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Heißes Thema: Apples „E-Mail-Zensur“ – Nicht all eure Mails erreichen auch ihren Empfänger

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Ein Leser der amerikanischen Technikseite Infoworld hat mit dem Bericht, Apple zensiere bestimmte E-Mails, für ordentlich Wind im digitalen Blätterwald gesorgt. Konkret berichtet der Drehbuchautor, dass er sich darüber gewundert habe, warum er ein Manuskript nicht über seinen iCloud-Account verschicken konnte. Die E-Mails erweckten zwar den Anschein, versendet zu werden, kamen jedoch nie beim Empfänger an. Nach einiger Recherche konnte der Autor reproduzieren, dass die enthaltenen Worte „barely legal teens“ für die Blockade verantwortlich waren. Sobald diese auf Pornoseiten häufig genutzte Formulierung sich im Anhang des verschickten PDFs fand (völlig egal, in welchem Zusammenhang), verschwand die E-Mail im Nichts.

Keine Frage, dies hört sich nach knallharter Zensur an und Apple nimmt sich im iCloud-Kleingedruckten das Recht, bestimmte E-Mails ohne Begründung abzulehnen, sogar ausdrücklich heraus. Allerdings dürfte hier weniger ein virtueller Zensor, sondern ein fehlkonfigurierter Spamfilter für die Nichtzustellung verantwortlich sein. Die betreffende Wortkombination jedenfalls lässt sich, solange sie nicht in einen Dateianhang verpackt ist, problemlos über iCloud-Konten versenden.

Warum weiß Apple, was in der Mail steht?

Wie wohl alle E-Mail-Anbieter betreibt auch Apple eine stetige ausführliche Analyse der über iCloud abgewickelten E-Mails, um die darüber versendeten Spamnachrichten bestmöglich ausfiltern zu können. Laut Statistiken soll der Spam-Anteil am E-Mail-Verkehr teils bis zu 90 Prozent ausmachen – ihr hättet ohne Filterung also stets ein Vielfaches der eigentlich für euch bestimmten E-Mails im Posteingang. Die E-Mail-Anbieter sortieren aus diesem Grund automatisiert vor, nicht nur um bei euch für ein „sauberes“ E-Mail-Fach zu sorgen, sondern auch um die eigenen Server zu entlasten.

Mit dieser Vorsortierung geht aber auch ein hohes Maß an Verantwortung einher. Die eingesetzten Filter müssen stets nachjustiert und überprüft werden, um zu verhindern, dass seriöse E-Mails abgefangen bzw. nicht versendet werden.

Kein Einzelfall

Wir selbst hatten erst im Dezember privat eine Menge Ärger mit einer offenbar versehentlich als Spam ausgefilterten Nachricht. Ein Reiseunternehmen hatte nach bezahlter Rechnung den Reisevertrag gekündigt, aber das Geld nicht rückerstattet. Die Zahlungsaufforderung per E-Mail verschluckten die iCloud-Server konsequent. Die Mail wurde zwar als versendet angezeigt, kam aber nie beim Empfänger (und uns in Kopie) an. Über E-Mail-Konten von anderen Anbietern ließ sich der Text dagegen problemlos versenden, andere iCloud-Nutzer, denen wir diesen Text übermittelt hatten, konnten diesen jedoch ebenfalls nicht erfolgreich über ihre Apple-Konten verschicken.

Wir hatten uns damals glücklicherweise als Blindkopie-Empfänger eingetragen, sonst hätten wir nicht einmal bemerkt, dass diese E-Mail nicht zugestellt wurde. Eine sehr heikle Situation, die für extrem viel Ärger sorgen und im schlimmsten Fall auch finanziellen Schaden verursachen kann.

Ein paar Wochen hatten wir das ganze nochmals geprüft, dann machte die Übertragung des Textes dann keinerlei Probleme mehr.

Anbieter müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein

Die Tatsache, dass Apple hier wohl nicht zensiert, sondern „nur“ filtert, macht den daraus resultierenden Ärger nicht besser. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Anbieter sich ihrer Verantwortung bewusst sind, und ihre Systeme diesbezüglich entsprechend pflegen.

Als Anwender haben wir hier eine hilfreiche Lektion in Sachen Internetkommunikation erhalten. Zunächst wisst ihr, dass wenn euch in Zukunft jemand erzählt, er hätte etwas per E-Mail geschickt, euer Gegenüber auch wenn nie etwas ankam vielleicht doch Recht besitzt. Darüber hinaus solltet ihr euch angewöhnen, wichtige Dinge stets in Blindkopie an euch selbst zu senden. Nur so lässt sich überprüfen, ob die Nachricht am Ende tatsächlich auch die Server eures Mail-Anbieters verlassen hat.

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28. Feb 2013 um 11:15 Uhr von Chris Fehler gefunden?


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