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Whitelist-Regelung vorgesehen

EU will Anzahl der Cookie-Banner reduzieren

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43 Kommentare 43

Das neu von der Europäischen Kommission vorgestellte Digitalpaket sieht eine Überarbeitung der von vielen Internetnutzern als störend empfundenen Cookie-Regeln vor. Ziel sei es, eine deutliche Vereinfachung für Nutzer und Unternehmen zu finden. Laut dem Entwurf soll die Anzahl der eingeblendeten Banner deutlich reduziert werden. Dahinter steht auch die Absicht, der sogenannten Cookie-Müdigkeit entgegenzuwirken und Nutzer wieder dazu zu bewegen, bewusst die gewünschten Optionen auszuwählen, anstatt die Aufforderungen schnellstmöglich und oft auch unüberlegt wegzuklicken.

Vereinfachte Einwilligung und Whitelist

Der Vorschlag der Kommission sieht zunächst vor, dass Nutzer künftig mit einem einzigen Klick Cookies annehmen oder ablehnen können. Webseiten müssten diese Entscheidung dann für mindestens sechs Monate speichern. Ergänzend dazu sind zentrale Einstellungen vorgesehen. Nutzer sollen ihre Privatsphäre-Einstellungen beispielsweise über den Browser festlegen, und die von ihnen besuchten Webseiten sollen diese Einstellungen respektieren.

Cookie Auswahl

Zudem ist auch eine sogenannte „Whitelist“ Bestandteil des Pakets. Sie umfasst den Einsatz von Cookies in Situationen, die aus Sicht der Kommission für die Privatsphäre unkritisch sind und beispielsweise nur für anonyme Statistik- oder Reichweitenmessungen der besuchten Seiten relevant sind. Für solche Fälle sollen keine Einwilligungsbanner mehr erforderlich sein.

Stärkere Durchsetzung

Die aktualisierten Regeln sollen vollständig in den Schutzrahmen der DSGVO integriert werden. Verstöße könnten damit wie bei anderen Datenschutzvergehen mit empfindlichen Geldbußen von bis zu vier Prozent des weltweiten Umsatzes geahndet werden.

Die Kommission geht davon aus, dass diese Maßnahmen die Zahl der Cookie-Einblendungen spürbar reduziert. Zunächst muss der Vorschlag allerdings den Rat der EU passieren. Immerhin hat die Politik das Thema noch auf dem Schirm. Im vergangenen Jahr hatte die EU eine Initiative in dieser Richtung ergebnislos eingestampft.

19. Nov. 2025 um 16:59 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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  • Das ist wie Tempolimit einführen und es danach irgendwie zu langsam zu finden.

    • Wenn man es mit dem Tempolimit übertreibt muss man eventuell nachbessern wenn niemand mehr vorwärts kommt

      • Jades Land hat seine Vergleiche
        Hier sind es eben Autos, warum nicht

      • Besonders die Wortschöpfungen in dem Zusammenhang, wenn Anbieter behaupten, ein „berechtigtes Interesse“ läge vor, wenn man dem Webseitenbesucher auferlegt, mit irgend ner Ltd. Corp. was weiß ich, irgendwelche Daten zu teilen.

        Schade ist auch, dass Webseitenbetreiber nicht erklären müssen, warum es erforderlich ist, quasi redundant Kundendaten an zig Betreiber zu versenden… Im Sinne der Kundschaft kann das indes wirklich nicht sein.
        Glaubt auch keiner, dass die Webseitenbetreiber selbst wissen, was die implementierten Aggregatoren für GEschäftsmodelle haben, ob diese seriös sind usw…
        scheint so, als würde alles redundant implementiert, weils hier nen Pfennig zu verdienen gibt…
        Wenn man auf diese Weise die eigene Leserschaft zur Ware für Dritte macht, dann ist das schon gewissermaßen problematisch.

  • Wird doch leider eh nicht verfolgt, wenn sich Webseiten nicht dran halten… somit wird sich überhaupt nix ändern im größeren Stil sondern nur einzelne Seiten vielleicht verbessert werden.

    Aktuell ist ohne entsprechende Tools kaum eine Seite noch vernünftig benutzbar ohne auf „Ja, alles“ zu klicken. Nein hat ein Untermenü mit hunderten einzelnen Schaltern und wenn man einen falschen Schalter deaktiviert hat nach 10 Minuten rumklicken, dann funktioniert die Seite nicht mehr und fordert auf, auf den Ja, alles akzeptieren Button zu klicken.

  • Die Geister die ich rief ….
    Man könnte drüber lachen, wenn es nicht so eine traurige Verschwendung von Steuergeld wäre.

    • Datenschutz ist Verschwendung von Steuergeldern? Sehr ich anders. Und das die aktuelle Umsetzung nicht optimal ist, darüber sind wir uns doch einig. Also muss nachjustiert werden.

      • Ich glaube Andreas meint die miserable Umsetzung. Unter anderem der „Chaos Computer Club“ hat schon 2009 und 2011 gewarnt. Immer wieder mit der gleichen Warnung, dass das zu einer nervigen Abfrage-Flut führen wird.

  • Ich behaupte niemand trifft überlegt die bewusste und informierte Entscheidung, mehr Cookies zu akzeptieren, als funktional notwendig.

    Es gibt Banner mit 300 Anbietern, die man einzeln abwählen müsste. Da blende ich das Banner mit Safari dann einfach aus. Es braucht eine genormte Lösung mit den Optionen:
    – Minimum akzeptiere
    + Funktionale akzeptieren (ggf. um Auswahl ergänzt, wenn verschiedene Funktionen verschiedene Cookies benötigen)
    + Weitere (ebenfalls mit Mehrfach-Auswahl)

    Und darauf aufbauend sollte der Browser den Nutzern dann die Möglichkeit bieten, immer automatisch minimal oder functional consent zu geben, wenn ma das möchte.

  • Ich finde die Methoden der Seiten immer schlimmer!

    Man kann bei vielen auswählen:
    Ablehnen wie ausgewählt. (Ausgewählt ist das Zauberwort!)
    Und da ist auch dann sehr vieles abgelehnt.
    Aber klickt man den anderen tab an bei berechtigtes Interesse: alles noch auf Grün.

    Sie zwingen einen jeden Reiter durch zu sehen.

    Noch schlimmer sind Seiten wo man nicht ablehnen kann und alles per Hand abwählen muss in einer richtig langen langen Liste.

    Der pure Wahnsinn.

    Dann braucht man sich nicht wundern, wenn User immer mehr Browser wie Brave benutzen und dann inkognito Modus oder wie der heißt der alles nach der Sitzung löscht.

  • Wieso gibt es nicht einen Standard Cookie, der sich merkt, dass man allein, einzelnen Punkten oder gar nichts zugestimmt hat?
    Natürlich mit der Prämisse, dass wenn sich etwas ändert eine erneute Zustimmung oder Ablehnung erforderlich ist.

    Ich frage für einen Freund!

  • Verursache ein Problem und sorge für dessen Lösung.
    Genau mein Humor.

  • Was ich bisher NIE verstanden habe: wir haben die DatenSCHUTZgrundverordnung. WARUM schützt diese unsere Daten nicht wie vorgesehen und verbieten Tracking Cookies grundsätzlich? Wer dann immer noch alles erlauben möchte kann dies gerne auf Wunsch explizit gesondert tun und nicht umgekehrt ….

    • Weil dann halt viele Funktionen der Webseiten nicht funktionieren, wenn keine temporären Daten zur Sitzung gespeichert werden können.

      Alternativen zu Cookies müssen dann anders feststellen, ob du noch in der gleichen Session bist, ob du eingeloggt bist und u.U. Artikel in den Warenkorb gelegt hast.
      Ob die Alternativen (z.B. Fingerprinting) datensparsamer sind?

      • … nee weil jedes Gesetz von verschiedenen Interessengruppen gestaltet und verabschiedet wird.

        Solange entsprechende Anbieter ein Interesse daran haben, Ihre Nutzer über möglichst viele Ebenen hinweg zu tracken, werden sie auch versuchen, diese Interessen in der Gesetzgebung umzusetzen.

  • Ernstgemeinte Frage: was ist eigentlich das Problem, wenn man alle Cookies zulässt? Welche Nachteile entstehen mir dabei? Geht es nur ums Prinzip?

    • Du machst Dich komplett nackich in Deinem Verhalten und Deinen Vorlieben, Deinen Prioritäten, Interessen oder Einschränkungen, u.s.w. und diese Daten werden gehandelt und zusammengeführt. Du bist im Wortsinne der gläserne Mensch und damit manipulierbar in dem, was man Dir mit welcher Priorität (nicht) zeigt, ökonomisch wie politisch. „Ich habe doch nichts zu verbergen“ ist (ggf. gefährlicher) Quatsch.

      • Das stimmt nur bedingt, jeder Browser sollte nur die Cookies rausgeben die zur URL (Seite) gehören.

        Blöde nur wenn von allen Usern erwartet wird Inster & Co. Button zu haben, schon hat man eine Brücke.

        Zusätzlich gibt es bei jedem „sauberen“ Cookie eine „Auto“ Zerstörung (time).

        Auto Autolöschen bei Browser schließen hilft auch.

        So das letztendlich die Daten recht überschaubar sind die da übrig bleiben.

        Deshalb werden, wie oben angedeutet schon lange andere Mechanismen angewendet.

    • Eigentlich überschaubar, wenn man wie in Firefox beim beenden des Browsers, der Browser alles automatisch löscht.

      Letztendlich sind die meisten eine technische Notwendigkeit (oder SeasonIDs).

      Dazu muss man eben nur verstehen, eine html (Seite 2) weiß exakt nichts von der html (Seite 1,davor).

      Wenn du also banal was zwischen Seite 1 und Seite 2 Daten (Shop) weiter geben willst brauchst du irgend einen anderen Träger, Ergo Cookies
      (Artikel, deine Anmeldung, was auch immer)

  • Hatte nicht Apple das in iOS ausbauen wollen und wurde dann von der EU mit einer Milliardenklage abgemahnt?
    Was da abgeht ist weit weg von einem freien Markt.

  • „Der Vorschlag der Kommission sieht zunächst vor, dass Nutzer künftig mit einem einzigen Klick Cookies annehmen oder ablehnen können. Webseiten müssten diese Entscheidung dann für mindestens sechs Monate speichern.“

    Witzig: Webseiten sollen die Nutzerdaten speichern, die sie nicht erfassen dürfen.
    Hä?

  • Es bestätigt sich mal wieder die Unfähigkeit der EU!
    Die haben schon viel zum Nachteil der Bevölkerung eingeführt! Im Grunde wissen sich nicht was sich machen.

  • Welcher Händler soll die Zeit haben, den ganzen Quatsch umzusetzen.
    Bezahlt bekommen wir es eh nicht.

    Beste ist immer noch der kommende Wiederruf Button für Gäste.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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