Urteil zum Schutz der Privatsphäre
Google Maps: Gericht untersagt Luftbilder privater Grundstücke
Das Landgericht Frankfurt am Main hat Google untersagt, dreidimensionale Luftaufnahmen eines privaten Wohngrundstücks über Google Maps und Google Earth öffentlich zugänglich zu machen. Nach Auffassung der Richter verletzt die Darstellung das Persönlichkeitsrecht des Eigentümers, weil darauf auch Bereiche zu erkennen sind, die von der Straße aus nicht eingesehen werden können. Die Entscheidung vom 24. September ist noch nicht rechtskräftig.
Googles Immersive View: Hier in den Niederlanden
Geklagt hatte ein Familienvater aus Frankfurt, dessen Wohnhaus bereits bei Google Street View und Apples Look Around unkenntlich gemacht worden war. Der Eigentümer wollte verhindern, dass sich sein Grundstück weiterhin aus der Vogelperspektive betrachten lässt. Die Frankfurter Pressekammer gab ihm recht und verpflichtete Google, die entsprechenden dreidimensionalen Ansichten nicht mehr zu veröffentlichen.
Auch der Garten gehört zum privaten Rückzugsraum
Entscheidend war für das Gericht, dass die Aufnahmen auch den rückwärtigen Teil des Grundstücks zeigen. Anders als bei gewöhnlichen Straßenansichten lassen sich damit Bereiche erkunden, die Passanten normalerweise verborgen bleiben. Aus der Gestaltung des Gartens und der Anordnung von Gebäuden könnten sich Rückschlüsse auf die Lebensweise der Bewohner ergeben. Zudem würden mögliche Zugänge zum Grundstück sichtbar.
Die Richter beanstandeten auch die Art der Erfassung. Luftaufnahmen aus großer Höhe entstehen ohne vorherige Ankündigung. Grundstückseigentümer haben damit praktisch keine Möglichkeit, private Bereiche rechtzeitig vor den Kameras zu schützen.
Auch Apple zeigt Luftaufnahmen in der Karten-App
Google hatte sich unter anderem auf das Informationsinteresse seiner Nutzer berufen. Das Gericht erkannte den grundsätzlichen Nutzen digitaler Erkundungsmöglichkeiten an, sah darin aber keine ausreichende Rechtfertigung für den Eingriff in die Privatsphäre.
Verpixelte Fassaden reichen nicht immer aus
Das Urteil betrifft eine andere Perspektive als die bislang bekannten Widersprüche gegen Street View. Dort können Bewohner die Unkenntlichmachung ihrer Hausfassade beantragen. Seit Juli verlangt Google dafür einen aktuellen Adressnachweis, um missbräuchliche Anträge zu verhindern.
Die Frankfurter Entscheidung macht deutlich, dass eine geschützte Straßenansicht nicht zwangsläufig genügt, wenn andere Kartendienste dasselbe Grundstück weiterhin detailliert zeigen. Das Landgericht erläutert, dass auch die Nutzung der Bilder für Stadtplanung, Infrastruktur oder Unterricht den konkreten Eingriff nicht rechtfertige.
Google kann gegen die Entscheidung unter dem Aktenzeichen 2-03 O 388/25 noch Berufung beim Oberlandesgericht Frankfurt einlegen.


Ach du liebes Deutschland… :/
Was ist denn so schlimm daran, nicht mehr Nachbars Garten ausspionieren zu können?
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Ja genau. Gott sei Dank wurde das so entschieden.
Oh Gott, jetzt fängt der ganze Schlamassel wieder an. Deutschland …
Na, na, na, wer hat denn da was zu vertuschen?
vielleicht geht es auch darum den Einbrechern nicht den optimalen weg zu zeigen
Dann soll Google einfach eine Maps.google.de machen ohne Satellitenbilder und die .com bleibt wie gewohnt. Problem gelöst.
Welcome to Germany… oh man
Gut so! Dem sollte Apple Maps hoffentlich auch folgen.
Man kann durchaus übertreiben!!! Good ole Germany!!
Typisch deutsch. Wenn alle so denken kannste den ganzen Dienst direkt einstampfen
Dann sollten die Gerichte aber auch genau so werten, bei Aufnahmen die durch die Kommunen gemacht werden! Hier werden entsprechende Luftaufnahmen ausgewertet, um Dachflächen/versiegelte Flächen für die Abwasserberechnung zu ermitteln.
Nö, weil der Datenschutz gewahrt ist ;)
vollkommen albern. ich verstehe nicht was die Leute daran stört.
Privatssphäre… ja gut, aber es sind einmalige Aufnahme, keine Live Bilder oder sonstiges, woher die Panik???
Da hilft tatsächlich nur irgendwann auswandern, es wird nicht besser ……
Ich finde diese Entscheidung völlig in Ordnung, das PRIVATe Grundstück vor ’neugierigen Augen‘ zu schützen.
Schon alleine wegen Auskundschaften … von wem auch immer.
Wer Böses will nimmt einfach eine Drohne, die noch bessere Aufnahmen liefert, egal ob das erlaubt ist oder nicht!
Jetzt Google Maps noch dunkel zu schalten nervt einfach nur.
Bald schaltet D das Inet ab, da man da ja auch „böse“ Dinge tun und finden kann.
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Schon bemerkenswert: Öffentliche Verwaltungen, Gerichte, Rettungsdienste und Feuerwehren greifen bei Bedarf auf genau solche Luftaufnahmen zurück, weil sie in vielen Situationen hilfreich oder sogar notwendig sind.
Natürlich ist der Schutz der Privatsphäre wichtig und sollte ernst genommen werden. Aber man muss sich schon fragen, wo wir eigentlich hinwollen, wenn wir immer mehr Dinge regulieren, statt vernünftige und praktikable Lösungen zu finden.
Es scheint, als würden wir in Deutschland für jedes Problem neue Vorschriften und Verbote schaffen, anstatt die Energie darauf zu verwenden, die wirklich wichtigen Probleme dieses Landes zu lösen. Wir regulieren und reglementieren uns gefühlt bis zur Handlungsunfähigkeit und wundern uns anschließend, warum so vieles nicht mehr funktioniert.
Datenschutz ist wichtig, aber Augenmaß und gesunder Menschenverstand sollten dabei nicht auf der Strecke bleiben.
Es ist eher andersrum: aufgrund von einzelnen werden durch solche Sachen erst Probleme erschaffen, wo vorher überhaupt keine waren…
Als Nächstes kommt ein Antrag dass Fluggäste bitte die Augen schließen müssen, wenn sie aus dem Urlaub kommend über ihr Haus fliegen
Bei uns im Viertel wurde schon in einige Häuser eingebrochen. Da will man sicher keine Erleichterungen für das Klientel bei der Suche.
Und wenn jetzt ein Haus verpixelt ist was man SOFORT erkennt ist die Versuchung nicht noch größer dann das verpixelte Haus zu nehmen, was man unter Umständen nichtmals bemerkt hätte?
Ich verstehe das jetzige Thema mehr als das verpixeln der öffentlichen Hausfassade…. hä?
Oh wow
Damit ist dann Google und Apple Karten in Zukunft Geschichte
Nix mehr mit erkunden
Das muss man sich nun offline sichern
Ein einmaliges grobkörniges Foto von meinem Garten – das ist nun wirklich nicht schützenswert. Ist doch kein Livestream.
Gutes Urteil und gute Begründung mMn.
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Ginde ich auch. Im Wesentlichen sogar verständlicher als das Verpixeln. Bei Hausfassaden könnte man ja noch argumentieren, dass diese ja „öffentlich“ einsehbar sind. Aber der private Hinterhof/Garten geht wirklich niemand etwas an.
Am besten wieder Falk Faltpläne. Deutschland Mittelalter.
Ich muss eins mal loswerden, weil überall so schnell „Armes Deutschland“ kommt. Wir können froh und stolz sein in der 1. Welt, mit den Möglichkeiten und Freiheiten einer Demokratie leben zu dürfen, die sich auch um Persönlichkeitsrechte schert und diese schützt. Wir sind Nr. 3 der Welt, was die Wirtschaftsleistung angeht, ein Land in der Mitte Europas, unter knapp 200 Ländern. Dieser Abgesang auf den Wohlstand und „alles Mist“, geht an der Realität vorbei und ist nicht Glück-stiftend. Und wenn auch Deutschland mal nur Nr. 5 wäre oder wir nur den Wohlstand der Spanier hätten, was wäre daran so schlimm? Zwischen einem halb-vollen und halb-leeren Glas sind nur wenige hundertstel Milliliter. Einfach mal entspannen, bald ist Weihnachten ;o)
Gibt genug andere Stellen mit Luftbildern.
Kennt jemand die öffentlichen Internetseiten BORIS für Bodenrichtwerte oder TIM für Kataster in NRW? Da kann ich auch jedes Grundstück einsehen und noch viele Informationen mehr …
Gibts ggf. so ähnlich auch in anderen Bundesländern.
Sorry – aber alle, die das nun gut finden haben meinem Empfinden nach Zuviel Lack gesoffen. Ist ja jetzt nicht so, dass es eine 24/7 Live Übertragung ist – wir reden über Bilder, die bei vollem Zoom so unscharf sind, dass nicht einmal ansatzweise irgendwer erkennbar ist. Manchen gehört wirklich der Zugang zum Internet verboten. Wie kann man hier unterwegs sein und so verschlossen und ignorant gegen technischen Fortschritt sein – unglaublich! Oder haben hier wirklich so viele Ihre Schwarzbauten zu verstecken ?
Ist den Richtern sowas nicht peinlich, vor allem sich nach so einem Urteil bei Familie und Freunden blicken zu lassen?
Dieses Land wird immer alberner.