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Touren-E-Bike mit Mittelantrieb im Test

Fiido Nomads Pro macht Laune: E-Bike mit App, Farbdisplay und 100 Nm

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Mit dem Nomads Pro hat Fiido sein Angebot um ein Trekking-E-Bike erweitert, das sich deutlich oberhalb der bislang von uns gefahrenen Modelle positioniert. Das Rad kostet im Direktvertrieb des Herstellers 1.999 Euro und kombiniert einen 250-Watt-Mittelmotor mit 100 Nm Drehmoment, Shimano-CUES-Schaltung, Luftfedergabel und hydraulischen Vierkolbenbremsen. Das Nomads Pro zielt damit weniger auf kurze Wege zum Bäcker als auf längere Pendelstrecken, Wochenendtouren, Radreisen und Fahrten mit Gepäck.

Fiido Nomads Pro

Fiido ist für uns inzwischen kein unbekannter Anbieter mehr. Mitte Februar hatten wir den Hersteller erstmals ausführlicher vorgestellt und damals vor allem darauf geschaut, wie sich Fiido von anderen günstigen Direktversendern absetzt. Uns war dabei vor allem aufgefallen, dass der Hersteller ungewöhnlich viele Ersatzteile und Zubehör direkt anbietet und seine Fahrräder zusätzlich per App ergänzt.

Kurz darauf folgte unser ausführlicher Alltagstest des Fiido T2. Das Longtail begleitet uns bis heute regelmäßig auf den Wegen zu Schule und Kindergarten und gehört inzwischen fest zum Familienalltag. Gleichzeitig sehen wir das T2 in Berlin mittlerweile deutlich häufiger auf der Straße. Auch im Freundeskreis haben Probefahrten mit unserem Exemplar bereits zu zwei weiteren T2 geführt. Also wollten wir wissen, ob Fiido das auch eine Klasse höher hinbekommt.

Vom günstigen Longtail zum ausgewachsenen Trekkingrad

Das Nomads Pro ist schon optisch ein anderes Fahrrad als das T2. Der große Aluminiumrahmen, die 29-Zoll-Laufräder und der lange Hinterbau vermitteln einen ausgesprochen massiven Eindruck. Das Rad wirkt eher wie ein kräftiges Trekkingrad als wie ein besonders leichtes Pendlerbike. Dazu passt auch das Gewicht von gut 26 Kilogramm inklusive Akku.

Fiido Nomads Pro Im Gruenen

Das Fiido Nomads Pro als großes Trekkingrad für Alltag und Tour

Während der Fahrt tritt diese Masse allerdings erstaunlich weit in den Hintergrund. Die großen Laufräder sorgen für Laufruhe, der lange Hinterbau hält das Fahrrad stabil in der Spur und trotzdem lässt sich das Nomads Pro auch im engeren Stadtverkehr gut kontrollieren. Es fährt sich weniger schwerfällig, als es die Abmessungen zunächst vermuten lassen. Erst wenn das Rad getragen werden muss, merkt man wieder ziemlich deutlich, wie viel Fahrrad man hier eigentlich bewegt.

Wer sein E-Bike täglich mehrere Stockwerke nach oben tragen, in einer kleinen Wohnung unterbringen oder häufig in den Kofferraum heben muss, dürfte mit einem leichteren Modell besser bedient sein. Für den klassischen Einsatz zwischen Keller, Hof, Garage und Straße spielt das Gewicht dagegen eine deutlich kleinere Rolle. Praktisch ist in diesem Zusammenhang auch die Schiebehilfe, die das Fahrrad mit bis zu 6 km/h bewegt.

Das Nomads Pro ist auch in der M-Variante kein kleines Fahrrad

100 Nm machen an Steigungen einen deutlichen Unterschied

Der wichtigste technische Unterschied zu vielen günstigeren Fiido-Modellen sitzt in der Mitte des Rahmens. Der Mivice-X700-Mittelmotor arbeitet mit einem Drehmomentsensor und stellt bis zu 100 Nm bereit. Anders als ein einfacher Kadenzsensor erkennt das System nicht nur, dass die Kurbel bewegt wird. Es misst auch, wie viel Kraft der Fahrer tatsächlich auf die Pedale bringt und passt die Unterstützung entsprechend an.

Fiido Nomads Pro 08 Mittelmotor 2500

Der 100-Nm-Mittelmotor sitzt zentral im Aluminiumrahmen

In der Praxis funktioniert das vor allem in den unteren Unterstützungsstufen angenehm natürlich. Im Eco-Modus wirkt das Nomads Pro nicht so, als würde der Motor das Fahrrad einfach nach vorne schieben. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass die eigene Tretleistung verstärkt wird. Wer stärker in die Pedale tritt, erhält mehr Unterstützung. Wer bewusst ruhiger fährt, bekommt entsprechend weniger.

An Leistung mangelt es jedenfalls nicht. Gerade an Steigungen und mit Gepäck machen sich die 100 Nm schnell bemerkbar. Im normalen Stadtverkehr reicht häufig bereits Eco aus. Die höheren Modi sind vor allem dann sinnvoll, wenn es deutlicher bergauf geht oder zusätzliches Gewicht auf dem Gepäckträger liegt.

Nomads Pro Schotter

Die Federgabel bügelt Wurzeln, Kopfsteinpflaster und Geländestrecken aus

Auch in den höheren Unterstützungsstufen bleibt die Kraftentfaltung gut kontrollierbar und setzt nicht unangenehm abrupt ein. Auf längeren Strecken fügt sich die Motorunterstützung sauber in die eigene Tretleistung ein. Auch beim Übergang in den Bereich um 25 km/h haben wir kein störendes Ein und Aus der Motorleistung wahrgenommen.

Das passt ziemlich gut zu diesem Rad: viel Reserve, wenn man sie braucht, ohne dass der Motor im normalen Fahrbetrieb ständig zeigen muss, was er kann.

Kein störendes Ein und Aus der Motorleistung

Shimano CUES und kräftige Vierkolbenbremsen

Zur Motorleistung passt die verbaute Shimano-CUES-Schaltung mit neun Gängen. Für Stadtverkehr, flache Abschnitte und stärkere Steigungen stehen damit ausreichend Abstufungen zur Verfügung. Positiv fällt auf, dass die Motorunterstützung beim Schaltvorgang kurz reduziert wird.

Fiido Nomads Pro 27 Shimano 2500

Shimano CUES übernimmt die Schaltarbeit mit neun Gängen

Bei den Bremsen gibt es wenig zu meckern. Fiido setzt auf hydraulische Vierkolbenbremsen mit großen Scheiben. Auch mit Gepäck lässt sich das Nomads Pro kräftig und kontrolliert verzögern. Die Bremsleistung wirkt dabei nicht unnötig bissig, sondern lässt sich gut dosieren. Gerade bei einem Fahrrad dieser Gewichtsklasse ist das wichtiger als besonders sportliche Komponenten.

Gute Federung, aber unnötig viel Kabel am Lenker

Dass sich das große Rad trotzdem komfortabel fährt, liegt auch an der Luftfedergabel mit 120 Millimetern Federweg. Für ein Trekkingrad ist das bereits vergleichsweise großzügig. Schlaglöcher, Bordsteine, Kopfsteinpflaster und schlechte Radwege werden spürbar entschärft. Auf Schotter und einfachen Waldwegen sorgt die Gabel zusätzlich dafür, dass das Vorderrad ruhiger bleibt.

Fiido Nomads Pro 28 Federgabel Schalter 2500

Remote-Lockout bringt Komfort, sorgt aber für mehr Kabel

Die Federgabel lässt sich per Remote-Lockout direkt vom Lenker aus sperren und wieder öffnen. Technisch funktioniert das gut und ist bequem, wenn häufig zwischen glattem Asphalt und schlechterem Untergrund gewechselt wird. Fiido löst die Bedienung allerdings über einen zusätzlichen Hebel und einen Bowdenzug zum Gabelkopf.

Schön ist die Lösung nicht. Am ohnehin schon gut belegten Lenker kommt noch ein Schalter hinzu und das Kabelbündel am Vorderbau wächst weiter. Wir hätten hier einen einfachen Drehschalter direkt an der Federgabel bevorzugt. Das wäre während der Fahrt etwas weniger komfortabel, würde das Cockpit aber deutlich aufgeräumter wirken lassen.

Fiido Nomads Pro 15 Federgabel 2500

Der Remote-Lockout-Bowdenzug an der Federgabel

Am Hinterrad gibt es keine zusätzliche Federung. Der Komfort kommt hier vor allem über die großen Reifen und den Sattel. Die 29 x 2,1 Zoll großen CST-Reifen bieten ausreichend Volumen, um mit angepasstem Luftdruck ebenfalls einen Teil der Unebenheiten aufzunehmen. Gleichzeitig rollen sie deutlich leichter als die breiten Fatbike-Reifen, die bei manchen günstigeren E-Bikes verbaut werden.

Zwei Rahmengrößen verlangen etwas Aufmerksamkeit

Fiido bietet das Nomads Pro in den Größen M und L an. M wird offiziell für Körpergrößen zwischen 170 und 190 Zentimetern empfohlen, L für Fahrer zwischen 180 und 200 Zentimetern. Diese Bereiche überschneiden sich stark und helfen bei der Auswahl deshalb nur begrenzt.

Fiido Nomads Pro 2 Rahmengroessen 2500

Trotz 182 cm Fahrergröße war die M-Variante in unserem Fall die richtige Entscheidung

Hinzu kommt, dass sich die Geometrie der beiden Größen nicht einfach proportional verändert. Wer im Überschneidungsbereich liegt, sollte deshalb genauer auf Sitzposition und Reichweite zum Lenker achten. Der verstellbare Vorbau schafft hier zumindest etwas Spielraum und erlaubt es, die Haltung nach dem Aufbau anzupassen.

Generell würden wir bei kleineren Fahrern eher zu M und bei deutlich über 1,80 Meter großen Nutzern eher zu L tendieren. Wer genau zwischen beiden Größen liegt, sollte tendenziell eher zur kleineren Ausgabe greifen. Das gilt insbesondere deshalb, weil das Nomads Pro bereits in der kleineren Variante ein großes Fahrrad bleibt.

Der Standardakku fällt für den Tourenanspruch eher klein aus

Etwas überraschend ist der serienmäßige Akku. Mit 417,6 Wh gehört er nicht zu den besonders großen Energiespeichern. Bei einem 26 Kilogramm schweren Trekkingrad mit 100-Nm-Mittelmotor hätten wir auf dem Datenblatt zunächst mit etwas mehr Kapazität gerechnet.

Fiido Nomads Pro 32 Akku 2500

Der herausnehmbare Rahmenakku stellt 417,6 Wh bereit

Fiido nennt bis zu 75 Kilometer Reichweite mit einem Akku. Solche Angaben testen wir grundsätzlich nicht bis zur vollständigen Entladung. Fahrergewicht, Außentemperatur, Wind, Reifenluftdruck, Steigungen und Unterstützungsstufe beeinflussen die tatsächlich erreichbare Strecke zu stark, um aus einem einzelnen Testwert eine allgemeingültige Aussage abzuleiten.

Für den Alltag wichtiger ist ohnehin, dass sich der Akku herausnehmen lässt. Wer am Fahrradstellplatz keine Steckdose besitzt, kann ihn einfach mit in die Wohnung nehmen. Der Akku wiegt rund drei Kilogramm. Vollständig geladen wird er mit einem 36-Volt-Ladegerät mit 2 Ampere. Dafür sollte man grob sechs Stunden einplanen.

Bis zu drei Akkus erweitern die Reichweite deutlich

Interessanter wird das Akkukonzept durch den Gepäckträger. Fiido hat ein System entwickelt, über das sich zwei zusätzliche baugleiche Akkus am Fahrrad befestigen lassen. Zusammen mit dem Akku im Rahmen stehen dann 1.252,8 Wh zur Verfügung.

Fiido Nomads Zusatzakkus

Herstellerbild: Mit zwei Zusatzakkus wächst die Kapazität auf 1.252,8 Wh

Fiido bewirbt diese Konfiguration mit bis zu 225 Kilometern Reichweite. Auch diesen Wert würden wir eher als theoretische Obergrenze unter günstigen Bedingungen betrachten. Der interessantere Punkt ist ohnehin, dass sich die Akkukapazität an den jeweiligen Einsatz anpassen lässt.

Im Alltag fährt man einfach mit dem einzelnen Akku und schleppt kein zusätzliches Gewicht mit. Vor einer längeren Tour oder Radreise können ein oder zwei weitere Akkus ergänzt werden. Der Ansatz hat damit einen praktischen Vorteil gegenüber einem fest eingebauten Großakku: Wer die zusätzliche Kapazität nicht braucht, muss sie auch nicht auf jeder kurzen Fahrt mitbewegen.

Ganz billig ist diese Flexibilität allerdings nicht. Die Variante mit zwei zusätzlichen Akkus wird für 2.699 Euro angeboten und kostet damit 700 Euro mehr als das Standardmodell. Außerdem erhöhen die beiden zusätzlichen Akkus das Gewicht erheblich.

Fiido Nomads Pro 2 Akku

Herstellerbild: Der Gepäckträger nimmt Taschen und bei Bedarf Zusatzakkus auf

Für tägliche Fahrten zur Arbeit oder normale Wochenendtouren halten wir das Paket deshalb für unnötig. Für lange Tagesetappen oder mehrtägige Reisen ist die Option dagegen durchaus interessant, auch wenn Gewicht und Aufpreis deutlich steigen.

Der stabile Gepäckträger bleibt auch ohne Zusatzakkus praktisch. Je nach Angabe darf er mit etwa 25 Kilogramm belastet werden. Packtaschen, Einkauf oder anderes Tourengepäck lassen sich entsprechend transportieren. Auch geeignete Kindersitze und Anhänger können laut Fiido verwendet werden.

Schutzbleche, Licht und Schloss sind bereits an Bord

Nachrüsten muss man zunächst wenig. Schutzbleche, Gepäckträger, Seitenständer, Front- und Rücklicht sowie ein mechanisches Rahmenschloss gehören bereits zum Lieferumfang. Wer das Nomads Pro hauptsächlich zum Pendeln nutzen möchte, kann damit direkt losfahren, ohne zuerst die übliche Grundausstattung zusammensuchen zu müssen.

Fiido Nomads Pro 36 Cockpit 2 2500

Zwischen den Unterstützungsstufen lässt sich direkt am Lenker wählen

Das Rahmenschloss blockiert das Hinterrad und eignet sich für einen kurzen Stopp. Bei einem Fahrrad für 1.999 Euro würden wir es allerdings nicht als alleinige Diebstahlsicherung verwenden. Ein stabiles zusätzliches Schloss bleibt, nicht nur im Berliner Stadtgebiet, aus unserer Sicht Pflicht.

Die Beleuchtung wird über den Fahrradakku versorgt und lässt sich direkt über die Bedieneinheit einschalten. Für normale Stadtfahrten und beleuchtete Wege reicht das System aus. Wer regelmäßig schnell über komplett dunkle Waldwege fährt, dürfte mit einem zusätzlichen stärkeren Frontlicht besser bedient sein.

Display und App halten sich angenehm im Hintergrund

Das kleine Farbdisplay sitzt mittig am Lenker und zeigt Geschwindigkeit, Unterstützungsstufe, Fahrdaten und den Akkustand an. Gut gefällt uns, dass der Ladezustand als Prozentwert dargestellt wird. Das ist deutlich informativer als die bei vielen günstigen E-Bikes noch immer üblichen vier oder fünf Balken.

Das Farbdisplay zeigt Tempo, Fahrmodus und Akkustand in Prozent

Bedient wird das Fahrrad über physische Tasten am Lenker. Licht, Unterstützungsstufen und Schiebehilfe lassen sich erreichen, ohne während der Fahrt auf einem Touchscreen herumtippen zu müssen. Uns ist diese klassische Bedienung weiterhin lieber.

Wie schon beim T2 bietet Fiido zusätzlich eine App an. Sie zeichnet Fahrten auf, zeigt Kilometerstände und Akkudaten und erlaubt verschiedene Einstellungen. Über die App können zudem weitere Unterstützungsstufen freigeschaltet und das Einschalten des Fahrrads blockiert werden. Für die normale Nutzung ist die Anwendung aber nicht erforderlich. Alle wesentlichen Funktionen stehen direkt am Rad zur Verfügung.

Fiido Nomads Pro 43 App 2500

Die Fiido-App liefert Fahrdaten und zusätzliche Einstellungen

In Frankreich montiert und mit zwei Jahren Garantie

Fiido gibt an, dass ausgewählte Modelle für den europäischen Markt in Frankreich montiert werden. Dazu gehört auch das Nomads Pro. Das Rad wird mit zwei Jahren Garantie angeboten, Verschleißteile sind davon ausgenommen. Für europäische Käufer ist zudem relevant, dass Fiido inzwischen nicht mehr nur über einen anonym wirkenden Importauftritt verkauft.

Die Montage des Fiido Nomads Pro nimmt etwa 30 Minuten in Anspruch

Genau dieser Punkt war uns bereits bei unserer ersten Beschäftigung mit dem Hersteller wichtig. Günstige E-Bikes gibt es inzwischen viele. Interessanter ist die Frage, ob sich Monate oder Jahre später noch Ersatzteile bestellen lassen und ob der Hersteller nach dem Verkauf überhaupt noch erreichbar ist.

Bei Fiido hatten wir bislang weniger das Gefühl, nach dem Kauf auf uns allein gestellt zu sein, als bei manchen anderen Direktversendern dieser Preisklasse. Ersatzteile werden offen angeboten, Zubehör bleibt verfügbar und das Sortiment besteht inzwischen aus deutlich mehr als nur einzelnen Importmodellen. Ein mit klassischen Fahrradmarken vergleichbares Händlernetz gibt es allerdings nicht. Wer Service grundsätzlich beim Händler um die Ecke erledigen lassen möchte, sollte vor dem Kauf prüfen, welche Werkstatt das Rad und die verwendeten Komponenten betreut.

1.999 Euro sind für Fiido viel, im Markt aber nicht ungewöhnlich

Mit einem Preis von 1.999 Euro gehört das Nomads Pro zu den teureren Fiido-Modellen. Wir haben den Hersteller bislang vor allem als Anbieter günstiger E-Bikes im Bereich um 1.000 bis 1.500 Euro wahrgenommen.

Fiido Nomads Pro 2 Bremsscheiben

Große Bremsscheiben und Vierkolbenbremsen verzögern kräftig

1.999 Euro sind für ein Fiido also viel. Bei Trekking-E-Bikes mit Mittelmotor ist der Betrag allerdings keineswegs ungewöhnlich. Das TENWAYS AGO Performance startet beispielsweise bei 3.299 Euro und setzt dafür auf Bosch-Mittelmotor, Enviolo-Nabenschaltung und Gates-Riemen. Fahrräder etablierter Marken mit vergleichbarer Motorleistung und hochwertiger Trekkingausstattung liegen ebenfalls schnell deutlich oberhalb der 2.000-Euro-Marke.

Fiido erreicht den niedrigeren Preis unter anderem dadurch, dass neben der Shimano-Schaltung mehrere Komponenten von Herstellern stammen, die in Europa weniger bekannt sind. Auch bei der Motorabstimmung und manchen Details der Verarbeitung bleibt ein Abstand zu deutlich teureren Rädern bestehen. Dafür gehören Luftfedergabel, Vierkolbenbremsen, 100-Nm-Mittelmotor, Gepäckträger, Beleuchtung und Schutzbleche bereits zur Serienausstattung. Bei Kabelführung, Cockpit und einzelnen Anbauteilen merkt man allerdings auch, wo gegenüber teureren Trekkingrädern gespart wird.

Das Nomads Pro bestätigt unseren bisherigen Fiido-Eindruck

Nach unseren guten Erfahrungen mit dem T2 war die Erwartung an das Nomads Pro entsprechend höher als noch bei unserem ersten Kontakt mit Fiido. Damals wollten wir zunächst herausfinden, ob hinter den günstigen Preisen überhaupt ein Hersteller steht, bei dem Ersatzteile, Service und Produktpflege über den eigentlichen Verkauf hinaus eine Rolle spielen.

Fiido Nomads Pro 04 Vollbild

Das Nomads Pro verbindet Tourenausstattung mit robustem Rahmen

Das T2 hat diese Skepsis in unserem Alltag weitgehend ausgeräumt. Das Longtail bringt weiterhin regelmäßig die Kinder zu Schule und Kindergarten und steckt Berliner Straßen, Regen und Familienbetrieb bislang ohne größere Probleme weg. Dass wir das Modell inzwischen auch außerhalb unseres eigenen Fahrradschuppens häufiger sehen, passt zu diesem Eindruck.

Das Nomads Pro setzt an einer anderen Stelle an. Es ist größer, technisch aufwendiger und mit 1.999 Euro deutlich teurer. Dafür gibt es viel Fahrrad und vor allem einen kräftigen, gut abgestimmten Antrieb. Gleichzeitigableiben Details, an denen sich der niedrigere Preis gegenüber teureren Trekkingrädern zeigt: das volle Cockpit, die eher kleine Serienbatterie und Komponenten, die hierzulande weniger verbreitet sind.

Wer jeden Morgen nur ein paar Kilometer durchs Viertel fährt, braucht weder 100 Nm noch 120 Millimeter Federweg und dürfte bei Fiido oder anderen Herstellern günstiger einsteigen können. Auf längeren Arbeitswegen, mit Gepäck und sobald der Asphalt schlechter wird oder es bergauf geht, ergibt das Nomads Pro deutlich mehr Sinn. Dann kommen vor allem der kräftige Mittelmotor, die großen Laufräder, die Federung und die Möglichkeit zusätzlicher Akkus zum Tragen.

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  • 26 Kilo sind für mich leider der Knackpunkt. Fährt sich sicher angenehm, aber in der Stadt ohne Aufzug wäre das nichts für mich.

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