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Waschmaschinen, Staubsauger, Smartphones

EU-Kompromiss: Das „Recht auf Reparatur“ kommt

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Kurz vor dem Wochenende sorgt das Europäische Parlament für gute Nachrichten: Nach Verhandlungen zwischen den Parlamentariern und dem Europäischen Rat haben sich die gesetzgebenden Instanzen der Europäischen Union jetzt auf einen vorläufigen Kompromiss verständigt, der ein „Recht auf Reparatur“ für den gesamten europäischen Wirtschaftsraum vorbereitet.

Recht Auf Reparatur Unsplash

Die politische Einigung zielt darauf ab, Abfälle zu reduzieren und die Reparaturen von Produkten grundsätzlich zugänglicher und kosteneffektiver zu machen. Geplant sind neue Regelungen für Hersteller, zudem soll es Verbrauchern vereinfacht werden, die Lebensdauer von Produkten durch Reparaturen zu verlängern.

Waschmaschinen, Staubsauger, Smartphones

Zu den wichtigsten Maßnahmen des Abkommens gehören die Verpflichtung der Hersteller, Reparaturen gängiger Haushaltsprodukte auch nach den gesetzlichen Garantiezeitraum anbieten zu müssen. Aktuell werden hier Waschmaschinen, Staubsauger und Smartphones angeführt, die Liste berücksichtigter Produkte ist jedoch noch nicht final und könnte um weitere Hardware ergänzt werden.

Zudem sollen Anbieter transparent über Reparaturpreise und ihre Pflicht zur Reparatur informieren müssen. Darüber hinaus sind Leihgeräte für den Reparaturzeitraum und eine einjährige Garantieverlängerung für bereits reparierte Geräte vorgesehen.

Ersatzteile aus 3D-Druckern zulässig

Hersteller sollen Ersatzteile und Werkzeuge zu einem angemessenen Preis zur Verfügung stellen und dürfen unabhängige Reparaturdienste nicht bei ihrer Reparaturarbeit behindern. Unter anderem heißt es, dass „insbesondere der Einsatz von gebrauchten oder im 3D-Druckverfahren hergestellten Ersatzteilen durch unabhängige Reparaturdienste“ nicht eingeschränkt werden soll.

Nach der Annahme der neuen Richtlinien durch den Rat und das Parlament und deren Veröffentlichung im Amtsblatt der EU haben die Mitgliedstaaten 24 Monate Zeit, diese in nationales Recht umzusetzen.

02. Feb 2024 um 10:53 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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  • Liebes iFun Team, es gibt keine gesetzliche Garantiefrist. Lediglich eine gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren.

    • Antworten moderated
      • @nicolas/ iFun: ich halte den Artikel der EU einfach für falsch übersetzt (und ist auch nicht der einzige).

        In allen (juristischen) Fachpublikationen, die ich dazu gelesen habe, spricht keine von „gesetzlicher Garantie“, sondern von „gesetzlichen Verbraucherrechten“, was bei uns in Deutschland die Sachmängelhaftung oder umgangssprachlich Gewährleistung ist.

        Zudem bezieht ihr euch mit eurem Blog auf Deutschland.
        Eine gesetzliche Garantie gibt es hier nicht.

      • PS: würde der Text „…Reparaturen gängiger Haushaltsprodukte auch nach dem gesetzlichen Verjährungszeitraum anbieten zu müssen.“ lauten, wäre es richtig, aber für die meisten wohl Missverständlich.

  • Recht auf Reparatur bei Autos wäre irgendwann mal wieder gut.

    • Diesbezüglich gibt es doch schon wieder neue Spinnereien der EU, Autos die älter als 15 Jahre sind, dürfen bei Motorschaden o.ä. nicht mehr repariert werden…man möchte die Fahrzeugflotte in der EU jung halten. Bin gespannt ob dieser Vorschlag umgesetzt wird.

    • Ich hab zwar noch ein älteres Auto (irgendwas um 2014 rum?) aber da kann ich soweit noch alles selbst austauschen, auch von fremdanbietern. Klar, man muss mittlerweile schon gut investieren um mit der Software der Hersteller zu arbeiten, aber möglich ist es doch noch. Gibt es da bei neuen Autos auch Software die das unterbindet? Mir war bisher nur der tüv als „limitierende Instanz“ bekannt :D

      • Je nach Konstruktion der Scheinwerfer fällt dann z. B. ein Neuteil für >1.000 € an. Statt 6,50 € für eine neue H4 Birne …

        Aber Hauptsache wir haben jetzt überall USB-C Kabel :-(

      • Dafür hast du aber auch wenn der Scheinwerfer funktioniert licht vor dir und nicht nur den schein eines ikea teelichts

      • @Rainbowdash: es geht Safty darum, dass Scheinwerfer heute z. B. so konstruiert werden, dass LEDs fest verbaut und nicht austauschbar sind oder das Kunststoffclips den Scheinwerfer halten, die bei Park-Remplern brechen ([sollen] … geplante Obsoleszenz) und den Austausch des kompletten Scheinwerfers für mehrere Hundert Euro erforderlich machen. Früher konnte man noch Einzelteile des Scheinwerfers tauschen.

        Mir ist bei meinen Autos auch aufgefallen, dass z. B. der Wechsel einer Glühlampe mit zunehmendem Baujahr immer schwieriger wird. Früher kam man deutlich leichter dran.

    • Was ist denn da das Problem? Ich hätte letztens meinen 18 Jahre alten Volvo auch noch reparieren lassen können.
      Ebenso werden doch auch Oldtimer repariert.
      Nur die Kosten sind ne andere Frage. Aber das wird bei ner 30Jahre alten Waschmaschine auch so sein, dass die Kosten einer Reparatur ggf. den Neuwert übersteigen.
      Gut ist natürlich, wenn man nicht ein Jahr nach Garantieende ein Gerät entsorgen muss was noch mit überschaubaren Aufwand repariert werden kann…

    • … für Autos gibt es Werkstätten – vielleicht nicht der passendste Vergleich ;-)

  • Jetzt muss auch das Personal für qualifizierte Reparaturen ausgebildet und dann zum Kunden gebracht werden.
    Ein eigenes Beispiel war ein defekter Trockener:
    – Elektriker verlangt 52€ die angefangene Stunde (Anfahrt startet die Zeit)
    – Auseinander gebaut und den Fehler nicht gefunden 52€
    – Ich habe dann selber im Internet geschaut und den Fehler auf dem Logic Board gefunden (Widerstand verbrannt)
    – In einem Reparatur Forum jemand gefunden der für 40€ plus Porto das Board repariert
    – selber das reparierte Board eingebaut
    – da der Trockner unnötigerweise in Einzelteilen zerlegt war den Elektriker gebeten das Puzzle zusammen zu setzen 52€

    Etwa 200€ um eine grundsätzliche Schwachstelle zu reparieren- das schlecht konstruierte 12V Netzteil.

    Was hätte wohl ein Service Techniker verlangt? Hätte er SMD löten können? Was kostet alleine die Anfahrt?

    Ein Reparatur Versuch lohnt wirtschaftlich nur bis etwa 1/4 des Neupreises, da dieser Misslingen kann und die Zeit bis zum nächsten Ausfall nicht verkürzt.

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    • Also unser Elektriker repariert alles. Der kommt, schaut sich die Fehlermeldung an, bestellt das Teil und baut es am nächsten Tag wieder ein. Kostete bisher im Schnitt keine 100 €. Hatten wir jetzt bei unseren 12 Jahre alten Geräten (Trockner und WaMa) 3 x. Glaube 2 x war was am Trockner, 1x was an der WaMa.
      Natürlich ist es lukrativer zu sagen, da kann man nix mehr machen, ich verkaufe dir ein neues Gerät. Das macht er auch mit noch älteren Geräten, bei meiner Schwiegermutter z.B. 20 Jahre alter Backofen. Deren Waschmaschine ist auch so in dem Dreh. Er meint, bei Boschgeräten oder Siemens ist das kein Problem. Bei so Billigheimern bekommt er keine Teile.

      Antworten moderated
  • Komplett sinnlos wie vieles, was in der #EU „geregelt wird!

  • Was bedeutet das jetzt konkret? Reparieren die Hersteller dann über die 2 Jahre Gewährleistung (bzw. Garantie) hinaus gratis die anfallenden Defekte? Das liest sich nicht klar raus ..

  • Ich hoffe diese Initiative zieht auch Veränderungen in den Grundsätzlichen Strukturen der Hersteller nach sich.
    Ich arbeite für einen Händler im Retourenbereich für Grossgeräte. Wenn zum Beispiel bei Auslieferung ein verdeckter Schaden festgestellt wird oder ein technischer Defekt vorliegt geht das Gerät direkt zurück. Natürlich möchte kein Kunde ein beschädigtes/defektes Gerät erhalten.
    Bei einigen Herstellern werden diese Geräte einfach direkt (durch uns) verschrottet. Selbst eine Delle in einer (austauschbaren) Kühlschranktür oder ein Riss in der Deckplatte einer Waschmaschine führt dann zur Verschrottung.
    Alles nur weil es zu teuer ist Ersatzteile zu bevorraten oder einen Techniker zu beauftragen. Diese Geräte dürfen dann nicht mal an Bedürftige gespendet werden.

    • Ich bin für die Reparatur und gute Geräte entsorgen nur weil ne Delle drin? Muss man sich fragen ob die echt nicht alle Latten am Zaun haben.
      Aber Firmen wollen verkaufen um jeden Preis. Wäre ja schlimm wenn alles reparierbar wäre. Dann verkaufen die Firmen nix mehr.

  • Das wird am Ende nur die Produkte versteuern. Ein Recht auf Reparatur nützt nichts, wenn ein Techniker-Besuch bei Waschmaschinen 200 € kostet, auch ohne dass etwas repariert wird, und eine neue Waschmaschine 400 €.

    • Du gibst dir schon selbst eine Antwort….die Produkte werden teurer und schon lohn sich die Reparatur wieder. Die Waschmaschine kostet eben neu dann 800 und schon kannst du sie für 200 reparieren lassen.

    • Bleibt nur die Frage warum man sich ein Marken Smartphone für +1.000€ kauft aber bei der Waschmaschine wird wieder gespart und man kauft eine Billigprodukt oder die Hausmarken von Mediamarkt und Co. für unter 500€.

  • Recht auf Reparatur ist nur eine Hälfte des Themas, weil es Hersteller nicht davon abhalten wird, trotzdem billige Bauteile zu verwenden geplante Obszoleszenz als Maxime anzusetzen.
    So gesehen wird das Vorhaben nicht zu weniger Schrott führen. Erst recht nicht, wenn ein Teil der Gesellschaft für Kost und Logie buckeln geht und mit begrenzter Kaufkraft das Hamsterrad der billigen Produkte unfreiwillig anschubst

  • Ganz ehrlich, solange Werkstätten einen abartigen Stundensatz für Reparaturen nehmen ist dieses Gesetz doch nur Zahnlos.
    Beispiel PKW: 1 Arbeitsstunde Mechanik mittlerweile 225 Euro (Markenwerkstatt in München). Sowas ist durch nichts mehr zu rechtfertigen.
    Im Haushaltsgeräte-Bereich würde ich nichts mehr groß reparieren lassen. Neues Gerät anschaffen, Garantie & Gewährleistung drauf und Zack. Ist allemal billiger als alle paar Jahre den Techniker zu bezahlen. Und ein altes Gerät wird mit der Zeit auch nicht besser und zuverlässiger.

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