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Verband fordert schnellere Sperrmaßnahmen

Illegale TV-Streams verursachen Milliarden-Schaden

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30 Kommentare 30

Illegales TV-Streaming bleibt in Deutschland ein großes Problem. Laut einer neuen Studie von Goldmedia im Auftrag des Branchenverbands VAUNET verursachte die illegale Nutzung von Live-TV im vergangenen Jahr einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von rund 2,4 Milliarden Euro. Gegenüber der letzten Erhebung aus dem Jahr 2022 entspricht dies einem Anstieg um 33 Prozent.

Soundcore Nebula P1 Streaming

Der direkte wirtschaftliche Schaden für Medienunternehmen wird auf rund 1,5 Milliarden Euro beziffert. Dem Staat entgehen der Studie zufolge jährlich rund 542 Millionen Euro an Steuern und Sozialabgaben. Insgesamt sollen 2025 rund 7,7 Millionen Menschen in Deutschland illegale lineare TV-Streams genutzt haben.

Besonders verbreitet ist die Nutzung bei den 16- bis 33-Jährigen. Knapp drei Viertel der Befragten gaben laut Studie an, dass illegale Angebote für sie die bequemste Möglichkeit seien, lineares Fernsehen zu konsumieren. Genau hier dürfte auch ein Teil des Problems liegen: Wenn Inhalte über viele Dienste verteilt sind, Abos teurer werden und Live-Sport nur in bestimmten Paketen läuft, wächst offenbar die Versuchung, auf illegale Angebote auszuweichen.

Live-Sport besonders betroffen

Im Fokus stehen vor allem Live-Inhalte. Gerade Sportübertragungen sind für Rechteinhaber teuer, für illegale Anbieter aber attraktiv, weil die Nachfrage während eines laufenden Spiels besonders hoch ist. Der Verband verweist darauf, dass Nutzer eher zu legalen Angeboten wechseln würden, wenn illegale Alternativen nicht verfügbar sind.

Die Diskussion ist nicht neu. Bereits die EU hatte schärfere Maßnahmen gegen illegale Live-Übertragungen angeregt. Zuletzt erreichten zudem Amazons Maßnahmen gegen illegale Fire-TV-Apps auch Deutschland.

Verband fordert schnellere Sperren

VAUNET fordert nun schnellere Reaktionspflichten für Plattformen und Hosting-Dienste. Rechtswidrige Inhalte sollen nach Ansicht des Verbands sehr kurzfristig entfernt werden müssen. Außerdem werden dynamische Sperrmaßnahmen gefordert, damit illegale Live-Streams und Ausweichangebote noch während laufender Übertragungen unterbunden werden können.

Technische Sperren allein dürften das Problem aber kaum lösen. Ebenso wichtig bleiben legale Angebote, die einfach nutzbar, fair bepreist und nicht unnötig über mehrere Abos verteilt sind.

29. Mai 2026 um 16:02 Uhr von Ben Fehler gefunden?


    30 Kommentare bisher. Dieser Unterhaltung fehlt Deine Stimme.
  • Vermutlich glauben die, dass sich alle streamer rechnerisch ein Einzelabo holen würde. Anders kann ich mir die hohe Zahl kaum erklären.

  • Einfach mal wieder bezahlbare Preise für Streaming Dienste aufrufen und vor Allem jeglichen Content auf einer Plattform zusammenfassen. Der Anbieter, dessen Produktionen am meisten gesehen werden, bekommt dann eben ein größeres Stück vom gesamten Kuchen. Vielleicht kann man so dann auch die aktuell mitfinanzierten Ausschussproduktionen reduzieren.

  • Legales Streaming verursacht auch einen großen Schaden. ;)

  • Tun sie meines Erachtens nach nicht. Ich denke nur ein geringer Anteil der Streamer würde die Bezahlangebote konsumieren wenn die illegalen Möglichkeiten wegfallen würde. Ich stehe auf keiner von beiden Seiten aber den Punkt gilt es zu berücksichtigen.

  • Wie wäre es denn, wenn verschiedene Sportveranstaltungen wie zb. die CL oder der der Giro mit einem Abo angesehen werden könnten? Man braucht zwei/drei Abos um das sehen zu können, welche auch noch immer teuerer werden. Die Preise werden mit dem Argument „wir haben jetzt xy“ angehoben und ein Jahr später ist das Angebot dann auf mehrere aufgeteilt. Zufall?

  • Vielleicht einfach mal günstiger anbieten und nicht zwischen allen möglichen Anbietern splitten sondern einen All inklusive genau wie die illegalen, und schon gehören die Milliarden x-fach denen…

  • „Der Verband verweist darauf, dass Nutzer eher zu legalen Angeboten wechseln würden, wenn illegale Alternativen nicht verfügbar sind.“

    Die Kunden verweisen darauf, dass Nutzer eher zu legalen Angeboten wechseln würden, wenn die legalen Alternativen nicht voraussetzen würden das man 17 Abos je 16,99€ bei 9 Verschiedenen Anbietern braucht.

    Ich schau zwar keinen Sport aber ich höre meine Kollegen deswegen permanent rumheulen.

  • Sperrmaßnahmen…..das zweite r hatte ich erst übersehen

  • Also ich würde zu legalen Anbietern greifen, wenn die nicht so unfassbar fragmentiert und teuer wären…
    Ich möchte keine gefühlten 10 Abos haben müssen bloß um beispielsweise Fußballbundesliga gucken zu können. Aber auf so absurde Gedanken kommt sowohl bei der DFL als auch bei den Anbietern niemand. Lieber noch den letzten Cent rausquetschen bis niemand mehr Bock drauf hat.

  • Ich sehe eher diese merkwürdigen quartalsmässigen Preiserhöhung der Streaming Anbieter und die eher mageren Qualität der Sendungen als Ursache – change my mind

  • Der letzte Absatz fasst den Kern sehr gut zusammen. Das Zeitalter des Streamings hat gezeigt, dass Konsumenten durchaus gewillt sind, Abos abzuschließen. Irgendwann, nach dem drölfzigsten Dienst und über mehrere Anbieter verteilte Sportevents, ist dann aber auch Schluss mit lustig.

  • Bei den Preisen kein Wunder. Und selbst mit Premium Preisen wird immer noch Werbung rein gemacht.

  • Wie wird der Schaden denn bemessen? Indem man einfach annimmt, dass alle die illegal schauen, auch ein Abo abgeschlossen hätten? Das bezweifle ich aber mal ganz stark.

    Ich will das hier zwar nicht billigen oder schönreden, aber wenn man solch digitale Inhalte zum Luxusgut werden lässt, muss man sich über dessen „Diebstahl“ nicht wundern.

  • Wäre Streaming nur halb so teuer, wäre der Schaden nur halb so groß ^^

  • Würde die Strafen erhöhen und konsequent durchsetzen habe auch viele Abos und spare eben ohne die Gemeinschaft zu schädigen.

  • Einfach mal eine vernünftige App mit guten Abo Preisen anbieten…

  • Finde auch das dagegen vorgegangen wird muss . Jede Arbeit muss belohnt werden und nicht umgangen werden. Loyalität gegenüber jedem Konsument und Betreiber von Inhalten welcher auch seinen Verpflichtungen Fair abrechnen muss .

  • Bitte, Was für ein Schaden?
    Als ob alle die illegal gucken, legal alles abonniert hätten:D
    Lächerlich Rechnung.

  • Ich gucke mit meinem IPTV quasi alles was man sich so vorstellen kann außer Amazon Prime für runtergerechnet 3,50€ im Monat. Ich schade damit niemanden! Das Programm ist doch da, also nutze ich es. Ich habe absolut kein schlechtes Gewissen.

  • > Schaden 2,4 Milliarden Euro
    Das geht ja wohl davon aus das auch das alle diese Inhalte dann „legal“ geschaut und gezahlt werden würden.

    Das ist aber sehr optimistisch.

    Letztendlich ist der Zustand eben fast wie vorher, nur das inzwischen überall überzogene Preise erhoben werden ..
    .. vorher in die Videothek latschen musste.

  • Das hätte damals auch der Musikindustrie fast das Genick gebrochen. Zu viele Anbieter, ein zu sehr fragmentiertes Angebot. Auch wenn ich die illegalen Streams nicht gut finde, hat man den Bogen bei den Anbietern mittlerweile überspannt. Das ist vermutlich dann das Ergebnis. Wie damals bei dem Musik-Plattformen.

  • Solche Zahlen waren auch in der Vergangenheit schon immer zu hoch angesetzt, weil schlicht ignoriert wird, dass die meisten Nutzer solcher Lösungen das bezahlte Produkt nie gekauft hätten.

  • Das was im letzten Absatz steht spricht mir aus der Seele. Nur durch mehr individuelle Angebote wir sich was ändern.

  • schon geil … angeblich so viele Verluste. Als wenn jeder den man sperrt dann alle Abos abschließen würde.

    Vielleicht sollte man mal wieder auf den Boden kommen und nicht jedem Spieler Millionengehälter bezahlen… Sich mal etwas mehr an den Gehältern der Fans orientieren;)

  • Mhhh…das wird die Zukunft. Spotify, Netflix, Prime, Disney sind gierig und größtenteils überflüssig. Erst einen günstigen Angelhaken auswerfen, den Fischen mit Würmern locken, den Teich leerfischen und dann nur noch künstliche Teiche gegen teure Mietgebühren anbieten.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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