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Mitarbeiter hatten geklagt

Berufungsgericht: Apple muss für Taschenkontrollen entschädigen

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Die eigentliche Sammelklage frustrierter Apple Store Mitarbeiter liegt zwar schon mehrere Jahre zurück, da sich das Berufungsgericht des 9th U.S. Circuit Court of Appeals aber bis in diese Woche Zeit gelassen hat, den Fall abschließen zu klären, kommen wir nicht drum herum noch mal an die unschöne Apple Store-Auseinandersetzung zu erinnern.

Apple Store Covid 19

Apple Store Mitarbeiter hatten sich 2013 mit ihrem Arbeitgeber angelegt, da Apple diesen nach Beendigung ihrer Schicht regelmäßig zusätzliche Wartezeiten abverlangte, die zwischen 5 und 45 Minuten in Anspruch nehmen konnten und komplett unbezahlt eingefordert wurden.

Die Mitarbeiter warteten während der Zwangspause im Anschluss an den Feierabend auf die Durchsuchung ihrer Taschen durch einen Vorgesetzten, der sicherzustellen hatte, dass diese keine ungesicherte Hardware aus dem Store-eigenen Bestand eingesteckt hatten.

„Maßnahme zum Vorteil der Mitarbeiter“

Doch wie Anfang des Jahres berichtet stand Apple nicht nur wegen der eventuell noch nachvollziehbaren Angst vor Mitarbeiter-Diebstählen in der Kritik, das Unternehmen wurde vom obersten Gerichtshof in Kalifornien auch dafür gescholten, dass man versuchte den Vorgang als „Maßnahme zum Vorteil der Mitarbeiter“ darzustellen.

Zudem hat der Apple im Verfahren damals argumentiert, dass das Mitführen privater Smartphones am Arbeitsplatz unnötig sei. Auch hier hob das Gericht den mahnenden Zeigefinger und verwies auf Aussagen des Apple-Chefs Tim Cook, der das iPhone häufiger als zentralen Alltagsbestandteil bezeichnet hatte.

Jetzt ist das Berufungsverfahren mit einer eindeutigen Entscheidung zu Ende gegangen: Apple muss mehr als 12.000, seit 2009 von der Praxis betroffenen Store-Mitarbeitern Entschädigungen für die Wartezeiten zahlen.

Die knapp 300 Dokumente zum Verfahren lassen sich in dieser Übersicht auf Bloomberg Law einsehen.

Freitag, 04. Sep 2020, 19:35 Uhr — Nicolas
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  • Also manchmal muss man sich über Apple Praktiken doch sehr wundern… Insofern kann ich auch nur sagen: richtig entschieden.

  • Verdienen Billionen und wollen nicht Zahlen. Was für eine tolle „Green-Politik“!

    • Hat nichts mit der Menge zu tun. Machen Mediamarkt und Konsortien auch. Auch da wird es nicht als Arbeitszeit bewertet.

      • Und weil die anderen das auch so machen dann ist es gerechtfertigt? Tolle Argumentation. Clap

      • Wo habe ich das geschrieben?

      • Lern lesen!

      • KaroX es gibt Menschen die verstehen was du geschrieben hast, weil sie zwischen den Zeilen lesen und ihr Apple Fan Boys oder Girls wie auch immer, das nicht wirklich könnt, sonst würdet ihr nicht blind einem Unternehmen folgen, das eigentlich moderner sklaverei und totaler Geldgier verfallen ist!

      • Mein +1 gilt ROP-fan

      • Man merkt doch, wenn ein Mitarbeiter ein Pro Display XDR oder iMac 27 eingesteckt hat.

      • KaroX; So argumentiert man heute. Andeuten und hinterher hat man nichts gesagt. Wer deine Version unterstützt, findet es gut, der Rest halt nicht. Aber du hast ja nichts gesagt.

      • Noch Mal für alle die, die meinen zwischen den Zeilen lesen zu können und es trotzdem nicht können: andere Unternehmen die keine Billionen verdienen machen das genau so. und weil ich meine Meinung da noch nicht verkündet hätte, aber es wohl als Argumentation gedeutet wurde: Ob ich das gut finde? Nein.

  • Taschenkontrolle nach Dienstschluss? In so einem Store hätte ich keinen Tag länger gearbeitet.

  • Habe mal bei VW gearbeitet, dort wurden auch Taschen durchsucht-allerdings nur Stichprobenartig. Übrigens auch beim Reingehen, da wurde nach Alkohol gesucht;-))

  • Ist gar nicht so ungewöhnlich. Kenne auch eine Firma wo das ständig gemacht wird (Parfümerie)

    • Ja, aber dafür nicht bezahlen ist nicht ok. Auch wenn das „alle“ machen. Meine Firma z.B. Nicht, obwohl wir sehr teure Güter sehr einfach klauen könnten. Tun wir aber nicht. Die, die das bisher getan haben, und es kommt immer raus, haben das extrem bereut. Der Clou: Gutes Gehalt, gute Umgangsformen mit den Mitarbeiter, Trainings auf Vertrauen und „Denken wie ein Eigentümer“.
      Ich finde, das sollte Schule machen.
      Denn, wenn man klauen will geht das auch ohne Taschenkontrollen, oder?

  • Es geht nicht um die Kontrolle, sondern um die unbezahlte Wartezeit.

  • Es geht nicht um die Kontrolle, sondern die unbezahlte Wartezeit.

  • Das machen doch viele Firmen…auch ich habe schon bei Firmen gearbeitet, bei denen Taschenkontrollen ganz normal sind und sich auch keiner beschwert…
    Verstehe daher das Gericht nicht so ganz

    • Na wie hier schon mehrfach kommentiert, es geht um die Wartezeit. Auch in meinem Unternehmen gibt es das, mal mehr mal weniger. Aber in jedem Fall hat der Arbeitgeber bereist vorher darüber nachgedacht und 15Min Arbeitszeit auch dafür eingeplant. Dann geht es völlig in Ordnung. Aber wenn du 16:30Uhr Feierabend hast, 16:40-16:45Uhr gehen möchtest, aber teilweise bis nach 17Uhr warten musst? Nicht akzeptabel.

  • Apples Store, Apples Regeln… Eine Frechheit vom Gericht!
    Die müssen da ja nicht arbeiten.

    • Na du bist ja ein ganz besonderer Vollpfosten

    • Ich hoffe, dass das stark sarkastisch ist. Aber so argumentieren hier zumindest einige, wenn es um die Klage Epic gegen Apple geht.

      • Selbstverständlich. Aber ich stimme dir zu, dass es hier wirklich oft nicht zu erkennen ist, wie das gemeint ist.

      • Und das Gericht hat diesen im Eilverfahren recht gegeben. Toll was?

      • Peter, mir ist aufgefallen, dass es sehr oft passiert in unserer modernen Welt. Es liegt oft nicht an dem der es geschrieben hat, oder dem, der es falsch liest, sondern am fehlen weiterer Kommunikationsmittel beim Dialog. Nonverbale, also vor allem Mimik und Gestik.
        Wie oft wird zum Beispiel beim schreiben über Messenger Dienste etwas missverstanden? Emojis helfen da ja irgendwo noch ein wenig, wenn man die aber nicht verwendet, ist dies schon oft für viele Leser ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Verwirrend eben.

        Aber die Reaktion von Gestalten wie 24.4° sollte man sich verkneifen. Welch Aggression da gleich frei wird. Nicht 1. Minute nachgedacht und noch auch nur ein klein wenig auf die Idee gekommen, dass es Sarkasmus ist?

  • 20 Dollar Gutschein iTunes Store :)

  • Man kann sich auch anstellen (die Mitarbeiter)… wird doch in jedem Unternehmen mit höherpreisigen Artikeln gemacht. Selbst in manchen Karstadt Filialen war das mal Standard.

  • Auch wenn es anscheinend immer üblicher wird, Mitarbeiter in größeren Unternehmen zu kontrollieren, trägt das nicht zu einem guten Arbeitsklima bei. Und wenn es so ist, sollten die Mitarbeiter auch für ihre Wartezeit in einer Form entschädigt werden.

  • Jeder regt sich über solche Machenschaften auf , egal ob Apple oder andere.
    Aber geklaut wird trotzdem.
    Scheiß auf meine Kollegen und die Firmen , Hauptsache ich.
    Dann sich in Foren darüber echauffieren das die Firmen reagieren und
    Taschen kontrollieren oder Überwachungssysteme aufbauen.
    Allein Apple wurden in den Deutschen Stores im Jahr 2019 für
    über 1 Million € Ware von Angestellten entwendet.

  • Sehr schön! Man muss sich nicht alles gefallen lassen!

  • Wie gut, dass es so einen Mist mit Sammelklagen nur in den Staaten gibt.

    • Es gibt zwar kein exaktes Pendant, aber in Deutschland gibt es das Musterfeststellungsklageregister. Das geht zumindest ansatzweise in Richtung Sammelklage.
      Und insgesamt: vieles in den USA ist sehr seltsam, aber den Gedanken EINE Sammelklage durchzuführen und alle beteiligten Kläger bekommen die gleiche Entschädigung statt wie hier in Deutschland: jeder klagt der genügend Geld hat um die Klage vorzubringen und jeder bekommt eine andere Entschädigung je nachdem wieviel er für den Rechtsanwalt bezahlt hat….
      + die Gerichte werden mit dem gleichen Thema mehrfach belastet.
      Insgesamt gesehen finde ich das System Sammelklage gar nicht mal so verkehrt

  • Richtig so!
    Der Erfolg des Unternehmens ist letztendlich auch das Ergebnis guter Arbeit der Mitarbeiter und diese sollten somit nicht unter „Generalverdacht“ in Ihrer nicht bezahlten Arbeitszeit gestellt werden!

  • Das zählt logischerweise zur Arbeitszeit. Das Gericht hat in den Fall gerecht entschieden. Oder jeder geht soviel früher, das die Kontrolle in der Zeit bis Ende des Dienstes erfolgt. // notwendig sind solche Kontrollen. Einige der Beschäftigten besonders im Handel klauen wie die Raben.

  • Redet mit. Seid nett zueinander!

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