jeweils zwei dieser logischen Blöcke auf eine physische 8-KB-Seite umgerechnet. Teilweise Schreibzugriffe erfordern dadurch zusätzliches Lesen und erneutes Schreiben kompletter Seiten.
Hinzu kamen Besonderheiten bei der Fehlerkorrektur, beim Löschen der Speicherbereiche und bei der Erkennung defekter NAND-Blöcke. Mehrere Komponenten der iPod-Software enthalten zudem eigene Varianten des NAND-Treibers. EFI-Bootloader, Disk Mode, Updater und das eigentliche Betriebssystem mussten deshalb jeweils separat angepasst werden.
Emulatoren halfen, aber nicht immer
Für die Fehlersuche entstanden unter anderem eine QEMU-Emulation des iPod sowie eine Umgebung, in der sich Teile des NAND-Treibers unter Linux ausführen ließen. Dabei zeigte sich allerdings auch eine Grenze solcher Werkzeuge. Ein vom Emulator akzeptierter THUMB-Befehl war auf dem echten ARM-Prozessor ungültig und sorgte dort für einen Stillstand.
Auch nach dem erfolgreichen Start waren noch Probleme zu lösen. Der größere Speicher erhöhte den RAM-Bedarf des Flash-Treibers, wodurch dem Benutzerinterface zunächst Speicher fehlte. Später sorgten ein verschlissener Akku und eine falsch angelegte Partitionstabelle für weitere Ausfälle.
Am Ende meldet der Nano in seinen Einstellungen rund 15 GB nutzbaren Speicher. Der Player lässt sich vollständig mit Musik füllen, spielt Videos ab und übersteht Neustarts. Wer alte iPods heute weiterverwenden möchte, findet inzwischen auch weniger invasive Wege. So unterstützt iMazing seit Version 3.6 wieder ältere iPod-Modelle, während sich der iPod classic mit Umbaukits sogar um Bluetooth, USB-C und Qi-Laden erweitern lässt.


stark.
Welchen Sinn hat dieser Aufwand?
Einfach aus Spaß an der Freude. Muss denn irgendein Hobby-Projekt immer einen tieferen Sinn haben? Er hatte Bock drauf, er konnte es, er hat es gemacht. Ist das so schwer?
Hobby, sonst Nix
Welchen Sinn hat Puzzeln oder Bridge oder Ferrari oder Fussball. Kostet alles Zeit und Geld.
und warum? Weil Mans kann. :) Ich mag meinen iPod Video im Original Zustand auch noch sehr gerne.
Solche Projekte sind ja immer ganz nett. Aber unterm Strich kräht doch kein Hahn mehr danach. Der ganze Aufwand ist es doch schon vor sechs Jahren nicht mehr wert gewesen. 16GB Speicher … ein iPod der nur Lokale Musik abspielt im Zeitalter von Streaming und co …
Und die vereinzelten, die wirklich noch einen iPod mit viel Speicher wollen kaufen halt einen gebrauchten Classic mit 160GB …
Nun … jeder wie er will
Leider fehlt hier dem Kommentierenden die notwendige Weitsicht :) Ich mag solche Wadenbeißer sehr.
Na das ist halt Hobby.
Andere (ich) dreschen auf einen gelben Ball ein und rennen sich die Knie kaputt, nur um mal einen von 100 Bällen so zu treffen wie die Profis im TV.
Ist doch schön, wenn man sich beschäftigt und weg von der Straße ist ;-)
looool