Überall Icons, nirgends Orientierung
In der Kritik: macOS 26 und die Rückkehr überflüssiger Menü-Icons
In macOS 26 setzt Apple erstmals flächendeckend auf ein Gestaltungselement, das zuvor nur sehr zurückhaltend genutzt wurde. In vielen Systemmenüs tauchen nun Icons vor Menüeinträgen auf. Was auf den ersten Blick wie eine visuelle Modernisierung wirkt, stößt bei Designern und langjährigen Nutzern jedoch auf Kritik.
Links: macOS Sequoia, rechts: macOS Tahoe
Zwei aktuelle Blogbeiträge bringen die Einwände auf den Punkt und geben einer wachsenden Unzufriedenheit in der Community eine Stimme:
Überall Icons, nirgends Orientierung
Menüs erfüllen vor allem eine Aufgabe. Sie sollen Funktionen schnell auffindbar machen. Icons können dabei helfen, wenn sie sparsam eingesetzt werden und sich klar voneinander unterscheiden. In macOS 26 passiert häufig das Gegenteil. Nahezu jeder Menüpunkt erhält ein Symbol. Dadurch fehlt der Kontrast. Wenn alles hervorgehoben ist, sticht nichts mehr hervor.
Hinzu kommt eine inkonsequente Umsetzung. Grundlegende Befehle wie Öffnen, Sichern oder Neu erstellen erscheinen je nach App mit unterschiedlichen Symbolen.
Neu erstellen: Über 10 Symbole allein in Apples Standard-Apps
Teilweise variieren Richtung von Pfeilen oder die Bedeutung identischer Zeichen. Das erschwert das Erlernen visueller Muster. Nutzer können sich nicht darauf verlassen, dass ein einmal verstandenes Symbol in anderen Kontexten dasselbe bedeutet.
Erschwerend kommt die geringe Darstellungsgröße hinzu. Die Icons sind sehr klein und enthalten oft feine Details. Auf hochauflösenden Displays verschwimmen diese Strukturen. Was technisch als skalierbares Vektorsymbol sinnvoll erscheint, verliert in der Praxis an Klarheit.
Viele Pfeile, alle mit anderen Bedeutungen
Alte Regeln, neue Brüche
Bemerkenswert ist, dass diese Entwicklung den eigenen Gestaltungsrichtlinien widerspricht. Apples Human Interface Guidelines warnten bereits in den neunziger Jahren davor, Menüs mit beliebigen Symbolen zu überladen. Symbole sollten nur dann genutzt werden, wenn sie zusätzliche Information liefern und eindeutig verständlich sind.
Viele der neuen Icons erfüllen diese Anforderung nicht. Manche wirken dekorativ, andere verwirrend. Teilweise widerspricht das Symbol sogar der tatsächlichen Funktion.
Das führt zu einer unruhigen Menüstruktur. Text, Icons und Häkchen für aktive Optionen stehen nebeneinander und verschieben die Ausrichtung. Das schnelle Scannen der Menüs, über Jahre ein Markenzeichen von macOS, wird dadurch erschwert.
Fotos nutzt die selben Icons für unterschiedliche Menüelemente
Die Kritik richtet sich weniger gegen Icons an sich als gegen ihre pauschale Einführung. Dort, wo Symbole räumliche Anordnungen oder Zustände visualisieren, etwa bei Fensterpositionen, zeigen sie ihren Nutzen. In vielen anderen Fällen hätte weniger Gestaltung mehr Klarheit gebracht.
macOS 26 hinterlässt so den Eindruck einer halbherzigen Designentscheidung, die bekannte Prinzipien zugunsten eines uneinheitlichen Erscheinungsbildes aufgibt und die Bedienung damit eher komplizierter macht.



Das ist wie in der Politik: das Unwichtige hat sich zum König gemacht und die Praxis ist sein Lakai geworden.
Kommentare, in denen Begriffe wie „Politik“, „König“ und „Lakai“ ohne Not in einem einzigen Satz verwendet werden, irritieren mich tatsächlich. Sind wir gerade im Jahr 2026 oder in 1226?
Bringt es aber auf den Punkt
Hmm. Stört mich nicht. Das letzte Bild ist sogar ein Gegenbeispiel: Immer, wenn etwas kopiert wird oder wenn etwas geteilt wird, ist es das gleiche Symbol. Finde ich gut. Einzig die Kritik an gleichen oder ähnlichen Symbolen, die dann etwas komplett anderes machen, kann ich nachvollziehen.
Das dachte ich mir aber auch. Die Icons symbolisieren Action Kategorien. Kopieren ist ein gutes Beispiel. Wie sollen denn 3 verschiedene Kopier Actions durch Icons unterschieden werden!? Wenn man das mit Icons macht, geht das ja eigentlich nur so mit der Kategoriesierung. Mich verwirrt das auch nicht. Eher konkretisiert es noch den Kontext. Semantisch kann ja Kopieren viel bedeuten. So ist aber eindeutig, dass immer die Zwischenablage gemeint ist.
Was? Das meinst du doch nicht ernst? Schau dir mal das Icon für Copy und Duplicate an. Und „Show in all Photos“ sowie „Add to Album“ passen überhaupt nicht zum Kontext. Die Action „Show“ hat nichts mit Fotos zu tun, genauso wenig wie Add! Bei Add wäre das wenn überhaupt dann ein Plus. Apple macht es sich hier zu leicht. Nur weil Photo im Text auftaucht verwenden die hier das Photoicon. Wenn sie schon Icons verwenden dann bitte mit einer größeren Library und nicht den 5 Icons die man dan inflationär überall stumpf verwendet und verwirrt.
Ahh, das Duplicate am Ende habe ich gar nicht wahrgenommen.
Sehe ich wirklich anders.
Duplicate und kopieren ist schon sehr verwandt. Die anderen haben was mit Fotos oder Alben zu tun.
Klar, am Ende hat alles mit Fotos zu tun aber die Action ist dann doch nicht die gleiche oder übersehe ich etwas?
@Maik: es geht sich mehr darum sich schnell zurecht zu finden. Ja, man erkennt, dass es 3 Symbole für Kopieren gibt, aber Leute, die schlecht lesen können – und nicht nur die, brauchen dann nur von diesen 3 den Text daneben zu lesen. Ich bin ehrlich, ich habe es gerade mal in einem Menüpunkt getestet, den ich sehr selten nutze und man findet sich wirklich viel schneller zurecht, denn man achtet auf die Symbole und liest nur den Text, wo die Symbole zur gewünschten Aktion auch passt – anstatt alle. Da es auch nicht stört, ist es als positiv anzusehen.
Ich „ignoriere“ die Icons komplett (nehme sie eigentlich nicht wahr, wenn ich mit der Maus einen Punkt aus den Menus wähle) , weil sie mir keine zusätzliche „Info“ bringen. Aber sie stören mich auch nicht.
Von daher, aus meiner Sicht, nötig sind sie nicht. Die o.g. Kritikpunkte kann auch nur unterstreichen.
Lassen sich die Icons/Symbole in den Einstellungen nicht abschalten?
Danke!
Manchmal ist man doch froh nicht auf macOS 26 updaten zu können ;-)
ja … dumm nur, wenn du einen neuen Mac bekommst und nicht downgraden kannst
Auch so eines dieser grässlichen, vor allem aber unnötigen Dinge. Die Menüs sind nun völlig überfrachtet.
Cupertino haben offensichtlich alle Ingenieure für echten technischen Fortschritt in Sachen Betriebsystem den Zug verlassen. Stattdessen werkeln nun Fassadenmaler und Stuckateure am System, deren Ursprünge im Windows-Lager zu vermuten sind.
abgesehen davon, dass mir das noch gar nicht aufgefallen ist, bis ich es jetzt hier lese. Ich finds schön und wüsste nicht, was da jetzt stören soll. Aber nach den monatelangen Diskussionen im Netz, ob nun Liquid Glass wirklich liquid oder doch eher frostig sein soll, wundert mich nichts mehr. Apple schafft es gut, von den Mängeln bei KI abzulenken.
Warum stellt sich eigentlich niemand die Frage wie es für Menschen ist die nicht richtig lesen können aber sich trotzdem zurechtfinden sollen. Ich persönlich finde da Symbole sehr wichtig denn sie beschreiben im Kern was dort passiert wenn ich darauf klicke. Auch Legastheniker sollten gut Zugang zu Technik und Software erhalten, denn sonst werden sie Aufgrund ihrer eh schon schwierigen Situation zusätzlich benachteiligt.
Das jemand der alles lesen kann und versteht sich über zusätzliche Darstellung im grafischen Stil beschwert, dass es zuviel Veränderung ist kann ich auch verstehen aber man sollte auch immer mal die andere Seite betrachten für wen das einen Nutzen hat.
Guter Punkt.
Hust. Und wie helfen Einem der nicht Lesen kann die unzähligen Arten von Pfeilen? Oder die unzähligen „Copys“?
Die Pfeile sind ja unterschiedlich, weil sie unterschiedliche Bedeutungen haben. Wer mit lesen Schwierigkeiten hat (egal ob Leseschwäche, oder mangelnde Sprachkenntnisse weil man z.b. kein Englisch kann, eine App aber nur in Englisch verfügbar ist), kann somit dennoch die Symbole wiedererkennen und somit auch die Funktion. Und z.b. machen die unterschiedlichen Pfeile ja auch durchaus Sinn. Einfache Pfeile nach links oder rechts gehen zum vorherigen oder nächsten Objekt, der „u-turn“ nach links oder rechts geht dahin zurück woher man kommt („undo“, „redo“) etc. Das kennt man meist schon eh.
Im Leben nicht. Ich kenne Entwickler die erkennen keinen Unterschied zwischen zwei vollkommen unterschiedlich nebenstehenden Schriftarten. Ja, die Pfeile weisen optisch Unterschiede auf, aber wo ist bitte international festgehalten, dass der Revert Pfeil nicht aussehen darf wie der Undo Pfeil? Und nein, das kennt man nicht schon eh. Wo ist denn überhaupt ein Unterschied zwischen Revert und Back? Dann erkläre mir doch die Pfeile in Safari ganz links oben?
Mir ist es die Tage auch aufgefallen.
Wirkte auf mich wie die ganz billigen Windows Apps, wo sich niemand wirklich Mühe mit dem UI gemacht hat. Das soll von Apple kommen. Schwer vorstellbar.
Icons im Menü = billig, unprofessionell, lieblos
Wenn man was zum Mosern sucht…
Ich finds hübsch
Dass es „hübsch“ ist, stelle ich nicht in Frage. Es ist nur fürchterlich unnötig, weil redundant. Und letzteres ist für Apple in meinen Augen eigentlich immer ein No-Go gewesen.
Tja, man übertreibt es einfach.
Was ist für euch die Verschlimmbesserung überhaupt?
Ich finde die Systemeinstellungen richtig übel, früher war das richtig gut bei macOS.
Gerne als Accessability Option, um die Wahl zu haben.
Ich kann Bilder gut gebrauchen, da ich diese schneller lese und somit schnell finde.
Ich finde die Symbole super und nutze sie gern.
Das ist mir tatsächlich noch gar nicht aufgefallen! Stört mich jetzt nach dem Lesen des Textes, nicht wirklich. Auch die doppelt genutzten Icons (wenn sie das gleiche Meinen) macht doch Sinn.
Ist wieder so eine Sache. Die einen mögen’s, die anderen nicht. Wieder mehr heiße Luft als sonst was.
Mir war es bisher auch nicht aufgefallen. Aber die Kritik halte ich für sehr berechtigt. Was Apple da für ein Chaos angerichtet hat wird am besten in Niki Tonskys Blog (erster Link im Artikel) deutlich.
So wie Apple es aktuell macht, hilft es vermutlich niemand. Ist es deswegen ein großes Problem? Ich denke nein und hoffe, ich schaffe es weiterhin, die meisten Menu-Icons zu ignorieren.
Und eher am Rande: Teilweise entsteht der Eindruck, die Icons wären per Regel oder KI entstanden. Aber da kann ich falsch liegen.
Einige scheinen nichts besseres zu tun zu haben sich über Icons aufzuregen.
Auf die Benutzbarkeit hat dies keinen negativen Einfluss.
Einige Icons finden sich durchaus auch auf iOS wieder und könnten somit zur Übersichtlichkeit beitragen und für Leute die auf macOS gewechselt sind eine unterstützende Funktion haben.
Gruber, der das alles hier wieder unter die Leute bringt, und auch die Typografie eine Woche lang tagtäglich kleinredete, lebt von genau diesen Dingen. Diese ständige Polarisation, also wenn sich die Leute aufregen, bringt Clicks und somit Geld…
Es ist wie mit den anderen Massen und (a)sozialen Medien: Kontroversen bringen Geld, jeden Tag muss man die Menschen erneut aufregen damit die Kasse klingelt. Ob das die Spaltung fördert, interessiert keinen, geht ja um Profit.
Ist mit garnicht aufgefallen unter den ganzen andern Problemen und Änderungen mit macOS 26. Das war das beschi… Update ever, musste alles löschen und wieder zurück Sequoia. Wenn das so weiter geht wird der nächste Desktop Rechner sicherlich kein Mac mehr werden. macOS 26 werd ich sicherlich nicht wieder installieren
Schrott. Seit zwingend jährlich was neues gefordert wird, kann man auch sehr gut mal ein oder zwei Jahre nicht updaten. Sicherheitsupdates gibt es ja extra, die sind völlig ausreichend.
Diese ganzen Diskussionen gehen Apple am Allerwertesten vorbei. So lange die Zahlen stimmen, ist alles in Ordnung. Und die heiligen Guidelines sind alte Zöpfe, die Apple schon immer gerne abgeschnitten hat. Kein einziger User wird wegen dieses GUI-Desasters abtrünnig werden.
Ich finds eigentlich ganz gut. Man erfasst die gesuchte Funktion schneller.
Nein, ganz im Gegenteil. Wenn Bilder vorhanden sind, vor allem wenn man die schon in einem anderen Kontext gesehen hat, erwartet man ähnlich oder sogar die gleiche Funktion und liest den nebenstehenden Text erst gar nicht. Sprich ich sehe das „Copy“ Icon, klicke drauf, erwarte ein Duplicate und merke das nichts passiert. Ich klappe das Menü wieder auf und stelle fest, dass es noch ein weiteres identisches Icon vorhanden ist, aber dort steht wieder nichts von Duplicate. Oh, da ist ja noch ein drittes identisches Icon, Mist wieder kein Duplicate. Und das findest du gut und meinst man findet es schneller? Nein! Du findest es nur schneller weil du jetzt schon ein paar mal drauf gesehen hast. Beim ersten Versuch würdest du exakt in die von mir beschriebene Falle tappen was nur menschlich ist.
@paulaner: man findet es trotzdem schneller, weil man natürlich auch den Text daneben liest. Doch man erkennt sofort auf einen Blick ohne alle Punkte lesen zu müssen, was alles etwas mit „kopieren/duplizieren“ zu tun hat und blendet die anderen Punkte aus. Tatsächlich finde ich mich damit in den Menüs, die ich nicht so oft nutze, viel schneller zurecht.
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