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Cupertinos Ansprüche schaden Entwicklern

Entwickler übt scharfe Kritik: Apple entwertet Software

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Vier Wochen vor Apples diesjähriger Entwickler-Konferenz, der am 5. Juni mit der traditionellen Keynote startenden WWDC 2017, sorgt ein Essay des schottischen Buchautoren und Entwicklers, Matt Gemmell, für Aufsehen.

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Unter der Überschrift „Damage“ (zu Deutsch: Schaden) zieht der Programmierer gegen Apples Software-Kaufhaus und das Software-Selbstverständnis des Konzerns zu Felde und erntet in der Entwickler-Community vor allem eins: Tosenden Beifall.

Gemmels einleitender Satz könnte dabei nicht viel deutlicher ausfallen: Kein anderes Unternehmen habe der nachhaltigen Arbeit unabhängiger Entwickler so viel Schaden zugefügt und den Wert, den Verbraucher in Software-Produkten sehen, so sehr beschädigt wie Apple.

Und Gemmell kritisiert nicht nur, sondern versucht auch zu erklären. Problematisch seien vor allem Apples Forderungen an die Entwickler-Community: Cupertino ist durch das App Store-Geschäftsmodell der 30%-Provision grundsätzlich dazu motiviert, die größtmögliche Kundengruppen anzusprechen. Entsprechend verlangt der Konzern von der Entwickler-Community den größten gemeinsamen Nenner zu adressieren.

Dies bedeutet: Anwendungen sollten vor allem billig sein, da billig immer gut ankommt. Kunden schätzen günstige Preise und lernen so: Software kostet grundsätzlich nicht viel. Zudem sollten Entwickler im besten Fall Universal-Apps für iPhone, iPad und Apple Watch bereitstellen und nicht versuchen, diese getrennt voneinander anzubieten. Ein Arbeitseinsatz, den Apple mit einem kleinen „+“ neben dem Download-Knopf belohnt.

Anschließend sollten sich Entwickler um kontinuierliche, kostenlose Aktualisierungen kümmern – Upgrade-Preise kennt der App Store nicht. Verkauft werden die Apps dann einmal pro Person:

Make exactly one sale of an app per person, ever, regardless of the number of devices they own, how often the app has been updated since they last used it, and so on. This also teaches customers that they’re entitled to come back to a free app at any point in the future, no matter how long ago they paid for it. Ideally, make exactly one sale of an app per family. This reinforces the commodification of software; it’s to be shared around.

Und als wären die Erwartungen Apples nicht schon schlimm genug, muss die Software natürlich auch durch Apples Betriebskanäle verkauft werden: Durch den mobilen App Store und den Mac App Store, die seit Jahren durch schlechte Suchfunktionen auffallen, keine Filter anbieten, voll von Spam-Anwendungen sind, inzwischen sogar Werbebanner innerhalb der App Store-Suche anzeigen und das Auffinden guter Anwendungen zu einem Glücksspiel machen. Zwar featured Apples Redaktionsteam immer mal wieder ausgewählte Anwendungen, die Chance hier von Apple ausgewählt zu werden, bleibt jedoch verschwindend gering.

Ein lesenswerter Aufsatz, der den Mac-Entwicklern zwar noch eine schonfrist zuspricht, diese aber enden sieht, sobald Apple wieder ein Interesse an Mac-Anwendungen zeigen sollte:

The Mac App Store is a different place, of course, but then it’s also nigh-abandoned by Apple. If they chose to make a success of it, it would be by the same mechanism of devaluation to chase huge numbers of tiny, disposable purchases. For developers who target the Mac, the last segment of the glass-and-aluminium Cupertino hardware line-up to still have plausibly sustainable economics, there’s only one course of action: pray that Apple remains disinterested.

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05. Mai 2017 um 18:36 Uhr von Nicolas Fehler gefunden?


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