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Auf Beschwerde von Spotify und Deezer hin

EU-Kommission fordert Fairness und Transparenz von App-Store-Betreibern

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Die Europäische Kommission will neue Richtlinien für Transparenz und Fairness bei Online-Plattformen festlegen. Kleinere Unternehmen sollen dadurch vor Willkür und wettbewerbswidrigem Verhalten geschützt werden. Die EU will damit nicht nur Online-Händler oder App-Entwickler schützen, sondern bezieht auch Apple-Music-Konkurrenten wie Spotify oder Deezer in ihre Überlegungen mit ein. Die beiden Unternehmen haben im vergangenen Jahr eine Eingabe mitunterzeichnet, in der eine entsprechende Regulierung gefordert wurde.

Eu Justiz Dp

Bilder: depositphotos.com

Die Antragsteller fühlen sich beim Angebot ihrer Apps unter anderem in Apples App Store durch „regelmäßigen Missbrauch von Vorteilspositionen“ benachteiligt. Ein Streitpunkt ist Apples fixe 30-Prozent-Beteiligung an Umsätzen über den App Store. Der Vorwurf: Apple nutze sein App Store-Monopol zum eigenen Vorteil aus, in dem es von Konkurrenten die 30 Prozent verlangen würde, während man diese Gebühren für eigene Angebot entfallen.

Die EU sieht nun vor, dass die Betreiber von sogenannten Online-Vermittlungsdiensten ihre Regeln nicht nur klar und deutlich formulieren, sondern sich auch ein wenig in die Karten blicken lassen, etwa wenn es darum geht, wie sie ihre eigenen Waren oder Dienstleistungen im Vergleich zu den von ihren gewerblichen Nutzern angebotenen Waren oder Dienstleistungen behandeln.

Plattformen und Suchmaschinen sind wichtige Kanäle, über die europäische Unternehmen die Verbraucher erreichen können; wir müssen jedoch dafür sorgen, dass sie ihre Macht nicht ausnutzen und damit ihren gewerblichen Nutzern nicht schaden. Mit klaren Vorschriften für Transparenz und wirksame Streitbeilegung und mit der Einrichtung einer Beobachtungsstelle für die genauere Analyse der Praktiken von Online-Plattformen machen wir hier einen sehr wichtigen Schritt. Indem man dafür sorgt, dass Plattformen und Suchmaschinen andere Unternehmen fair behandeln, schafft man unter anderem eine wesentliche Voraussetzung für die Förderung des Vertrauens in Online-Plattformen

Im Moment hat die Erklärung der Europäischen Kommission lediglich den Status eines Vorschlags. Ob und mit welcher Frist entsprechende Vorschriften dann auch erlassen werden, bleibt abzuwarten.

Donnerstag, 26. Apr 2018, 19:19 Uhr — Chris
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  • Wenn es den Kandidaten nicht passt, den boykottiert ihr eben Apple. Entweder, oder. Ende des Streits.

    • Ach Marty, bist du wirklich nicht in der Lage zu verstehen, dass es für Kunden eine sehr unerfreuliche Entwicklung ist, wenn sie mit dem Kauf eines kleinen tragbaren Computers (oft auch Smartphone oder Tablet genannt) eine Entscheidung fällen müssen, WO und zu welchen Konditionen sie in Zukunft ihre eBooks, Musik, Videos zu kaufen haben?

      Und dass eine Wegnahme von 30% der Einnahmen einer anderen Firma für Leistungen, die diese andere Firma völlig eigenständig über das Internet bereitstellt, eher was mit „Raubrittertum“ zu tun hat, als mit einer Deckung von „Plattformkosten“?

      Oder wird etwa ein Buch, das ich von Amazon-Kindle herunterlade oder ein Musikstück, das ich bei Spotify streame oder ein Video, das ich bei Amazon-Video geliehen habe oder ein Football-Spiel, für dessen Übertragung ich bei der NFL ein Abo abgeschlossen habe erst irgendwie ÜBER DIE APPLE-PLATTFORM geleitet???

      Apple hostet lediglich die entsprechenden APPS, bekommt dafür zu recht etwas Geld – nicht mehr und nicht weniger! Hier geht es aber nicht um Apps, sondern um die von fremden Firmen bereitgestellten und finanzierten Medien!

      (Und nebenbei: Ohne diese von anderen Firmen entwickelten Apps würde kein Mensch die kleinen tragbaren Computer von Apple kaufen – auch das ist also ein Geschaft AUF GEGENSEITIGKEIT!)

      Ach Marty, dass man dir aber auch alles erklären muss…

  • „während man diese Gebühren für eigene Angebot entfallen“
    Soll heißen, Apple solle an sich selbst Gebühren zahlen? Sinnlos, oder verstehe ich etwas nicht?

    Drittanbieter wollen für die Infrastruktur, die Apple anbietet keine Gebühren mehr zahlen?

    • @alli: Schade, du hast das Thema genau so wenig verstanden wie Marty…

      • Wie gut, das Du die Weißheit mit Löffel gefressen hast. Es hat eher den Anschein, als ob Du nix verstanden hast. Wenn es Spotify nicht passt, das Apple in seinem eigenen Onlinekaufhaus die Regeln bestimmt, was ja nachzuvollziehen ist, können die Apple doch den Rücken kehren. Wie der Dienst dann auf das Telefon kommt, ist nicht mehr Apples Problem.

      • Und dabei auf viele Millionen Kunden verzichten. Das merkt Spotify natürlich nicht und ist daher eine gute Option. Für alle die die Ironie nicht verstanden haben. Viele Firmen sind auf die Kunden die Apple Hardware nutzen angewiesen und sind quasi gezwungen ihre Apps in den App Store zu stellen und die 30% zu schlucken.

  • Witzig wie man seinem Geldgeber ans Bein pinkelt. Ohne den App Store von Apple würde es gar keinen Bedarf an Spotify und Co geben. Stellt Spotify neuerdings Betriebssystem, Softwarekauhaus und die komplette Infrastruktur zum Vertrieb der Apps bereit? Nein das zählt Apple und dass lässt sich Apple natürlich auch von den Händlern die diese Plattform zum Vertrieb nutzen auch bezahlen ganz einfach. Sonst führt Appme eben wiede kostenpflichtige Verteiber Accounts ein. Und dann wird eben für den Zugang eine Gebühr fällig. Will auch keiner? Also lassen wirs doch einfach so wie es schon lange funktioniert und gut. Nur weil Spotify noch nie Gewinn gemacht haben brauchen sie jetzt nicht einheulen!

    • @Phil: Wie gut, dass Apple beim Verkauf seiner teuren Hardware NICHT auf die Firmen angewiesen ist, die für diese Geräte (und viele andere Geräte anderer Hersteller!) Medien wie Bücher, Musik und Filme anbieten!

      Denn so ein 1300 € iPhone würde sich ja bestimmt genau so gut verkaufen, wenn man damit NUR mit Apple-Apps Notizen schreiben und Termine anlegen könnte…

      Wenn Apple aber selbst – wie mit Apple Music – ALS MEDIEN-ANBIETER tätig wird, verlangen es die Grundregeln unser Wirtschaftssystem, das AUCH Apple sich hier einem FAIREN Wettbewerb stellen MUSS; und diese Grundregeln – Tipp: Da spielt das Wort „Markt“ eine große Rolle – durchzusetzen, ist in der Tat ein wichtige Aufgabe unseres politischen Systems – und der Justiz.

      Das kann man aber vermutlich alles nicht verstehen, wenn der Blick durch zu viele Apple-Fähnchen verstellt und „vereinfacht“ wird…

  • Ich bin erstaunt wie eindimensional einige Leute hier zu denken scheinen.
    Eine faire Entlohnung für Apple für den AppStore und alles, was damit sonst noch verbunden ist (Hosten der Apps, Review, Verfügbarkeit von iCloud, …), ist natürlich selbstverständlich. Aber das, was Apple an solchen Abos verdient und der Aufwand, der ihnen durch entsteht (was genau macht Apple denn für z.B. Spotify, wenn das Abo über Apple läuft und nicht direkt über Spotify?), steht zu keiner Relation. Davon abgesehen kann man nicht von Fairness reden, wenn Anbieter A 30% seiner einnehmen abdrücken muss, Anbieter B jedoch nicht. Leider ist zumindest meiner Ansicht nach eine Lösung hierfür nicht gerade trivial. Schließlich kann man, wenn man sich quasi selbst bezahlt, schwer von diesem Verdacht der „Bevorzugung“ ablenken.

  • Typisches für gute zählte Politiker. Auf Nebenschauplätzen, die sie nicht verstehen Problemlösungen vorschlagen. Damit muss man die wirklichen Probleme nicht lösen – man kann sie aussitzen bis sie sich hoffentlich selbst erledigt haben.

  • Korrektur der automatischen Korrektur: gutbezahlten.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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