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Gegen fest verbaute Akkus

Geplante Obsoleszenz: EU-Parlament will längere Produktlebensdauer fördern

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39 Kommentare 39

Das Europäische Parlament will sich zukünftig dafür einsetzen, die Produktlebensdauer von Konsumgütern zu verlängern und hat jetzt einen Maßnahmenkatalog vorgeschlagen, der unter anderem den Festeinbau von Akkus ausschließen soll, wenn dies nicht „aus Sicherheitsgründen notwendig ist“.

Akkus Small

Reparatur-Anbieter iFixit zeigt Akkus im Retina MacBook 2017

Der, bei 32 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen, mit 662 Stimmen verabschiedete Maßnahmenkatalog soll nun die EU-Kommission, die Mitgliedstaaten und die Hersteller dazu anhalten, Verbraucherprodukte langlebig, hochwertig, reparierfähig und nachrüstbar zu machen.

Die Abgeordneten empfehlen unter anderem:

  • Robuste, leicht reparierbare und hochwertige Produkte: Mindestkriterien für die Beständigkeit, die für jede Produktkategorie von der Phase der Produktgestaltung an eingeführt werden sollen;
  • wenn eine Reparatur länger als einen Monat dauert, soll die Garantiezeit entsprechend verlängert werden;
  • die Mitgliedstaaten sollen Anreize für die Produktion langlebiger und reparierbarer Produkte schaffen und Reparaturen und Verkäufe aus zweiter Hand fördern – dies könnte zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen und Abfall reduzieren;
  • Verbraucher sollten die Möglichkeit haben, Erzeugnisse unabhängiger Anbieter reparieren zu lassen: Technischen Lösungen, Sicherheitsvorkehrungen oder Softwarelösungen, die Reparaturen verhindern, sollte entgegengewirkt werden, außer, sie werden von zugelassenen Unternehmen oder Stellen ausgeführt;
  • wesentliche Komponenten wie Batterien und LEDs sollten nicht fest in Produkte eingebaut werden, außer, wenn dies aus Sicherheitsgründen notwendig ist;
  • Ersatzteile, die unerlässlich sind, damit ein Gerät einwandfrei funktioniert und sicher ist, sollten verfügbar sein, „und zwar zu einem Preis, der der Produktart und seiner Lebensdauer entspricht“;
  • die Einführung einer EU-weiten Definition von „geplanter Obsoleszenz” und eines Systems, mit dem getestet werden könnte, ob Produkte geplante Obsoleszenz aufweisen, sowie „abschreckende Maßnahmen“ in Bezug auf die Hersteller.

Zudem fordert das Parlament ein einheitliches EU-Gütezeichen für bessere Verbraucherinformation:

Das Parlament fordert die Kommission auf, die Einführung eines „freiwilligen europäischen Gütezeichens“ zu prüfen, das insbesondere die Lebensdauer, das Ökodesign, die Nachrüstbarkeit entsprechend dem technischen Fortschritt und die Reparierbarkeit der Produkte umfassen würde. Die Abgeordneten schlagen auch vor, “Verbrauchszähler” für die wichtigsten Gebrauchsgüter, insbesondere große Elektrogeräte, zu schaffen, um bessere Informationen für Verbraucher zu gewährleisten.

Donnerstag, 06. Jul 2017, 12:11 Uhr — Nicolas
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  • es ist also eine Empfehlung?
    Na dann…
    Empfehl ich mich mal selbst.

  • Bei Apple müssen die Akkus heute schon aus Sicherheitsgründen fest eingebaut werden, aus welchen Gründen sollten die das wohl sonst machen…

    • Es wäre doch völlig ausreichend, wenn es wie bei Apple läuft – eine „Kiste – Handy, etc. “ zu der nur der Hersteller den „Schlüssel – Werkzeug“ besitzt. Die Umsetzung des Verzichts auf geplante Obsoleszens und die Möglichkeit Reparaturen durchzuführen unterliegt dann jedem Hersteller selbst – in Verbindung mit „Bonuspunkten – Produktlabes, etc.“ ist das doch ne super Sache! Dann werden Entwicklungszeiten / Lebenszeiten hoffentlich auch wieder länger…

    • Damit man die Geräte kleiner & vor allem schöner bauen kann. Eine abnehmbare Rückkappe geht auch immer auf kosten der Qualität. Noch nie ein wirklich hochwertiges Smartphone gesehen, dass einen Akkutausch ermöglicht.

      • Also ich hab nie ein zweitakku gebraucht, ok früher war das nie nötig.
        Aber wenn der mal getauscht werden soll weil ich ja ein Gerät nicht nur 1,5 Jahre benutzen möchte. Möchte ich NICHT 100-150€ zahlen müssen.
        Es geht doch darum das wenn man für 50-100€ mehr ein neues kaufen kann eben dieses gekauft wird. Das will der Hersteller ja auch.

      • Bei Smartphones mag das so sein, aber wie kann man das bei den MacBooks begründen?

        Ich frage mich immer wie es es andere Hersteller schaffen.
        Warum kann Lenovo mit dem Thinkpad X1 Carbon ein 14“ Notebook produzieren, dass 200 g weniger wiegt als ein 13″ MacBook Air, aber genau so dünn ist und sich dabei SSD und Akku super einfach mit einem Schraubendreher austauschen lassen, was bei Apple verklebt und verlötet ist?

        Oder das MacBook Pro wo es nur für 2/4 Thunderbolt 3 Anschlüssen reicht + Klinke, während Lenovo neben 2x Thunderbolt und Klinke noch 2x USB Typ A, HDMI, Mini Ethernet, micro SD, SIM Karte für LTE sowie Kensington unterbringt.

        Und bei anderen Herstellern ist das genau so, auch bei Dell und HP findet man ähnliche Geräte.
        Wie schaffen die es so viel in das selbe Volumen wie Apple zu packen und halten den Innenraum trotzdem modular und reparierbar?

      • Lenovo kann das deshalb, weil sie wollen. Apple will schlicht und ergreifend nicht. Weil Apple eben sehr viel Geld mit dem Austausch verdient. Sollten die Kunden also die Möglichkeit haben, ihre Geräte selbst zu reparieren……. Daran würde Apple nur wenig bis gar nichts verdienen, außer sie bieten endlich originale Ersatzteile an.

      • Weil Apple an Reparaturen, die sie selbst durchführen, sehr viel Geld verdient.
        Wenn du das selbst machen kannst, bringt das Apple nichts. Dann brauchst du ja auch kein zusätzlichen Apple Care.

      • Nicht nur, dass die Geräte eigenständig einfach zu erweitern und zu reparieren sind, Lenovo gibt bei solchen Geräten als Basis Garantie ja 3 Jahre mit Vor-Ort-Service, sprich bei Problemen kommt ein Techniker zu dir und behebt es bei dir im Wohnzimmer, Arbeitsplatz oder sonst wo. Und irgendwie verdient Lenovo trotzdem Geld. Man kann also als Notebookhersteller auch bestehen ohne die Kunden komplett abzuzocken.
        Jetzt verstehe ich nicht, warum es Leute gibt die so was mit sich machen lassen. Sind Apple Käufer einfach nur bescheuert oder wie kommt das?

  • Erst denken, dann schreiben. Hilft oft.

  • Früher war alles besser. Ne, aber Maschinen wurden gebaut um ewig zu halten. Heute werden sie gebaut um nach 2 Jahren und einem Tag kaputt zu gehen.

    Es wird Zeit den Kapitalismus hier und da ein wenig auszubremsen. Es geht in die richtige Richtung…

    • Früher war die Technik einfach grober und grobschlächtiger.
      Das hielt dann länger, konnte aber bedeutend weniger.
      Das würde uns heute nicht mehr reichen.

      • Das ist mit Sicherheit ein Faktor, ja. Es gibt aber leider zu viele Beispiele an Fehlverhalten der Hersteller, als dass man daran zweifeln könnte dass die Obsoleszenz nicht eben geplant sei. Das beste Beispiel war der Drucker der nach genau x Ausdrucken defekt gegangen ist.

      • @revosbackback

        Im Maschinenbau sowie Elektrostudium lernt man Konstruieren sofort wie man die ganzen Materialien, Bauteile etc. zu wählen hat um eine Bestimmte Laufzeit zu erreichen und es sei dir versichert man nimmt da keine 10 Jahre als Laufzeit an sondern das was entweder der Kunde (wie Apple etc.) will (wenn man ein Zulieferer ist) oder das was man als Firma sich selber festlegt und das ist sehr oft nur knapp über der Garantie bemessen.

  • Nett gemeint, mehr aber auch nicht. Ich sehe da zu viele Schlupflöcher für die Hersteller. Zu wenig konsequentes zur Gegenmaßnahme und wenig Chancen für den Verbraucher. Wenn es wirklich so lasch formuliert ist wie hier steht, dann gibt es immer einen Grund irgendwas nicht reparier- oder austauschbar zu machen.

    • Sehe ich genauso. Im Prinzip ist der Ansatz goldrichtig. Aber wie üblich wird es die Lobby der Hersteller wieder schaffen, dass alles so sehr verwässert wird, dass am Ende wieder gar nichts dabei rauskommt.
      So wie damals bei der Vereinheitlichung der Handy Ladegeräte.

    • Hast du dir etwa was anderes von den überbezahlten Kasperln erwartet die sich für viel zu wichtig nehmen?

      • Ne, saßen ja bestimmt eh nur wieder dreißig Mann in der Sitzung. Und dafür werden die bezahlt. Fürs Fernbleiben…

  • Die Akkus sind doch in den meisten Geräten austauschbar, nur eben nicht für den Endnutzer.
    Man sollte sich dem mal bei Druckern und ähnlichen Geräten annehmen.

  • Bei Apple kann man über die Produktlebensdauer nicht meckern.

    Meine Freundin nutzt sogar noch ein MacBook von 2008 – Der Akku ist immer noch in Ordnung.

    • Und genau die sollen verboten werden aber Windows Kisten die alle zwei Jahre nen neuen „billigen“ Akku benötigen und austauschbar sind, nicht. -.-

      • Also mein MBP2010 hat jetzt den dritten Akku. Selbstverständlich selbst gewechselt. Akku von Amazon, Lebensdauer entsprach beim zweiten auch der vom Original.

  • zeit wirds – vor allem sollte verboten werden, dass so wie apple, software updates einfach künstlich gesperrt werden, bei geräten die schon lange aus der garantie etc. sind.

    da gäbe es für die eu genug zu tun!!!

    • WTF ?!?

      Bei Apple künstlich gesperrt ? APPLE ist der Hersteller der am längsten Software updaten liefert. Und eine Anpassung auf 5 Jahre Geräte kostet auch Geld…
      Zumal die Geräte auch irgendwann zu langsam werden.

      Bei Android gibt es teilweise garkeine updates.

    • Wo sperrt apple denn künstlich Softwareupdates? Bist du doof? Die iPhones werden insgesamt 5 Jahre unterstützt. Danach wird nichts künstlich gesperrt sondern einfach keine Entwicklungsarbeit mehr in die Anpassung des Updates der älteren Gerätegenerationen gesteckt.

    • @pascal & neonmag:

      Eventuell meinte Rattler ja auch Computer und nicht nur iOS-Devices?

      Habe hier auch noch einen Mac Pro 3.1 (Early 2008), der wurde bewusst und tatsächlich künstlich von Apple für aktuelle macOS-Versionen gesperrt! – Ohne ersichtlichen Grund.

      Insofern handelt es sich hierbei also durchaus um geplante Obsoleszenz!

      Offiziell lässt sich maximal 10.11.3 (El Capitan) installieren, mit einem kleinen Software-Patch aber auch Sierra (aktuell 10.12.5), und zwar gänzlich ohne Probleme – also tatsächlich von Apple unterbunden/verhindert. Man soll sich ja schließlich neue Computer kaufen – auch wenn der alte noch hervorragend funktioniert und erweiterbar ist. (die Mac Pros von damals waren nämlich dank Standard-Schnittstellen tatsächlich noch erweiterbar (CPU/GPU/RAM/HDD/SSD/etc., und via PCI-Karten ohnehin alle nur erdenklichen Schnittstellen und Hardware!))

      Um so mehr ärgert es mich wenn Apple auf einmal meint nun doch wieder neue Mac Pros bauen zu wollen die „MODULAR“ seien werden! WTF?!? „Modular“ waren die Mac Pro Alu-Monster vor fast 10 Jahren schon – nur hat Apple die durch diese schwarzen Tisch-Mülleimer aus Plastik und ohne Lüfter ersetzt, die bei Volllast direkt überhitzen!

  • Im Angesicht der Gefahren, die grundsätzlich von Lithium Akkus ausgehen, halte ich die Möglichkeit diese durch den Kunden oder jeden Reparatshop austauschen zu lassen für wenig sinnvoll.
    Da Geiz frißt Hirn oder auch oftmals ein wirklich enger Geldbeutel dann im Zweifel zum billigsten Produkt greifen lässt, ist absehbar, dass vermehrt billige Akkunachbauten hoch gehen werden

  • verbrauchsteile wie leds – haha – da hat wieder ein old-schooler mit den schraub lampen aus dem 70 er auto das konzept geschrieben.

    so lächerlich die typen …

    • Willst du deinen „Blitz“ nicht etwa selbst tauschen können? :D
      Wie läuft das dann eigentlich bei Geräten mit 7-Segment-Anzeige? Muss da auch jede LED einzeln auswechselbar sein? xD

    • Twittelatoruser

      Wie wäre es, wenn du deine Unwissenheit nicht so herausposaunst?

      Ich weiß nicht, wie gebildet du bist. Eine richtige Bildung scheinst du nicht zu haben, denn sonst wüsstest du, dass LED Verbrauchsmaterialien sind. Sie verbrauchen sich zwar nicht so schnell wie Akkus, aber sie gehen bei sehr langer Benutzung auch kaputt. Nur wechselt man weit davor oft das Handy. Der Bildschirm von meinm Siemens S55 Handy funktioniert weiterhin (auch der Akku, der aber nicht mehr so lange hält – nutze ich nur für mTANs, daher egal, solange hier noch GSM-Netze existieren).

      Peinlich bist also du, weil du vollkommen unwissend andere auslachst wegen einem angeblichen Splitter im Auge und du deinen eigenen Balken im Auge nicht siehst.

      • Bei mir ist noch nie eine LED in einem technischen Gerät kaputt gegangen. Es wäre viel sinnvoller, austauschbare Buchsen (über Flachbandkabel mit der Platine verbunden) zu fordern, denn die gehen viel öfter kaputt.

        Niemand hat behauptet, dass LEDs keine Verschleißteile sind, aber die Probleme moderner Geräte liegen ganz klar woanders.

      • Der EU geht es sicher nicht nur um Handys.
        Und es kommt gerade immer mehr in Mode das Lampen mit nicht mehr auswechselbaren LED verkauft werden. So High Power LEDs zur Raumbeleuchtung, vor allem wenn es No-Name Chinaware ist, geht recht schnell kaputt. Und dann muss man hier die Komplette Lampe mit Netzteil etc. entsorgen.

  • Apple hat vllt angefangen alles fest zu verlöten und die Akkus nicht austauschbar zu machen. TROTZDEM sind das die Geräte die am längsten halten und die beliebtesten Geräte auf dem gebrauchtmarkt sind. Ich kann mir sicher sein, dass mein MacBook und mein iPhone jemand zu einem soliden Preis kauft und meine Geräte nicht im Abfall landen.

  • Habe noch nie den Akku tauschen müssen!

    Vorher machte mir das iOS oder APPs einen Strich durch die Rechnung, die nicht mehr laufen wollten bzw das Gerät sehr stark ausbremsten!

  • Interessantes Thema – richtige Richtung!
    Ich empfehle jedem auch die Arte-Doku: https://www.youtube.com/watch?v=Yw9PElhyhDE
    Geht ja nicht nur um Apple, sondern um die generelle Verantwortung des Menschen für Ressourcen, die nun mal nicht unendlich zur Verfügung stehen. Da hilft alles Meckern nichts.

  • Typischer Fall von produktorientierten Denken und nicht bedürfnisorientiertem Denken. Das hemmt Innovationskraft. Statt austauschbare Akkus vorzuschreiben sollte eine Mindest-Lebensdauer vorgeschrieben werden. Dazu sollte dann eben auch die Restkapazität des Akkus gehören. Wenn das mit einem fest installierten Akku nicht geht muss eben ein Austausch möglich gemacht werden. Wie die Hersteller dass dann lösen ist ihr Ding. Möchten sie den Akku fest installieren muss eben genug Forschungsarbeit in haltbare Akkus investiert werden…

    • Ich finde schon, dass wir hier ein Beispiel von bedürfnisorientiertem Denken vorliegen haben: Die Bedürfnisse der Umwelt und nachfolgenden Generationen. Und genau darum geht es ja bei den Überlegungen der EU.

  • Wow, da soll ich also mein Jahre altes Mac Book wieder gegen einen Laptop mit austauschbarem Akku einbauen der nach 2-3 Jahren nicht mehr zu gebrauchen ist… fragt sich wer hier nachgedacht hat

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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