Umschaltbarer Drehmoment- und Kadenzsensor
Dukawey FUGL 3.0 im Test: Komfort-E-Bike mit starker Ausstattung
Mit einem Preis von 1.099 Euro positioniert sich das Dukawey FUGL 3.0 als City-E-Bike für Einsteiger. Erhältlich ist das Modell direkt über den Hersteller Gleecycle. Wir haben das Rad zusammen mit dem optional erhältlichen Frontkorb geordert, der für 99 Euro angeboten wird und eine Tragkraft von bis zu 20 Kilogramm bietet.
Das Dukawey FUGL 3.0 wird in Schwarz, Rot und Grün angeboten
Auf dem Datenblatt stehen unter anderem ein 250-Watt-Heckmotor mit bis zu 65 Nm Drehmoment, ein 672-Wh-Akku, hydraulische Scheibenbremsen sowie ein umschaltbarer Drehmoment- und Kadenzsensor.
Der Hersteller setzt beim FUGL 3.0 auf einen Tiefeinsteiger-Rahmen aus Aluminium. Als E-Bike Tiefeinsteiger richtet sich das Modell klar an Alltagsfahrer. Das Auf- und Absteigen gelingt bequem und auch häufiges Anhalten im Stadtverkehr wirkt dadurch deutlich entspannter als bei klassischen Diamantrahmen.
Wer unsere Eindrücke zum Eleglide C2 gelesen hat, wird hier einige Parallelen erkennen. Beide Modelle richten sich an preisbewusste E-Bike-Einsteiger, das Dukawey wirkt bei Antrieb und Verarbeitung insgesamt etwas hochwertiger.
Eher auf der schlanken Seite: Das Dukawey FUGL 3.0 wirkt nicht wuchtig
Bereits beim ersten Eindruck fällt auf, dass das FUGL 3.0 nicht wie ein typisches Einstiegsmodell wirkt. Die Lackierung ist sauber ausgeführt, die sichtbaren Schweißnähte wurden an vielen Stellen verschliffen und die Kabelführung ist ordentlich gelöst. Dadurch entsteht ein hochwertiger Gesamteindruck, obwohl sich das Fahrrad preislich im unteren Bereich des E-Bike-Marktes bewegt.
Der Antrieb gehört zu den größten Stärken
Der größte Unterschied zu vielen anderen E-Bikes dieser Preisklasse zeigt sich bereits nach wenigen Metern. Der Drehmomentsensor reagiert unmittelbar auf den Pedaldruck und beendet die Unterstützung ebenso direkt, sobald nicht mehr getreten wird. Dadurch entsteht ein natürliches Fahrgefühl ohne spürbare Verzögerung oder störenden Nachlauf.
Das Farbdisplay zeigt Unterstützungsstufe, Geschwindigkeit, Akkustand und zurückgelegte Strecke
Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, zwischen Drehmoment- und Kadenzsensor umzuschalten. Im Drehmomentmodus orientiert sich die Unterstützung am eigenen Krafteinsatz und eignet sich besonders für kontrolliertes und effizientes Fahren. Im Kadenzmodus genügt dagegen leichtes Mitpedalieren, während der Motor einen Großteil der Arbeit übernimmt. Dadurch verändert sich der Charakter des Fahrrads spürbar.
Während der Drehmomentmodus ein klassisches Fahrradgefühl vermittelt, fährt sich der Kadenzmodus deutlich entspannter und erinnert stellenweise fast an ein kleines Mofa. Selbst an stärkeren Anstiegen bleibt ausreichend Unterstützung vorhanden, ohne dass der Motor unangenehm laut arbeitet oder häufiges Herunterschalten erforderlich wird.
Fünf Unterstützungsstufen stehen zur Wahl, Licht- und Bremsstatus werden angezeigt
Auffällig ist außerdem, wie harmonisch die Motorsteuerung abgestimmt wurde. Gerade bei günstigen E-Bikes erlebt man häufig eine spürbare Verzögerung beim Anfahren oder einen spürbaren Nachlauf nach dem Treten. Beim FUGL 3.0 war davon im Test praktisch nichts zu bemerken. Die Unterstützung setzt nahezu unmittelbar ein und endet ebenso direkt. Das vermittelt ein deutlich natürlicheres Fahrgefühl, als der Preis zunächst vermuten lässt.
Umfangreiche Ausstattung für den Alltag
Ein weiterer Pluspunkt ist die umfangreiche Serienausstattung. Hydraulische Scheibenbremsen mit 180-Millimeter-Bremsscheiben, ein Farbdisplay, Schutzbleche, Bremslicht, ein stabiler Gepäckträger sowie eine einstellbare Federgabel gehören bereits zum Lieferumfang. Viele dieser Komponenten finden sich sonst erst in höheren Preisregionen.
Der 672-Wh-Akku lässt sich auch im Rahmen laden. Ohne Akku ist das Rahmeninnere der Witterung ausgesetzt.
Auch der Akku fällt für diese Preisklasse großzügig aus. Der herausnehmbare 672-Wh-Akku soll laut Hersteller Reichweiten von bis zu 120 Kilometern ermöglichen. Einen direkten Abgleich solcher Herstellerangaben halten wir allerdings nur bedingt für sinnvoll. Zu viele Faktoren beeinflussen die tatsächlich erreichbare Strecke. Fahrergewicht, Unterstützungsstufe, Streckenprofil, Außentemperatur, Reifendruck, Gegenwind und nicht zuletzt der eigene Krafteinsatz spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Im Alltag gehören wir ohnehin nicht zu den Fahrern, die einen Akku bis zum letzten Prozent leerfahren. Spätestens wenn die Anzeige nur noch zwei Balken zeigt, wird bei uns nachgeladen. Das schont den Akku und verhindert ungewollte Zwischenstopps. Entsprechend haben wir auch beim FUGL 3.0 keinen klassischen Reichweitentest bis zur vollständigen Entladung durchgeführt.
Unser Eindruck ist dennoch positiv. Für typische Pendelstrecken, Einkäufe und längere Freizeittouren bietet der Akku ausreichend Reserven, sodass auch längere Touren ohne ständiges Nachdenken über den Akkustand möglich sind.
Der Akku lässt sich mit Schlüssel entnehmen und (auch ohne Schlüssel) wieder einsetzen
Mit 672 Wh bewegt sich das FUGL 3.0 auf einem guten Niveau. Wer dagegen vor allem maximale Reichweite sucht, findet mit dem Touroll S3 Pro ein Modell mit fast doppelt so großem Akku, muss dafür aber bei anderen Ausstattungsmerkmalen Kompromisse eingehen.
Das Farbdisplay lässt sich selbst bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesen und informiert über Geschwindigkeit, Unterstützungsstufe sowie weitere Fahrdaten. Weniger gelungen ist dagegen die Akkuanzeige, die lediglich über Balken informiert. Eine Prozentanzeige würde die verbleibende Reichweite genauer einschätzbar machen.
Komfort statt Sportlichkeit
Das FUGL 3.0 ist klar auf Komfort ausgelegt. Der tiefe Einstieg, die aufrechte Sitzposition und die breiten 26-Zoll-Reifen mit einer Breite von 2,5 Zoll sorgen für ein ruhiges und sicheres Fahrgefühl. Unebenheiten werden von der Federgabel spürbar abgefedert, besonders nett ist dies auf Kopfsteinpflaster und Schotterwegen.
Der Gepäckträger bietet gute Aufnahmen für Radgepäcktaschen
Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 180 Kilogramm bietet das Fahrrad zudem hohe Reserven. Der Heckgepäckträger darf laut Hersteller mit bis zu 50 Kilogramm belastet werden und eignet sich damit problemlos für Einkäufe oder Tourengepäck.
Gerade diese hohe Zuladung macht das FUGL 3.0 zu einem interessanten Begleiter im Alltag. Wer allerdings regelmäßig Kinder oder größere Lasten transportieren möchte, sollte weiterhin zu einem echten Longtail greifen. Das Fiido T2 bleibt hier mit seiner verlängerten Ladefläche und den vielfältigen Transportlösungen die deutlich passendere Wahl.
Die Geometrie richtet sich laut Hersteller an Fahrer zwischen 160 und 190 Zentimetern Körpergröße. In der Praxis wirkt der Bereich bis etwa 185 Zentimeter besonders stimmig. Bis 190 Zentimeter bleibt das Rad nutzbar, jedoch mit spürbar weniger Komfort.
Kleine Schwächen im Detail
Im Alltag zeigen sich dennoch einige Punkte mit Verbesserungspotenzial. Der serienmäßige Seitenständer wirkt etwas klein dimensioniert und sinkt auf weichem Untergrund leicht ein. Gerade bei voller Beladung oder auf unbefestigten Wegen wünscht man sich eine größere Auflagefläche und etwas mehr Stabilität.
Der Ständer hätte gerne etwas größer ausfallen dürfen
Auch die montierten Griffe gehören nicht zu den Highlights des Fahrrads. Sie erfüllen ihren Zweck, bieten jedoch keine ergonomische Handballenauflage. Wer regelmäßig längere Strecken fährt, dürfte früher oder später zu komfortableren Griffen greifen. Ähnliches gilt für den serienmäßigen Sattel. Er ist ordentlich gepolstert, besitzt jedoch keine Öffnung zur Druckentlastung und könnte etwas pofreundlicher ausfallen.
Eine gefederte Sattelstütze gehört ebenfalls nicht zur Serienausstattung. Da die Frontfedergabel ihre Arbeit zuverlässig erledigt, werden Schläge am Hinterrad umso deutlicher an den Fahrer weitergegeben. Gerade auf Feldwegen oder schlechteren Radwegen wäre eine gefederte Sattelstütze eine sinnvolle Ergänzung.
Solide Basistechnik mit kleinen Abstrichen
Die verbaute Shimano-Tourney-Schaltung mit sieben Gängen arbeitet zuverlässig und genügt unseren Anforderungen im Alltag vollkommen. Sie gehört allerdings zur Einstiegsklasse und erreicht nicht die Präzision höherwertiger Shimano-Gruppen.
Arbeitet solide: Die Shimano-Tourney-Schaltung
Positiv fällt dagegen die Bremsanlage auf. Die hydraulischen Scheibenbremsen lassen sich gut dosieren. Gerade bei einem E-Bike mit knapp 30 Kilogramm Eigengewicht ist eine kräftige und berechenbare Verzögerung wichtiger als eine besonders sportliche Fahrwerksabstimmung.
Mit einem Gesamtgewicht von rund 29,5 Kilogramm gehört das FUGL 3.0 zwar nicht zu den leichtesten City-E-Bikes. Während der Fahrt spielt das jedoch kaum eine Rolle. Erst beim Tragen über Treppen oder beim Verladen auf einen Fahrradträger macht sich das zusätzliche Gewicht bemerkbar.
Gasgriff und Hupe passen nicht ganz
Weniger überzeugend ist die Ausstattung bei einigen Details. Das FUGL 3.0 wird mit einem optionalen Gasgriff ausgeliefert, der in Deutschland im öffentlichen Straßenverkehr nicht verwendet werden darf und ausschließlich auf Privatgelände genutzt werden sollte. Eine auf 6 km/h begrenzte Anfahrhilfe wäre für den deutschen Markt aus unserer Sicht die sinnvollere Lösung gewesen.
Wir haben den optional mitgelieferten Gasgriff bewusst nicht montiert
Hinzu kommt, dass das Fahrrad ab Werk mit einer Hupe statt einer klassischen Klingel ausgestattet ist. Für eine Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr muss daher eine Klingel nachgerüstet werden. Auf ähnliche Besonderheiten sind wir bereits beim Lankeleisi GOLF-X gestoßen, das ebenfalls mit einem optionalen Gasgriff ausgeliefert wird.
Diese Punkte betreffen allerdings weniger die Fahreigenschaften als vielmehr die Anpassung an die deutschen Vorschriften. Wer das Fahrrad nach dem Kauf entsprechend ausstattet, erhält hier keine grundsätzlichen Einschränkungen im Alltag.
Ein stimmiges, günstiges Gesamtpaket
Unterm Strich bleibt der positive Gesamteindruck des Antriebs in Erinnerung. Die Kombination aus fein abgestimmtem Drehmomentsensor, kräftigem Heckmotor und der Möglichkeit, jederzeit auf den Kadenzmodus umzuschalten, hebt das FUGL 3.0 von vielen anderen E-Bikes im Preisbereich um 1.000 Euro ab.
Bremslicht: Die Rückleuchte signalisiert auch den Griff in die Bremse
Hinzu kommen eine für diese Klasse ungewöhnlich umfangreiche Ausstattung, eine überzeugende Verarbeitung und ein komfortorientiertes Fahrverhalten, das sich besonders im Stadtverkehr, auf Pendelstrecken und bei längeren Freizeittouren auszahlt. Der große Akku, die hohe Zuladung und der stabile Gepäckträger erweitern den Einsatzbereich zusätzlich.
Wer ein besonders sportliches E-Bike sucht oder regelmäßig schwere Lasten transportieren möchte, findet passendere Alternativen. Wer dagegen ein komfortables City-E-Bike mit überzeugendem Antrieb und umfangreicher Ausstattung sucht, bekommt mit dem Dukawey FUGL 3.0 ein insgesamt stimmiges Gesamtpaket zu einem vergleichsweise attraktiven Preis.








Hmm, mich würde interessieren, ob der Kadenzmodus im Alltag wirklich sinnvoll ist oder ob man nach kurzer Zeit doch wieder dauerhaft im Drehmomentmodus unterwegs ist?
Für Apple-Designfreunde gibt es wahrlich interessantere E-Bikes, z.B. von Schindelhauer aus Berlin (ehemaliges Start-up der Uni Magdeburg):
https://schindelhauerbikes.com/de/bikes
Und ja, die sind – natürlich – teurer; aber Apple-Geräte sind halt auch keine Discount-Geräte…